Wie ich die Schulleitung erlebte

Mit 37 Jahren wurde ich Schulleiterin.

Ich bin Sonderpädagogin und Montessorilehrerin und es hat mich schon lange gestört, dass die Montessori-Schule in meiner Stadt, auf die meine Kinder gingen, keine Inklusion machte.

Meine eigene Geschichte hat mich geprägt und verändert

Meine visionäre Seite war geweckt und ich bewarb mich und bekam den Job.

Erst als Klassenlehrerin einer Grundschulklasse, dann als Konrektorin und bereits sechs Monate später war ich Schulleiterin.

Mitten in der Zeit des Schulaufbaus, der Neubau war fast bezugsfertig und eine meiner ersten Aufgaben war es, gemeinsam mit dem Team ein pädagogisches Konzept zu schreiben.

Ich sprang rein, ins kalte Wasser und es war mühsam den Kopf über Wasser zu halten.

Doch ich tat es.

Wenn ich das so schreibe möchte ich heute hinzufügen: gegen jede Vernunft, denn ich war überhaupt nicht vorbereitet!

Fast 70 Mitarbeiter:innen zu führen war allein schon der Wahnsinn, doch der Berg an Arbeit und an Verantwortung war einfach immens.

Und ich lernte, das war und ist das Gute.

Wir können so viel und so schnell lernen, wenn wir es wollen, doch der Preis, mein persönlicher Preis war hoch.

Ich funktonierte, machte, war freundlich, blieb es auch, obwohl mein Team es nicht war, jedenfalls nicht immer.

Doch was war mit mir, mit meinern eigenen Grenzen, die ich immer weniger spürte.

Ich mag nicht so negativ schreiben, das passt nicht zu mir.

Besser so: Sätze/ Affirmationen, die mir wichtig sind, die ich heute lebe, weil ich als Schulleiterin so oft anderen Menschen erlaubt habe, über meine Grenze zu gehen, sind:

„Ich darf meinen Ärger zeigen.“

„Ich setze meine eigenen Standards.“

„Ich entscheide, wer meine Zeit und Aufmerksamkeit bekommt.“

„Ich darf mir Zeit nehmen und es auf meine Art machen.“

„Ich sage Nein und lasse Anfragen unbeantwortet, Mails im Posteingang, weil ich anderes priorisiere.“

….

Ich habe erst nach und nach gelernt meine eigenen Grenzen zu spüren.

Klingt verrückt, doch so war es und ist es immer noch.

Und ich merke, dass ich deshalb Schulleiter:innen soo gut tue, die auch dieses Thema haben.

Die ihren Job als Berufung sehen und ihn nicht nur gut machen wollen, sondern sich wünschen, dass es allen Menschen für die sie sich verantwortlich sehen gut geht.

Ich verstehe sie einfach, ohne viele Worte, ich fühle sie und das tut auch wieder mir selbst so gut.

Ich bin nicht alleine, du bist nicht alleine.

Wir sind schon zwei, die solche (selbstzerstörerische) Prägungen und Muster haben.

Das hilft😘.

Und diese Prozesse sind meistens unbewusst. Und wenn wir viel zu tun haben, im Stress sind, oder wenn wir von uns selbst fordern schnell eine Antwort oder Lösung zu einer Sache zu finden, wirken sie noch stärker.

In Ruhe mit viel Zeit können wir unsere Muster und Prägungen durchbrechen. Doch wann hat ein:e Schulleiter:in Ruhe und viel Zeit? Leider (fast) nie. Und das ist einfach übel!

Wie kommt es genau zu diesem Prozess, was passiert da?

Unser Verhalten hat seinen Ursprung in unseren Bedürfnissen und Emotionen. Wenn uns diese nicht bewusst sind, wirken sie ungebremst und wir merken es gar nicht. Es läuft praktisch ein Programm ab,

Es lohnt sich deshalb, das eigene Verhalten zu hinterfragen und festzustellen, welche Gründe darunterliegen.

Das machen wir (unter anderem) im Schulleitungs-Coaching.

Dieser Bewusstmachungsprozess befreit, weil er dazu führt, dass du unterschiedliche Verhaltensoptionen bewusst durchdenkst.

Dann entscheidest du dich, wie du dich verhalten möchtest.

Das Muster wird durchbrochen.

Im Eisberg-Modell wird dieser Zusammenhang deutlich:

Unsere Emotionen und Bedürfnisse sind oft unbewusst (unter der Wasseroberfläche)

Kennst du das auch?

Gehst du manchmal über deine Grenzen?

Wahrst du sie?

Spürst du deine Grenzen?

Deine Sandra

Und melde dich gerne, wenn du Interesse hast an einem Schulleitungs-Coaching. Es ist immer individuell auf DICH zugeschnitten, richtet dich aus, ist eine Abkürzung zur Erreichung Deiner Ziele und zur Professionalisierung deiner Leitungsfähigkeiten und -fertigkeiten. Und noch so viel mehr. Ich freue mich drauf!