Der Elefant und der Holzpflock und was die 7 Räume der Führung damit zu tun haben

Stell dir einen kleinen Babyelefanten vor.
Er ist an einem Holzpflock mit einem Seil angebunden.

Der Holzplock und das Seil sind stabil genug, dass der Babyelefant nicht genug Kraft hat, um sich zu befreien.
Immer wieder versucht der Babyelefant sich loszureißen, denn er sehnt sich nach der Freiheit.

Er möchte die Welt erkunden und dort hingehen, wo sein Rüssel ihn hinführt.
Doch der kleine Babyelefant ist nicht kräftig genug. Frustriert ergibt er sich in sein Schicksal.
Er weiß, dass er niemals frei sein wird.
Die Zeit vergeht. Tage, Wochen, Monate.
Unser Babyelefant wird größer. Er wächst heran. Seinen Wunsch nach Freiheit hat er vergessen. Er lebt in einem Radius von 2 Metern um seinen Holzpflock herum.
Eines Tages kommt ein Rabe angeflogen und fragt den Elefanten: „Warum ziehst du diesen winzigen Holzpflock denn nicht aus der Erde und erforschst die Savanne?“ Der Elefant schaut mit trüben Augen auf. Mutlos seufzt er: „Ich bin nicht kräftig genug und warum sollte ich das tun, ich kann doch eh nichts erreichen. Als Babyelefant hatte ich den Wunsch nach Freiheit. Doch heute bin ich klüger. Das bringt eh nichts. Es ist sehr viel besser und sicherer hier an meinem Holzpflock zu bleiben. Hier kenne ich mich wenigstens aus.“

Der Babyelefant wird an seinen Holzpflock angebunden.

In der Nacht kann unser Elefant nicht schlafen.

Die Frage des Raben spuckt ihm durch den Kopf.

Warum gibt er sich mit diesem Leben zufrieden?

Er hatte doch einmal Träume.

Er denkt: „Ich wollte die Savanne erkunden und Abenteuer erleben und neugierig auf das Leben sein. Jeden Tag ein Stück mehr. Stattdessen verbringe ich meine wertvolle Lebenszeit auf diesem staubigen Grund, angebunden an einen Holzpflock und angewiesen auf Menschen, die mich füttern. Ich bin doch ein wunderbares Lebewesen und darf vom Leben das Allerbeste erwarten. Ich beginne mich zu erinnern, wer ich wirklich sein kann. Ich beginne mich zu erinnern, wer ich tatsächlich bin. Ich bin ein Tier der Wildnis, das freie Luft einatmen muss, statt Staub. Ich kann etwas erreichen im Leben, ich kann etwas erleben und anderen Elefanten dann davon berichten. Damit sie lernen und auch die Freiheit schätzen und atmen. Doch dazu muss ich mich befreien von diesem Holzpflock. Und zwar JETZT, solange ich daran glaube, dass der Rabe Recht hat und mich der Mut noch nicht verlassen hat.“

Mühsam steht der Elefant auf und lehnt sich mit seiner ganzen Kraft gegen das Seil. Das Seil spannt sich und der Elefant lehnt sich weiter dagegen. Weiter und weiter baut er Spannung auf das Seil auf und… völlig leicht und mühelos gleitet der Holzpflock aus der Erde.

Nun leuchten die Augen des Elefanten voller Überraschung und Lebensfreude.

Er trabt zielbewusst in die Savanne davon.

Das Seil mit dem Holzpflock schüttelt er einfach ab. Achtlos, wie eine lästige Fliege. Denn jetzt ist er in seiner Kraft, er nimmt Fokus auf seinen Weg.

Voller Würde.

Unaufhaltsam.

Klar und geerdet.

Mit einer unumstößlichen Zuversicht und einem großen Vertrauen in seine eigene Stärke.

Und er wird seinen Weg gehen, seine Abenteuer erleben und weiter lernen. Davon bin ich überzeugt. Der Rabe hat etwas berührt, was er eigentlich tief in sich die ganze Zeit gewusst hat: „Das kann nicht alles sein. Da gibt es noch mehr.“

Und das ist so eine klare Verbindung zu meinem Coachingprogramm für Schulleiter:innen und solche, die es werden möchten:

Es gibt noch so viel mehr, wenn du erst mal deine innere Autonomie gefunden hast.

Möchtest du in deine Authentizität kommen, dich selbst besser kennen und dir vertrauen lernen.

Falsche Verbindungen und hindernde Glaubenssätze erkennen und lösen, sodass störende Denkmuster durch neue ersetzen?

Dann bist du richtig bei den 7 Räumen der Führung. Hier geht es zum Coachingprogramm, nächster Start im September 2022.

Bis dahin lies das Buch Schulleitung: Die 7 Räume der Führung. Das Ich entfalten, um mit dem Du umgehen zu können

und melde dich zu meinem Newsletter „Der montäglichen Energiespritze in die (Schul-)Woche“ an.


Gegen welchen Holzpflock in deinem Leben könntest DU dich heute mal lehnen?

Auf ein abenteuerliches Leben, indem du dir erlaubst zu Leuchten.

Und diese Geschichte kannst du gut auch verwenden für eine Teamsitzung.

Mit der Frage: „Wo lassen wir uns gerade festbinden, was nicht mehr passt zu unserem heutigen Entwicklungsstand?


Deine Sandra

Meine persönliche Haltung zum Thema Frieden und Krieg

Und wie das was meinem neuen Buch „Schulleitung: Die 7 Räume der Führung“ und mit der Montessoripädagogik zusammenhängt

Ich bin Montessoripädagogin.

Das ist mir in den letzten Wochen wieder klar und ganz neu wichtig geworden.

Mein persönliches Warum ich tue, was ich tue ist, dass ich Kinder dabei unterstützen möchte ihre eigene, innere Stärke zu entwickeln.
Auch Erwachsene begleite ich dabei, das zu tun. Stark zu sein und kraftvoll in Führung zu gehen und für sich selbst, die eigenen Rolle, Aufgabe, Persönlichkeit, Ziele und so weiter einzustehen. Ohne starr zu sein, wie der Bambus im Wind, resilient und beweglich, gut verwurzelt.

Starke Menschen sind autonom und unabhängig.

Starke Menschen sind standfest und leidenschaftlich.

Starke Menschen lieben.
Sie zeigen ihre Schwächen und ihre Fehler ganz unaufgeregt, weil sie sich nicht beweisen müssen.
Als starker Mensch kenne ich meine Werte und handle nach ihnen.

Ich spreche aus dem Herzen und sorge dafür, dass ich informiert bin, mir Erfahrung aneigne und ich immer wieder Übungsfelder der persönlichen Entwicklung habe.

Alle meine Ziele entwickeln mich, die Menschen, die Welt.

Heute habe ich mein zweites Buch „Schulleitung: Die 7 Räume der Führung“ beendet.

Am Wochenende wird es veröffentlicht.
Sehr viele Stunden Arbeit habe ich investiert in dieses Buch.

Warum fange ich es nicht nur an, sondern beende es sogar, veröffentliche es und gehe mit meinen Gedanken in die Öffentlichkeit?

Weil diese Gedanken vielen Menschen die Möglichkeit geben sich zu entwickeln und die eigene Autonomie zu finden und zu leben. Das führt zu optimistischen und fähigen Schulleitungen und Schulen stabil und stark machen können. Das passiert nicht einfach so. Dafür müssen wir mit uns selbst in die Ausbildung gehen. Und diese Entwicklung führt zu mehr Frieden in der Welt. Davon bin ich von Herzen überzeugt.

Meine persönlichen Werte sind Liebe, Freiheit und Optimismus.
Alles was ich tue, richte ich nach meinen Werten aus.

Angst steht für Krieg, Liebe steht für Frieden

Zeitgleich mit der Beendigung meines Buches begann ein Krieg zwischen Russland und der Ukraine Europa zu erschüttern.

Das berührt mich und lässt mich innehalten und fühlen. Ich fühle Ohnmacht und Angst, Berührtheit und Liebe, Verbundenheit und Trennung und noch so viel mehr.

Diese Gefühle wecken Sehnsüchte und Wünsche in mir:

Ich möchte in einer Welt leben, in der das Bemühen nach den eigenen Werten zu leben selbstverständlicher wird, als ich es heute im Februar 2022 wahrnehme. In einer Welt, in der sich die Menschen ihrer Werte bewusst sind.
Ich möchte in einer Welt leben, die im Frieden lebt.
Im Frieden mit der Natur und dem Kosmos und im Frieden aller Lebewesen miteinander. Auch zwischen Schulleitungen und Mitarbeitenden, zwischen Vorständen und dem Team. Gerade da, denn das ist mein Puzzleteil, mein Lebensthema. Und es gibt noch viel zu tun, damit unsere Beziehungen friedvoll sind. Auch die Beziehung zu uns selbst.

Die Montessoripädagogik ist eine Friedenspädagogik.

Nur durch einen Weg kann es Frieden geben auf dieser Welt, durch Erziehung.
Der erste Schritt ist, dass Erwachsene und Kinder nicht im Kampf miteinander stehen.
Dazu habe ich die Aufgabe mich als Mensch weiterzuentwickeln.
Meine Persönlichkeit zu schärfen und zu klären.
Dazu gehört der Respekt dem Verschiedensein gegenüber.
Und die Aufgabe Inklusion zu ermöglichen.

ALLE gehören dazu.

Ich bemühe mich die beste Version meiner selbst zu sein. Da die Liebe einer meiner drei wichtigsten Werte ist, ist der Frieden sehr wichtig für mich.
Ich denke groß, setze mir Ziele und erreiche diese.
Die Vorbereitete Umgebung hat die Aufgabe die Möglichkeiten zu wecken, unsere Persönlichkeiten zu entwickeln.

Mein neues Buch gibt vielen Menschen die Möglichkeit sich zu entwickeln und die eigene Autonomie zu finden und zu leben. Das führt zu optimistischen und fähigen Schulleitungen, die Schule stabil und stark machen können. Das passiert nicht einfach so. Dafür müssen wir mit uns selbst in die Ausbildung gehen. Und das ist gut so, denn Leben ist lernen und das ist so wunderbar.

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Meine persönlichen Werte sind Liebe, Freiheit und Optimismus.
Alles was ich tue, richte ich nach meinen Werten aus. Auch in meinem Buch sind diese Werte lebendig.

Die Ethischen Werte sind ein eigener Raum der Führung, der siebte und letzte. Davor kommen die Standfestigkeit, die Leidenschaft, die Selbstkontrolle, die Liebe, die Kommunikation und das Wissen.

Jeder Raum hat im Buch ein eigenes Kapitel. Und anhand von 28 Übungen beschäftigst du dich intensiv und persönlich mit jedem einzelnen Raum. Dies tust du mit dem Ziel, ein Gefühl dafür zu bekommen, wo du bei diesem Führungsraum stehst: Ist er gut und stabil bei dir entwickelt, ist er noch schwach entwickelt, oder ist er vielleicht sogar zu stark entwickelt und führt dich das in ein Ungleichgewicht.

Und hier möchte ich jeden Raum der Führung kurz beschreiben:

Habe ich dein Interesse geweckt und möchtest du dich näher mit den 7 Räumen der Führung beschäftigen?

Dann freue ich mich sehr. Natürlich zu einen, weil das eine wertschätzende Anerkennung für meine Arbeit ist.

Doch ich freue mich mindestens genauso stark für dich, für dich persönlich, denn du wirst auf sehr vielen Ebenen davon profitieren. Das weiß ich sicher und ich bin gespannt auf welchen genau, erzähle mir gerne davon.

Doch was kann ich dir anbieten, um in das Thema „Die 7 Räume der Führung“ einzusteigen?

  1. Du kannst ein 1:1-Coaching machen (per Zoom; 14 tägig 1,5 Stunden)
  2. Du kannst ins Coachingprogramm in der Gruppe kommen
  3. Du kannst das Buch lesen und im Entwicklungsjournal die 28 Fragen beantworten

Was du auch wählst, du wirst davon profitieren, ich muss mich wiederholen.

Und hier findest du die Angebote im Detail:

Melde dich gleich per Email unter kontakt@sandra-schumacher.de und ich schicke dir mein Angebot
Link zum Coachingprogramm
Hier geht es zur Bestellung (direkt bei mir)

Ich danke dir, dass du bis hierher gelesen hast. Und natürlich noch mehr, wenn dich eines meiner Angebote so anspricht, dass du dabei bist ♥️.

Lass uns Frieden in die Welt bringen.

Bist du dabei? Ich freue mich drauf, wenn wir uns kennenlernen.

Herzlich, deine Sandra

Wie ich die Schulleitung erlebte

Mit 37 Jahren wurde ich Schulleiterin.

Ich bin Sonderpädagogin und Montessorilehrerin und es hat mich schon lange gestört, dass die Montessori-Schule in meiner Stadt, auf die meine Kinder gingen, keine Inklusion machte.

Meine eigene Geschichte hat mich geprägt und verändert

Meine visionäre Seite war geweckt und ich bewarb mich und bekam den Job.

Erst als Klassenlehrerin einer Grundschulklasse, dann als Konrektorin und bereits sechs Monate später war ich Schulleiterin.

Mitten in der Zeit des Schulaufbaus, der Neubau war fast bezugsfertig und eine meiner ersten Aufgaben war es, gemeinsam mit dem Team ein pädagogisches Konzept zu schreiben.

Ich sprang rein, ins kalte Wasser und es war mühsam den Kopf über Wasser zu halten.

Doch ich tat es.

Wenn ich das so schreibe möchte ich heute hinzufügen: gegen jede Vernunft, denn ich war überhaupt nicht vorbereitet!

Fast 70 Mitarbeiter:innen zu führen war allein schon der Wahnsinn, doch der Berg an Arbeit und an Verantwortung war einfach immens.

Und ich lernte, das war und ist das Gute.

Wir können so viel und so schnell lernen, wenn wir es wollen, doch der Preis, mein persönlicher Preis war hoch.

Ich funktonierte, machte, war freundlich, blieb es auch, obwohl mein Team es nicht war, jedenfalls nicht immer.

Doch was war mit mir, mit meinern eigenen Grenzen, die ich immer weniger spürte.

Ich mag nicht so negativ schreiben, das passt nicht zu mir.

Besser so: Sätze/ Affirmationen, die mir wichtig sind, die ich heute lebe, weil ich als Schulleiterin so oft anderen Menschen erlaubt habe, über meine Grenze zu gehen, sind:

„Ich darf meinen Ärger zeigen.“

„Ich setze meine eigenen Standards.“

„Ich entscheide, wer meine Zeit und Aufmerksamkeit bekommt.“

„Ich darf mir Zeit nehmen und es auf meine Art machen.“

„Ich sage Nein und lasse Anfragen unbeantwortet, Mails im Posteingang, weil ich anderes priorisiere.“

….

Ich habe erst nach und nach gelernt meine eigenen Grenzen zu spüren.

Klingt verrückt, doch so war es und ist es immer noch.

Und ich merke, dass ich deshalb Schulleiter:innen soo gut tue, die auch dieses Thema haben.

Die ihren Job als Berufung sehen und ihn nicht nur gut machen wollen, sondern sich wünschen, dass es allen Menschen für die sie sich verantwortlich sehen gut geht.

Ich verstehe sie einfach, ohne viele Worte, ich fühle sie und das tut auch wieder mir selbst so gut.

Ich bin nicht alleine, du bist nicht alleine.

Wir sind schon zwei, die solche (selbstzerstörerische) Prägungen und Muster haben.

Das hilft😘.

Und diese Prozesse sind meistens unbewusst. Und wenn wir viel zu tun haben, im Stress sind, oder wenn wir von uns selbst fordern schnell eine Antwort oder Lösung zu einer Sache zu finden, wirken sie noch stärker.

In Ruhe mit viel Zeit können wir unsere Muster und Prägungen durchbrechen. Doch wann hat ein:e Schulleiter:in Ruhe und viel Zeit? Leider (fast) nie. Und das ist einfach übel!

Wie kommt es genau zu diesem Prozess, was passiert da?

Unser Verhalten hat seinen Ursprung in unseren Bedürfnissen und Emotionen. Wenn uns diese nicht bewusst sind, wirken sie ungebremst und wir merken es gar nicht. Es läuft praktisch ein Programm ab,

Es lohnt sich deshalb, das eigene Verhalten zu hinterfragen und festzustellen, welche Gründe darunterliegen.

Das machen wir (unter anderem) im Schulleitungs-Coaching.

Dieser Bewusstmachungsprozess befreit, weil er dazu führt, dass du unterschiedliche Verhaltensoptionen bewusst durchdenkst.

Dann entscheidest du dich, wie du dich verhalten möchtest.

Das Muster wird durchbrochen.

Im Eisberg-Modell wird dieser Zusammenhang deutlich:

Unsere Emotionen und Bedürfnisse sind oft unbewusst (unter der Wasseroberfläche)

Kennst du das auch?

Gehst du manchmal über deine Grenzen?

Wahrst du sie?

Spürst du deine Grenzen?

Deine Sandra

Und melde dich gerne, wenn du Interesse hast an einem Schulleitungs-Coaching. Es ist immer individuell auf DICH zugeschnitten, richtet dich aus, ist eine Abkürzung zur Erreichung Deiner Ziele und zur Professionalisierung deiner Leitungsfähigkeiten und -fertigkeiten. Und noch so viel mehr. Ich freue mich drauf!

Die Kraft der Potenzialentfaltung

Eine emotionale Geschichte

Folgende Geschichte passt gut, um deutlich zu machen, was die Stärke der Begleitung von Kindern im reformpädagogischen Kontext ist. Sie verdeutlicht als Metapher, die Rolle der Eltern und die Rolle der Lernbegleiter:innen und regt zum Nachdenken an. Auch weckt sie Emotionen und man erinnert sich dadurch lange an sie.

Man kann sie an zum Beispiel an Elternabenden, zur Einschulung oder sogar bei einer Mitgliederversammlung habe ich sie schon einmal vorgelesen. Auch Kinder mögen sie. Für Kinder würde ich sie frei erzählen. Ich habe die Sätze kursiv gedruckt, die ich nur für eine Erzählung für Kinder reinnehmen würde.

Was einen Schmetterling stark macht

Es war einmal eine Frau, die liebte die Natur.
Immer wenn sie etwas Zeit hatte, ging sie nach draußen und machte einen Spaziergang in ihrem Lieblingswald.
Eines Tages blieb sie stehen, um sich einen besonderen Baum anzusehen.
Er hatte eine unebene dicke Rinde, das fand die interessant.
Da sah sie einen Kokon. Ihr wisst bestimmt was ein Kokon ist. In einen Kokon verpuppt sich eine Raupe, um sich in einen Schmetterling zu verwandeln.
Und gerade als die Frau den Kokon entdeckte, bewegte sich der Kokon und er bekam einen kleinen Riss, der recht schnell größer wurde und als die Frau ganz genau hinschaute, konnte sie schon die Beisswerkzeuge des Schmetterlings sehen.
Die Frau beobachtete genau was passierte und das war gar nicht viel.
Sie sah, dass der Schmetterling versuchte, sich durch dieses viel zu kleine Loch heraus zu zwängen.
Zuerst war das Loch ja recht schnell größer geworden, doch jetzt passierte irgendwie nichts mehr.
Der Schmetterling bemühte sich eine Stunde lang, dann noch eine Stunde und die Frau hatte sich auf die Wiese neben dem Baum gesetzt, entschlossen so lange zu warten, bis sie den Schmetterling endlich in seiner ganzen Pracht sehen würde.
Dieser bemühte sich weiter und es dauerte noch einmal eine Stunde.
Da bekam die Frau  Mitleid mit dem Schmetterling und sie wurde auch ein bisschen ungeduldig.
Jetzt dauerte das aber echt schon sehr lange. Und der Schmetterling wirkte schon richtig erschöpft. Konnte er das alleine überhaupt schaffen? Die Frau dachte, nein, ich muss ihm helfen. Außerdem war sie neugierig und fragte sich:
„Wie sah der Schmetterling wohl aus? Welche Farbe würde er haben und wie würde sein erster Flügelschlag aussehen? Es würde schon bald dunkel werden…
Die Frau wollte dem Schmetterling so gerne helfen, ihn unterstützen bei seiner großen und schwierigen Aufgabe aus dem Kokon zu kommen.
Doch wie?
Sie hatte ein kleines Taschenmesser dabei.
Wenn sie mit diesem Messer vorsichtig das Loch vergrößern würde, würde der Schmetterling ganz leicht rauskommen können.
Gesagt, getan.
Ganz vorsichtig setzte sie das Messer an und machte einen kleinen Schnitt, um den Schmetterling nicht zu verletzen.
Nun war die Öffnung doppelt so groß und die Frau freute sich gleich einen ganz neugeborenen Schmetterling zu sehen und seine farbenfrohen Flügel und seinen ersten Flug zu beobachten.
Doch was war da los? Der Schmetterling, den sie zu sehen bekam hatte ganz verkrüppelte Flügel und konnte gar nicht fliegen.
Die Frau war verwirrt.
Doch sie konnte nichts für den Schmetterling tun.
Es gibt ja kein Schmetterlingkrankenhaus, wo sie ihn hätte hinbringen können.

Eine Freundin von ihr war Biologin und kannte sich gut mit Schmetterlingen aus. Die Frau fragte sie und die Biologin erklärte ihrer Freundin folgendes:
Ein Schmetterling muss aus eigener Kraft durch ein kleines Loch im Kokon in sein neues Leben schlüpfen. Denn durch das Zusammenpressen der Flügel werden diese erst vollständig ausgebildet.
Dadurch ,dass die Frau dem Schmetterling geholfen hat und sie meinte es ja nur gut, verhinderte sie, dass er ein starker, kräftiger Schmetterling werden konnte. Durch diese anstrengende Arbeit wäre der Schmetterling in die Lage versetzt worden zu fliegen.
Leider kann er das nun nicht mehr nachholen.
Die selbständige Anstrengung des Schmetterlings alleine aus dem Kokon zu kommen, lassen seine Flügel sich entfalten. Nun kann er fliegen, ist wunderschön, kann Nektar saugen und selbst für sich sorgen.
Und so ist es auch mit den Kindern. Wir dürfen ihnen nicht die Steine aus dem Weg räumen, sondern ihnen vertrauen und an sie glauben und ihnen Zeit geben, damit sie aus eigener Kraft ihre Entwicklungsaufgaben bewältigen können.
Dann entwickeln sie starke und tragfähige Flügel und können aus eigener Kraft durch ihr Leben fliegen.

Selbstermächtigung, eine wichtige Fähigkeit für persönliche Autonomie

In diesem Blogpost stelle ich die Bedeutung der Lebenskompetenz Selbstermächtigung für Menschen an Schule vor, zeige anhand von drei Beispielen den praktischen Nutzen und gebe konkrete Tipps für individuelle und kollektive Verbesserung der Selbstermächtigung. Der Artikel endet mit einer Teamübung aus den Liberating Structures.

Selbstermächtigung rockt.

Du kommst ins Lehrerzimmer und es herrscht eine Atmosphäre des Jammerns.

Die gestrige Teamsitzung war so ineffektiv und frustrierend. Ihr seid zu keinen Ergebnissen gekommen. Irgendwie ist auch gar nicht so richtig klar, wie ihr Entscheidungen trefft. Fast die ganze Zeit habt ihr Themen begonnen zu besprechen, doch ihr haben nichts verbindlich vereinbart.

Das ist so richtig frustrierend. Du verlässt lieber wieder den Raum, denn es macht dich fast verrückt, dass hier etwas fehlt.

Doch was ist es?

Eine andere Situation:

Du bist beim Schulleitungs-Austauschtreffen und das Thema ist „Wie gestalten wir Elternarbeit so, dass sie zu modernen Familien passt“. Du findest das Thema so richtig spannend, denn dir fehlt an eurer Schule der Fokus auf die Bedarfe der Familien. Du möchtest, dass ihr euch bei diesem Thema weiterentwickelt.

In deiner Kleingruppe dreht dich der Dialog nicht um die Aufgabe, nämlich Ideen für eine innovative Elternarbeit zu sammeln und sich darüber auszutauschen, sondern eine Schulleiterin erzählt lang und breit von einem Vater, der die Schule in diesem Schuljahr verklagt hat.

Du hast schon zu viele solcher Geschichten gehört. Doch du möchtest auch nicht unterbrechen, das ist ja unhöflich. Als die Zeit um ist, habt ihr keine Idee gefunden.

Was fehlt auch hier und zwar auf mehreren Ebenen?

Eine dritte und letzte Situation:

Eine Freundin, mit der du studiert hast, erzählt von ihrer Schule: „Wir werden ab dem nächsten Jahr den Englischunterricht in das selbstorganisierte Lernen integrieren, das heißt, ich muss mich unbedingt fit machen in Englisch. Ich bin so richtig frustriert. Nicht wegen der Entscheidung, die finde ich ja gut, doch wir Lehrer:innen, die die Neuerung ja durchführen müssen, wurden überhaupt nicht nach unserer Meinung gefragt. Das fühlt sich so übergestülpt an“

Auch hier fehlt etwas ganz Wesentliches.

Eine Zutat die, wie das Salz in der Suppe ist:

Die Selbstermächtigung oder auch das Self-Empowerment, das ist einfach das engliche Wort von Selbstermächtigung.

Doch was ist damit genau gemeint?

Was ist Selbstermächtigung?

Selbstermächtigung heißt, dass wir genauer hinschauen und erkennen, wer eigentlich die Fäden in unserem Leben in der Hand hält – und diese dann in die eigenen Hände nehmen. Damit wir das schaffen, müssen wir unsere Gefühle wahrzunehmen und ihnen auch vertrauen. Doch damit ist es noch nicht so ganz getan. Dazukommen muss, dass wir uns das auch zutrauen und zur Tat schreiten.

Folgende Aufzählung gibt dir einen ersten Eindruck, welche Themen das konkret betreffen kann:

  • passive Strukturen auflösen
  • Aufgabenverteilung und -erfüllung hinterfragen
  • Mitarbeiter zu aktiven Akteur:innen machen
  • Orientierung an den Stärken der einzelnen Mitarbeiter:innen
  • Selbstevaluation und aktive Gestaltung der eigenen Kompetenzen statt passivem Feedback und erteilten Fortbildungsmaßnahmen
  • Fokus auf Selbstkompetenz und deren Ausbildung und Einsatz

Konkret bedeutet das also, dass du als einzelner Mensch und ihr als Gruppe wisst wie ihr wirksam sein könnt.

Beim Beispiel der Teamsitzung: Ihr wisst wie ihr erfolgreiche Teamarbeit gestaltet. Euch ist klar wer moderiert, wie ihr in vertretbarer Zeit zu guten Entscheidungen kommt und wer protokolliert.

Der Ablauf ist ritualisiert und jeder reguliert sich während des Treffens selbst und ihr reguliert auch einander. Es gibt eine Klarheit wie ihr miteinander sprecht und die Verbindlichkeit, sich daran zu halten. Ihr wisst also, wie ihr als Team erfolgreich seid. Die Teamsitzungen sind ein schöner Höhepunkt der Woche. Sie stärken euch und ihr bearbeitet eure Aufgaben. Ihr seid selbstwirksam. Und jede Teamsitzung, die so stärkend verläuft, erhöht wieder die Selbstwirksamkeit jedes Einzelnen, durch ihre stärkende Wirkung.

Wie aber funktioniert die Selbstwirksamkeit beim Thema „Schulleiterin erzählt ihre Frustgeschichte“? Naja, es gehört ja immer jemand dazu, der erzählt und jemand der zuhört.

Warum also nicht freundlich unterbrechen?

Zum Beispiel mit folgenden Worten: „Entschuldige bitte, ich merke dir ist deine Geschichte sehr wichtig. Mir ist der Austausch über das Thema des heutigen Treffens sehr wichtig, kannst du die Erzählung vielleicht auf die Pause verlegen oder kürzen?“ Und vielleicht ist es sogar besser die Frage am Ende wegzulassen und den Satz offen im Raum stehen zu lassen. Nach meiner Erfahrung übernimmt dann jemand das Wort und sagt so etwas, wie: „Ja, lass uns jetzt mal mit der Ideensammlung beginnen.“ Und schon hast du für dich, deine Bedürfnisse, deine Zeit und sogar für die ganze Gruppe gesorgt. Das ist Selbstermächtigung. sich den Raum zu nehmen, den man gerade braucht. In guter Selbstfürsorge und mit integrierender Kommunikation. Das nenne ich gelungen.

Das dritte Beispiel ist etwas kniffliger. Du erinnert dich, die Freundin, die bei einer wichtigen Entscheidung, die sie selbst direkt betrifft von ihrer Schulleitung übergangen wird. Du magst sagen: „Zu spät. Die Entscheidung ist ja getroffen, da kann sich nichts mehr machen.“

Ist das so?

Ich denke, dass es einen großen Unterschied machen kann, wie wir uns subjektiv in einer Situation oder mit einer Entscheidung fühlen, ob wir dieses Empfinden an der richtigen Stelle ansprechen.

Und ja, hier ist die richtige Stelle sehr entscheidend, denn das Beschweren über die fehlende Leitungskompetenz der Schulleitung bei der Lieblingskollegin meine ich damit nicht. Das ist übereinander reden, statt miteinander und ist das genaue Gegenteil von Selbstermächtigung.

Empowert bist du dann, wenn du deine Missstimmung direkt bei der Schulleitung anbringst und sie bittest bei der nächsten Entscheidung einbezogen zu werden.

Dann bringst du deine Meinung an der richtigen Stelle an und gibst der Schulleitung die Möglichkeit etwas zu lernen und einen Fehler zu verstehen und zu beheben. Unter Menschen deren Ziel ees ist selbstermächtigt zu leben, ist das möglich.

So, genau so funktioniert Selbstermächtigung.

Und du merkst, es hat damit zu tun Verantwortung zu übernehmen und außerdem geht es darum, aktiv zu werden, auch dann, wo es vielleicht bequemer wäre, sich passiv zurückzuhalten.

Mach doch mal kurz eine Lesepause und überlege dir, wie gut schätzt du deine Selbstermächtigung ein, auf einer Skala von 1-10, wenn 1 fast gar nicht und 10 richtig gut ist?

Schätze deinen Selbstermächtigungsgrad selbst ein: 1 fast nicht; 10 richtig gut und dein pädagogisches Team?

Wir leben im Informationszeitalter und die wichtigsten Fähigkeiten im 21. Jahrhunderts sind die sogenannten Lebenskompetenzen.

Selbstermächtigung ist eine Lebenskompetenz.

Wenn du also mit Kindern und Jugendlichen arbeitest, ist jede Zahl in deiner Selbsteinschätzung, die kleiner als eine acht ist, bedenklich.

Denn Lebenskompetenzen können wir nur weitergeben, wenn wir sie auch selbst leben.

Nur wenn wir die Selbstermächtigung in unser Leben integriert haben, können wir sie auch vorleben, bei anderen fördern und Situationen kreieren, in denen sie gestärkt werden kann.

Folgende sechs Aspekte führen zur Selbstermächtigung in einer Organisation, also auch in einer Schule:

Lernen

Ich arbeite in einer lernenden Organisation. Wir sind offen für Neues.

Das ist elementar: Sich als lebenslangene:n Lerner:in zu verstehen und auch als Kollegium und als (Schul-)gemeinschaft gemeinsam zu lernen. Das stärkt die Selbstermächtigung, macht uns zu aktiven, fehlerfreundlichen Menschen, die sich ihr Umfeld so gestalten, dass es ihnen so richtig gut geht. Auch und gerade das berufliche Umfeld.

Führung

Die Führungskraft verstehen wir als Ermöglicher:in, nicht als Bestimmer:in. Genauso, wie die Lernbegleiter:in sich als Ermöglicher:in versteht und das führt mich direkt zum nächsten Punkt:

Demokratie, Partizipation, Beteiligung

Bei wichtigen Entscheidungen werden die Mitarbeiter:innen beteiligt. Das erhöht die Motivation und die Verantwortung des Einzelnen und der Gruppe. Das hat die Lehrerin in unserem Beispiel deutlich am eigenen Leib erfahren.

Dann geht es noch um das Thema

Strukturen und Prozesse

Offenheit und Durchlässigkeit sind uns wichtig. Ja, denn nur dann kann ich mitgestalten und die Mitgestaltung ist der Schlüssel zur Selbstermächtigung. Ich mache einen Unterschied. Meine Ideen und Fähigkeiten sind wichtig und gefragt. Ich bin nicht nur ein kleines Rädchen, das ausführt, sondern ich kann jederzeit und immer auch zur Lösung beitragen und verbessere damit das Ergebnis der Gruppe. Das ist befriedigend und so sinnvoll.

Arbeit im Team

Wir gestalten unsere Teamarbeit erfolgreich. Dieses Selbstverständnis, wirklich eine erfolgreiche Teamarbeit umzusetzen und nicht einfach als Gruppe zu agieren, sondern als Team und GEMEINSAM zu wirken. Dazu braucht das Team ein gemeinsame Ziel, das klar ist. Diese Teamarbeit kann sehr viel Selbstermächtigung auslösen.

Und das führt mich zum letzten Aspekt, nämlich dem

Sinn in der Arbeit.

Wenn ich einen Sinn in meiner Arbeit sehe und merke, ich kann etwas bewegen.

Diese sechs Prinzipien sind ein entscheidender Schritt hin zur Selbstermächtigung, zum Empowerment der pädagogischen Fachkräfte an Schulen und anderen sozialen Einrichtungen.

Und wenn du jetzt denkst, wie kann ich hier einen ersten Schritt für mich persönlich machen, dann sei sensibel bei den Situationen in deinem Leben, in denen du dich beschnitten fühlst in deiner Autonomie, oder in deiner Selbstbestimmung und stehe für dich selbst ein. Auf eine verbindliche und klare Art.

Und wenn es dich interessiert, wie du hier erste Schritte in die Selbstermächtigung für die Menschen deiner Institution, zum Beispiel deiner Schule gehen könntest, weil du findest das solltet ihr tun, dann möchte ich dir folgende Übersicht zeigen:

Das heißt kurzfristig ist es sinnvoll mit Methoden zu arbeiten, mittelfristig solltet ihr neue Strukuturen, nämlich möglichst Durchlässige einführen und an den Kompetenzen schrauben. Also zum Beispiel die Kompetenzen statt rollenbasiert, fähigkeitenbasiert aufzuteilen. Bei diesen mittelfristigen Prozessen unterstütze ich euch als Beraterin sehr gerne, das ist ein Changeprozess. Langfristig geht es um eine Kulturveränderung, die dann auch nachhaltige Veränderungen bietet und hierfür wäre zum Beispiel die Weiterbildung Neue Autorität für das ganze Team sehr sinnvoll.

Schließen möchte ich diesen Blogpost mit einer ganz konkreten Teamübung, aber davor noch ein Zitat von R.Tagore:

„Du kannst einen Ozeam nicht überqueren, indem du auf das Wasser starrst.“

Also los geht es, komm in die Handlung.

Mit folgender Teamübung aus den Liberating Structures, unterstützt man eine Gruppe von Menschen dabei, sich auf ihren Einflussbereich zu fokussieren.

15 % Solutions

Diese Übung identifiziert und fokussiert die Dinge, die ihr jetzt gleich und ohne weitere Ressourcen sofort tun könnt.

Sie besteht aus 5 Bausteinen:
  1. Frage in Bezug auf eine individuelle oder kollektive Herausforderung: Was sind deine 15 %? Wo hast du die Freiheit nach eigenem Ermessen zu handeln? Was kannst du also sofort bezogen auf das Problem umsetzen, ohne nach zusätzlichen Ressourcen oder Erlaubnis fragen zu müssen?
  2. Diese Übung geht mit einer beliebig großen Gruppe, man braucht nur Stühle, evtl. Flipchartpapier.
  3. Jeder kann eingebunden werden (in der Regel außer dem Moderator/ der Moderatorin) – jeder hat die gleichen Möglichkeiten sich einzubringen.
  4. Gruppenzusammensetzung: erst alleine, dann in Paaren, dann in der gesamten Gruppe.
  5. Ablauf und Dauer: Jeder Teilnehmer (TN) schreibt für sich eine Liste mit seinen 15 % – Lösungen (5 Minuten), dann stellt man Gruppen zusammen (2-4 TN) und diese stellen sich gegenseitig ihre Lösungen vor. Die TN beraten sich, fragen nach (8-10 Minuten je TN).

Der große Effekt dieser Übung ist es, dass Blockaden überwunden werden, durch das klare Vorgehen, dass man sich gegenseitig hilft, sich Vertrauen aufbaut und die Lücke zwischen Wissen und Handlung wird geschlossen. Das ist nach meiner Meinung besonders wertvoll.

Diese Übung kann auf große Veränderungen vorbereiten, die durch den Schmetterlingseffekt* ausgelöst werden.

Eine Stolperfalle dieser Übung ist, dass man immer wieder nach den 15 % Solutions fragen muss, da diese sonst gerne übersehen werden.

So, jetzt danke ich dir von Herzen, dass du bis hierher gelesen hast.

Und danke du gerne auch dir selbst, denn die Selbstermächtigung ist ein großer Lebensveränderer!!!

Herzlich, Sandra

Wunder. Fliegen. Weiter.

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Workshop Achtsame Kommunikation für Schulteams

*Der Schmetterlingseffekt besagt, dass in komplexen, nichtlinearen dynamischen Systemen schon kleinste Veränderungen in den Ausgangsbedingungen dazu führen können, dass eine Vorhersagbarkeit hinsichtlich der weiteren Entwicklung eines Systems grundsätzlich auszuschließen ist.

7 Journaling-Impulse, um dich als Schulleitung zu einer Leitungspersönlichkeit zu entwickeln – Schritt für Schritt

Was ist Journaling?

Beim Journaling geht es darum, die eigene Entwicklung durch das Schreiben zu begleiten, oder man könnte auch sagen, sich schreibend zu entwickeln.

Gerade wenn du Führungsverantwortung hast, kann das Journaling deine Wahrnehmung schärfen und deine Führungsqualität erhöhen.

Mit Journaling zur Führungspersönlichkeit werden

Am ehesten kommt es dem Tagebuchschreiben nahe. Es gibt aber wesentliche Unterschiede. Der Unterschied zum Tagebuchschreiben ist, dass es beim Journaling darum geht, den Fokus auf die positiven Dinge zu legen und die innere Entwicklung in den Fokus zu nehmen, statt sich auf äußere Geschehnisse zu konzentrieren.

Und tatsächlich kann ich von mir sagen, dass ich schon als Kind sehr gerne meine Erlebnisse aufgeschrieben habe und diese Gewohnheit weiterentwickelt habe zu freiem Journaling und auch zu einem bewussten Entwicklungs-Journaling, die du es in meinem Buch „Mach dir die Schulleitung, wie sie dir gefällt“, findest.

Beide Arten des Journalings haben ihr Berechtigung und wenn dir ein Buch mit ganz leeren Seiten etwas Angst macht, emfehle ich dir, mit dem Journaling anhand konkreter Themen und Fragen zu beginnen.

Egal ob du dir selbst Fragen überlegst, oder anhand meiner Fragen das Journaling ausprobierst, oder beides kombinierst, die 7 Impulse wirken kraftvoll.

Ich selbst führe heute immer und täglich ein Journal und ich nehme es auch überall mit hin. Es ist Teil meiner Morgen- und Abendroutine. Es lenkt durch Fragen, die ich regelmäßig ändere, meinen Fokus auf das Positive in meinem Leben und darauf, was ich erreicht habe. Darauf gehe ich bei den 7 Impulsen genauer ein. Und ich liebe Bücher, die Journaling-Fragen integrieren, weil ich durch die Beschäftigung mit den Fragen die Themen einfach so viel tiefer mit mir verbinde.

Was brauchst du für das Journaling?

Zuerst einmal brauchst du die Lust, dich selbst zu reflektieren, um dich besser kennenzulernen.

Das Journaling schafft einen Raum für den Dialog mit dir selbst.

Journaling ermöglicht dir, dich bewusster wahrzunehmen und dieses bewusstere Wahrnehmen führt dazu, dass sich die Qualität der Fragen, die du dir selbst stellst, erhöht.

Das macht dich empfänglicher für die bewusstere Wahrnehmung der Menschen um dich herum. Und das steigert die Qualität deines Führungshandelns.

Stell es dir vor, wie einen Stein, den du in einen See mit spiegelglatter Oberfläche wirfst. Der Stein ist schnell verschwunden, doch es bleiben die Kreise, die das Wasser zieht.

So wie ein Stein im Wasser, zieht das Journaling seine Kreise und verändert dein ganzes Leben

Wie bei dem Stein, geht es beim Journaling nicht um das Schreiben an sich, sondern es ist ein Anstoß für positive Gedanken und für eine bewusste Verbindung und Haltung dir selbst gegenüber.

Vielleicht hast du schon einmal einen Menschen erlebt, der sich sehr klar ausdrückte. Du hattest den Eindruck, er oder sie weiß genau, was sie will. Du warst fasziniert und begeistert von dieser Ausstrahlung, die eine natürliche Autorität beinhaltete, die dir angenehm war. Du hattest sehr schnell das Gefühl, diesem Menschen vertrauen zu können.

Diese Ausstrahlung kannst du durch das Journaling erwerben.

Für das Journaling brauchst du nicht viel. Es genügt ein schönes Notizbuch und ein Stift mit dem du gerne schreibst.

In meinem Buch „Ich mach mir die Schulleitung, wie sie mir gefällt“ endet jedes Kapitel mit Fragen, die das Thema vertiefen und persönlich zu dir in Beziehung setzen. Es sind Journal-Impulse. Du beschäftigst dich anhand dieser Fragen persönlich mit deinem Standpunkt zum Thema des jeweiligen Kapitels.

Und das ist so richtig intensiv und macht Spaß.

Um dir die Beantwortung dieser Fragen zu erleichtern, habe ich ein Entwicklungs-Journal erstellt mit über 30 Seiten, das du zum Buch dazubekommst.

Natürlich kannst du auch einfach ein Buch mit leeren Seiten nehmen, wenn dir das angenehmer ist.

Beim Journaling fokussierst du dich bewusst auf deine Gedanken und Gefühle und nimmst deine persönliche Sichtweise und dein persönliches Empfinden in den Blick. Davon ausgehend möchte ich dir folgende 7 Impulse geben:

7 Impulse warum Journaling einfach gut für dich ist:

1. Du nimmst auch die kleinen Schritte wahr

Oft setzen wir uns, gerade beruflich Ziele, doch die kleinen Schritte, die kleinen Erfolge merken wir gar nicht. Kaum ist ein Ziel erreicht, kommt das nächste dran und unbemerkt reihen sich unsere Erfolge aneinander, ohne wertgeschätzt zu werden.

Das Journaling hilft durch die regelmäßige Reflexion deines (Führungs-) Handelns, dass du Deine ERFOLGE, auch die kleinen anerkennst.

2. Du wirst achtsamer

Journaling wirkt entschleunigend und das führt dich eher in dein eigenes Tempo. Vielen Menschen an Schule geht es so, dass sie das Gefühl haben im Schweinsgalopp unterwegs zu sein. Doch das laugt uns aus und führt auch zu keinen nachhaltig guten Ergebnissen. Journaling nimmt Tempo raus und nimmt den Spruch ernst „Wer es eilig hat, soll einen Umweg gehen.“

3. Deine Lebensqualität erhöht sich

Du lernst, dir selbst gute Fragen zu stellen und gute Fragen erhöhen die komplette Qualität deines Lebens! Es stimmt, ich habe es selbst ausprobiert. Es geht weniger, um gute Antworten im Leben, es geht mehr um gute Fragen. Und wie bei allen Themen, werden wir besser, wenn wir Zeit investieren und das Schöne ist: Journaling ist so richtig schöne, ruhige und angenehme Zeit. Du bist alleine mit dir selbst. Das ist wertvoll und hat echte Qualität.

4. Du nutzt die Kraft der Dankbarkeit

Wenn du dankbar bist für die kleinen und großen Dinge in deinem Leben, für deine eigene Entwicklung und auch für den leckeren Apfel, den du gerade gegessen hast, dann shiftest du deine Enrgie vom Mangel in die Fülle.

Das wirkt nicht nur auf dich, sondern auf dein ganzes Umfeld. Es steckt sozusagen an. Probiere es aus!

Ich erlebe es jeden Tag, dass Energie ansteckt

Schulleiter*innen, die bei mir Coaching machen, sagen immer wieder am Ende unseres Treffens, dass sie mit wesentlich mehr Energie gehen, als sie gekommen sind, obwohl wir ja intensiv an ihren Themen gearbeitet haben. Ich erlebe es jeden Tag, dass Energie ansteckt.

5. Du stellst dir positive Fragen

Du kennst es sicher, genauso wie ich, du stehst vor einem Problem und denkst über eine Lösung nach und du siehst überall nur Bäume. Nähere dich deinem Problem doch mal mit Fragen und das geht im Journaling so wunderbar und besonders gut eignet sich die „5-Mal-Warum-Methode“ aus dem Design Thinking. Wenn du also das Problem kurz aufschreibst, fragst du dich immer wieder „warum“. Das lässt dich tief in das Thema einsteigen und die Lösung wird greifbar.

6. Du setzt deine kreative Energie frei

Eine Übung mag ich besonders gerne, sie kommt auch in meinem Entwicklungs-Journal vor. Es ist die Übung 5 und es geht dabei darum, dass du dir einen Timer stellen kannst, zum Beispiel über 10 Minuten und zu einem Thema, das dich gerade beschäftigst, alles in dein Journal schreiben kannst, was dir einfällt. Wichtig ist, dass du dabei richtig in den Schreib-Flow kommst und nicht aufhörst zu schreiben. Wenn du also nicht mehr weißt, was du schreiben sollst, schreibst du, ich weiß gerade nicht, was ich schreiben soll. Dann fällt dir sicher gleich ein neuer Aspekt ein. Nutze dieses kreative Tool, es macht Spaß. Und regelmäßig angewendet, wird es immer leichter damit zu erstaunlich unerwarteten Aspekten zu kommen.

7. Setze dir eine starke Intention für den Tag

Eine Intention ist eine Absichtserklärung, sie fokussiert deine Aufmerksamkeit.

Kennst du den Satz „Energy flows where your fokus goes.“ Wo der Fokus liegt, da fließt die Energie.“

Die Impulsfrage ist: „Worauf möchte ich mich heute fokussieren?“

Folgende Beispiele sollen dir als Anregung dienen, worauf du deinen Fokus ausrichten kannst:

Setze dir eine starke Intention für den Tag

Gestalte dir die Atmosphäre beim Journaling so angenehm wie möglich. Mache dir einen Tee und setze dich an deinen Lieblingsplatz. Gönne dir die Ruhe und du wirst staunen, wie sich dein Erleben intensiviert.

Und denke daran, jeden Tag bekommst du ein kleines neues Leben geschenkt. Wenn du diesen neu geschenkten Tag dafür benutzt, ihn zu deinem Lieblingstag zu machen, wirst du dein Lieblingsleben führen.

Und das Journaling kann dabei ein Unterstützungs-Edelstein sein, der deinem „Lebens-Wasser“ Tiefe und Klarheit gibt.

Ich wünsche dir ganz viel Freude dabei!

Deine Sandra

Wunder. Fliegen. Weiter.

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Die Aufgaben der Schulleitung aus meinem eigenen Blickwinkel

In diesem Blogpost möchte ich die sechs großen Aufgabengebiete umschreiben, die meiner Meinung nach eine gute Schulleitung ausmachen. Ich habe diesen, meinen eigenen Blickwinkel im November und Dezember 2020 in meinem Newsletter zum ersten Mal veröffenlicht. Mein Newsletter heißt die „montägliche Gedankenspritze“ und gibt den Abonnent*innen jeden Montag einen kraftvollen und liebevollen Schubser in die (Schul-) Woche.

  1. Die Schulleitung ist Pädagog*in
  2. Die Schulleitung ist Manager*in
  3. Die Schulleitung ist Strateg*in
  4. Die Schulleitung ist Visionär*in
  5. Die Schulleitung ist Unternehmer*in/Betriebswirt*in
  6. Die Schulleitung ist Leader*in oder führt kollektiv

Zahlreiche Abonnent*innen sind mit mir in Interaktion uund ins Gespräch gegangen und diese Anregungen sind eingeflossen in diese zweite Veröffentlichung. Ganz herzliches Danke dafür, an jede*n einzelne*n Held*innen der Schule ♥️.

Idealerweise liegt die Schulleitungsrolle nicht in der Hand nur einer Person, sondern ein Leitungsteam, oder ein Leitungskreis, der gerne aus ganz unterschiedlichen Rollen und damit auch aus unterschiedlichen Blickwinkeln auf die Schule schaut, ist günstiger. Auch wenn ich in den Fotos nur eine Person abgebildet habe, ist mir das wichtig an den Anfang zu stellen.

Wenn du diesen Text liest, interessierst du dich ja möglicherweise für die Schulleitungsaufgabe, hast sie bereits inne oder begleitest als Pädagog*in oder Vorstand Menschen, die in dieser Rolle sind. Die Fotos können einen gewissen emotionalen Zugang bieten, das wünsche ich mit jedenfalls…

Und nun geht es los, mit der Rolle der

Pädagog*in

Eine gute Schulleiter*in an einer Schule mit besonderem Konzept, ist zuallererst Pädagogin. Sie vertritt das pädagogische Konzept der Schule nach innen und außen. Denn die besondere pädagogische Ausrichtung ist ja quasi die Existenzberechtigung ihrer Schule. 
Um das zu tun, setzt sie Texte und Vorträge auf, performt inspirierende Vorträge und Reden und hält das Konzept der Schule hoch, bis ihr die Arme schmerzen. Und zwar vor Eltern, Vorständen, Pädagog*innenen, der Politik, den Schülerinnen und Schülern. Im Idealfall macht sie das natürlich nicht alleine, sondern das pädagogische Konzept ist durch die intensive Zusammenarbeit aller Gremien der Schule entstanden. 
Es ist also gut in die komplette Schule implementiert. 
Im Idealfall ist das pädagogische Team in seiner Zusammensetzung konstant und jeder einzelne hat eine klare Vorstellung davon, was es bedeutet dieses Konzept umzusetzen. Nicht nur bezogen auf die eigenen unterrichtlichen Entscheidungen, sondern auch für die gemeinschaftlichen Entscheidungen. 
Eine Schulleiter*in ist pädagogisches Vorbild (wie übrigens alle Pädaog*innen an der Schule). Dazu gehört es, dass sie aus eigener Erfahrung das Leben als Lehrer*in kennt und erfolgreich, das heißt bindungs- und beziehungsorientiert mit Kindern und Jugendlichen umgehen kann. Sie hat unter Beweis gestellt, dass sie gut ausgebildet ist, einen großen Methodenkoffer hat und diesen situativ und didaktisch hochentwickelt, auf die jeweilige Unterrichtssituation adaptieren kann. Ob sie das tut, oder ob sie freiere Unterrichtsformen bevorzugt, liegt wieder am pädagogischen Konzept ihrer Schule. Sie entwickelt sich täglich weiter und ist interessiert an pädagogischer und persönlicher Entwicklung.

Als Kind liebte ich das Kartenspiel Romme und ich hatte ein Romme-Kartenspiel mit „Liebe ist …..“-Figuren♥️ Weil ich mich daran so gerne erinnere, habe ich die Fotos in diesem Artikel „Schulleitung ist….“ genannt ♥️.

Schulleitung ist …. Pädagog*in

Und daraufhin bekam ich folgende Email, für die ich sehr dankbar bin:

Liebe Sandra,
vielen Dank für Deine letzte Gedankenspritze, mit der Du mich zu folgenden, ergänzenden Überlegungen bewegt hast.

Ich denke, dass ein*e gute*r Schulleiter*in auch weiß, dass 
– sie/er nur ein (nicht perfekter, alles könnender) Mensch ist und sein darf, 
– sie/er es nicht allein schaffen kann und muss und
– sich Leitungsverantwortung und -aufgaben mit anderen (nicht perfekten) Kolleg*innen teilen kann. 

Idealerweise ist für mich das Wirken eines Schulleitungs-Teams, das Haltung und Kompetenzen (wie von Dir beschrieben) gemeinsam einbringt, sich im Prozess der Schulentwicklung gegenseitig stärkt und Mut macht und von-/ miteinander lernt, auch nur eine Übergangsphase. Diese könnte in einer fortgeschrittenen Entwicklungsstufe dazu führen, dass eine klassiche Schulleitung überflüssig wird, weil es erfolgreich gelungen ist, alle Leitungsverantwortung und -aufgaben sowie Entscheidungsbefugnis an Mitarbeiter*innenteams abzugeben. Leitungsteammitglieder können dann selbst wieder Teil eines Teams werden oder sich eine neue Rolle z.B. in einer Unterstützungsfunktion als Berater*in suchen und sich dafür qualifizieren/weiter entwickeln. Menschen die so Schule leiten wollen, brauchen u.a. (Selbst)Sicherheit, Mut zum Loslassen, Vertrauen in die (Entwicklungs)Fähigkeit der Kolleg*innen zur Verantwortungsübernahme und Zusammenarbeit und Berater*innen/Unterstützer*innen wie Dich. Da es mich als Erwachsenenbildnerin und Sozialpädagogin auch selbst betrifft, denke ich nicht, dass jede*r in diesem Verständnis Schul(entwicklung)e (Beg)Leitende eigene Expertise/Erfahrung in herkömmlicher Unterrichtsgestaltung braucht. Im Gegenteil ist es nach meiner -wenn auch noch begrenzten-Erfahrung sehr hilfreich, auch Menschen (leitend) in einem Schulentwicklungsprojekt dabei zu haben, deren Erfahrungs-/Kompetenz-/Vorstellungshintergrund ein anderer ist. Bei uns im Leitungsteam betrifft das auch noch zwei weitere Personen. Ansonsten stimme ich Dir in allen anderen Gedanken aus vollem Herzen zu.  
Besten Dank für Deine Begleitung und Energie.“

Geschäftsführerin und Teil der Erweiterten Schulleitung einer Freien Schule

Kennst du so eine Pädagog*in oder kannst du dir selbst vorstellen, eine zu sein?

Dann komme ich zur zweiten große Aufgabe nämlich der

Manager*in

Als Schulleiter*in bist du Manager*in.
Und Management ist tatsächlich ein eigenes Studium. 
Jetzt geht es also ans Eingemachte.
Welche Aufgaben umfasst dieser Bereich?

Die Aufgaben des Managements sind 
– die Festlegung von Zielen der Organisation
– die Entwicklung einer Strategie zur Zielerreichung
– die Organisation und Koordination
– die Führung der Mitarbeiter und/oder Freiwilligen

Konkret geht es also darum, die Ziele im Blick zu haben. Festlegen, finde ich, sollte das nicht eine Person oder das Schulleitungsteam alleine, das sollte gut moderiert ein gemeinschaftlicher Prozess sein, der auf der Basis des Konzeptes steht. 
Im Alltag kann die Organisation und die Koordination gut aufgeteilt werden. Hier bin ich der Meinung, es sollten die Menschen hier verantwortlich sein, die sich zur Aufgabe gerufen fühlen. 
Ich sehe die Schulleitung tatsächlich als eine Person, die wie jede andere Ihre Stärken einbringen kann und soll und nicht alles einfach tun muss.

„Mach dir also die Schulleitung, wie sie dir gefällt“. DEINE Persönlichkeit macht den Unterschied.


Dies geht in der natürlichen Hierarchie. Im Gegensatz zur Machthierarchie ist es in der natürlcihen Hierarchie möglich und gewollt, dass die Person die Aufgabe übernimmt, die es am besten kann. Das führt zu Zufriedenheit und zu hoher Identifikation und Motivation jedes Einzelnen.
Denn haben wir nicht alle das Bedürfnis unser Beitrag leisten zu können und zwar unseren bestmöglichen? In einem gesunden und unterstützenden Umfeld ist das so. Diese natürliche Hierarchie erhöht ach die Motivation deer Menschen und pflegt die Tigend, dass sich ALLE für ALLES verantwortlich fühlen.

Das hört sich doch richtig gut an, oder?

Ich kenne auch eine repräsentative Untersuchung der AOK, die festgestellt hat, dass diese Art der Einbindung von Mitarbeiter*innen die Krankheitszeiten reduziert.

Viele Gründe, sich damit weiter zu beschäftigen, doch zurück zu:

Schulleitung ist … Manager*in

Das ist für mich der Kern des Managements. 
Interessiert dich das genauer, dann lies zum Beispiel das 13. Kapitel in meinem Buch „Mach dir die Schulleitung, die sie dir gefällt.“ Da findest du konkrete Beispiele.

Weiter geht es mit der nächsten, wirklich besonders spannenden Rolle, nämlich die der

Strateg*in

Wer mich schon länger kennt, weiß, dass mir das Thema Schulleitung besonders am Herzen liegt. War ich doch selbst acht Jahre in dieser Rolle an einer privaten Montessori-Schule, so berate ich jede Woche Schulleiter*innen im Einzel-Coaching und liebe diese Arbeit sehr.
Außerdem baue ich gerade mit viel Zeit und Engagement eine Wissens- und Erfahrungs-Plattform, eine Akademie für freie Schulen auf, die so viele Herzensthemen, wie zum Beispiel Kommunikation, Authentizität, Konflikte oder Teamentwicklung enthalten wird.

Ich brauche täglich strategische Fähigkeiten, genauso wie eine Schulleitung.

Schulleitung ist …. Strateg*in

Zur Rolle und Aufgabe der Strateg*in habe ich einen eigenen Blogpost geschrieben.


Inspiriert zu diesem Blogpost hat mich ein Gespräch mit Anna, das ich mittlerweile vor zwei Monaten führte. Anna ist Schulgründerin und Vorständin, einer Schule, die das zweite Jahr besteht. Sie hat Anfang dieses Schuljahres nun endlich eine Pädagogin gefunden, die als Klassenlehrerin und als Schulleiterin an ihrer freien Schule bereit ist, zu arbeiten. Paulina hat bisher noch keine Erfahrung an einer freien Schule, hat aber eine sehr gute Art mit den Kindern, so erläutert Anna das bei unserem Gespräch. Wie an vielen freien Schulen hat Paulina den Leitungstitel nur pro forma, da die Entscheidungen gemeinsam im Team getroffen werden sollen. Doch leider läuft das Miteinander nicht so richtig rund…. Lies hier weiter.

Und schön, dass du wieder hier bist und bereit für die vierte Rolle der Schulleitung?

Welche ich meine?

Die der

Visionär*in

„Die Zukunft von Schule ist heute“ , lese ich immer wieder. 
Und ich denke, damit ist gemeint, dass Schule sich heute verändern muss, damit die Kinder morgen klar kommen mit der veränderten Lebenswelt. 

Ja, nachvollziehbar. 

Die visionären Aufgaben der Schulleiter*in oder auch aller Menschen an der Schule,  beziehen sich jedoch tatsächlich auf die Zukunft. 
Es geht um ganz konkrete Management-Fragen: 
„Wie ist unsere Schule in zehn Jahren aufgestellt?“ 
„Wie entwickeln sich unsere Schülerzahlen, brauchen wir mehr Räume?“ 
„Bauen wir die Sekundarstufe weiter aus, was würde das bedeuten?“ 
„Wollen wir überhaupt wachsen, oder bewusst nicht?“
Diese Fragen sind natürlich nur Beispiele.
Dann folgen die Überlegungen, welche Maßnahmen dann heute bereits erfolgen müssen, um das Ziel in zehn Jahren zu erreichen. 
Die internen und externen Partner sollten natürlich frühstmöglich einbezogen werden und zusammen erstellt man einen Projektplan. 
Voila! Klingt eigentlich ganz einfach!

Und super ist es natürlich im Vorfeld solcher doch sehr weitreichender Entscheidungen über den Tellerrand zu schauen und  Gespräche zu führen mit Menschen, die den eigenen nächsten Schritt schon gegangen sind und zu schauen was und warum in anderen Schulen funktioniert. Auch externe Beratung ist hierfür sehr wichtig. 

Schulleitung ist … Visionär*in

Von der Vision zum Geld, das ist ein gewagter Sprung, zu dem mir nicht wirklich ein guter Übergang einfällt.

Die Vision fiel mir als Schulleiterin sehr leicht. Ich bin sehr strukturiert und mir fällt es leicht Ziele zu formulieren und an diesen auch festzuhalteen.

Wogegen ich mich hingegen recht lange wehrte war, mich mit der finanziellen Planung zu beschäftigen und diese als genauso wichtig zu betrachten. Das lag mir als Pädagogin ja ach nicht so nah, doch es war tatsächlich ein richtiger innerer Widerstand da.

Heute ist mir die Wichtigkeit dre Finanzen klar. Kann man doch zum Beispiel mittel- und langfristig durch die konsequente finanzielle Fördeerung bestimmter Weiterbildungen das pädagogische Konzept qualitativ fest verankern.

Was mein Schlüsselmoment war? Es waren wohl eher viele Schlüsselmomente, die in mir diese Überzeugung reifen ließ. Als ich die Mittelstufe neu aufbaute verschafften wir ihr durch gezielte Materialanschaffungen und Weiterbildungen einen solchen Entwicklungsbooster, dass mein pädagogisches Herz so kräftig schlug, dass ich die Fiananzen ab diesem Moment liebevoller beachtete.

Also, die fünfte Rolle, ist die der

Unternehmer*in/Betriebswirt*in

Viele Punkte, die ich hier erwähne, gelten im Grundsatz für alle Schulen, egal wie groß sie sind.

Natürlich verändern sich aber die Dimensionen mit der Schulgröße sehr stark und gerade bezogen auf die Wirtschaftlichkeit, bzw. auf die

– Budgetberechnungen

– Budgetentscheidungen

– Budget-Acquise

– Personal und Mittel steuern

– Risiken einschätzen

Und deshalb bin ich der Meinung, dass gerade dieses Thema „Budgetverantwortung“ von dem Menschen übernommen werden sollte, der es aus vollem Herzen annehmen und ausfüllen kann und will.

Schulleitung ist … Unternehmer*in/Betriebswirt*in

Wie gesagt, ich liebe mittlerweile die Zahlen. Sie sind klar und unbestechlich 😜.

Und man kann mit dem Budget einfach so herrlich die Pädagogik unterstützen. Und wenn du das liest und merkst bei euch reicht es immer hinten und vorne nicht, dann ermutige ich dazu, zu verstehen, dass Deutschland das Land der Stiftungen ist und das Geld nur einen Antrag entfernt auf euch wartet. Gerne schreibe mir eine Email, denn ich habe eine Liste über Fördermöglichkeiten, die ich gerne zur Verfügung stelle.

Aber jetzt zum sechsten und letzten Punkt. Der

Leader*in oder warum kollektive Führung?

Nach meiner Auffassung, sind wir alle Leader, weil wir uns selbst führen. 
Und das ist gar nicht immer so einfach, finde ich, oder?

Was genau meine ich mit Selbstführung? Wir sind dafür verantwortlich, für uns selbst so gut Entscheidungen zu treffen, dass wir ein möglichst glückliches und zufriedenes Leben führen, ohne dass andere Menschen darunter leiden oder Nachteile durch uns haben.

Dazu braucht es hohe Selbstkompetenz und eine gut verankerte Selbstverantwortung.

Die Tragweite unserer Entscheidungen zu überblicken gehört natürlich ebenfalls dazu.

Außerdem sind wir verantwortlich für unsere Beziehungen mit anderen Menschen und besonders für unsere Beziehungen zu den Kindern und Jugendlichen, die wir begleiten.

Schulleitung ist … Führungskraft

Eine Schulleiter*in, eine Person im Vorstand oder auch eine Pädagog*in führt darüber hinaus andere Menschen.

Und es sollte, nach meiner Meinung immer das Ziel sein, gerade für eine freie Schule, die nach einem reformpädagogischen Konzept arbeitet, kollektiv zu führen. 
Was heißt das?
Dieser integrale Ansatz berücksichtigt das Innen und das Außen, das Individuelle und das Kollektive und setzt auf die integrale Theorie von Ken Wilber auf, die als Spiral Dynamics bekannt ist. 

AQAL-Modell von Ken Wilber


Folgende Fragen sind zentral:
– Wie können wir Strukturen aufbauen, die Innovation, Authentizität, Emergenz und kollektive Intelligenz fördern?
– Wie können wir unsere Organisation so gestalten, dass wir natürlich führen, also so, dass der jeweils geeignetste Mensch die Aufgabe übernimmt?
– Wie geben wir uns klare werteorientierte Arbeitsprinzipien?
– Wie finden wir einen gehbaren Weg zwischen Strukturen und lebendiger Kultur?
– Wie kann jeder sein authentisches Ich leben und wir auch ein starkes Wir im Team besetzen?

Ich erlebe immer wieder Schulen, die sich diese Fragen sehr ernsthaft stellen und zu guten Lösungen kommen. Ja, um ihre eigene Lösung richtiggehend ringen.

Auch kenne ich Schulen und das ist leider der Großteil, die glauben, sich für ein Seite entscheiden zu müssen: Für die, eine oder zwei Personen als Führung zu haben, oder für die Seite, dass sich alle verantwortlich fühlen und kollektiv geführt wird.

Es gibt aber so viel mehr! 
Damit ihr mich richtig versteht:
Es geht mir nicht darum, Strukturen zu vernachlässigen. 
Die klaren Entscheidungs- und Zuständigkeitsstrukturen sind die Basis. 
Ohne sie geht nichts. 
Vergesst das bitte nicht. 
Auch die Kommunikationsstruktur klar festzulegen, ist grundlegend (…).

Doch dann geht es darum, dass Menschen die Prinzipien der freien Pädagogik an unsere nachwachsende Generation weitergeben können, wenn sie selbst mit möglichst viel Eigenverantwortung ihrer Arbeit nachgehen.

Und dass die Arbeit, das Tätigkeitsfeld, das mit so viel Herzblut einhergeht zum Menschen passt und nicht der menssch funktionieren muss, um der Arbeit gewachsen zu sein.

Ja, das ist meine eehrliche Meinung und ich finde gern emit euch gemeinsam Wege, wie eure Schule ein kleines Stück mehr zu einem Entwicklungsraum der Potenziale von den Kindern, Jugndlichen und Erwachsenen an eurr Schule wird.

Denn das ist die Basis für eine wirklich menschengeerechte Pädagogik.

Nicht mehr und nicht weniger!

Deine Sandra Schumacher

Und denk daran: Wunder. Fliegen- Weiter.

Und ich danke dir von Herzen, dass du bis zum Ende gelesen hast.

Melde dich gerne, wenn du spürst, dass du das gern tun würdest und vielleicht sogar tun solltest.

Wir finden zusammen heraus, was ein guter nächster Entwicklungsschritt für dich und/oder deine Einrichtung, dein Herzensprojekt sein könnte.

Online, Online, Online, eine Übung, die mir persönlich sehr hilft

Ich telefoniere mit meiner Freundin Marie.

Sie in Berlin, ich hier in Erlangen.

Es ist der 7. April 2020 und am Ende des Gesprächs sage ich: „Ich merke gerade, wenn ich so nebenbei in meinem Kalender blättere, dass mir richtig schlecht wird, wenn ich an die zahlreichen Online-Workshops, Vorbereitungscalls, Telefonate und Zoom-Treffen in der nächsten Woche denken. Ich arbeite gerne online, doch wenn es zu viele Stunden sind, fällt es mir schwerer uund schwerer.

Die Energie verlässt mich, schon beim Gedanken daran. Die Woche fühlt sichrichtig belastet an, das sollte sie nicht.“

Marie sagt: „Waaaaas, so kenne ich dich ja gar nicht?“ Nach einr kurzen Stille höre ich, wie sie tief Luft holt und sagt: „Dann bist du jetzt reif für eine Übung, die ich liebe.“

Mein Interesse ist geweckt und so lerne ich im April 2020 diese Übung „Schwellenmoment“ kennen.

Marie erklärt: „Du achtest bei jedem Treffen darauf, dass du gedanklich nur bei diesem Treffen bist. Du denkst nicht an das Treffen davor und auch nicht an das oder die Treffen, die noch kommen werden.

Du bist ganz im Moment.

Am Ende des Treffens, wenn du auflegst, oder den digitalen Raum schließt, also kurz nach der Verabschiedung, stellst du dir vor, dass du den Raum des Treffens verlässt. Als würdest du tatsächlich einen Raum verlassen.“

„Können wir statt einer Türschelle, eine Schatzkiste nehmen? Das spricht mich mehr an.“, melde ich mich zu Wort. „Klar, das machen wir gleich“, sagt Marie. „Also, du schließt den Deckel einer großen Schatzkiste. „Stopp“, sagte ich zu Marie. Ich muss mir diesen Deckel und diese Kiste mal genau vorstellen.“ Marie stöhnt etwas, denn ihr kleiner Sohn ruft bereits zum dritten Mal „Mama“ im Hintergrund. Aber ich bin nicht zu bremsen, wenn meine Fantasie angeregt ist, gibt es kein Halten: „Die Kiste ist richtig groß, steht auf einem staubigen, komplett leeren Dachboden und mitten im Raum. Sie ist aus unbehandeltem Eichenholz. Der Deckel ist ebenfalls staubig. Wenn ich ihn langsam schließe, knarzt das Scharnier und der Staub tanzt im Sonnenlicht um die Kiste herum. Meine Hand, die den Deckel berührt ist auch schon ganz staubig, ich habe das Bedürfnis sie zu waschen.“

„Stopp“, sagt Marie. „Lass mich die Übung zu Ende erklären und halte deine Fantasie mal kurz im Zaum, ich muss gleich Essen machen.“ Ich stöhne innerlich, denn das hat gerade angefangen richtig Spaß zu machen, doch natürlich will ich unbedingt erfahren, wie die Übung weitergeht. Marie spricht zum Glück gleich weiter, etwas schneller als vorher und auch etwas lauter, denn ihr quengelnder Sohn im Hintergrund ist auch lauter geworden: „Also der Deckel symbolisiert das Ende des Treffens und du machst ja zwischen den Treffen immer eine Pause und da bleibt der Deckel zu. Bevor das nächste Treffen beginnt, öffnest du gedanklich wieder deine Kiste und schaust rein, was drin ist.“ „In unserer Kiste ist gerade etwas zu wenig Zeit und etwas zu viel Kinderlärm“, sage ich. Marie ignoriert meine Bemerkung und spricht weiter: „Ich merke, du hast das Prinzip verstanden, oder?“ Und ohne eine Antwort abzuwarten, ergänzt sie: „Und wie ich dich kenne, hast du schon längst zwei bis drei Varianten, Erweiterungen oder Ergänzungen zu dieser Übung ersonnen, während du mir zugehört hast.“ Auch darauf möchte sie keine Antwort und sie sieht durchs Telefon nicht, dass ich in mich hinein lächle. Könnte sein, dass sie mich ganz schön gut kennt…

Diese Übung, die für mich ab der ersten Sekunde nur „die Schatzkisten-Übung“ heißt, begleitet mich nun seit April dieses verrückten Jahres 2020. Ich habe an ihr festgehalten und sie in meinen Online-Alltag integriert, als fester Baustein meiner Selbstfürsorge. Sie ermöglicht mir das bewusste Wahrnehmen der Gegenwart. Ich bin achtsam, im Moment.

Und sie ist auch einfach ein Überlebens-Tool, um durch Tage mit mehreren Online-Treffen gut durchzukommen. Was meine ich mit gut durchkommen? Damit meine ich, dass ich die Treffen präsent erlebe und ich das Zusammentreffen mit anderen Menschen, den Austausch, die Gespräche und die Kokreationen genieße.

Der Satz, den ich am Telefon zu meiner Freundin Marie sagte „Schon beim Gedanken daran fühlt es sich schwr an.“, war sehr ernst gemeint.

Und ich habe sie auch tatsächlich für mich erweitert. Ich male nämlich zum Beispiel zur Erinnerung in meinen Kalender neben die Online-Treffen immer eine kleine Schatzkiste und schreibe auf, was ich für das Treffen noch an Vorbereitung brauche. Und nach dem Treffen auch das Debriefing, also die Reflexion.

Dieses Symbol male ich in meinen Kalender

Vielleicht möchtest du sie auch einmal ausprobieren, denn wenn wir Offline arbeiten, haben wir Wege zurückzulegen.

Wir fahren Fahrrad oder Bus, wir laufen oder sitzen im Auto.

Diese Zwischenzeiten helfen uns, um umzuschalten von der Familie, zum Job, von der einen Rolle zur nächsten, von einer Herausforderung zur nächsten.

Außerdem sind die Lebensbereiche getrennt voneinander. Die Arbeit findet vorwiegend an einem anderen Ort statt, als dass Familienleben und die persönliche Zeit, dass Essen und das Schlafen.

Ich persönlich merke, wie wichtig es für mich ist, gerade wenn ich viele Stunden am Tag in Online-Treffen bin, bewusst diese Zwischenzeiten zu gestalten.

Und ich möchte meine Lieblingsübung hier als Teil meines Jahresrückblicks 2020 an dich weitergeben. Weil sie für mich so hilfreich ist, denn sie steht für mich für so viel und es sind meine ganz persönlichen Erkenntnisse, die ich hier teilen möchte.

Also ja, ich berate schon seit 2019 Online und am Telefon. Da sich meine Beratung für Schulen und mein Schulleitungs-Coaching auf ganz Deutschland erstreckt, ist das einfach praktisch und notwendig.

Doch seit März 2020 setze ich auch die Trainings- und Workshopformate online um und so bin ich viel weniger unterwegs und sitze viel mehr vor dem Laptop.

Diese Schatzkisten-Übung steht für mich für:

  • Ich kann mit einem veränderten Alltag klar kommen, wenn ich bereit bin, mir das Gesamtbild anzuschauen und an so einigen Schrauben zu drehen, damit wieder alles zusammenpasst und ich gesund bleibe, meinen Spaß und meine Motivation erhalte und genug Erholungszeiten habe.
  • Meine innere Haltung ist entscheidend, wenn es darum geht, mein (Arbeits-) Leben flexibel und bewusst, mit möglichst viel Eigenständigkeit zu gestalten: Ich sage innerlich „Ja“ zu jedem neuen Tag und bin gespannt, was er mir an neuen Erfahrungen und spannenden Begegnungen bringen wird. Ich öffne mich dem persönlichen Wachstum, der persönlichen Entwicklung, indem ich sie freudig begrüße. Auch wenn ich mir eigentlich mein Jahr anders vorgestellt habe.
  • Schon eine kleine Verändeerung kann eine große, eine entscheidende Wirkung haben.

Im April habe ich also Online-Formate entwickelt und durchgeführt. Das hat mir großen Spaß gemacht und dazu geführt, dass ich mich mittlerweile als Expertin für aktivierende Online-Treffen sehen kann. Ja, das ist mir das Wichtigste: Online-Treffen zu gestalten, die aktivieren und uns in Beziehung miteinander bringen.

Online-Formate, die uns in Verbindung miteinander bringen und im Februar beginnt ein ganz besonderer Workshop zum Thema Friedensbildung und Bildung für nachhaltige Entwicklung , den ich gemeinsam mit Anka Krätzig mache. Sei dabei, das wird ettwas ganz Besonderes…

Ich habe ein gutes Bewusstsein ausgebildet, was Gruppen brauchen, damit ein Online-Treffen aktivierend wirkt, tragfähige Beziehungen aufgebaut werden und die Teilnehmer*innen sich möglichst gut auf das Thema und die gemeinsame Zeit einstellen können, gelingt. Faszinierend finde ich immer wieder wie gut es belingt, online in Kontakt miteinander zu kommen. Es öffnen sich nach meiner Erfahrung auch Menschen, die sich kaum kennen füreinander und das sehe ich als eine große Chance an, unseren nächsten Schritt der gesellschaftlichen ransformatiion zu gehen, hin zu qualitativ hochwertiger Verbindung untereinander.

Besonders freue ich mich darüber, dass ich dieses Wissen nun nach und nach auch weitergebe.

Ohne dass ich das wirklich zu meinem Ziel erklärt habe, hat sich rumgesprochen, dass meine Beratung fundiert ist, wenn es um Online-Treffen geht und ich bekomme regelmäßig Anfragen, wie man ein Online-Treffen gestalten kann. Wenn du hier auch eine schnelle und persönliche Beratung möchtst, melde dich gerne hier.

So hat sich, wie gesagt ungeplant erfüllt, dass sich hier ein neuer Weg auftut, auf den ich selbst gar nicht gekommen wäre. Wie schön!

Und hätte ich das vorher gedacht? Auf keinen Fall…

Das Leben hat mich überrascht, wieder einmal.

Und in 2021 gehe ich noch einen Schritt weiter und baue eine komplette Online-Akademie auf, die einen reichhaltigen Wissens- und Erfahrungsschatz enthalten wird.

Und die außerdem eine Keimzelle sein wird, in der sich Menschen verbinden.

Meine Online-Akademie richtet sich an Schulgründer*innen, Schulleiter*innen, Vorständen, eben allen Menschen in und um (freier) Schule. Auch an Eltern und Lernbegleiter*innen und an Schüler*innen. Wirklich an alle.

Es wird ein Mitgliederbereich sein, denn ich habe mich viel ausgetauscht und der geschützte Rahmen eines inneren Kreises ist vielen Menschen sehr wichtig.

Ich freue mich auf 2021 und sage „JA“ zu einem neuen Jahr mit Überraschungen und Begegnungen, mit Menschen, die mein Leben so bereichern, dass ich vor Dankbarkeit platzen könnte!!!!

Und wenn du Lust hast: An jedem zweiten Montag im Monat gibt es neu von mir ein kostenloses Webinar zu den verschiedensten Themen. Melde dich einmal mit deinem Namen an, dann ist es nur noch ein Klick beim zweiten Mal und ich schicke dir eine Email mit dem Zoom-Link. Ganz einfach.

Im Januar geht es um „Kinder und Erwachsene“ an freier Schule.

Im Februar spreche ich über das Thema „Gemeinsam“ und wir tauschen uns aus dazu.

Und im März habe ich das Thema „Ordnung schaffen“ für uns gewählt.

Ich freue mich drauf und bleib aufmerksam, es wird noch viel passieren, damit du es erfährst komm zu meinem Newsletter-Tribe dazu.

Herzlich,

Deine Sandra

Eine Schule ohne Strategie, ist wie eine Nussschale auf einem Ozean, oder was die Vision der GLS-Bank mit Klarheit an freier Schule zu tun hat

Selten höre ich in reformpädagogischen Schulen das Wort Strategie.

Was ist das überhaupt?

Inspiriert zu diesem Blogpost hat mich ein Gespräch mit Anna, das ich letzte Woche führte. Anna ist Schulgründerin und Vorständin, einer Schule, die das zweite Jahr besteht. Sie hat Anfang dieses Schuljahres nun endlich eine Pädagogin gefunden, die als Klassenlehrerin und als Schulleiterin an ihrer freien Schule bereit ist zu arbeiten. Paulina hat bisher noch keine Erfahrung an einer freien Schule, hat aber eine sehr gute Art mit den Kindern, so erläutert Anna das bei unserem Gespräch. Wie an vielen freien Schulen hat Paulina den Leitungstitel nur pro forma, da die Entscheidungen gemeinsam im Team getroffen werden sollen. Doch leider läuft das Miteinander nicht so richtig rund.

Seit einigen Wochen fällt auf, dass Paulina immer wieder Verhaltensweisen gegenüber Eltern zeigt, die die Eltern bevormunden und von oben- nach- unten behandeln. Nicht nur Anna, sondern auch andere Mitarbeiter*innen an der Schule sind irritiert und die ersten Stimmen wurden bereits laut, die verlangen, dass die Lernbegleiterin, die ja auch als Schulleiterin eingesetzt ist, die Schule verlassen muss, da sie nicht in die Kultur des Miteinanders passt.

Die Kultur des Miteinanders steht im Genehmigungskonzept, als gleichwürdig und respektvoll, es gab aber bisher keinn Prozess, das Genehmigungskonzept mit den nun an der Schule arbeitenden Menschen zu implementieren.

Die Vorständin suchte das Gespräch mit Paulina und fand klare Worte, dass sie eine konkrete Verhaltensänderung in Richtung eines gleichwürdigen und respektvollen Umgangs mit den Eltern erwartet. Verständlicherweise. Doch ist dieses Vorgehen zielführend, erfolgsversprechend und respektiert es die Gesprächspartnerin in dem Maße, das sich die Vorständin ja so sehr wünscht?

Generell möchte ich anmerken, dass Verhaltensänderungen langsam und in kleinen Schritten erfolgen, da unser Gehirn gerne Energie spart und unser Verhalten automatisiert. Eine Verhaltensänderung braucht jedoch viel Reflexion und Bewusstheit und ist ein richtiggehender Energiefresser.

Das nur am Rande, um zu verdeutlichen, dass ein einziges Gespräch wahrscheinlich nicht ausreicht. Ich würde tatsächlich einen Teamentwicklungsprozess vorschlagen und den vorliegenden Konflikt als Anstoß nehmen, die gemeinsame Kultur partizipativ zu entwickeln.

Könntee es in Zukunft für diese Schule ressourcenorientierter sein, bereits beim Bewerbungsverfahren auf die generelle Grundhaltung zu achten. Sicher, doch auch dafür braucht es eine Grundlage und die legt der besagte Teamentwicklungsprozess. Nur eine Vereinbarung, die von allen an der Schule aktiv sich einbringenden Menschen getragen und gelebt wird, ist eine nachhaltig aktive Vereinbarung.

Zurück zur Schulleiterin aus meinem Beispiel. Was könnten nun erste, wirkungsvolle Schritte sein, hin zu einer Lösung des bestehenden Konflikts und hin zu einer Klarheit bezogen auf das Verhalten der Erwachsenen an der Schule?

Folgende Fragen könnte sich die Vorständin stellen:

Warum zeigt Paulina das respektlose Verhalten?

– Merkt sie es selbst vielleicht gar nicht und hat hier einen blinden Fleck? Dann wird das Gespräch möglicherweise sehr schnell zum Erfolg führen, denn die klaren Worte der Vorständin erhellen den blinden Fleck und die Verhaltensänderung kann sofort aktiv werden.

– Hat die Schulleiterin keine Lust respektvoll zu sein, sieht sie es zum Beispiel nicht ein, weil ihr Rollenbild einer Pädagogin beinhaltet, dass sie es besser weiß, als die Eltern? Das würde bedeuten, dass tatsächlich bei der Einstellung etwas übersehen wurde, oder sogar ein Fehler gemacht wurde. Dann müsste eine Mindset-Änderung erfolgen, der erste Schritt wäre dafür, dass die Schulleiterin diese Änderung auch vollziehen will.

– Agiert sie im Stress so oder dann wenn sie unter Zeitdruck steht, wenn ihr alles zu viel wird? Das ist keine Entschuldigung, aber man hätte in diesem Falle einen sehr klaren und recht einfachen Ansatzpunkt für ein Gespräch, nämlich zu klären welche Stresspunkte gerade vorliegen und wie damit umgegangen werden könnte. („Was brauchst du, damit du das Verhalten nicht mehr zeigen musst?“)

Egal welcher der drei Gründe vorliegt, in jedem Fall liegt die Vermutung nahe, dass in der besagten Schule die Strategie (bestehend aus sieben Elementen, die ich weiter unten darstelle), noch nicht klar herausgearbeitet ist.

Warum die Beschäftigung mit der eigenen Strategie für jede Schule (nicht nur für die in meinem Eingangsbeispiel), entscheidend ist und welche ersten konkreten Schritte sinnvoll, ja sogar absolut essentiell sind, darüber schreibe ich im Folgenden:

Was ist die Strategie und wofür ist sie bei einer Schule essentiell

Eine Strategie ist ein genauer Plan, der dazu führt, dass man Ziele erreicht.

Jetzt hat eine reformpädagogische Schule ein besonderes Konzept, als Voraussetzung für die Genehmigung.

Dieses Konzept ist meist mindestens 30 Seiten lang und enthält viele Ziele.

Ziele, die noch keine konkreten Umsetzungsvorbilder haben, Ziele, die noch keine konkreten Entscheidungsrichtlinien bieten für den Alltag.

Zurück zum Bild der Nussschale:

Kein Wunder, dass die Menschen an der Schule schwimmen, wenn folgende Fragen nicht konkret beantwortet sind:

7 wichtige Elemente beim Aufbau einer Strategie

1. Was ist unsere Vision? Ohne Vision gibt es nämlich keine Strategie.

Das sogenannte „Vision Statement“ ist einer der zentralen Bestandteile einer guten Strategie. Dabei sollte man klar langfristig denken. Wohin soll die Reise der Schule hingehen, wo soll diese in 3, 5 oder mehr Jahren stehen?

Speziell hier sollte man darauf achten wirklich seinen eigenen Kern und seine eigenen Ziele herauszuarbeiten und sich damit über mehrere Stunden und Tage zu beschäftigen. Diese Vision ist dann die Grundlage für alle weiteren Schritte.

Ein gutes Beispiel ist die Vision der GLS-Bank:

Wir wollen das Geldsystem verändern, damit Geld für die Menschen da ist, nicht umgekehrt.

Die Vision der GLS Bank

Wenn eine Schule ihre Vision festlegt, dann ist das dann sehr kraftvoll, wenn die Vision im täglichen Miteinander aktiv ist und allen Menschen an der Schule, ob neu oder alt, bekannt und präsent ist.

Es ist also entscheidend die Vision zum Leben zu erwecken und als Richtschnur und Grundlage zu benutzen.

Dann wirkt sie wie ein Magnet, der ausrichtend, klärend und verbindend wirkt.

Eine richtig starke Sache!

Das führt mich zum zweiten Punkt einer starken Strategie:

2. Die Mission – Klarstellen wer man ist

Im Gegensatz zu der Vision, die die Zukunft beschreibt, ist die Mission die Beschreibung was man als Schule darstellt.

Die Mission geht darauf ein, was einen einzigartig macht und worum man die Welt bereichert.

Etwas unternehmerischer ausgedrückt, könnte man auch sagen, die Mission beschreibt, womit man die Kunden glücklich macht. Dabei kann man sich jetzt überlegen, ob die Eltern oder die Kinder oder beide als Kunden betrachten möchte, die im optimalen Falle das Gleiche oder ähnliches wollen. Im nicht so optimalen Fall wollen die Eltern vielleicht etwas anderes als die Schule und das Kind/ der Jugendliche hat wiederum seinen eigenen Blickwinkel. Dann hilft die Klärung der Mission enorm, um das Vorgehen festzulegen.

Vielleicht spricht dich das Bild der Eltern/Kinder als Kunden nicht an und du möchtest für deine Schule dieses Verhältnis für dich anders beschreiben.

Kein Problem, doch lass es uns einfach halten: Ich finde das Bild einer Gemeinschaft, in der alle Ähnliches wollen, aber unterschiedliche Aufgaben und Rollen haben, sehr passend.

Das ist natürlich kein Selbstläufer, sondern dafür muss immer wieder etwas getan werden und klärende Konflikte, können die Richtschnur sein, um zu sehen, wo dieses sehr hohe Ziel noch nicht erreicht wurde.

Implizit ist in der Mission auch enthalten, wofür die Schule nicht steht, was sie nicht anbietet. Das halte ich persönlich für mindestens genauso wichtig. Oft ist es sinnvoll, auch bezogen auf die Nicht- Mission für Klarheit zu sorgen. Im Bereich Schule kann es sonst sehr leicht passieren, dass die Erwachsenen ein Bild von Schule haben oder entwickeln, das nicht mit der Mission übereinstimmt und stärker herauskommt, wenn Zeitmangel oder Stress am Wirken sind. Das liegt wahrscheinlich daran, dass wir alle sooo vielen Stunden an Regelschulen verbracht haben und unbewusst das wieder austeilen, was wir dort selbst eingesteckt haben. Vor allem, wenn wir unter Stress und Zeitdruck stehen und uns die Zeit nicht nehmen, zu reflektieren.

Ich empfehle in diesem Fall möglichst zeitnah die Diskepanz zur Mission anzusprechen. Das geht zum Beispiel gut mit den Worten „Mich iritiert….“ oder „Ich beobachte XY, das haben wir nach meiner Meinung anders vereinbart, nämlich so und so.“

Die positiv formulierte Mission wirkt stark klärend, reicht aber meiner Meinung nach noch nicht aus.

Ergänzend braucht es einen Prozess, der zum Ziel hat in eine gemeinsame Grundhaltung zu kommen. Dieser sollte die Mission ergänzen.

Ein gutes Beispiel für ein Mission- Statement ist das des Drogeriemarktes dm:

So wie ich mit meinen Mitarbeitern umgehe, so gehen sie mit den Kunden um– diese einfache und doch essentielle Erkenntnis liegt der Arbeitsgemeinschaft dm zugrunde.

Grundsätzlich ist es möglich die Vision und die Mission gemeinsam zu beschreiben und zu bearbeiten. Dabei sollte man aber klar abgrenzen, dass man beschreibt wo man jetzt ist, was man jetzt darstellt und was man alles unternimmt um sich in Zukunft auf seine Vision hinzubewegen.

3. Die Werte einer Schule

Indem man sich mit seinen Grundwerten beschäftigt, kann man auch schnell abgrenzen, was man für Werte als Schule/Unternehmen vertritt und welche man meidet. Dies ist auch fast wie eine Anleitung, wie man arbeitet um die eigenen Ziele zu erreichen.

Folgende Werte vertritt zum Beispiel mein Yoga-Studio:

– Glaube: Wir glauben an Yoga.

– Selbstironie: Das beste Mittel gegen ein starkes Egoproblem, ist über sich selbst lachen zu können.

– Gleichheit: Alle sind gleich und somit werden alle Teilnehmer vor, während und nach der Einheit gleichwertig betrachtet und respektvoll behandelt.

– Das einfache Sein: Yogis sind Menschen. Wir streben nach keiner Perfektion, die uns suggeriert wird, sondern wir sind stets bemüht das einfache Sein zu verkörpern und zu vermitteln

– Mut: Auch wenn „alles und alle“ dagegen spricht und sprechen, stellen wir uns die Frage: „Habe ich den Mut meinem Herzen zu folgen?“

……

Das als konkretes Beispiele für Unternehmens-Werte. Ja, aus einem anderen Bereich, vielleicht inspirieren sie euch dennoch für eure eigenen Werte. Ich finde Werte, die griffig und auch etwas eigenwillig (wie in meinem Beispiel) formuliert sind, sehr cool, da sie im Kopf bleiben. Oft wirken Werte austauschbar und damit wenig hilfreich.

Aus gut beschriebenen Werten lassen sich bereits erste Handlungsgrundsätze ableiten. Das macht die Werte greifbar und konkret.

4. SWOT Analyse

Ein wichtiger Teil der Strategie ist die Analyse. Um zu zu wissen wo man steht und was die eigenen Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken sind. Genau das ist die Aufgabe der SWOT Analyse. Damit werden systematisch die vier SWOT-Bereiche beleucht: Stärken, Schwächen, Chancen und Gefahren. Am besten funktioniert das mit möglichst vielen Mitgliedern der Schule, damit man eventuelle nicht so offensichtliche Schwachstellen oder Stärken besser erfassen kann. Es kann aber auch sinnvoll sein, mit einer gut gemischten Kerngruppe zu arbeiten, die dann das Erarbeitete der Gesamt-Gemeinschaft vorstellt und sie um Feedback und Ergänzung bittet.

Strengths – Hier beschreibt man die eigenen Stärken. Bspw. wo man besser ist als die Konkurrenz, welche Vorteile man hat etc. Das könnte bei einer freien Schule zum Beispiel die Selbständigkeit und die Potenzialentwicklung aller Menschen an der Schule sein.
Weaknesses – Hier führt man auf welche Schwächen es in der Firma gibt. Bspw. Nachteile, Probleme, Stolpersteine etc.oder wo wollen/können wir uns noch verbessern: Das könnte zum Beispiel die durchgängige Qualität der Weiterqualifizierung der Erwachsenen ander Schule sein.
Opportunities – Welche möglichen Chancen gibt es am Markt und wo gibt es Möglichkeiten sich zu entwickeln. Warum nicht Ausschau nach Kooperationspartnern halten, die ähnliche Werte vertreten und das eigene Angebot bereichern können?
Threats – Welche Gefahren können am Markt entstehen und worauf sollte man aufpassen. Was könnte hier in einer freien Schule wichtig sein zu beachten? Vielleicht verlassen immer mal wieder Familien die Schule, die sich etwas anderes von der Schule versprochen hatten und nun unzufrieden sind und im Umfeld der Schule diese Unzufriedenheit kundtun. Nicht nur sachlich, sondern sie nennen die Arbeit der Schule unprofessionell. Wie kann hier Schadensbegrenzung erfolgen?

Eine fundierte SWOT-Analyse ist unverzichtbare Basis im Strategieprozess.

5. Langfristige Ziele

Nachdem sich eine Schule intensiv mit der Vision, der eigenen Mission sowie seiner SWOT Analyse beschäftigt hat, sollte man sich auch Ziele setzen. In diesem Dokument versucht man in 3-5 Statements zu beschreiben wie man die eigene Vision konkret erreichen will. Dabei formuliert man die Pläne kurz aus, damit diese nachvollziehbar werden. Dieser Schritt hilft auch realistisch zu betrachten, in wieweit die Vision realistisch oder unrealistisch ist.

6. Ziele für jedes Jahr setzen

Anhand der langfristig gesetzten Ziele vom Punkt 5 empfiehlt es sich diese auf jährliche Basis runtrzubrechen.

Was müssen wir dieses Jahr erreichen, um unsere langfristigen Ziele zu erreichen? Was ist der gewollte Fortschritt dieses Jahr? Nur durch dieses Vorgehen kann man sicherstellen, dass die Schulentwicklung vorangeht, sich niemand überfordert und alle wissen, wo gerade die Prioritäten und Schwerpunkte liegen.

Diese Ziele kann man nach dem SMART Prinzip erstellen.

Specific – Einfache, klar definierte und relevante Ziele
Measurable – Ziele müssen messbar und vergleichbar sein
Achievable – Erreichbare Ziele setzen
Realistic – Ziele müssen realistisch und umsetzbar sein
Time-based – Die Ziele müssen klare Start-End-Punkte haben oder zeitlich abgrenzbar sein.

Schulen, die dies versäumen sind leicht zu erkennen.

Bei ihnen ist meist

  • keine klare Ausrichtung zu erkennen
  • der Teller übervoll und alle Menschen haben gefühlt die Zunge auf dem Boden, weil alle Aufgaben gleich wichtig erscheinen
  • kein Hand-in-Hand-Arbeiten spürbar

Ziele zu formulieren klingt banal und logisch. Es zu machen unterscheidet Schulen, die erfolgreich sind in der Umsetzung ihres Konzepts von denen, die davon ein bisschen und hiervon ein wenig machen. Das zweite Vorgehen führt dann dazu, dass ein schlingernder, unsicherer Kurs entsteht. Man tut und macht, kommt aber nicht so richtig vorwärts. Oft zeigt sich dieses Vorgehen in iner hohen Fluktuation der Mitarbeiter*innen: Es kommen hoch motivierte Menschen an die Schule, die richtig Lust haben etwas zu bewirken und die das Schulkonzept begeistert. Nach wenigen Monaten erscheinen sie müde und ausgebrannt. Sie erleben sich als wenig selbstwirksam und kündigen, um an eine Schuule zu wechseln, die strukturell kalr aufgestellt ist.

7. Aktionsplan erstellen

Das finale Herunterbrechen der Planung ist dann mit dem Aktionsplan, in dem konkretesten Level. Hier definiert man klare Tätigkeiten für die einzelnen Ziele im Jahr. Diese müssen je nach Komplexität der jährlichen Ziele auch dementsprechend detailliert erklärt werden. Speziell der Aktionsplan sollte auch für jeden leicht nachvollziehbar sein, damit Mitarbeiter*innen eine detailiierte Übersicht über die wichtigsten Aufgaben haben.

Das macht richtig Freude und begeistert. Am Jahresende kann man dann sehen, welche Ziele erreicht wurden und sich neue setzen oder noch nicht erreichte Ziele weiter verfolgen.

Das Wirken an der Schule wird wie ein Bild in einen schönen und passenden Rahmen gesetzt. Dieser schränkt die Kreativität nicht ein, sondern ermöglicht sie vielmehr.

Zusammenfassend möchte ich festhalten:

Es braucht gerade in einer freien Schule strategisches Denken.

Denn: Wer besondere Ziele hat, braucht auch einen konkreten Plan, um diese umzusetzen. Was meine ich mit besonderen Zielen? Damit meine ich, dass die Ziele einer freien Schule, egal nach welchem reformpädagogischen Konzept sie arbeitet, hohe Ziele sind, die wertebasiert sind, eine gute Kommunikationsfähigkeit brauchen und dann funktionieren, wenn alle an der Schule an einem Strang ziehen. Schnell wird die Kommunikation und die Richtung der Zusammenarbeit unklar, mühsam und uneindeutig. Das zu verhindern gelingt durch die Beschäftigung mit der Strategie.

Den Erfolg der Umsetzung des Genehmigungskonzeptes kann man doch nicht dem Zufall überlassen.

Das wäre fatal, oder?

Oft werde ich gefragt, wann es denn Sinn macht, sich mit der eigenen Startegie auseinanderzusetzen.

Denn am Anfang, wenn noch wenige Menschen involviert sind, kann man ja Vieles auf Zuruf klären. Es lohnt sich bereits in dieser Phase eine Strategie aufzusetzen, um den Punkt nicht zu verpassen, wenn die Zahl der Beteiligten einen bestimmten Punkt überschreitet. Dieser Punkt hängt nicht unbedingt nur von Anzahl der Menschen ab, sondern von vielen anderen Aspekten, wie der Kommunikation, der Wertgleichheit und wie viel Zeit man sich nimmt Prozesse gemeinsam aufzusetzen.

Zurück zu Anna und Pauline. Egal ob sich die beiden dazu entscheiden weiter zusammenzuarbeiten, oder nicht. Es lohnt sich für diese junge Schule den Konflikt zum Ablass zu nehmen und bewusst und grundsätzlich in den Strategieprozess einzusteigen.

Dabei wäre es sehr wünschenswert, wenn die Person, die die Schulleitung übernommen hat (egal ob nur formal oder tatsächlich) vom Strategieprozess überzeugt wäre und hinter ihm stünde. Sollten Anna und Paulina hier ein gemeinsames Ziel sehen, dann lohnt es sich meiner Meinung nach auf jeden Fall, der Zusammenarbeit noch eine Chance zu geben und auszuloten, was die gleichwürdige und respektvolle Zusammenarbeit der erwachsenen Menschen an dieser jungen Schule tatsächlich bedeutet. Im Moment und in Zukunft, für die Menschen, die die Gegenwart der Schule gestalten und für die, die ihre Zukunft füllen werden.

Damit eine sinnstiftende Klarheit entsteht, die die Zusammenarbeit und das Wirken an der Schule mit einem leichten Gefühl koppelt. Damit der Rahmen sich sicher anfühlt, auch wenn man neu ankommt, als Lernbegleiter:in oder als Eltern oder als Kind.

Dafür lohnt es sich, die sieben Aspekte dieses Blogposts zu berücksichtigen.

Danke fürs Lesen!

Deine Sandra

Wunder. Fliegen. Weiter.

Wenn die Arbeit in der Schule mühsam wird, kann die Lösung ganz leicht sein, wenn man sie erkennt…

Hanna ist ehrenamtliche Vorständin in einer kleinen freien Montessori-Schule. Sie ist seit einem Jahr im Vorstand und liebt die Vision der Schule des Selbstbestimmten Lernens. Deshalb möchte sie sich engagieren. Hanna findet die Vorstandsarbeit einfach toll, denn sie lernt so viel über Strukturen und Prozesse, über Gremienarbeit und Kommunikation. Am Liebsten mag sie es, dass die Energie bei den Vorstandstreffen so hoch ist. Sie spürt richtig, wie die gemeinsamen Werte den Vorstand verbinden. Die gemeinsame Vision gute Schule der Potenzialenntfaltung zu machen verbindet die Vorstandsmitglieder miteinander.

Zwei von Hannas drei Kinder besuchen die freie Schule, das kleinste Kind besucht das Kinderhaus.

Regelmäßig trifft sich der Vorstand auch mit dem pädagogischen Team. Zum Austausch, zur Strategieplanung und um die Wirkungsmessung des Schulkonzeptes zu besprechen, die schon seit dem zweiten Jahr des Schulbetriebs in Kooperation mit einer externen Beratung fest zur Jahresplanung gehört.

Die Treffen mit den Pädagog*innen fühlen sich so ganz anders an, als die Treffen innerhalb des Vorstands.

Sie sind anstrengender, irgendwie ist immer etwas schwierig und allein schon einen gemeinsamen Termin zu finden dauert so lange, dass Hanna sich fragt, woran das eigentlich liegt.

Wollen die Pädagog*innen überhaupt mit dem Vorstand sprechen? Dieser Gedanke schleicht sich in Hannas Gedanken ein. Aber das wäre ja seltsam, denn es geht doch nur gemeinsam und schließlich ist der Vorstand ja auch der Arbeitgeber und hat alleine schon dadurch eine ganz wichtige Rolle in der Schule.

Eines Nachmittags blättert Hanna in der schön gestalteten Broschüre der Schule, die das Konzept für interessierte Pädagog*innen und Familien kurz zusammenfasst. Die neue Überarbeitung ist noch ganz druckfrisch und Hannas Augen bleiben an den folgenden Sätzen hängen:

Es gibt zwei grundlegende Wege, das Leben zu leben, entweder aus dem Gefühl von Angst und Mangel oder aus dem Vertrauen und der Fülle. Wir entscheiden uns für die Fülle und das Vertrauen.

Wir leben eine positive Gestaltungskultur und sorgen für unsere Bedürfnisse. Aus dieser Fülle der erfüllten Bedürfnisse heraus, gestalten wir eine blühende Gemeinschaft.

Die Eigenverantwortung jedes Einzelnen ist für uns zentral. Durch transparente und lösungsorientierte Kommunikation schaffen wir einen konstruktiven Lösungs- und Möglichkeitenraum.“

Auszug aus deem Schulkonzept

Hanna denkt an die Sätze, die die Pädagog*innen beim letzten gemeinsamen Treffen gesagt haben.

  • „… es ist alles so viel, wir sind erschöpft, wir fühlen uns den Anforderungen nicht gewachsen und der Krankenstand ist hoch.“
  • „…. jetzt müssen wir auch noch die beiden neuen Kolleginnen einarbeiten, seit wir unsere Strukturen verändert haben, wissen wir doch selbst nicht mehr richtig, wie wir was machen.“
  • „… die anstehende Projektwoche stellt uns organisatorisch vor große Herausforderungen, wir würden sie am liebsten absagen. Es ist alles zu viel!“

Was ist da los, denkt sie sich.

Da ist keine Fülle zu spüren.

Die Bedürfnisse der Pädagog*innen scheinen deutlich im Mangel zu sein.

Alles fühlt sich schwer für sie an.

Diese toxische Energie ist deutlich spürbar und passt so gar nicht zu den inspirierenden Worten im Konzept. Sie weiß selbst aus ihrem beruflichen Kontext, denn sie arbeitet bei einer großen Versicherung, dass dieser Zustand zu Erschöpfung, Krankheit und mittelfristig sogar zu Burnout führen kann. Sie kennt diese Situation aus der Presse bezogen auf Lehrer an der Regelschule. Doch auch an ihrer freien Schule, die ihr so am Herzen liegt, hat diese Negativspirale wohl die Pädagogen befallen. Oder was könnte sonst los sein? Was ist denn jetzt zu tun?

Hanna ruft die erste Vorständin an und erzählt ihr von ihrer Beobachtung. Der Vorstand setzt sich zusammen und überlegt, wie sie den Pädagog*innen helfen könnten. Ein Gespräch mit der Schulleiterin ist im ersten Schritt naheliegend, denn deren Einschätzung ist an dieser Stelle sehr sehr wertvoll und wichtig für den Vorstand. Gesagt, getan, man sitzt zusammen am Tisch und es gibt verschiedene und richtig leckere Bio-Schokoladen, um dem doch etwas schweren Gesprächsthema etwas mehr Leichtigkeit zu geben, beziehungsweise es etwas zu versüßen.

Manche Gespräche brauchen eine Versüßung.

Die Schulleiterin hat einen Kollegen aus dem erweiterten Schulleitungsteam mitgebracht und Hanna und die erste Vorständin machen das Gesprächs-Kleeblatt vollständig.

Da ich als Beraterin die Schule schon länger begleite, haben Vorstand und Schulleitung mich zu dem Gespräch dazu gebeten. Ich liebe die weiße Schokolade mit Kardamom besonders und freue mich auf den Austausch und darüber der Situation möglicherweise auf den Grund gehen zu können:

Auch die beiden leitenden Pädagogen haben bemerkt, dass das pädagogische Team und mittlerweile auch sie selbst, sehr gefordert, in Teilen auch überfordert sind.

„Wann hat das begonnen?“, fragt Hanna interessiert nach.

Laura, die Schulleiterin, denkt nach und kaut dabei auf einem Stück Ingwerschokolade. Sie sagt: „Ich denke, letztes Schuljahr, als wir die Mittagesbetreuung geschlossen haben und den Ganztagsbetrieb erweitert. Das ging so schnell, die Umsetzung hat das Team stark gefordert und wir haben auch unsere sonstigen Beteiligungsprozesse abgekürzt. Das hätten wir sonst zeitlich gar nicht geschafft.

Da wird Gisela, die erste Vorständin, sofort hellhörig. Sie lässt ihre Atemluft entweichen und schaut mich an. Das Geräusch hallt nach und die drei anderen Personen im Raum und ich, schauen Gisela voller gespannter Erwartung an. Sie sagt an mich gerichtet: „Sandra, kann es sein, dass wir es hier mit Widerstand zu tun haben?“

Wie interessant. Es hat etwas mit der Strukturentwicklung der Schule zu tun. Natürlich, das ist logisch. Ich hole Luft und erläutere:

Gekürzte Beteiligungsprozesse können Widerstand erzeugen.

Widerstand ist ein Anzeichen dafür, dass wichtige Bedürfnisse von Mitarbeitenden nicht beachtet und gesehen werden, wir könnten also sagen: Widerstand ist eine wichtige Informationsquelle. Sie ist eine besondere Sprache, die uns vermitteln will, dass da noch einmal nachgeprüft und nachjustiert werden muss. So können wir Widerstand sogar nutzen.

Mit Widerstand wollen uns Mitarbeitende etwas Wichtiges mitteilen. Wir könnten nun also auch behaupten: Widerstand ist eine ganz besondere und äußert wichtige Form der Kooperation. Widerstand eröffnet das Gespräch und bietet einen Lernanlass für alle Beteiligte.

Es gibt 5 Botschaften, die mit dem Widerstand verbunden sein können und oft ist der Widerstand den Mitarbeitern gar nicht so wirklich bewusst. Wie bei der Schule von der ich gerade erzähle. Dann wirkt er sogar stärker und direkter. Alle 5 Botschaften können auch kombiniert vorkommen. Der Verdacht, dass die Mitarbeiter*innen noch nicht in der neuen Situation so richtig angekommen sind, sondern sich im Widerstand befinden, klang in Verbindung damit, dass dass Phänomen des Überfordertsein mit der Strukturveränderung begann, sehr naheliegend.

Doch was ist Widerstand und wie entsteht er?

5 Botschaften des Widerstands

Die erste Botschaft ist Angst

Eine Botschaft, die durch Widerstand ausgedrückt wird, ist „Ich habe Angst.“ Mitarbeitende können uns durch Widerstand mitteilen, dass sie sich ängstigen, der neuen Situation nicht gewachsen zu sein oder einen Verlust zu erleiden.

In Veränderungsprozessen entstehen nicht selten neue Aufgaben, neue Rollen und Strukturen. Möglicherweise verliert der Mitarbeitende etwas durch die Veränderung.

In der Organisationsforschung wird beispielsweise beschrieben, dass Veränderungen einen Risikofaktor für Organisationen darstellen. Kein Wunder also, dass Ängste entstehen. Wir können also davon ausgehen, dass Angst so gut wie immer eine Rolle spielt.

Die zweite Botschaft ist Unzureichende Informationen

Diese Botschaft sagt „Ich verstehe es nicht.“ Widerstand kann darauf hinweisen, dass der anstehende Prozess noch nicht verstanden wurde. Vielleicht fehlen Informationen, es bestehen Uneindeutigkeiten oder dem Mitarbeitenden ist der Kosten-Nutzen-Faktor nicht klar.

Die dritte Botschaft ist Überforderung

Widerstand kann auch bedeuten „Ich schaffe es so nicht.“ Und diese Botschaft verweist darauf, dass die Belastung oder Beanspruchung zu hoch ist. Dass also Überforderung entsteht, weil es zum Beispiel nicht genügend Kapazitäten gibt, um die geplanten Veränderungen zu erproben und umzusetzen.

Die vierte Botschaft ist Kompetenzen

Die Botschaft kann aber auch sein: „Ich kann es nicht. Ich weiß nicht wie.“ Widerstand kann damit ausdrücken, dass noch Kompetenzen fehlen. Dass noch Fortbildungen, Erfahrungen oder Expertisen für den Veränderungsprozess benötigt werden. 

Die fünfte und letzte Botschaft ist Tempo

Und als letzter Punkt: Widerstand kann auch sagen: „Das geht mir zu schnell“ oder „Das geht mir zu langsam“. Denn nichts ist schwieriger, als die unterschiedlichen Tempi von Menschen, Strukturen und Prozessen in Organisationen in Einklang zu bringen. Widerstand kann uns ganz einfach zeigen, dass hier ein Tempo-Unterschied besteht. Und ja, ganz häufig ist es so, dass Veränderungen schneller geplant werden, als sie überhaupt umgesetzt und gelebt werden können.

In unserem Beispiel stellte sich heraus, dass ALLE Widerstands-Botschaften betroffen waren. Einigen Kolleg*innen ging es zu schnell, andere bekamen durch die Veränderung Angst , wieder andere hätten mehr Informationen gebraucht und fühlten sich nicht kompetent, um mit der Veränderung umzugehen und andere fühlten sich einfach überfordert. Die Botschaften waren gesendet worden, aber wurden nicht ernsthaft berücksichtigt und so war die Energielosigkeit, der hohe Krankheitsstand und das Gefühl „Es ist mir alles zu viel“, zu erklären.

Man kann es sich so vorstellen, als würde man einen Wagen ziehen, indem die Bremse festgestellt ist. Man braucht für alles so viel mehr Kraft, denn die Räder drehen sich nur ganz schwer.

Eine Methode zum Umgang mit Widerstand

All die Botschaften weisen auf Bedürfnisse der Mitarbeitenden hin. Auf das Bedürfnis nach Information, um Unklarheiten zu beseitigen. Auf das Bedürfnis nach mehr Kapazitäten, nach Verlangsamung oder nach Ausbau der Kompetenzen, um Veränderungen möglich zu machen. Den Menschen mit seinen Bedürfnissen in den Mittelpunkt zu stellen und von dort aus Veränderungensprozesse zu denken. Nun ist es wichtig den ganzen Menschen in der Organisation zu sehen. Seine Bedürfnisse ernst zu nehmen und Partizipation zu schaffen.

Wann immer die Möglichkeit für mich in der Rolle als Team- und Organisationsentwicklerin besteht, nehme ich diese emotionale Komponente in die Prozesse mit hinein. Und so lässt sich beispielsweise dabei vorgehen:

Anhand von 5 Fragen gelingt es mir, die Bedürfnisse der Mitarbeitenden ganz bewusst zu berücksichtigen. Es wird damit bereits präventiv über die Botschaften gesprochen, die sich sonst – ohne Berücksichtigung – im Nachgang durch Widerstand zeigen würden. Oder wie in unserem Beisspiel tatsächlich gezeigt haben.

Folgende Fragen nutze ich dabei:

  • Was ist mir noch unklar?
  • Welche Kapazitäten brauche ich?
  • Was brauche ich noch, um es schaffen zu können?
  • Welche Schritte in der Planung sind mir zu schnell?
  • Welche Angst spüre ich in mir? 

Die Fragen beziehen sich damit direkt auf die Bedürfnisse nach Kapazität, nach (Handlungs-)Sicherheit, nach Information und Klarheit, nach bestehender Selbstwirksamkeit durch das Vorhandensein der nötigen Kompetenzen und nach einem angemessenen Tempo. 

In der beschriebenen Schule war zwar die Strukturentwicklung schon einige Monate her, doch wir machen das Thema bei einem gemeinsamen Teamtag noch einmal auf und ich stellte als Beraterin die 5 Fragen.

Auch im Nachhinein gelang es die Widerstands-Botschaften aufzulösen. In einem einzigen Gespräch holten wir nach, was durch die fehlende Zeit bei der Strukturveränderung auf der Strecke geblieben war.

Das pädagogische Team bestätigte dann auch, dass die Arbeit wieder leichter wurde. Sie hatten nicht mehr das Gefühl, einen Stein den Berg hinausfzurollen. Es löste sich der innere Widerstand und das machte einen riesigen Unterschied.

Wie schön, oder?

Es lohnt sich so sehr, genau hinzuschauen und im Zweifel auch noch einmal einige Schritte zurückzugehen.

Und was sich auch lohnt, ist als Schulgemeinschaft in den verschiedenen Funktionen konstruktiv und professionell zusammenzuarbeiten.

Was wäre geschehen, hätte die Vorständin Hanna, nicht gemerkt, dass das pädagogische Team in so einer schlechten Energie ist? Hätte das Team es selbst bemerkt, oder die Schulleitung? Vielleicht und super war, dass alle Hanna zugehört haben und sie mit ihren Gedanken ernst genommen wurde.

Für mich als Beraterin ist es ein richtiger Glücksmoment, wenn Wissen um Prozesse wie in diesem Beispiel zu einer Korrektur führen.

Beobachtest du in deinem Team, dass es schwer ist, dass die Zeit ständig fehlt, dass wichtige Dinge auf der Strecke bleiben?

Möchtest du, dass wir einmal gemeinsam schauen, was bei euch möglicherweise der darunterliegende Grund ist?

Oder hast du ein Thema in deiner Einrichtung, was dich beschäftigt, das dir in Kopf kam, beim Lesen meines Textes?

Dann gehen wir es zusammen an. Melde dich gerne bei mir, ich begleite Schulen deutschlandweit.

Schulen, die Wert legen auf Qualität und auf eine positive Entwicklungskultur.

Schulen, die den Dingen auf den Grund gehen möchten und denen es wichtig ist, ihr Konzept konsequent umzusetzen.

Tritt mit mir in Verbindung. Egal was dein Thema ist. Gemeinsam lösen wir es.

Ich freue ich mich darauf von Dir zu hören.

Der Weg beginnt mit dem ersten Schritt.

Herzlich,

Deine Sandra

Wunder. Fliegen. Weiter.