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Teamsitzungen als Schulleitung vorbereiten – drei Fehler, die du niemals tun darfst!

Eine Schulleiterin plant die Teamsitzung

Ich habe als Schulleiterin sehr viele Teamsitzungen vorbereitet und habe dadurch selbst schmerzlich drei Fehler gemacht, vor denen ich dich in diesem Text unbedingt warnen möchte.

Fehler sind unsere Helfer, ja das stimmt, aber diese Fehler kannst du dir ersparen, denn die habe ich gemacht. Du musst sie also nicht wiederholen.

Jetzt geht es los:

Formalien sind uncool

Mein erster Fehler war, dass ich mir über die Formalien einer Teamsitzung keine Gedanken gemacht habe.

Ich habe mich richtig gut vorbereitet und dachte, dass wäre das wichtigste.

Tatsächlich war es dann so, dass ich in meinen ersten Teamsitzungen so abgelenkt war, dass ich meine gute Vorbereitung gar nicht wirklich umsetzen konnte.

Mir gingen folgende Gedanken durch den Kopf: „Mist, jetzt schreibt keiner Protokoll, das muss ich noch anleiern.“ oder „Ist eigentlich Klara Hase da, ich sehe sie gar nicht, wie kann das sein?“

Mit diesen Gedanken lenkte ich mich selbst vom Inhalt ab und störte den Fluss der Teamsitzung.

Also jetzt kommt mein wertvoller Tipp an dich, achte auf die Formalien.

Führe mindestens drei Grundformalien ein: Protokoll, Anwesenheitsliste, Ablauf.

Fokus auf die Inhalte

Dann können du und dein Team sich auf die Inhalte fokussieren. Das hilft enorm.

Du kannst die Formalien auch deligieren, damit dein Kopf freier ist.

Die Teamsitzung – voll bis zum Überquellen

Mein zweiter Fehler war, dass ich alles was mir wichtig war reingepackt habe, in die Teamsitzung. Ich wollte die Zeit der Kolleg*innen eben gut nutzen.

Das war aber keine gute Idee, denn die Kolleg*innen kommen aus dem Unterricht, sind müde und haben eine aktivierende und motivierende Teamsitzung verdient.

Eine achtsame Schulleitung achtet auf motivierende Teamsitzungen

Sie brauchen auch tatsächlich eine aktivierende und motivierende, um dich als achtsame Schulleitung wahrzunehmen.

Wie kann dir das gelingen?

Strukturiere die Teamsitzungen klar und nachvollziehbar. Visualisiere die Struktur und führe Ablaufpunkte ein, die immer gleich sind. Ritualisiere also den Ablauf und sorge damit für Sicherheit.

Ergänze die ritualisierten Punkte durch neue, spannende.

Ohne Feedback fehlt dir was

Nicht sofort nach Feedback zu fragen, war mein dritter Fehler. Ich gab wirklich mein Bestes, mein Allerbestes, um gute Teamsitzungen vorzubereiten.

Immer wieder war ich danach fix und fertig und hatte das Gefühl es den Kolleg*innen nicht recht machen zu können.

Da kam ich auf die Idee, eine Kolleg*in vor der Teamsitzung zu bitten, mir doch im direkten Anschluss Feedback zu geben, was gut und was nicht so gut gelaufen war.

Die kritischste Stimme gibt Feedback

Ich wählte dafür meine kritischste Stimme aus.

Die Kollegin, die immer wieder sehr kritische Anmerkungen während der Teamsitzung gemacht hatte. Und was soll ich sagen. Ab diesem Moment lief es viel, viel besser. Die Kollegin nahm ihre Aufgabe sehr ernst und gab mir fundiertes Feedback nach der Sitzung. Kein einziges Mal kritisierte sie mich sehr während der Sitzung. Die Teamsitzungen verliefen für mich ab diesem Moment deutlich entspannter und wesentlich angenehmer.

Ein Feedback unter vier Augen ist eben viel angenehmer und konstruktiver für alle.

Schreibe mir gerne von deinen Erfahrungen mit deinen Teamsitzungen.

Gerne reflektiere ich sie mit dir. Viel Freude bei der Umsetzung meiner Tipps.

Sandra Schumacher

Wunder- Fliegen- Weiter.

Schulentwicklung: Schule – ein lebendiges Wesen

Ich benutze gerne Metaphern, um komplexe Zusammenhänge durch Bilder klarer zu bekommen.
Heute möchte ich Schule mit einem Baum vergleichen.

Bäume spenden uns Ruhe und Sauerstoff.

Auch Schule sollte den Kindern und Jugendlichen und den Pädagoginnen und Pädagogen und den Familien insgesamt Ruhe zum wachsen, zur Entwicklung und die gute Luft zum Leben spenden.

Bäume sind der Inbegriff des Lebens und der Veränderung.

Je nach Jahreszeit sieht ein Baum komplett anders aus.

Er steht fest, immer an seinem Platz, er symbolisiert Beständigkeit und Standfestigkeit, Halt und Sicherheit und dennoch verändert er sich je nach Jahreszeit und je nachdem auf welche Umweltbedingungen er trifft. Die gleiche Baumart kann an verschiedenen Standorten ganz unterschiedlich gut gedeihen und damit auch sehr unterschiedlich aussehen.
Das hast du sicher schon einmal gesehen, der prächtige Baum mit unzähligen Blättern stark und gerade gewachsen. Mit wenigen, aber großen und formschönen Früchten oder der Baum am Waldrand, vom Wind schief geweht. Mit wenigen Blättern, dafür schief in sich, behauptet er sich neben seinen geraden Artgenossen, die ihm den Raum nehmen.
Ich finde Bäume schön, die auf ihre eigene Art und Weise gewachsen sind. Unser Weihnachtsbaum ist immer ein wenig schief und damit auch besonders. Das gefällt mir und finde ich eher bereichernd, als störend.

Schule als ein Booster-Wachstumsort

Was sind die guten Bedingungen für Schule, die sie gut gedeihen und wachsen lassen. Mit festen Wurzeln im Boden, einem stabilen dicken Stamm, vielen Ästen, saftig grünen Blättern, schönen schmackhaften Früchten und einer Krone, die einen herrlichen Abschluss eines wunderbaren Lebewesens bildet?

Eine Schule, die die Basis für ein selbstbestimmtes Leben für die nachwachsende Generation legt.

In Verantwortung für den Einzelnen, für die Gemeinschaft und für die Umwelt?

Die Baummetapher

Wenn Schule ein Baum ist, dann sind die Wurzeln das Leitbild und die Werte.

Die Erde ist das pädagogische Konzept.

Der Stamm, der alles zusammenhält ist das „Wir“- das Miteinander, die Gemeinschaft.

Die Äste, weit verzweigt, sind die Bindungen und Beziehungen aller miteinander. Diese Beziehungen zeigen sich im Klassenrat, Schülerrat, Schulrat, Leitungsteam, Pädagogenteam, in allen Gremien der Zusammenarbeit und in der Kommunikation.

Die Blätter sind die pädagogische Umsetzung. Zum Beispiel das freie Lernen, die Altersmischung, die Projektarbeit, das Forschen und die Darbietungen und Referate.

Die Früchte sind die „Highlights“, die Dinge auf die wir alle stolz sind und wo wir merken: Ja, hier wächst etwas Gutes heran, hier findet Entwicklung statt.

Die Baumkrone schließlich ist die friedliche Gesellschaft, die sich bildet, wenn die Kinder und Jugendlichen stark und selbstbestimmt aufwachsen, im Einklang mit sich und ihren Stärken.
Satt und genährt. Und die Baumkrone bildet sich auch aus den Erwachsenen, die mit der Schule in Verbindung stehen.

So kann Schule ein richtiger Booster-Wachstumsort sein.

Nicht alle Schulen sind stattliche, gleichmäßig gewachsene Bäume

Man sieht Schulen, die als Baum nicht gleichmäßig gewachsen sind, die einen dicken Stamm, aber verkümmerte Wurzeln haben, oder deren Früchte die Äste bis auf den Boden hängen lassen und deren Stamm diese Früchte gar nicht tragen kann. Warum ist das so?

Auf die Nachhaltigkeit und das gute Fundament kommt es an.

Ja ein lebendiges Wesen braucht so einiges, um gut zu gedeihen und in der Komplexität der Schule alles im Blick zu halten und die Organisationsentwicklung gut zu begleiten gelingt den wenigsten.

Woran zeigt sich konkret die unausbalancierte, planlose Entwicklung?

Spürbar ist es zum Beispiel am hohen Krankenstand der Pädagogen, am überdurchschnittlich hohen Personalwechsel. Immer wieder verlassen Familien aus Unzufriedenheit die Schule, auch mitten im Schuljahr. Die Schulleitung ist überarbeitet, hat zu viel zu tun. Die Pädagogen stöhnen über Überforderung und die Schulentwicklung staut sich.
So brennen motivierte idealistische Pädagogen aus. Das muss aber nicht sein! Und das soll auch nicht sein!

In vielen Schulen ist einiges gut entwickelt, die wenigstens sind in allen Entwicklungsbereichen richtig gut aufgestellt.

Die Investition von Zeit in die nachhaltige Entwicklung der Schule ist vielfach richtig eingesetzt.

Jede Zeiteinheit, die in die gute Fundierung der Schule investiert wird, lohnt sich auf lange Sicht vielfach. Wenn ein Teamtag dafür genutzt wird, ein Leitbild zu erarbeiten, sind die Wurzeln des Baumes sicher verankert. Wenn dieses Leitbild schriftlich fixiert wird, in der Schule aufgehängt wird, jedem neuen Mitarbeiter und auch den neuen Eltern gegeben wird und immer wieder darüber gesprochen wird, dann hat die Schule richtig gute Wurzeln, die auch bei Wind und Wetter, bei Konflikten und in Krisen sehr gut dasteht, weil sie vorbereitet ist.
Wenn die Werte klar sind und man sich auf einer gemeinsamen Grundlage bewegt, wächst das gegenseitige Verständnis und bei Neueinstellungen können gezielt Erwartungen formuliert werden.

Das macht im Alltag einen riesigen Unterschied.

Wenn Pädagogen und Leitung einen vollen Werkzeugkasten pädagogischen Wissens und pädagogischer Tools zur Verfügung haben, der gemeinsam immer wieder aktualisiert und erweitert wird, dann entsteht eine gemeinsame Ebene der Professionalisierung, Motivation und Leichtigkeit. Das Arbeiten wird klarer und ruhiger.
Wenn es einen Kommunikationsleitfaden gibt, der genau festlegt, wie, wer mit wem worüber spricht, dann erreicht man Klarheit, Synergien und nimmt auch kommunikativ schwächere Pädagogen (ja, die gibt es :)) an die Hand und schützt sie vor Überforderung.
Wenn die Struktur der Teamsitzungen, der Vor- und Nachbereitung gut geregelt ist, dann werden Besprechungen zu Motivationskicks.
Wenn die Aufgaben und Verantwortungen klar geregelt sind, bliebt genug Kraft übrig, um aktuelle Themen zu erledigen, um auf überraschendes entsprechend zu reagieren.

Selbstbewusst und klar wird der Stamm, das „Wir“ gestaltet und gelebt.

Neue Menschen sind leicht einzufügen und zahlreiche bunte Blätter wachsen am Baum. Denn diese brauchen die Grundlage des gemeinsamen Verständnisses, damit eine gute Entscheidungsgrundlage da ist, welche Blätter immer da sind und welche zusätzlich dazukommen dürfen.

Bäume machen komplizierte Dinge. Sie wandeln Kohlendioxid in Sauerstoff um und dafür brauchen wir sie dringend. Sie sind also wichtig für uns.
Auch Schule ist sehr wichtig für uns. Nach der Familie, die die Keimzelle der Gesellschaft ist und die wichtige Grundlage für das Lernen legt, schafft sie im Anschluss an den Kindergarten für viele Jahre ein Umfeld für das Kind und dann für den Jugendlichen, indem wachsen, sich verändern, dazulernen und sich als Persönlichkeit zeigen eine runde Ergänzung findet durch die Gemeinschaft.

Die Kinder und Jugendlichen fühlen sich als Teil einer Gemeinschaft, die sich wahrnimmt, die sich gegenseitig unterstützt und die ein Geben und Nehmen ist.

Auch die Pädagogen sind Teil dieser Gemeinschaft. Man fühlt sich miteinander wohl. Jeder ist wie er ist, wird in seiner Individualität akzeptiert und die Gemeinschaft gibt Halt, Heimat, den Ort eben, wo man hingehört.

Und die Eltern gehören natürlich ebenfalls dazu, zu diesem Wachstumsort, denn Elternschaft bedeutet Persönlichkeits-Wachstum und Familie findet in der Schule Ergänzung, Unterstützung und Gemeinschaft.

Beziehungsorientiert und in gegenseitiger Wertschätzung.

Dabei sollte Schule immer wieder überlegen, wie der Boden zusammengesetzt werden sollte, damit jeder einzelne Mensch an der Schule sich authentisch in seiner Einzigartigkeit zeigen kann.

Schule sollte ein Booster-Wachstumsort sein.

Für die Kinder und Jugendlichen und genauso für die Pädagogen und Eltern.
Und so einen Ort ist zu gestalten, kann so richtig Spaß machen.
Bindungsorientierte Pädagogik, freies Lernen, klare Mitbestimmungs- und Gestaltungsräume für ALLE und eine altersentsprechende, inklusive, jahrgangsgemischte Pädagogik mit kompetenzorientierten, individualisierten Feedbackformaten.
Das könnte ein passender Rahmen sein.
Damit Schule die Basis legen kann für ein selbstbestimmtes Leben.

Ist das nicht eine richtig tolle Vision, in die es sich lohnt zu investieren?
Ich finde ja.

Sandra Schumacher
Wunder. Fliegen. Weiter.

Echte Montessori-Freiarbeit, so funktioniert sie

Im Zimmer der jahrgangsgemischten Lerngruppe (1-4) von der ich heute erzählen will, herrscht konzentrierte Ruhe. 22 Kinder arbeiten am Boden, auf dem großen roten runden Teppich in der Raummitte, auf einer Bank am Fenster und an Tischen.

Wie beschreibt man diese besondere Atmosphäre? Wie fängt man die energiegeladene Konzentration ein?

Ich versuche es mal durch die genaue Beschreibung:

Ganz vertieft und konzentriert sind die Kinder bei der Arbeit mit verschiedenen Materialien an unterschiedlichen Themen und vielfältigen Aufgaben.
Zwei kleine Jungs rechnen mit blauen, grünen und roten Perlen und schreiben ihre Lösungen mit Farbstiften der gleichen Farbe auf.
Drei verschieden alte Mädchen sitzen an einem Tisch: Abwechselnd liest ein Mädchen einen Satz von einer Karte ab und die anderen beiden antworten. Es geht um den Lebensraum von Steppentieren.
Eine gemischte Gruppe Mädchen und Jungs verschiedenen Alters ist gerade mit geometrischen Körpern in den Nebenraum gegangen: Durch die Glastüre sehe ich, dass sie die blauen Holzkörper sortieren und sich dabei angeregt diskutierend unterhalten.
Drei Kinder sitzen für sich alleine. Zwei schreiben einen Text ab. Ein Kind hält Notizblätter in der Hand, auf denen Text und bunte Bilder zu sehen sind und murmelt frei sprechend vor sich hin. Es übt einen Vortrag, den es am Ende der Freiarbeit vor einer großen Kindergruppe halten wird.
Eine Lernbegleiterin sitzt mit sechs Kindern an einem Tisch im hinteren Raumdrittel. Sie gießt verschiedenfarbiges Wasser in große und kleine Glasgefäße. Eine Waage, ein Thermometer, eine große Schale mit Eiswürfel und ein Wasserkocher stehen bereit und es geht wohl um die Dichte des Wassers.

Eine weitere Lernbegleiterin sitzt am Teppich neben zwei Jungen, die Modelle mit verschiedenen Gesteinsformen befühlen.
Es klappert und brummt. Es murmelt und tönt. Es blättert und plätschert.

Sieht so eine typische Freiarbeitssequenz aus? Ja! Und es fasziniert mich, wie entspannt und gleichzeitig konzentriert die Atmosphäre im Raum ist. Wie viel das Auge entdecken kann und wie strukturiert dennoch das Gesamtszenario wirkt. Fast mühelos scheint diese Konzentration entstanden zu sein und das Zusammenspiel der verschiedenen Aktivitäten nebeneinander, scheint ergänzt durch ein übergreifendes, ineinander verzahntes Miteinander.

Der runde Teppich, der in Montessori-Schulen in jedem Zimmer zu finden ist, ist wohl das Erkennungsmerkmal dieser Reformpädagogik und auch das reichhaltige Arbeitsmaterial, das in den zahlreichen Regalen an drei Wänden des Raumes zu finden ist, fällt auf. Es ist vorwiegend aus unbehandeltem Holz und wirkt sehr klar, strukturiert und ansprechend auf den Betrachter.

Insgesamt strahlt der Raum eine gemütliche Atmosphäre aus. Strukturiert und reichhaltig. Man merkt, dass hier Arbeit im Prozess aufbewahrt wird. In einer Zimmerecke stehen zum Beispiel zusammengerollte Plakatrollen in einem umfunktionierten Papierkorb. Auf einem Regalbrett stehen Petrischälchen mit verschieden farbigen Flüssigkeiten, die auf den nächsten Arbeitsschritt warten.
Mich erinnert der Raum an ein Labor, das zu vielfältigen Forschungsaktivitäten einlädt und dieser Eindruck wird verstärkt durch die verschiedenen Tätigkeiten, die zu beobachten sind.

So reichhaltig und vielfältig kann Lernen sein!

Konkret, abstrakt, praktisch, theoretisch, kompliziert und ganz einfach.

Verschieden, einfach so wie jedes dieser Kinder, die man auch Schüler nennt. Hier fällt mir ein Zitat von Gerald Hüther ein, dem bekannten deutschen Neurowissenschaftler, der das gehirngerechte Lernen zu seinem Thema gemacht hat: „Kinder agieren wie Kinder, nicht wie Schüler.“

Und das nimmt die Montessori-Pädagogik ernst. Sie schafft eine forschende Lernatmosphäre, in der das Kind auf seinem jeweiligen Interessens- und Wissensstand forschend lernen kann. Einfach super, weil absolut gehirngerecht. Das Kind ist Kind, so einfach ist es, wenn es darum geht „die angeborene Lust am Entdecken und am gemeinsamen Gestalten“ (Zitat Gerald Hüther) zu bewahren und als Ausgangspunkt für ein nachhaltiges und qualitativ hochwertiges Lernen zu nehmen. Dieses Prinzip hat Maria Montessori als fortschrittliche Naturwissenschaftlerin bereits vor 100 Jahren erkannt und die heutige Aktualität ist offensichtlich. Absolut stärkenorientiert und voll Vertrauen in die kreative und machtvolle Gestaltungskraft des Kindes! Die Montessori-Pädagogik nimmt die kindlichen Ideen und Fragen ernst und begleitet die Kinder respektvoll zu selbst gefundenen Antworten.

Viele Erwachsene, denen ich von der Montessori-Pädagogik erzähle, sagen: „Hätte ich nur selbst so entdeckend lernen können, dann wären mir viele Zusammenhänge klar geworden.“
Ja, das finde ich auch.

Sandra Schumacher
Wunder- Fliegen. Weiter.

Ist Schulleitung was für mich?

Fragen stellen

Machst du dir Gedanken über deine persönliche Weiterentwicklung?

Überlegst du dir dich auf eine Schulleiterposition zu bewerben, oder auf eine Stelle in der erweiterten Schulleitung?

Dann fragst du dich vielleicht Folgendes:

Habe ich Führungsqualitäten?

Bin ich geeignet für einen Leitungsjob?

Bringe ich die entscheidenden Fähigkeiten und Voraussetzungen mit?

Erkennt man das gleich und wenn ja woran? Was denken die Kollegen darüber, würden Sie mich in einer Führungsrolle akzeptieren und unterstützen?

Wenn du diese Gedanken machst, ist folgende Information für dich wichtig:

Führungsqualitäten kannst du lernen und du kannst dich heute für sie entscheiden.

Das klingt zu einfach, um wahr zu sein?

Ja und nein, denn sich auf die einfachen Dinge zu konzentrieren und konsequent an ihnen festzuhalten, das schaffen die Besten. Leichter scheint es manchmal zu sein, es sich kompliziert zu machen, also bleibe konsequent dabei!

Ich sage es noch einmal, deine Entscheidung für eine Führungsrolle ist entscheidend. Und damit entscheidest du dich dafür dich zu verändern, nämlich Neues dazuzulernen und dein Mindset zu entwickeln. Das sollte dir klar sein. Das gehört zum Gesamtpaket!

Und dann geht es einfach um die Aneignung von Eigenschaften:

Folgende acht Eigenschaften sind für eine gute Führungspersönlichkeit entscheidend. Wenn du dir diese aneignest, hast du die besten Chancen eine wirklich erfolgreiche Führungspersönlichkeit zu werden. Deine Mitarbeiter werden dich respektieren und dir freundlich begegnen, denn sie fühlen deine Engagement für die Sache und deine tiefe Verbundenheit mit Ihnen.

1. Stelle die richtigen Fragen

Konzentriere dich darauf die richtigen Fragen zu stellen und suche die Antworten überall in und um dich herum. Sauge die Erfahrung anderer in dich auf und nutze sie für dich, statt selbst zu warten bis du die Antworten kennst.

Fragen stellen

2.  Sei bereit Fehler zu machen

Mutiges Vorangehen ist wichtig, damit du als Führungskraft wahrgenommen und respektiert wirst. Probiere Dinge aus, sei bereit Neuland zu betreten und finde heraus was funktioniert, indem du immer wieder aufmerksam deinen Kurs anpasst.

Werde also sichtbar, mach dich angreifbar und zeige Stärke, aber auch Schwäche.

Mache jeden Fehler genau ein Mal und lerne daraus.

3. Schaffe Transparenz

Kenn deine Werte und dein Warum und sprich ununterbrochen darüber. Dann das schafft Transparenz und deine Entscheidungen werden klar und konsequent wahrgenommen, weil sie es sind!

4. Sei empathisch und ein guter Zuhörer

Als Führungskraft hören dir alle zu. Das bedingt die Rolle. Aber eine gute Führungskraft ist ebenfalls ein guter Zuhörer und verarbeitet genau was sie hört. Das schafft ein wertschätzendes Klima und gibt deinen Mitarbeitern das Gefühl Gesehen zu werden. Fühle dich dabei in das Gegenüber ein und höre aktiv zu. Gewöhne dir also Sätze, wie folgende an: „Habe ich das richtig verstanden, dir ist….wichtig? Stimmt es, dass du…brauchst? Fühlst du dich im Moment…, habe ich das richtig wahrgenommen?

5. Sprich Irritationen sofort an

Wenn dich das Verhalten deiner Kollegen, Eltern, des Vorstand oder von Kindern und Jugendlichen irritiert, weil du es als abweichend wahrnimmst von dem, was ihr für euch als gut und richtig vereinbart habt, dann sprich möglichst sofort darüber und teile deine Wahrnehmung respektvoll und gleichwürdig mit. Dabei hilft es dir vielleicht, dir passende Sätze zurechtzulegen, wie zum Beispiel: „ Ich verstehe deine wütende Reaktion nicht, wir sind hier geduldig und respektvoll miteinander. Ich nehme dich gerade anders wahr. Bitte verändere das, oder „Es fällt mir gerade schwer deine Meinung nachzuvollziehen. Bitte gib mir dazu die Zeit, die ich brauche. Lass und morgen in Ruhe darüber sprechen.“

6. Hilf anderen, wo du kannst

Lege dir eine unterstützende Grundhaltung zu. Sei hilfsbereit und offen für die Fragen und Probleme deiner Mitarbeiter. Sehe diese Beratungsgespräche, ob zwischen Tür und Angel am Morgen, in der Pause im Lehrerzimmer oder mit Termin und geplanter Zeit in deinem Schulleiterzimmer als deine Kernaufgabe an, die du gerne und mit Zuneigung machst.

7. Priorisiere klar und SMART und sei jederzeit bereit Aktuellem den Vorrang zu geben,

lege einen klaren Rahmen fest, der deinen Mitarbeitern in deinem Sinne zur Entscheidung führt, womit sie dich sofort stören müssen, was sie jederzeit selbst regeln können und worüber ihr eine kurze Information benötigt

8. Schaffe eine Wissens- und Lernkultur

Sauge Wissen auf, sehe dich selbst als wahrer Wissensschwamm. Lies alles was dir zu Bildung und Schule, zu Pädagogik und Lernen in die Hände fällt. Bilde dir deine eigene Meinung. Setze das Gelesene in Beziehung zueinander und zu den Zielen deiner Schule.

Rede wo du nur kannst über aktuelle pädagogische Entwicklungen, über fachliche Gedanken, die dich gerade beschäftigen und rege das Diskutieren an.

Sammle Themen, über die deine Kollegen wenig Wissen haben, bringe sie in eine Reihenfolge der Wichtigkeit und präsentiere sie in gut verarbeitbaren Portionen oder lade kompetente Gastredner ein.

Was noch hilft:

Humor: Eine gute Prise Selbstironie, sich selbst nicht so ernst zu nehmen hilft einfach.

Über den Tellerrand zu schauen: reisen und Reisende einladen.

Und wenn du Lust bekommen hast, eine konkrete Transformation deiner Selbst anzugehen, weil das einfach absolut cool ist und so viel Sinn macht, dann hilft es, Kontakt zu mir auszunehmen!

Sandra Schumacher

Wunder. Fliegen. Weiter.

Spielen ist Flow

Spielen ist das Wasser in dem ein Kind schwimmt.

Es ist eine wunderbare Welt, ohne Termine, Zeitdruck oder Dinge, die noch zu erledigen sind.

Spielen bedeutet, sich mit Haut und Haaren in eine Tätigkeit reinfallen zu lassen.

In dieser sich völlig zu verlieren und sich gleichzeitig neu zu erfinden.

Wann warst du das letzte mal im Flow? Hast alles um dich vergessen: Raum, Zeit und die Wäsche?

Ich möchte mich nicht damit beschäftigen was Kindern fehlt, wenn sie diese Spielzeit nicht haben.

Ich möchte eine Aufforderung formulieren, die mir sehr wichtig ist: Liebe Väter und liebe Mütter, versteht Euch als die Hüter des Spiels Eurer Kinder. Schützt sie mit Eurem Leben vor Unterbrechung und einem abrupten Rausreißen aus ihrer Fantasiewelt. Wo ihr nur könnt! Lasst Essen kalt werden, oder verspätet euch bei Arztterminen, lasst die Schwiegermutter warten oder esst trockenes Brot, weil der Laden schon zu hat.

All diese Dinge sind wichtig, ja ich mag auch kein trockenes Brot, Pünktlichkeit ist mir wichtig und die Schwiegermutter macht mir Angst…

Es kostet viel die Blicke der Menschen um uns auszuhalten, die sagen: Da ist aber mal wieder jemand unorganisiert. Das ist alles sch___egal.

Wichtig ist allein folgendes:

Durch vertieftes Spielen

  • baut sich die Fantasie und die Kreativität eures Kindes auf
  • stärkt sich euer Kind selbst vor zukünftiger Ablenkung
  • ist euer Kind ganz bei sich
  • baut sich das Selbstwertgefühl eures Kindes auf
  • erhöht sich die Resilienz eures Kindes
  • wird die Hirnreifung unterstützt
  • erholt sich euer Kind von äußeren Reizen

Beobachtet euer Kind bezogen auf sein Spiel und lernt so viel darüber, wie ihr könnt: Wann gelingt Vertiefung wann nicht? Welche Umgebung unterstützt das Spielen im Flow? Wann gelingt es nicht?

Zu welchem Zweck?

Damit Ihr euch eine Minute für euch stehlen könnt, für einen Kaffee in Ruhe oder für ein Kapitel in eurem Lieblingsbuch, während euer Kind die wichtigste Aufgabe der Kindheit erfüllt: SPIELEN.

Vielleicht gelingt es euch dann in dieser Zeit ebenfalls in den Flow zu kommen:)

Ich wünsche Euch einen tollen Spiel-Tag.

Sandra Schumacher

Wunder. Fliegen. Weiter.

Ich setze mich gerne zwischen spielende Kinder, wenn ich Pause mache. Warum? Weil ich finde, dass sie eine magische Ausstrahlung haben und ich diese in mich aufsaugen möchte.

Montessori ist rund

Der rote Teppich im Raum der Montessori-Schule ist rund.

Mehrmals täglich trifft sich die Lerngruppe mit den Lerngleitern um diesen Teppich. Hier findet der Klassenrat statt, die Freiarbeitsbesprechung, die Feedbackrunde, der Austausch zum Plan der Woche, der Tagesabschluss. Einfach alle Gespräche. Gespräch sind Austausch und Gemeinschaft.

Welche Bedeutung hat der Kreis?

Der Kreis ist ein altes Symbol für inneren Schutz und Geborgenheit. Im Kreis sieht man sich. Jeder ist gleich weit von der Mitte entfernt. Der Kreis ist also auch ein Symbol für die Gleichwertigkeit jedes Einzelnen. Der Kreis lehrt uns in unsere Mitte zu kommen und dort unsere wahre Stärke zu finden. Der Kreis bildet eine Abgrenzung nach außen. Im Kreis sind wir sicher.

Montessori ist rund, weil der Kreis uns akzeptiert, wie wir sind und uns die Stärke der Gemeinschaft fühlen lässt.

Montessori ist rund. Und stark.

Und wenn wir uns unserer eigenen Stärke sicher sind, werden wir ruhig und gelassen und müssen nicht darum kämpfen gesehen zu werden. Es tritt eine tiefe Ruhe ein, die uns den nächsten Schritt gehen lässt: zum „Du“. Wir Menschen sind echte Gemeinschaftswesen. Das „Du“ ergänzt das „Ich“. Wir können begreifen was uns ausmacht, was uns einzigartig macht, in den Augen des Anderen. Und wir finden Bedeutung, indem das Gegenüber uns Bedeutung und Wichtigkeit gibt. Wenn ein anderer Mensch gerne Zeit mit uns verbringt, ist das das Beste, was uns passieren kann.

Es ist ein unbezahlbares, unkäufliches Geschenk. Ein wertvoller Schatz.

Und vom „Ich“ und dem „Du“ fehlt nur noch ein kleiner, aber wichtiger Schritt zum „Wir“.

Dem Gefühl Dazuzugehören zu einer Gemeinschaft, zu einer Gruppe, die verbunden ist. Und mit dieser Gruppe gemeinsam etwas zu tun, etwas zu bewirken.

Hier sind Rituale, als wiederkehrende Gemeinschaftsaktionen unglaublich wertvoll.

Sie stiften Sinn und geben Halt.

Gerade wenn aus Kindern Jugendliche werden, nimmt die Bedeutung der Wiederholung zu.

All das symbolisiert der Kreis. Und er steht auch für das Leben an sich. Für das große Ganze, das alles zusammenhält.

Wenn Schule sich darauf besinnt, macht sie Sinn!

Sandra Schumacher

Wunder. Fliegen. Weiter.

Ein Freilerner will auf die Montessori-Schule

Es war mitten im Schuljahr 2018/19, kurz nach den Weihnachtsferien. Ich saß in meinem Schulleiterbüro und las meine Emails. Eine Email erregte meine Aufmerksamkeit. Eine Mutter schrieb, dass ihr Sohn (8. Jahrgangsstufe), der seit zwei Jahren Freilerner sei, sich dafür interessiert unsere Schule zu besuchen und ob sie vorbeikommen könnten. Mein erster Gedanke war, Freilerner wie interessant – in der Pubertät ganz für sich alleine zu lernen, stellte ich mir nicht so einfach vor und jetzt will er in die Schule zurück. Warum? Zwei Tage später kamen Mutter und Sohn zu uns zum Gespräch. Ich hatte eine Klassenlehrerin aus der Jugendstufe dazu gebeten. Zu ihr in die Lerngruppe würde der Junge gehen. Und er hatte bereits einen Tag von 8-16 Uhr miterlebt. Eigentlich nahmen wir so mitten im Schuljahr gar keine neuen Jugendlichen auf, aber auch die Lehrerin war meiner Meinung, das klang spannend und könnte uns bereichern. Er kam aus eigenem Antrieb und das fanden wir als Montessori-Pädagoginnen gut.

Im Gespräch wurde sehr schnell klar, dass der Junge sehr interessiert war. Er hatte sich gut vorbereitet und wusste alles über unser pädagogisches Konzept, was man der Homepage entnehmen konnte. Dazu hatte er viele Fragen. Er war offen und neugierig. Den Tag in der Schule fand er einfach prima. Er freute sich schon auf die Große Arbeit, die er sofort beginnen würde und hatte auch schon Themenideen. Die Mutter meinte, sie sehe sich in der Aufgabe der Unterstützerin. Genauso wie sie den Sohn vor zwei Jahren unterstützt hätte, als die Schule ihm nicht mehr gut tat und sie dringend einen Ausstieg brauchten, genauso würde die ihn jetzt unterstützen. Und dann stellte ich die Frage, die mich so dringend beschäftigte: „Warum möchtest du denn deine Freiheit aufgeben und in unsere Montessori-Schule kommen?“ Die Antwort war ganz schlicht: „Weil ich mit anderen Jugendlichen zusammen sein möchte, das ist mir das wichtigste.“

Die Lehrerin und ich waren sehr gut gelaunt nach dem Gespräch und freuten uns richtig über das Erlebte. Der Junge war ab diesem Tag Teil unserer Schulgemeinschaft und in der nächsten Ausgabe der Schülerzeitung konnte ich einen Artikel von ihm lesen, wie positiv sich sein Leben entwickelt hat, seit er unsere Schule besucht.

Sandra Schumacher

Wunder. Fliegen. Weiter.