Als Schulleitung achtsam mit sich selbst

Kennst du Tage, die sich wie eine lange Reihe von Terminen darstellen?

Schon wenn du an diese Tage denkst, fühlt sich deine Brust eng und dein Rücken fest an?

Ich kenne das nur zu gut und Maria eine Schulleiterin, von der ich dir in diesem Text erzählen werde, kennt das auch.

In diesem Text stelle ich dir eine kleine und alltagstaugliche Übung vor, die dir hilft auch bei vielen (und herausfordernden) Terminen präsent und motiviert zu sein. Außerdem kannst du beim Lesen ein Gefühl dafür bekommen, wie es ist mit mir zusammenzuarbeiten. Spüre genau hin, ob ich dir als Gesprächspartnerin helfen könnte, deine Gedanken so zu sortieren und besser greifen zu können, dass du leicht und einfach weißt, was für dich gerade der effektivste nächste Schritt ist. Und der darf leicht sein 😃.

Mein Name ist Sandra Schumacher und ich begleite Schulleitungen und Vorstände, damit sie souverän und autonom ihre Führungsrolle ausfüllen können. Führung soll sich möglichst leicht anfühlen. In der Zusammenarbeit mit mir bekommst du ein Licht in die Hand, das dir deine nächsten Schritte so erleuchtet, dass du sie leicht und einfach gehen kannst. In der Folge entwickelt ihr als Gemeinschaft eine verbindliche Haltung, die zu zielführenden Handlungen gemäß eures besonderen pädagogischen Konzepts führt. Es entsteht Verbindung wo vorher Unklarheit war. Voller Fokus schreitet ihr leicht voran. Es fühlt sich wunderbar an.

Achtsam zu Führen, zuerst dich selbst, ist ein Puzzleteil 🧩, das ich dir in diesem Text ein Stückchen näher bringen möchte.

Ich telefoniere mit einer Schulleiterin. Sie heißt Maria. Wir arbeiten zusammen und unser Gespräch findet im Rahmen ihres Coachings statt. Wir treffen und in der Regel alle zwei Wochen. Sie in Berlin, ich hier in Erlangen.

Es ist der 3. Dezember 2022 und am Ende des Gesprächs sagt sie:

„Ich merke gerade, wenn ich so nebenbei in meinem Kalender blättere, dass mir richtig schlecht wird, wenn ich an die zahlreichen Termine, Mitarbeitergespräche und Online-Treffen in der nächsten Woche denke. Mein Kalender ist so voll, das fühlt sich nicht gut an. Ich arbeite ja gerne, doch wenn es zu viele Stunden sind, fällt es mir schwerer und schwerer.

Die Energie verlässt mich, schon beim Gedanken daran. Die Woche fühlt sich richtig belastet an, das sollte sie nicht.“

Ich freue mich über Marias Offenheit. Eigentlich ging es in ihrem Coaching gerade um ihre langfristige Schulentwicklungsplanung. Doch sie hat gelernt auf sich zu achten und ihre Bedürfnisse zu benennen. Ich holte Luft und sage: „Dann bist du jetzt reif für eine Übung, die ich liebe, weil sie einen Raum schafft zwischen dir und deinen Terminen. Das macht es dir sofort leichter.“

Marias Interesse ist geweckt und so lernt sie die Übung „Schatzkistenübung“ kennen.

Ich erkläre: „Du achtest bei jedem Treffen darauf, dass du gedanklich nur bei diesem Treffen bist.

Du denkst nicht an das Treffen davor und auch nicht an das oder die Treffen, die noch kommen werden.

Du bist ganz im Moment.

Am Ende des Treffens, wenn du auflegst, oder den digitalen Raum schließt oder du nach dem Treffen den Raum verlässt, beendest du ganz bewusst für dich auch innerlich das Treffen. Du lässt das Gesagte im Raum zurück.

„Und dafür nutze ich das Bild einer Schatzkiste? Das spricht mich sehr an.“, meldet Maria sich zu Wort. „Genau,“, sag ich. „Also, du schließt den Deckel einer großen Schatzkiste.“

„Warte mal“, sagt Maria nun. „Ich muss mir diesen Deckel und diese Kiste mal genau vorstellen.“

Ihre Fantasie ist angeregt und dann gibt es kein Halten. Wir arbeiten schon einige Monate miteinander und deshalb weiß ich sehr genau, dass es jetzt gut ist, sie nicht zu unterbrechen. Sie macht die Übung nun zu ihrer und das ist das Wichtigste. Es reicht nicht aus, dass ich als ihre Begleiterin weiß dass ihr diese Übung helfen wird. Wenn sie das Bild für sich füllt, wird sie die Übung auch anwenden.

„Die Kiste ist richtig groß, steht auf einem staubigen, komplett leeren Dachboden und mitten im Raum. Sie ist aus unbehandeltem Eichenholz. Der Deckel ist ebenfalls staubig. Wenn ich ihn langsam schließe, knarzt das Scharnier und der Staub tanzt im Sonnenlicht um die Kiste herum. Meine Hand, die den Deckel berührt ist auch schon ganz staubig, ich habe das Bedürfnis sie zu waschen.“

„Wunderbar“, sage ich und fahre mit der Erklärung fort:

„Also der Deckel symbolisiert das Ende des Treffens und du machst ja zwischen den Treffen immer eine Pause und da bleibt der Deckel zu. Bevor das nächste Treffen beginnt, öffnest du gedanklich wieder deine Kiste und schaust rein, was nun drin ist. Da es ja eine Zauberkiste ist, leer sie sich immer wieder. Nur die Vorbereitungen für das neue Treffen sind dann in der Kiste.“

Maria sagt nun: „Ich merke, ich habe das Prinzip verstanden und habe richtig Lust die Übung gleich nächste Woche auszuprobieren?“

Diese „Die Schatzkisten-Übung“ kannst auch du in deinen trubeligen Führungsalltag integrieren.

Sie kann ein fester Baustein deiner Selbstfürsorge sein.

Wie wirkt sie? Diese Übung ermöglicht dir das bewusste Wahrnehmen der Gegenwart.

Du bist achtsam, im Moment.

Sie ist damit ein hilfreiches Überlebens-Tool, um durch Tage mit vielen Terminen, ob in Präsenz oder Online gut durchzukommen.

Was meine ich mit „gut durchkommen“ genau?

Damit meine ich, dass du in den Treffen präsent bist und das Zusammentreffen mit anderen Menschen, den Austausch, die Gespräche und die Kokreationen erleben kannst, ohne dich innerlich zu verkrampfen. Ohne schon an das Nächste zu denken und dich überfordert zu fühlen.

Weil du jeden Termin einzeln für sich betrachtest.

Das schafft einen wertvollen Raum zwischen dich und den Termin.

Der Gefühl, das Maria sagte „Schon beim Gedanken daran fühlt es sich schwer an.“, fühlen viele Menschen, die eine Führungsrolle, wie zum Beispiel eine Schulleitung inne haben. Nach meiner Erfahrung hat das oft damit zu tun, dass sie aus einem hohen Verantwortungsbewusstsein heraus die Führungsrolle übernommen haben. Sie möchten es gut machen und möglichst allen Menschen entsprechen. Doch wenn sie die Führungsrolle als selbst schwer erleben, verlieren sie ihre Freude und irgendwann auch ihre Motivation für die Sache.

Nutze diese Übung, wenn du hier vorbeugen möchtest und deine Führungsaufgabe mit Achtsamkeit verbinden möchtest. Auch deinen Mitarbeitenden kann diese Übung helfen vor Elterngesprächen oder Teamsitzungen.

Zur Erinnerung an die Übung, kannst du eine Visualisierung benutzen und in deinen Kalender neben deine Termine eine kleine Schatzkiste malen. Daneben kannst du schreiben, was du für das Treffen noch an Vorbereitung brauchst. Und warum nicht nach dem Treffen auch das Debriefing, also die Reflexion dann auf die andere Seite der Schatzkiste notieren. Falls du genug Platz hast 😉 hast du damit alles zusammen..

Dieses Symbol im Kalender kann dich erinnern.

Hier findest du noch eine griffige Zusammenfassung:

Diese Beschreibung kannst du dir ausdrucken und auf deinen Schreibtisch legen

Schon eine kleine Veränderung kann eine große, eine entscheidende Wirkung haben.

Deine innere Haltung ist entscheidend, wenn es darum geht, dein (Arbeits-) Leben flexibel und bewusst, mit möglichst viel Eigenständigkeit zu gestalten:

Sage innerlich „Ja“ zu jedem neuen Tag und sei gespannt, was er dir an neuen Erfahrungen und spannenden Begegnungen bringen wird.

Öffne dich dem persönlichen Wachstum, der persönlichen Entwicklung, indem du sie freudig begrüßst.

Und nochmal:

Schon eine kleine Veränderung kann eine große, eine entscheidende Wirkung haben.

Im nächsten Blogpost wird es um eine weitere Übung gehen, die schon eher ein Ritual ist, nämlich um das Ein- und Auschecken. Auch damit schaffst du Präsenz und einen achtsamen Raum für eure Treffen, Teamsitzungen, Besprechungen. Damit diese zu energiespendenden, kraftvollen Zusammentreffen werden können.

Ich freue mich über dein Interesse an meiner Arbeit.

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Herzlich,