Leben aus vollem Herzen – Die 7 Räume der Führung

Eine Schulleitung zu sein bedeutet etwas Großes zu wagen. Leben aus vollem Herzen schließt auch immer die eigene Verletzlichkeit mit ein.

Stell dir vor, du wärst eine klar entwickelte Führungspersönlichkeit, die gelassen und autonom ihre Führungsrolle gestaltet.

Die Führungsaufgabe ist eine abenteuerliche Entwicklungsaufgabe.

Leben ist Führung, wir führen alle.

Ob uns selbst, unsere Familie, unsere Klasse oder Lerngruppe oder Mitarbeitende in der Personalverantwortung.

In diesem Blogpost stelle ich dir die sieben Räume der Führung vor: die Standfestigkeit, die Leidenschaft, die Selbstkontrolle, die Liebe, die Kommunikation, das Wissen und die Ethik.

In meinem Buch „Schulleitung: Die 7 Räume der Führung„, herausgegeben im März 2022, kannst du dich intensiver mit den 7 Führungsräumen beschäftigen. Dadurch lernst du dich besser kennen, wirst ausgerichteter auf das, was dir wichtig ist und bildest deine Autonomie aus. Du kommst in der Führungsrolle an. Das führt zu mehr Gelassenheit. Und wenn du lieber in der Gruppe lernst, ist das Gruppencoachingprogramm „Die 7 Räume der Führung“ das Richtige für dich. Es beginnt wieder im September 2022.

Worum geht es bei den 7 Räumen der Führung?

Es geht darum in die Waage zu kommen, bezogen auf

Die 7 Räume der Führung

  1. Standfestigkeit

Als standfester Mensch stehst du mit beiden Beinen auf dem Boden, du weißt wofür du stehst und wofür auch nicht.

Du hast einen sicheren Anker in dir und wirkst nach außen so souverän, dass du zum Beispiel eine unausgereifte Meinung äußerst und damit eine Grundlage zur Verfügung stellst, gemeinsam eine tragfähige Meinung zu entwickeln.

Du kannst mit deinem Standpunkt flexibel umgehen. Wie ein Bambus, der sich nicht starr in den Wind stellt, sondern sich mit dem Wind mitbewegt.

Fest verankert und dennoch anpassungsfähig.

Standfestigkeit bedeutet die eigene Position gegebenenfalls aufzugeben, ohne die eigenen Wurzeln zu verlieren und die Meinung zu ändern ohne Unsicherheit und Chaos zu verbreiten.

Eine standfeste Führungsperson ist ein Vorbild im fehlerfreundlichen Voranschreiten.

Sie hat Angst und ist sich ihrer Verantwortung bewusst. Gerade deshalb ist sie verständnisvoll, empathisch und hält den Raum für die Unsicherheit und die Angst der Menschen um sie herum. In diesem Raum der Führung geht es um die Grundhaltung:

Was für eine Führungsperson willst du sein, was sagen die Menschen über dich?

2. Leidenschaft

Bei der Leidenschaft geht es darum, in Berührung zu kommen mit dir selbst und den eigenen Energien, Wünschen und Begeisterungen. Es geht darum, dich selbst zu spüren. Zu spüren, was du mit Begeisterung und Freude beitragen möchtest und dann danach zu handeln.

Mit der Welt um einen herum in Berührung zu kommen und dich von ihr berühren zu lassen.

Eine leidenschaftliche Führungsperson kommt mit den Menschen in Berührung. Sie lässt sich von ihren Gedanken, Empfindungen und Persönlichkeiten berühren. Sie motiviert und inspiriert, weil ihre eigene Berührung auch die Menschen um sie berührt.

Sie verbreitet Charisma.

Dabei steht nicht der Wunsch im Mittelpunkt, sich selbst in Szene zu setzen. Vielmehr wird das höhere Ziel in Szene gesetzt.

3. Selbstkontrolle

Die Selbstkontrolle ergänzt die Leidenschaft und erdet dich als Führungsperson. Auch in stressigen Situationen, wenn starker Druck auf dir lastet. Selbstkontrolle ist leicht, wenn ausreichend Ressourcen vorhanden sind, wie zum Beispiel Zeit. Der Prüfstein der Selbstkontrolle liegt in Situationen, in denen du unter Druck stehst, weil du sofort eine Entscheidung treffen musst oder dir die Zeit zur Reflexion fehlt. Als selbstkontrollierte Führungsperson kennst du dich, kennst deine empfindlichen Punkte und hast dich im Griff. Du lernst dich im Raum der Selbstkontrolle also besser kennen. Weil du dich kennst, reagierst du früh und effektiv. Du schreckst auch nicht vor ungewöhnlichen Aktionen zurück. Andere vor den Kopf zu stoßen, traust du dich, weil du weißt, dass es eben manchmal nicht anders geht. Du traust dir zu, mit diesen Situationen verantwortungsvoll umzugehen. Das macht dich frei und autonom. Andere Menschen nehmen sich dich als Vorbild.

4. Liebe

In der Liebe liegt Macht. Du handelst respekt- und kraftvoll. Dazu musst du dir selbst Liebe entgegenbringen, dich selbst akzeptieren als die Person, die du gerade bist, mit deinen Stärken und Schwächen. Wenn du das in der Tiefe tust, kannst du gelassen sein.

Dann kannst du deinen Mitmenschen entspannt und wohlwollend begegnen.

Es ist enorm wichtig, als Führungsperson deinen Mitarbeitenden ein kraftvolles „Ja“ entgegenbringen zu können.

Das ist machtvolle Führung.

5. Kommunikation

Im Raum der Kommunikation teilst du dich mit.

Du bist interaktiv, tauschst dich aus, entwickelst dich weiter, weil du von anderen Menschen lernst.

Nicht zuletzt durch die Reflexion, mit welcher Art der Kommunikation du Beziehung und Nähe und Vertrauen schaffst und wann dir das nicht gelingt.

Du lernst über Erfahrungen.

Dieser Führungsraum öffnet deine Sinne.

Du kommunizierst deine innere Haltung und erkennst die deiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Du stärkst deine Intuition und erkennst immer schneller und besser, mit welchem Menschen du es zu tun hast.

Das hilft dir enorm, deine Kommunikation an diesen Menschen und an die jeweilige Situation anzupassen.

Dein Repertoire vergrößert sich.

Außerdem öffnest du dich und zeigst dich durch deine Kommunikation (Selbstaussage):

Deine Worte, deine Gestik, dein Auftreten, dein Aussehen, deine Mimik, deine Körperhaltung, dein Blick, wann und ob und wie du Blickkontakt hältst und deine Schrittstärke und Körperspannung, alles das und noch so viel mehr kommuniziert.

Im Raum der Führung lernst du mehr Bewusstheit in deine Kommunikation zu legen.

6. Wissen

Wissen ist Macht und viele Führungspersonen halten Wissen zurück, um ihre Macht (Film: Musterbrecher1) zu stärken. Darum geht es aber im Führungsraum des Wissens nicht. Es geht vielmehr darum, Wissen zu teilen und zu nutzen und damit die Qualität und die Energie in der Institution zu stützen und hoch zu halten.

So stellst du das Wissen zur Verfügung, das die Menschen brauchen, um selbstverantwortlich ihre Arbeit zu verrichten. Das schafft Transparenz und dafür braucht es Raum und Zeit.

Es geht also um das Wissen, das du und deine Mitarbeitenden brauchen, um gute Arbeit zu machen, die nur durch fundierte Kenntnisse gelingen kann. Wo nur Routinearbeiten erledigt

werden und nicht gelernt, geforscht und reflektiert wird, entsteht Stillstand.

Dieser Raum des Wissens muss eingeplant werden. Raum und Zeit, um Wissen aufzunehmen, zu einer Tageszeit, an der wir aufnahmefähig sind, das ist ein wichtiger Schlüssel für nachhaltige Qualität und Freude.

Den Raum des Wissens gut aufzustellen, braucht freies und offenes Denken. Und das muss nicht immer zusätzlich zur Arbeit mit den Kindern gedacht werden, sondern vielmehr verbunden und integriert.

7. Ethische Werte

Der Raum der Ethischen Werte durchdringt alle Räume und rundet sie ab. Beim Schreiben über diesen Raum der Führung ist mir persönlich klar geworden, wie sehr meine Werte mein Handeln und meine Entscheidungen beeinflussen. In allen Lebensbereichen und natürlich auch im Job, wie könnte es anders sein?

Das war mir schon länger klar, doch nun konnte ich es richtig spüren

Und ich konnte auch die Momente meines Lebens spüren, als ich gegen meine eigene Ethik gehandelt habe.

In der Neuen Autorität ist das die ethisch-moralische Präsenz. Wenn wir nicht überzeugt sind von dem, was wir tun, können wir nicht präsent sein. Und das ist spürbar.

Und umgekehrt: Wenn wir es sind, wenn unser Tun und Handeln mit unseren Werten übereinstimmt, dann sind wir – bämm – so richtig da, so richtig präsent.

Auch das ist spürbar.

Wenn du dich mit den 7 Räumen der Führung auseinandergesetzt hast und sie mit deiner Persönlichkeit, deiner eigenen Geschichte und deinem tiefen Lebenszweck in Verbindung gebracht hast, bist du in deiner Führung angekommen.

Dann bist du eine wahrhaft starke Führungsperson, die sich verletzlich zeigt und ihr Leben aus vollem Herzen lebt.

Ich habe es schon so oft erleben dürfen bei den Menschen, die ich begleite.

Das ist ein Geschenk für mich und es wäre mir eine echte Ehre, auch dich begleiten zu dürfen.

Melde dich gerne und nimm mit mir Kontakt auf.

Herzlich, Sandra Schumacher

Der Elefant und der Holzpflock und was die 7 Räume der Führung damit zu tun haben

Stell dir einen kleinen Babyelefanten vor.
Er ist an einem Holzpflock mit einem Seil angebunden.

Der Holzplock und das Seil sind stabil genug, dass der Babyelefant nicht genug Kraft hat, um sich zu befreien.
Immer wieder versucht der Babyelefant sich loszureißen, denn er sehnt sich nach der Freiheit.

Er möchte die Welt erkunden und dort hingehen, wo sein Rüssel ihn hinführt.
Doch der kleine Babyelefant ist nicht kräftig genug. Frustriert ergibt er sich in sein Schicksal.
Er weiß, dass er niemals frei sein wird.
Die Zeit vergeht. Tage, Wochen, Monate.
Unser Babyelefant wird größer. Er wächst heran. Seinen Wunsch nach Freiheit hat er vergessen. Er lebt in einem Radius von 2 Metern um seinen Holzpflock herum.
Eines Tages kommt ein Rabe angeflogen und fragt den Elefanten: „Warum ziehst du diesen winzigen Holzpflock denn nicht aus der Erde und erforschst die Savanne?“ Der Elefant schaut mit trüben Augen auf. Mutlos seufzt er: „Ich bin nicht kräftig genug und warum sollte ich das tun, ich kann doch eh nichts erreichen. Als Babyelefant hatte ich den Wunsch nach Freiheit. Doch heute bin ich klüger. Das bringt eh nichts. Es ist sehr viel besser und sicherer hier an meinem Holzpflock zu bleiben. Hier kenne ich mich wenigstens aus.“

Der Babyelefant wird an seinen Holzpflock angebunden.

In der Nacht kann unser Elefant nicht schlafen.

Die Frage des Raben spuckt ihm durch den Kopf.

Warum gibt er sich mit diesem Leben zufrieden?

Er hatte doch einmal Träume.

Er denkt: „Ich wollte die Savanne erkunden und Abenteuer erleben und neugierig auf das Leben sein. Jeden Tag ein Stück mehr. Stattdessen verbringe ich meine wertvolle Lebenszeit auf diesem staubigen Grund, angebunden an einen Holzpflock und angewiesen auf Menschen, die mich füttern. Ich bin doch ein wunderbares Lebewesen und darf vom Leben das Allerbeste erwarten. Ich beginne mich zu erinnern, wer ich wirklich sein kann. Ich beginne mich zu erinnern, wer ich tatsächlich bin. Ich bin ein Tier der Wildnis, das freie Luft einatmen muss, statt Staub. Ich kann etwas erreichen im Leben, ich kann etwas erleben und anderen Elefanten dann davon berichten. Damit sie lernen und auch die Freiheit schätzen und atmen. Doch dazu muss ich mich befreien von diesem Holzpflock. Und zwar JETZT, solange ich daran glaube, dass der Rabe Recht hat und mich der Mut noch nicht verlassen hat.“

Mühsam steht der Elefant auf und lehnt sich mit seiner ganzen Kraft gegen das Seil. Das Seil spannt sich und der Elefant lehnt sich weiter dagegen. Weiter und weiter baut er Spannung auf das Seil auf und… völlig leicht und mühelos gleitet der Holzpflock aus der Erde.

Nun leuchten die Augen des Elefanten voller Überraschung und Lebensfreude.

Er trabt zielbewusst in die Savanne davon.

Das Seil mit dem Holzpflock schüttelt er einfach ab. Achtlos, wie eine lästige Fliege. Denn jetzt ist er in seiner Kraft, er nimmt Fokus auf seinen Weg.

Voller Würde.

Unaufhaltsam.

Klar und geerdet.

Mit einer unumstößlichen Zuversicht und einem großen Vertrauen in seine eigene Stärke.

Und er wird seinen Weg gehen, seine Abenteuer erleben und weiter lernen. Davon bin ich überzeugt. Der Rabe hat etwas berührt, was er eigentlich tief in sich die ganze Zeit gewusst hat: „Das kann nicht alles sein. Da gibt es noch mehr.“

Und das ist so eine klare Verbindung zu meinem Coachingprogramm für Schulleiter:innen und solche, die es werden möchten:

Es gibt noch so viel mehr, wenn du erst mal deine innere Autonomie gefunden hast.

Möchtest du in deine Authentizität kommen, dich selbst besser kennen und dir vertrauen lernen.

Falsche Verbindungen und hindernde Glaubenssätze erkennen und lösen, sodass störende Denkmuster durch neue ersetzen?

Dann bist du richtig bei den 7 Räumen der Führung. Hier geht es zum Coachingprogramm, nächster Start im September 2022.

Bis dahin lies das Buch Schulleitung: Die 7 Räume der Führung. Das Ich entfalten, um mit dem Du umgehen zu können

und melde dich zu meinem Newsletter „Der montäglichen Energiespritze in die (Schul-)Woche“ an.


Gegen welchen Holzpflock in deinem Leben könntest DU dich heute mal lehnen?

Auf ein abenteuerliches Leben, indem du dir erlaubst zu Leuchten.

Und diese Geschichte kannst du gut auch verwenden für eine Teamsitzung.

Mit der Frage: „Wo lassen wir uns gerade festbinden, was nicht mehr passt zu unserem heutigen Entwicklungsstand?


Deine Sandra