Sicher in der Leitung – Coaching für DEINE Leitungspersönlichkeit

Du willst dich als Schulleiter*in begleiten lassen?

Du suchst einen Sparringpartner, der deine Situation genau kennt?

Manch kniffligen Entscheidungen hinterließen bei dir in der Vergangenheit ein ungutes Gefühl und du möchtest in Zukunft deine Entscheidungen mit einer kompetenten Partnerin sortieren.

Du wünschst dir Sicherheit und Klarheit, willst ungebremst voranschreiten und doch möglichst alle mitnehmen?

Dann bist du bei mir richtig:

Ich habe selbst jede Menge Erfahrung in Management und Leadership an freien Schulen. Durch knapp zehn Jahre Schulleitung, in der ich mehr gelernt habe als ich selbst vorher für möglich gehalten hätte…Und zwar nicht zuletzt durch die Dinge, die nicht funktioniert haben. Mir ist persönlich sehr wichtig, meine persönliche Haltung, die durch die Montessoripädagogik geprägt ist, in das Führungshandeln zu integrieren. Damit meine ich ein positives Menschenbild, das davon ausgeht, dass wir aus unserem freien Willen heraus viel Gutes in dieser Welt bewirken können und bewirken sollen. Das ist mein Motor.

Und die Humanen Tendenzen, die für die Arbeit mit Kindern handlungsweisend sind, sind in jedem Menschen als Grundbedürfnis angelegt. Diese möchte ich auch für mich als Führungsperson zentral in meine Führungsarbeit integrieren:

Hier sind sie aufgelistet:

Baue diese grundlegenden universellen Grundtendenzen immer wieder in dein Führungshandeln ein.

Als Vorstand/Geschäftsführung eine gute Schulleitung zu finden, die das Konzept versteht und lebt, ist eine nicht so leichte Aufgabe.

Und dann eine gemeinsame Vision Schritt für Schritt zu entwickeln und umzusetzen. Das geht durch die Klärung von Erwartungen und dem Spinnen gemeinsamer Ideen und Träume. Dafür sich Zeit zu nehmen ist essentiell.

Als Pädagog*in sich diese verantwortungsvolle Aufgabe zuzutrauen, die Arbeit mit den Kindern ein Stück zu verlassen und sich auf die neue, große und etwas furchteinflößende Herausforderung einzulassen, die Schule verantwortlich pädagogisch zu leiten, aber auch nicht.

Was also tun? Hier komme ich ins Spiel 🥳.

Das Ziel ist

werde eine souveräne und motivierende Leitungspersönlichkeit, die kraftvoll und klar ihre Leitungsrolle gestaltet.

Du wirkst zur Zufriedenheit aller in der Schule integrierend, mit klarem roten Faden. Der gibt dir genug Sicherheit, so dass du auch unpopuläre, aber wichtige Entscheidungen treffen und vertreten kannst. Natürlich 🎯.

Die Inhalt sind

🧩 Welcher Führungsstil passt zu dir?
🧩 Und zu deinen Mitarbeitenden?
🧩 Wie kannst du Gespräche erfolgreich führen, auch knifflige
🧩 Die Stärkung deiner Kommunikationsfähigkeiten, denn damit stärkst du deine Effektivität als Leitung enorm
🧩 Die Schärfung deines Managementbewusstsein, denn hier liegt ein Qualitätsbooster
🧩 Supervision deiner aktuellen Themen, ganz wie du es wünschst und brauchst

Kommt zu mir, zum Leitungscoaching für Schulleiter*innen und die, die es werden wollen.

Denn gute Vorbereitung und gute Begleitung gibt die nötige Sicherheit.

Damit diese entsteht, schauen wir uns im Coaching konkret zusammen an, was dich als Mensch ausmacht, welche Leitungsaufgaben dir entsprechen und welche du schon gut ausfüllst (ja, die gibt es) und bei welchen Aufgaben du noch Kenntnisse und Fähigkeiten brauchst.

Mein Selbstverständnis

Beim Coaching verstehe ich mich als Sparringpartner, der den Rahmen zu einer klaren Zielfindung für das Coaching gestaltet und sich dann gemeinsam mit der Schulleitung Schritt für Schritt diesem festgelegten Ziel nähert.

 💎 Dieser Prozess ist individuell und verbindet die Rahmenbedingungen mit der Persönlichkeit.

 💎 Die Professionalisierung steigt.

💎 Es entsteht Zufriedenheit durch Klarheit und Entwicklung.

💎 Es entsteht Leichtigkeit durch Fokus. 

💎 Die Passung von Können und Anforderung entsteht.

Wähle aus:

Begleitung über 3 Monate

Begleitung über 6 Monate

Oder mache die Ausbildung zur souveränen Führungsperson (nächster Start im März 2023).

Gemeinsam sehen wir, was zu dir passt.

Ich freue mich drauf dich Kennenzulernen.

Suche dir doch gleich einen Termin aus oder schreibe mir eine Email. Ich werde zeitnah antworten.

Deine Sandra

Wunder. Fliegen. Weiter.

Wann wenn nicht jetzt…

Ich freue mich auf dich 😀.

Hier geht es zur kostenlosen Terminbuchung.

Teamphasen, so verstehst du welches Führungsverhalten dein pädagogisches Team JETZT braucht

Und 6 Fallen, in die du als Schulleiter*in auf keinen Fall tappen solltest…

Kennst du das?

💥 Du bereitest eine Teamsitzung so richtig gut vor, aufwendig gestaltete Plakate laden zum konstruktiven Austausch ein, aber dein pädagogisches Team diskutiert, ob das Vorgehen passend ist.

💥 Du nimmst deinen Mitarbeiter*innen ab, was du nur kannst, aber du hast das Gefühl, es reicht trotzdem nicht.

💥 Egal welche klitzekleine Aufgabe du delegierst, dein pädagogisches Team jammert und ist überfordert.

💥 Du fühlst dich wie ein Prellbock, egal was du tust, du kannst es nicht richtig machen?

Dann kann es daran liegen, dass dir nicht bewusst ist, in welcher Teamphase dein pädagogisches Team gerade steckt?

Jedes Team durchläuft diese Phasen, das ist ganz normal und beginnt auch wieder von vorne, wenn sich die Teamzusammensetzung ändert.

In diesem Blogpost stelle ich die vier Teamphasen so praktisch vor, dass du sie sicher und leicht erkennen kannst.

Im zweiten Teil beleuchte ich das Führungsverhalten das in der jeweiligen Teamphase die Menschen unterstützt. Auch hier findest du praktische Beispiele, die dich als Schulleitung unterstützen.

Die vier Teamphasen

Folgende Phasen durchläuft jedes Team:

Phase 1: Die Formingphase

Das ist die Phase des Kennenlernens. „Man zeigt sich von der besten Seite, wie beim ersten Date.“

Vielleicht kennst du diese Stimmung von den ersten Tagen und Wochen im neuen Schuljahr. Es herrscht so eine richtig positive Aufbruchsstimmung. Die Kolleg*innen lernen sich gegenseitig kennen, sind offen und neugierig.

Diese Phase ist geprägt vom Austausch. Man erzählt sich die persönliche berufliche Biografie und was man alles schon erlebt hat. Bezogen auf die gemeinsame Arbeit hat man noch keine gemeinsame Vorstellung, noch keine gemeinsamen Abläufe. Die Aufgabe der Besprechungen besteht darin, Strukturen zu erarbeiten und sich kleine Teilziele zu setzen, die für jeden machbar sind. Organisatorisches Themen und die Grundsätze der gemeinsamen Arbeit sind vorherrschende Themen. Jede*r zeigt sich von der besten Seite und der Wunsch nach Zugehörigkeit ist groß. Insgesamt zeigen sich alle motiviert, die Arbeit läuft aber noch nicht und das Team kann noch nicht performen, ist noch nicht arbeitsfähig. Es ist das Ankommen. Vereinfacht gesagt mögen in dieser Phase alle einander, man ist neugierig und gespannt aufeinander.

In dieser Phase die Positivität zu nutzen und eine gemeinsame Richtung, ein gemeinsames „Segelsetzen“ zu initiieren, halte ich für sehr sinnvoll. An diese gemeinsame Richtung kann später angeknüpft werden. Wichtig ist es, nur kleine Schritte zu planen und diese gut vorzustrukturieren.

Konkrete Maßnahmen, die ich in dieser Phase empfehle, um das Team gut zu flankieren und es möglichst sicher zum späteren Performen, der konstruktiven Zusammenarbeit zu führen:

  • Begegnungs- und Austauschzeiten aktiv einplanen
  • über bereits Erreichtes sprechen
  • über die aktuellen Schritte sprechen
  • über die geplanten nächsten Schritte sprechen
  • Austausch über die individuellen und über die gemeinsamen Werte
  • verbindende Werte der Zusammenarbeit festlegen

Phase 2: Die Stormingphase

In dieser Phase, der Name sagt es schon, stürmt es. Die Phase des gegenseitigen Kennenlernens verändert sich und die Teammitglieder*innen beginnen Gruppen zu bilden. Die Harmonie ist vorbei die bisherigen Strukturen werden hinterfragt und teilweise beginnt man nun sich voneinander zu distanzieren. Das Streben nach eigenen Handlungsmöglichkeiten steht im Vordergrund. Die eigene Rolle wird ausgetestet und definiert. Plötzlich findet man seine Kollegen oder Kolleginnen nicht mehr so nett. Es bilden sich Kleingruppen. Diese orientieren sich an Gemeinsamkeiten. Auch und besonders die Leitung wird abgelehnt, oder kritisiert. Einfach weil sie die Leitungsrolle hat. Die Ablehnung richtet sich nicht an die Person, sondern an die Rolle. Das Konfliktpotenzial ist insgesamt hoch. Es ist eine Phase voller Unruhe. Alle scheinen unterwegs zu sein und ihren Platz zu suchen. In dieser Phase kann ein Kollegium hängen bleiben. Hier ist es wichtig als Schulleitung klar und standfest in der Führungsrolle zu stehen.

Phase 3: Die Normingphase

Jetzt wird es wieder ruhiger.

Die einzelnen Mitarbeiter*innen entwickeln klare Rollenprofile und organisieren ihre Aufgabengebiete. Die Regeln des gegenseitigen Umgangs sind erneut Thema und werden klarer formuliert. Jetzt ist es and der Zeit gemeinsame Ziele zu erarbeiten und die Umsetzung zu planen. Die Zusammenarbeit beginnt tragfähig zu werden.

Phase 4: Die Performingphase

Wie der Name schon sagt, wird in dieser Phase performt.

Bei den Mitarbeiter*innen stellt sich ein Gefühl der Sicherheit, bezogen auf ihre Position und auf die Bewältigung der Aufgaben ein. Nun können sie sich individuell entfalten, ihre eigenen Stärken und Erfahrungen in die Teamarbeit einbringen und die Leistung des Teams damit steigern und erweitern. Es bildet sich ein Wir-Gefühl aus. Der Identifikationsprozess führt dazu, dass gemeinsame Ziele formuliert und erreicht werden und diese Zielerreichung erhöht wiederum die Identifikation mit der Gruppe. Der Fokus und die Energie der Gruppe richtet sich auf die konstruktive Zusammenarbeit.

Wenn du als Schulleiterin, Schulleiter oder Vorstand diese Teamphasen (nach Tuckmann) kennst, kannst du sie als analytisches Beobachtungstool nutzen.

Du kannst das Verhalten deiner Mitarbeiter*innen den einzelnen Teamphasen zuordnen und das hilft dir auf zweierlei Ebenen:

1. Um das Verhalten als normal zu begreifen. Das verhindert, dass du genervt davon bist, oder es sogar persönlich nimmst. Gerade in der Stormingphase. Du gehst mit dem Verhalten analytisch und professionell um und hälst dadurch eine gewisse Distanz. Du weißt, dass jede Phase vorübergeht und das pädagogische Team sich hin zu einem funktionierenden Team entwickeln kann und entwickeln wird.

2. Du kannst deine Mitarbeiter*innen dabei unterstützen, die Teamphasen schneller zu durchlaufen und zügig ins performen zu kommen. Keine Teamphase kann übersprungen werden, doch durch bewusstes und gezieltes Führungshandeln unterstützt du dein Team durch die Phasen gut durchzukommen und das Wir-Gefühl stellt sich schneller und nachhaltiger ein.

Als ich Schulleiterin war, kannte ich diese Teamphasen leider noch nicht. Ich habe mein Bestes gegeben, um eine gute Schulleiterin zu sein, meine Mitarbeiter*innen zu sehen, ihnen zuzuhören und zu sie zu verstehen, so gut ich das eben konnte. Ich strengte mich richtig an, eine gute und verständnisvolle Schulleiterin zu sein.

Meine Mitarbeiter*innen nörgelten dennoch, wo nahm ich es wahr und ich hatte das Gefühl, dass ich nichts richtig machen konnte. Es war sehr schwierig konstruktiv mit meinem Team zu arbeiten. Heute weiß ich, dass mein Team in der Stormingphase war. Für mich fühlte es sich so an, als ob es gegen mich persönlich ginge und ich fühlte mich immer wieder angegriffen.

Das Gefühl, es meinem Team nicht recht machen zu können, war für mich sehr unangenehm.

Ich wünschte mir, dass wir Hand in Hand arbeiten könnten und endlich gemeinsam zielorientiert ins konstruktive Arbeiten kämen.

An manchen Tagen war ich richtig frustriert und auch ein bisschen persönlich beleidigt.

Ich hatte nicht gelernt, dass dieser Prozess normal und wichtig war. Dieses Wissen hätte mir so einiges erspart. Mir wäre klar gewesen, was ich tun kann. Es verlängerte den Prozess, dass ich ihn nicht bewusst leitete. Intuitiv tat ich irgendwann das Richtige, wurde immer klarer in meinen Erwartungen und zeigte mich als standfeste Führungsperson, die das Storming aushielt und erarbeitete nach und nach die fehlenden Strukturen. Ich begann mein eigenes Befinden wichtiger zu nehmen und achtete mehr darauf, dass es mir selbst gut ging. Damit legte ich die Grundlage für mehr Bewusstheit de Wohlempfindens aller.

Was ist die gute Seite, an dieser persönlichen Erfahrung?

Die meisten Schulleiter*innen mit denen ich arbeite, haben Teams in der Stormingphase. Da ich genau weiß, wie es ist so ein Team zu leiten und diese schwierige Phase auszuhalten, erkenne ich das sofort und meine Unterstützung ist punktgenau:

Zuerst geht es darum, die Schulleitung aufzubauen. Es muss der Führungsperson gut gehen, dann kann sie gut für ihr Team da sein. Zwei Aspekte sind hierbei essentiell: Erstens, die Situation als herausfordernd anzuerkennen und zweitens der Führungsperson zu helfen, das Verhalten der Mitarbeitenden nicht persönlich zu nehmen. Das habe ich ja am eigenen Erleben lernen dürfen und dieses lernen ist tiefer, als wenn ich aus Büchern lernen. Es ist sehr wertvoll, es selbst erlebt zu haben.

Doch woran liegt es, dass so viele pädagogische Teams in der Stormingphase hängen?

Es liegt am Personalmangel, am Personalwechsel, an fehlenden Strukturen und leider auch an fehlender oder falscher Führung. Wenn du zum Beispiel ein Team übernimmst, das bereits schlechte Führungserfahrungen gemacht hat, kann das Storming heftig sein.

Was kannst du also tun, um deine Mitarbeitenden möglichst optimal zu begleiten und sie möglichst schnell in die 4. Phase, also der Phase in der konstruktive, befriedigende Zusammenarbeit möglich wird zu führen?

Das richtige Führungsverhalten hängt ab davon, in welcher Phase das Team ist:

Gehen wir die Phasen also noch einmal durch und schauen wir uns an, in welcher Phase welches Führungsverhalten passend und wichtig ist:

🌱 In der Formingphase ist deine Rolle sehr aktiv und präsent. Es ist hier wichtig jeden Einzelnen zu beobachten und durch Aktionen in Form von Gruppenarbeiten oder gemeinsamem Austausch oder Gruppenbildungstools zusammen zu führen, damit sie sich kennenlernen können.

Du setzt folgende Werkzeuge ein: Aktives Zuhören und eine klare Definition der Aufgabengebiete.

Was bedeutet das konkret? Du begleitest und moderierst in dieser Phase dein Team, fragst nach, ob Arbeitsabläufe klar sind, hörst aktiv zu und bist für jeden präsent und ansprechbar. Das gibt Sicherheit und Ausrichtung und führt deine Mitarbeiter*innen zügig in die 2. Phase.

🌱 In der Stormingphase bist du so richtig herausgefordert, denn du musst der Fels in der Brandung sein. Das Team braucht einen „Prellbock“, an dem es sich abarbeiten kann und das bist meistens DU. Und vergiss nicht: All das Meckern und Fordern gilt NICHT DIR PERSÖNLICH, sondern Deiner Rolle als Führungskraft.

Hier bin ich oft für meine Coachees da und tröste und fange auf. Das ist meine Aufgabe als Coach und Beraterin.

Dein Team ist nämlich unsicher und braucht Strukturen, Regeln und Klarheit.

Je sicherer du bist und je klarer, desto schneller habt ihr diese nervenaufreibende Phase hinter euch gebracht.
Wenn Du jedoch unsicher bist, werdet ihr sehr lange in der Stormingphase verweilen und Dein Alltag ist sehr anstrengend.

Also sei selbstbewusst, stell Dich zum „Abarbeiten“ zur Verfügung (nochmal: es ist ja nicht gegen Dich persönlich!), gib Raum und Zeit für Gespräche, gib kleine Impulse, denn mehr geht in dieser Phase noch nicht und schaffe klare Rahmenbedingungen.

Gemeinsam können wir diese individuell für dich erarbeiten.

Du möchtest ein neues Projekt auf die Straße zu bringen, einige Aufgaben delegieren oder du möchtest, dass deine Mitarbeiter*innen mehr Eigenverantwortung zeigen?

Das wird in der Stormingphase nicht funktionieren! Also lass es, es verlängert nur das Stroming und erhöht den Frust auf allen Seiten.

Aber hole dir doch Unterstützung. Es gibt sicher noch andere Mitarbeiter*innen, die auch Felsen in der Brandung sein können. Damit meine ich zum Beispiel Menschen, die schon lange an der Schule sind, die Abläufe gut kennen und eine ruhige und stabilisierende Art haben. Diese können ebenfalls Sicherheit geben und wie ein Leuchtturm die neuen Mitarbeiter*innen durch den Teamprozess, wie durch einen dichten Nebel führen und sofort merken, wenn sie sich zurückziehen können, weil nun die Abläufe und die Strukturen im Prinzip bekannt sind.

Folgende Idee finde ich absolut sinnvoll:

Stelle doch am Schuljahrsbeginn, wenn neue Mitarbeiter*innen zum Team dazukommen, diesen jeweils einen Mentor/ eine Mentorin zur Seite. Oder stelle in Kleingruppen mehrere neue Mitarbeiter*innen mit ein bis zwei Mentor*innen in Kleinteams zusammen. Die Mentoren kennen die Organisation und die Strukturen und können viele Fragen beantworten. Gegebenenfalls können sie auch an die Leitung verweisen, wenn sie keine Antwort auf eine Frage haben. Aber viele Fragen werden sie beantworten können. Das wirkt für dich als Schulleitung entlastend und erhöht die Verantwortung der Mentor*innen (das kann dazu führen, dass diese ihren Job motivierter und befriedigender erleben).

Diese Maßnahme stabilisiert und kann ebenfalls die Stormingphase für alle verkürzen.

🌱 Wenn Dein Team dann in die Normingphase kommt, kannst Du Dich langsam zurückziehen und delegieren, denn Dein Team ist jetzt in der Lage eigenverantwortlich zu arbeiten. Trotzdem ist es wichtig nah an den Mitarbeitenden dran zu bleiben und sie regelmäßig zu fragen, wie es ihnen geht und ob sie Fragen oder besondere Herausforderungen haben.

Das motiviert sie, denn es ist ein wichtiges Grundbedürfnis, dass die eigene Arbeit gesehen und anerkannt wird.

Und immer wieder auch Loslassen und Vertrauen. Deine Grundhaltung ist hier: „Ihr schafft das. Ich bin da, wenn es hakt und unterstütze euch.“

🌱 Und wenn Dein Team performt, dann kannst Du Dich voll auf andere Aufgaben konzentrieren, denn dein Team arbeitet ziel- und lösungsorientiert. Du kannst neue Projekte anstoßen, Aufgaben delegieren und die Ideen werden nur so fließen.

Denk daran, dass das Wir- Gefühl dennoch kein Selbstläufer ist. Plane immer wieder Klärungs- und Teambildungsprozesse ein. Das können ganz kurze Phasen sein, die aber wichtig sind, um die gemeinsame Kultur zu festigen.

Und nun komme ich in diesem Zusammenhang zu 5 Fallen, die du unbedingt meiden solltest, damit dein pädagogisches Team in die Arbeit kommt.

Es kommt in der Praxis immer wieder vor, dass die Leitung das pädagogische Team unbewusst behindert.

Das klingt widersinnig?

Ja, das ist es auch und trotzdem kann ich aus meiner praktischen Erfahrung berichten, dass es vorkommt.

Folgende 6 Fallen solltest du als Schulleiter*in unbedingt vermeiden, damit dein Team in die Arbeit kommt :

1. #Widersprüche

Die Schulleitung sendet Botschaften aus, die sich widersprechen. Auf der einen Seite fordert sie zum Beispiel Eigenständigkeit ein und auf der anderen Seite kontrolliert sie und möchte bei jeder Kleinigkeit gefragt werden. Den Mitarbeitenden erscheint das ohne Konzept, sie wissen nicht woran sie sind.

Sei transparent!

Mache als Schulleiter*in also genau klar, wo die Entscheidungskompetenz der Mitarbeiter liegt und wann du gefragt oder informiert werden möchtest. Nur dann wirst du ein selbständiges Team bekommen!

2. #Gebrauchtwerden

Die Schulleitung hält es nicht aus, wenn sie nicht mehr vom Team gebraucht wird und dadurch kommt das Team nie aus der Stormingphase heraus. Das ist definitiv der falsche Weg und zeugt von einem Mangel an Selbstbewusstsein!

Hab den Mut, klar und konsequent zu führen, denn das braucht dein Team, um arbeiten zu können!

3.#FehlendeStrukturen

Die Strukturen sind unklar und/oder gar nicht vorhanden.

Schaffe klare Strukturen, damit die Organisation des Alltags nur so viel Zeit einnimmt, wie im Minimum nötig ist. Nutze die gewonnene Zeit für die Teamentwicklung und die Schulentwicklung.

Das motiviert und schafft Teamgeist und Zufriedenheit! Seid stolz auf das Erreichte, indem ihr zum Beispiel Best-Practise-Formate regelmäßig (ritualisiert) in eure Teamsitzungen integriert und lebt die Fehlerfreundlichkeit, indem ihr offen eure Fragen, euer Nichtwissen und eure Verfehlungen beleuchtet und voneinander und miteinander lernt und wachst. Sorge als Schulleitung dafür, dass das Zusammensein angenehm und leicht ist und nicht durch ständiges Organisieren verstopft. Zusammen zu lachen ist dabei so wichtig!

4. #Unzuverlässigkeit

Eine weitere Falle ist es, wenn die Schulleitung keine klare Linie hat, sondern unsicher rumprobiert und damit nicht offen umgeht, sondern die souveräne Leitung spielt, ohne diese Rolle ausfüllen zu können. Dann wirkt die Leitung unzuverlässig und verliert den Respekt und die Verlässlichkeit. Das pädagogische Team beginnt für sich selbst zu Lösungen zu kommen und umgeht die Leitung, wo es nur möglich ist. Das ist sehr tragisch und kann zu einem sehr unguten intransparenten ja zerrütteten Arbeitsklima führen. Sei zuverlässig! Sorge dafür, dass man weiß, woran man bei dir ist.

5. #FehlendeQualitätsmaßstäbe

Es ist wichtig klar zu machen, wo die Erwartungen an die Mitarbeitenden liegen. Was ist das Minimum, das jeder an Qualität leisten muss? Was ist die Aufgabe des pädagogischen Teams? Unterstützt man sich gegenseitig zu besserer Qualität zu kommen oder beäugt man sich, damit ja keiner mehr macht als der andere.

Sorge für ein leistungsorientiertes Arbeitsklima, das von Wertschätzung und gegenseitiger Unterstützung und Rücksichtsnahme geprägt ist. Sorge dafür, dass TEAM für Teil Einer Ausgezeichneten Mannschaft steht!

Ja, dazu gehört auch Fehlerfreundlichkeit, natürlich.

6. #Bemuttern

Und jetzt fällt mir tatsächlich noch ein 6. Punkt ein, den ich selbst in einer sehr großen Schule erlebt habe. Die Schulleiterin war kurz vor der Pensionierung und ihr fehlte es nicht an Erfahrung, sollte man meinen. Ich lernte in diesem Gespräch, dass die Anzahl der Jahre absolut nicht entscheidend sind. Wenn du immer wieder das Gleiche machst, lernst du nicht genug dazu.

Diese 6. Falle ist besonders schwierig zu umgehen, diese Falle kommt nämlich sehr nett, umsorgend und entlastend daher. Ich meine die Falle, dass man als Leitung sehr verständnisvoll, sehr weich und fürsorglich ist und damit den Mitarbeitenden nicht ermöglicht über sich selbst hinauszuwachsen und sie in Umselbständigkeit hält. Diese Schulleiterin verstand alles, entschuldigte alles, sprang ein, wo sie konnte und übernahm alles, was niemand machen wollte. Ihr Team war ständig überfordert von allem Möglichen und traute sich selbst nichts zu. Weil ihre Schulleiterin ihnen nämlich auch nichts zutraute. Also die 6. Falle ist die (Über-) Fürsorglichkeit.

Trau deinem Team das zu, was die Mitarbeitenden sich selbst noch nicht zutrauen, ermutige, fordere und fordere auch heraus. Dann lernt und wachst ihr gemeinsam! Und eure Komfortzone wird größer und eure Resilienz als Team wächst. Das macht Spaß und motiviert.

Praxis ist ohne Theorie blind,

sagte schon Immanuel Kant und meine persönlichen Erfahrungen decken sich mit dieser Erkenntnis.

Es hängt ganz elementar von Dir und Deine selbstbewussten Führungskompetenz ab, ob Dein Team ins Arbeiten kommt.

Und dafür lohnt es sich, sich mit den vier Teamphasen zu beschäftigen. Ich sage also im Namen deines Team ganz herzlich DANKE, dass du bis hierher gelesen hast!

Man kann jede Erfahrung selbst machen, ich gebe dir die Abkürzung, damit du schneller ans Ziel einer persönlichen Leitung deiner Schule kommst! Dafür stehe ich!

Und wenn du merkst, dass dir meine Impulse helfen, du dir aber noch mehr Unterstützung bezogen auf deine persönliche Situation wünschst, dann nutze eine der folgenden Möglichkeiten:

☀️ Melde dich zur Ausbildung zur souveränen Führungsperson an Schulen an.

☀️ Oder nimm mein 1:1-Coaching in Anspruch. Hier kannst du ein kostenloses Erstgespräch (30 Minuten) buchen.

☀️ Bestelle mein E-Buch Ich mach mir die Schulleitung, wie sie mir gefällt:

So viele Tipps und. Erfahrungen von und für Schulleiter*innen

Ich freue mich darauf, mit dir zu sprechen.

Glaub an Dich und Deine Stärken und sei stolz darauf!

Alles Liebe für Dich,

Deine Sandra

Wunder. Fliegen. Weiter.

Bewerbungsgespräche, die eine fundierte Entscheidung von beiden Seiten ermöglichen mit dem Test „Sind wir als Schule zukunftssicher?“

Stell dir vor, du führst ein Bewerbungsgespräch und es macht richtig Spaß.

Es fühlt sich mehr wie ein lockeres Treffen unter Freunden an und geht auch in die Tiefe. Ihr lernt euch kennen auf einer Ebene, die eine vertrauensvolle Basis legt, die eine erste Begegnung unter vielen weiteren Begegnungen ist. Ihr lacht miteinander und teilt eure Visionen, Träume und Wünsche.

Und wenn ihr dann zusammenarbeitet, trägt euch diese erste Begegnung, weil ihr bereits Vertrauen aufgebaut habt.

Das Bewerbungsgespräch lässt euch eine bewusste Entscheidung füreinander treffen.

Und es ist der „First Cut“ . Ich erinnere mich an alle meine Bewerbungsgespräche, auch wenn schon Jahre vergangen sind. Dieser „First Cut“ lässt uns besonders aufmerksam die Atmosphäre schnuppern. Natürlich spricht man auch über Zahlen, Daten, Fakten. Doch was dieses Gespräch so richtig tragend macht, ist, wenn die spätere Arbeitsatmosphäre fühl- und erlebbar ist. Wenn sich alle wohl-, gesehen- und wertgeschätzt fühlen.

Das muss natürlich authentisch geschehen, es darf keine „Show“ sein.

Dann findet ihr die Menschen, die so richtig passen zu euch. Die richtigen Mitarbeitenden, die dann auch bleiben, nicht weil sie es müssen, sondern weil sie es wollen. Diesen Magneten kann ein Bewerbungsgespräch aktivieren. Wenn du diese Fähigkeit lernen möchtest und dich zu einer souveränen Führungsperson an Schulen entwickeln möchtest, lege ich dir meine Fachausbildung ans Herz.

All diese Impulse führen zu einer Kultur, die euch resilient und stark macht. Das führt auch zu wirtschaftlicher Sicherheit.

Um all diese Aspekte (im oberen Bild) geht es in diesem Blogpost. Damit du sicher und mit Freude in dein nächstes Bewerbungsgespräch gehen kannst.

Möglichst selbstbewusst, möglichst klar in der Überzeugung, dass ihr „kein bitter Brot zu verkaufen habt“, sondern, dass ihr etwas anbietet, was so richtig gut und wertvoll ist.

Das ist in der momentanen Situation nicht selbstverständlich. Immer mehr Schulen sprechen davon, dass sie keine Auswahl hätten und die Menschen, die sich bewerben auch nehmen müssen. Doch das führt dann zu massiven Folgeproblemen. Fluktuation, Qualitätseinbußen und letztendlich ist der Personalwechsel auch teuer.

Ein paar Fakten: Die Stellen in Schule werde immer mehr (im Schuljahr 2022/23 öffnen so viele freie Schulen, wie noch nie zuvor) und die Bewerber:innen in allen pädagogischen Feldern werden immer knapper. Das betrifft alle Schularten und auch die privaten Schulen mit besonderem Konzept stehen vor dieser Herausforderung. Doch es gibt Licht am Ende des Tunnels. Lies also weiter, ich komme noch auf viele Impulse, die euch in dieser Situation helfen. Doch das Thema Personal ist kein Sprint, sondern ein Marathon. Es ist also wichtig das Thema nicht kurz-, sondern mittel- und langfristig zu betrachten.

Und eines ist klar: So sehr es aufgrund dieser Zahlen der Personalknappheit verständlich scheint, sich Sorgen zu machen, so wenig helfen sie.

Egal ob ihr durch die Angst unsicher und nervös seid, oder es dem Bewerber, der Bewerberin „recht machen“ wollt. Das ist kein guter Weg.

Vor allem nicht wenn sich ein guter Bewerber, eine gute Bewerberin beworben hat und ihr nun das Bewerbungsgespräch führen wollt, braucht ihr Gelassenheit.

Ich bin deutschlandweit in Schulen unterwegs und stelle immer wieder fest, dass es Schulen gibt, die Menschen leicht anziehen und solche, die keine Bewerber:innen finden. Woran liegt das? Was unterscheidet diese beiden Extremkategorien? Tatsählich haben es manche Schulen in Städten leichter, als Schulen auf dem platten Land. Doch auch hier gibt es Ausnahmen. Ich habe einmal meine wichtigsten Erkenntnisse als Handlungs-Impulse aufgeschrieben:

Schulen, die Mitarbeitende finden, statt sie nur zu suchen:

Mache den Test „Sind wir als Schule zukunftssicher?“

Kreuze an was auf euch zutrifft:

arbeiten möglichst mit einer Universität oder einer Ausbildungsstelle für Pädagog:innen zusammen.

bieten Praktikums- und Hospitationsplätze an.

haben einen klaren Webauftritt und investieren Zeit und Geld in Öffentlichkeitsarbeit, die abhebt vom Durchschnitt (so viele Bewerbungsanzeigen fühlen sich schon mal gelesen an…).

halten regelmäßige Fachvorträge und ermöglichen so ein unverbindliches Vor-Upchecken.

haben andere gute Pädagog:innen und ziehen damit weitere Menschen an, die gut sind in dem was sie tun.

bieten gute Arbeitsbedingungen, bezogen auf das Gehalt, die Ausstattung mit Materialien und bezogen auf die Flexibilität der Arbeitszeit (flexible Urlaubstage außerhalb der Ferien, Sabbatical, längere Fortbildungen, auch im Ausland), sind familienfreundlich.

sehen ihre Mitarbeitende als Botschaftler:innen, die die Schule nach Außen präsentieren und arbeiten aktiv an deren Zufriedenheit (siehe die anderen Punkte dieser Liste).

haben eine pädagogische Qualität, die klar benannt wird und trennen sich auch von Mitarbeitenden, die zu wenig Qualität bieten oder die nicht reinpassen.

haben eine ausgebildete Schulleitung, die auf sich selbst achtet und eine gute Umgebung gestaltet, die die Gesundheit und das Wohlbefinden aller im Blick hat).

unterscheiden klar zwischen Mitarbeitenden, die nicht wollen und die nicht können und führen Interventionsgespräche mit der ersten Gruppe und Unterstützungsgespräche mit der zweiten Gruppe.

entwickeln ihre Mitarbeitende und führen regelmäßig Personalgespräche (auch mit der Schulleitung).

sind kritisch bei Bewerber:innen und führen werteorientierte aussagekräftige Bewerbungsgespräche.

Wie viele Kreuze hast du gemacht?

Unsere Kreuzanzahl.

Auswertung

10-12 Kreuze

Das kann sich sehen lassen. Ihr könnt selbstbewusst und stolz ins nächste Bewerbungsgespräch gehen und ganz authentisch über eure Einrichtung und über eure Arbeitsbedingungen sprechen. Bleibt dran und verbessert weiter ganz gezielt eure Strukturen und Rahmenbedingungen. Sucht auch aktiv nach Gelegenheiten des Netzwerkens, damit sich das Wissen, dass es euch gibt verbreitet. Geht hier voller Mut ran und sprecht über eure Erfolge und über eure nächsten Schritte. Vielleicht ladet ihr einmal die Community zu einem Fachtreffen mit Hospitation bei euch ein? Das wäre jetzt der richtige Zeitpunkt. Ihr seid Vorbildmaterial.

6-9 Kreuze

Ihr habe schon einiges, was ihr anbietet, doch das reicht nicht, um mit eurer Schule zukunftssicher in See zu starten. Seht euch genau an, was ihr schon habt und seid stolz darauf. Schaut nun auch mutig hin, was noch fehlt und plant die nächsten Schritte. Jetzt sofort. Die nächsten 48 Stunden sind entscheidend, um wirklich etwas zu verändern. Schreibt sofort eine Email und ladet zu einem Treffen an einem konkreten Termin ein, um die Ergebnisse zu besprechen und konkrete Schritte zu planen. Legt fest: Wer kümmert sich bis wann worum genau. Macht also konkrete Managementschritte. Viel Erfolg bei der Umsetzung. Und lasst euch gerne durch meine Fachausbildung unterstützen.

unter 6 Kreuze

Ihr seid noch absolut nicht zukunftssicher. Jetzt spuckt in die Hände und legt los. Es ist keine Zeit mehr, das aufzuschieben. Als zukunftsfähiger Arbeitgeber braucht ihr einen fundierten Managementplan. Beginnt sofort damit. Wenn ihr innerhalb der nächsten 48 Stunden ins Handeln kommt, erhöht das eure Erfolgsaussichten enorm. Nehmt also sofort den Stift, das Telefon oder die Tastatur in die Hand und geht es an. Gerne könnt ihr euch auch bei mir melden, wenn ihr Unterstützung bei der Projektplanung braucht.

Herzlichen Glückwunsch, dass ihr, egal bei welchem Ergebnis den Test gemacht habt. Damit habt ihr Mut bewiesen und euer Projekt ehrlich beurteilt bezogen auf die Zukunftssicherheit. Der erste Schritt ist getan!

Zurück zu den Bewerbungsgesprächen

Die Anforderungen an Bewerbungsgespräche haben sich verändert. Es ist vielmehr ein gegenseitiges Vorstellen, als eine Bewerbung, die von der Gunst des Arbeitgebers oder der Arbeitgeberin abhängt. Es geht darum, die Zeit und Energie und damit auch das Geld zu sparen, das es kostet, Mitarbeitende auszutauschen. Und en Schaden zu vermeiden, den eine nicht passende:r Mitarbeitende:r für die Schule bedeutet.

Schule ist heute mehr denn je ein Ort der Begegnung und der Verbindung. Der wichtigste pädagogische Faktor ist die Persönlichkeit. Die Konstanz von Menschen an einer Schule erhöht also die pädagogische Qualität und die Beziehungsqualität. Jeder Wechsel muss gut begründet und überlegt sein, denn ein konstanter Personalstab ist ein Qualitätsmerkmal.

Wie kann man ein lockeres und authentisches Bewerbungsgespräch führen?

Ich habe mir einmal einen einfachen Aufhänger überlegt, der recht universell einsetzbar ist und mir persönlich Spaß machen würde. Sowohl als Bewerberin, als auch als potentielle Arbeitgeberin.

Ein Werkzeug, um lockere und authentische Bewerbungsgespräche zu führen

Vier Hauptaspekte suchen wir in der Arbeit: Wachsen, Erfüllung, Zugehörigkeit und einen Beitrag leisten

(Quelle: A Revolutionary’s Guide To Change The Consciousness Of Work, Vishen Lakhiani).

Schreibt diese vier Aspekte auf ein Papier und legt zehn Münzen daneben.

Wie verteilt ihr nun diese Münzen?

Reihum könnt ihr die Münzen nun nehmen und auf ein Feld in einem der Quadranten legen.

Der Bewerber, oder die Bewerberin kann erzählen, welche Erfahrungen sie oder er machen möchte, welche beruflichen Schritte sie oder er gehen möchte, welche Entwicklungsmöglichkeiten sie oder er sucht oder welchen Beitrag sie oder er leisten möchte.

Die recht abstrakten Begriffe werden konkret, mit Beispielen lebendig und greifbar.

Du oder ihr, als zukünftige Arbeitgeber:innen könnt anhand der vier Quadranten eure Entstehung, euer Konzept oder eure persönliche Entwicklung beschreiben. Ihr könnt gezielte Fragen stellen und erzählen welche Erfahrungen ihr bisher mit Mitarbeitenden gemacht habt. Je transparenter und authentischer, desto besser. Es geht um eine möglichst realistische Darstellung, die zeigt wer ihr seid und wer ihr nicht seid.

Spielerisch ans Vorstellungsgespräch rangehen? Ja, auf jeden Fall!

Könntest du dir vorstellen, dieses Werkzeug einzusetzen? Ich habe es schon ausprobiert und fand es ganz cool. Ich persönlich mag spielerische Ansätze sehr gerne und finde es auch gut, wenn etwas in der Mitte liegt, was man gemeinsam anschauen kann, auch wenn es so was einfaches ist, wie ein Quadrat mit vier Feldern.

Ich habe auch folgendes ausprobiert : Lasst uns mal die zehn Münzen so auf den vier Feldern verteilen, dass die Felder, die im Job am Wichtigsten sind die meisten Münzen bekommen. Auch das hat mir persönlich Spaß gemacht und führte zu spannendem Austausch.

In meinem bisherigen Leben habe ich schon einige Bewerbungsgespräche als Bewerberin geführt. Ich habe mich proaktiv und reaktiv (sagt man das, wenn man sich auf eine ausgeschriebene Stelle bewirbt?) habe ich mich schon auf die verschiedensten Stellen (befristet, unbefristet, Teilzeit, Vollzeit, Leitung, Lehrerin…) beworben. Und meistens war das Gespräch recht formal. Mir wurden Fragen gestellt, dann konnte ich selbst Fragen stellen. Es ging mehr um den Austausch von Informationen. Sogar die persönlichen Fragen waren formell und kamen eher als Faktenfragen daher.

Zwei Fragen sind mir im Kopf geblieben: „Was sind deine persönlichen Stärken?“ „Was würdest du tun, wenn du ins Klassenzimmer kommst und ein Kind mit einer großen Schere in der Hand am Fenster steht?“.

Ich kann dir bis heute nicht sagen, was die persönlichen Stärken der Menschen sind, die mir diese Fragen gestellt haben und ich weiß auch nicht, wie sie reagiert hätten auf das Kind mit der Schere. Leider kam es mir nicht in den Sinn zurück zu fragen. Was viel über meine damalige Auffassung von Bewerbungsgesprächen sagt. Eigentlich schade…und doch frage mich auch, ob ich die Stelle dann bekommen hätte.

Heute sehe ich das anders. Heute bin ich irritiert, wenn Bewerber:innen das Gespräch nicht mit gestalten, wenn sie in einer abwartenden Haltung sind, oder eine Rolle zu spielen scheinen. Und es kommt auch immer seltener vor. Die Bewerber:innen kommen mit vorbereiteten Fragen, haben das Konzept gelesen, die Webseite studiert und fragen gezielt nach.

Als Schulleiterin führte ich sehr viele Bewerbungsgespräche und ich habe zwei Situationen noch gut in Erinnerung:

Zwei konkrete Erfahrungen aus der Praxis

„Mein Hauptziel war es mit euch zu lachen.“

Das sagte eine neue Mitarbeitende bei unserem ersten Onboardingtreffen über das Bewerbungsgespräch. Zum Glück haben wir bestanden:)

„Ihr seid in der näheren Auswahl.“

Das sagte eine Bewerberin am Ende des Gesprächs. Dann rief sie mich eine Woche später an und sagte ganz offen, dass wir die zweite Wahl seien und sie zu uns kommen würde, da die erste Wahl einen anderen Bewerber bevorzugt habe. Das ist Transparenz und die mag ich…

Bewerbungsgespräche sind ein sich gegenseitiges Vorstellen. Das sollte unbedingt auch den Mitarbeitenden bewusst sein, die die Bewerber:innen als Hospitant:innen in ihrem Unterricht haben oder den Schüler:innen, die die Hausführung machen. Es geht um mehr, als nur ein Beantworten von fachlichen Fragen. es geht um das Gefühl „Wir sind neugierig aufeinander.“

Das war noch nicht immer so… Als ich Berufsanfängerin war musste ich mich noch beweisen…und ja das spielt auch heute noch eine Rolle, doch eben gegenseitig und ganzheitlicher. Allein eine fachlich spannende Umgebung reicht nicht mehr aus. Das persönliche Miteinander und die Qualität der persönlichen Unterstützung, des Gesehen- und Gefördertwerdens gemeinsam mit der Verbindung untereinander ist gleichwertig wichtig.

Man kann schon sagen, dass wenn ihr richtig gute Leute haben möchtet, dass dann die fachliche Eignung der zweite Punkte ist und die passende Haltung, die Kultur, das Konzept überzeugen muss. Denn die Bewerber:innen können ja überall hin und suchen sich aktiv für sie passende Stellen aus und die müssen etwas zu bieten haben. Da sind wir wieder bei den vier Aspekten: Wachsen, Erfüllung, Gesehen werden, einen Beitrag leisten. Die meist genannten Ziele, die ein Job erfüllen soll, wenn man Menschen fragt.

Heute macht es Sinn im Bewerbungsgespräch so persönlich wie möglich zu sein und das Miteinander erlebbar zu machen:

Das Bewerbungsgespräch als kulturlebend gestalten

Wie könnt ihr eure Kultur im Bewerbungsgespräch leben, statt über sie zu sprechen?

Seid neugierig auf das Gegenüber und fragt tiefer nach zu dem, was erzählt wird. Arbeitet unterschiedliche Vorstellungen heraus und lasst sie stehen oder sagt deutlich, dass ihr das als Bereicherung seht, als etwas wünschenswertes. Erzählt selbst von euren Fehler, von Herausforderungen, die noch zu bewältigen sind. Fragt nach, ob das Gegenüber daran Interesse hat und was er oder sie beitragen will.

Mit Neugierde und Respekt werden die Ausführungen des Bewerbers durch achtsames Nachfragen vertieft.

Damit zeigt ihr, dass ihr eine fehlerfreundliche und diverse Kultur verfolgt, ohne darüber reden zu müssen. Das sind nämlich schnell Lippenbekenntnisse und gehen unter. Sicher fallen euch noch mehr Beispiele ein, wie ihr im Bewerbungsgespräch zeigen könnt, welche Vorstellungen ihr von der Zusammenarbeit habe, was eure ganz individuelle, besondere Kultur ausmacht und für welche Werte ihr steht.

Die Mischung, die es so nur ein einiges Mal gibt, die besonders und für die es sich auch lohnt den Ort zu wechseln und umzuziehen oder an einem Punkt Abstriche zu machen. Weil ihr als Gruppe, als Einrichtung genau das seid einzigartig und besonders!

Es ist so viel kraftvoller es einfach zu machen, statt die Kultur lediglich zu beschreiben.

Zurück zum Münzspiel: Dieses schafft eine lockere Atmosphäre, weil das Legen der Münzen etwas Spielerisches hat. Das Erklären der Spielregeln kann das erste gemeinsame Lachen bedeuten. Überlegt ruhig gemeinsam, wie ihr es spielen wollt.

Ihr schaut während des Spiels auf ein Blatt auf dem Tisch, auf das, was ihr bewirken wollt, was außerhalb eurer Person liegt und dennoch in Reichweite.

Führung im Vorstellungsgespräch: Zeigen, statt darüber sprechen!

Wie zeigt sich eine gute Führung nun im Vorstellungsgespräch? Führung (Leadership) bedeutet einen Rahmen zu schaffen, in dem Menschen sich begegnen können, als das was sie sind: einzigartige, brilliante Wesen, die manchmal daran erinnert werden müssen, dass sie einzigartig und brilliant sind. Führung bedeutet, Menschen mit der passenden Haltung einzustellen und die Fähigkeiten dann bei der neuen Mitarbeitenden zu entwickeln.

Haltung schlägt also Fähigkeit.

Im optimalen Falle ist die Fähigkeit sogar gar kein Thema, weil sie einfach da ist. Auch in diesem Fall dürft, sollt, ja müsst ihr die Haltung höher bewerten und wenn diese nicht passt, passt der Bewerber, passt die Bewerberin nicht.

Und egal an welchem Punkt ihr zusammen kommt. Es sollte immer die individuelle Weiterentwicklung mitgedacht werden.

Man kann Fortbildungen planen und gemeinsam machen, man kann Fortbildungen in der Arbeitszeit ermöglichen und man kann Fortbildungen finanziell unterstützen.

Bilde die Leute gut genug aus, damit sie gehen können, und behandele sie gut genug, damit sie nicht gehen wollen.“ Richard Brenson

Und natürlich ist nicht nur das Bewerbungsgespräch kulturprägend. Die Kultur, also das WIE ihr zusammenarbeitet möchtet, ist genauso entscheidend. Das stell ich euch jetzt anhand von sieben Impulsen vor, die dich zum Nachdenken und Nachmachen anregen können, ja sollen:

Mit den folgenden sieben Schlüssel (nach Vishen Lakhiani), gelingt es, im Kontext Schule eine Kultur zu gestalten, die die Grundlage der langfristige Zufriedenheit bei den Mitarbeitenden bereits im Bewerbungsgespräch legt.

Schlüssel 1 Das Ich

Es geht um das „Warum“. Was ist dein Beitrag?

Nelson Mandela nennt Erziehung die wichtigste Waffe, um die Welt zu verändern. Maria Montessori erzieht zum Frieden. Das sind so kraftvolle, zukunftsweisende „Warums“, die uns ganz persönlich und individuell einen Sinn in unser Tun, ja in unser Sein legen lassen. Mein persönliches „Warum“ ich tue was ich tue ist „Menschen daran zu erinnern, dass sie stark sind, sowohl Kinder, als auch Erwachsene. Alle meine Entscheidungen überprüfe ich darauf: Machen sie mich selbst stark? Stärkt diese Entscheidung meine Arbeit und macht andere Menschen stärker, erinnert sie an ihre Stärke oder schaffe ich so ein Umfeld, das Stärke sichtbar macht oder trainiert? Was ist dein persönlicher Sinn? Sprichst du schon authentisch darüber?

Dieser persönliche Sinn bleibt nicht privat, nicht isoliert, sondern verbindet uns mit einer Sache und miteinander und das führt mich zum zweiten Schlüssel, dem „Du“.

Schlüssel 2 Das Du

Arbeit in Schule ist immer auf das Gegenüber ausgerichtet. Es ist eine soziale Arbeit. Die Haltung ist eine Dienende. Und dienen kann ich dann, wenn ich kraftvoll gefüllt bin und es mir so richtig gut geht (siehe Führungsraum der Selbstkontrolle). Dieser Schlüssel setzt bei der Liebe an, der Liebe einen Raum vorzubereiten und zu halten, der dem Gegenüber dient.

Vergleiche dazu auch die Untersuchung von Ed Diener, Martin E.P. Seligman Studie (2002), die folgendes Ergebnis hatte: „Die Stärke unserer sozialen Verbindungen macht uns glücklich.“

Schlüssel 3 Das Wir

Stell dir vor, eure Schule/Einrichtung/Firma würde es Tausendmal, oder sogar eine Millionenmal geben. In jeder Stadt auf der Welt oder in eurer Stadt in jeder einzelnen Straße. Suche dir eine Vision aus, die dich so richtig erfüllt. Und beantworte dann folgende Frage: Was wäre jetzt anders? Was wäre jetzt besser? Welchen Mehrwert bringt ihr in die Welt?

Diesen Mehrwert, sollten alle kennen, die bei euch arbeiten, die mit euch zu tun haben und zwar so, dass sie ein warmes, angenehm kribbeliges Gefühl in der Magengegend bekommen, wenn sie nur daran denken. Denk an die Übung mit den Münzen. Was ist euer Beitrag?

Schlüssel 4 Ethische Werte

Die eigenen Werte zu kennen führt zu Authentizität und Qualität.

Es beschleunigt die Entscheidungen und führt uns zu mehr Klarheit und Leichtigkeit. Wie findet man die eigenen Werte? Durch den vergangenen Schmerz. Was soll anders und besser sein?

Meine drei Hauptwerte sind Optimismus, Liebe und Freude. Wenn ich sie hierhin schreibe wärmt das mein Herz und ich habe eine ganz klare Entscheidungsmatrix. Das vereinfacht mein Leben und hilft mir den Fokus zu halten.

Schlüssel 5 Optimismus

Eine klare positive Grundhaltung ist essentiell. In meinen Büchern beschreibe ich die „Ich bin OK-du bist OK“-Haltung ausführlich. Dieser Schlüssel nutzt den Ripple-Effekt. Der Ripple-Effekt lässt sich als Kettenreaktion betiteln. Er bezeichnet das exponentielle Wachstum von etwas, das letztlich eine Welle von Ereignissen auslöst. Dieses Etwas kann vieles sein, beispielsweise unser Verhalten. Vereinfacht kann man sagen, dass wenn wir positiv auf andere Menschen zugehen, das die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass uns auch positiv begegnet wird. Unser Verhalten überträgt sich also auf die Menschen in unserer Umgebung. Diesen Effekt zu nutzen bringt eine Positivität in die Welt, die Kreise zieht und wiederum weitere Menschen ansteckt. Es ist eine positive Spirale, die wie ein Magnet wirkt: „Hier will ich sein, hier meinen es die Menschen gut.“

Schlüssel 6 Die vorbereitete Umgebung

Eine sichere Atmosphäre, ein sicheres Umfeld zu gestalten und den Raum für Unsicherheiten und Ängste zu halten, ist eine wichtige Führungsaufgabe. Diese sollte jede und jeder nach dem eigenen Vermögen authentisch einsetzen: die Schulleitung, die Lernbegleiter:innen oder Lehrer:innen, aber auch die Schüler:innen und Eltern. Erst wenn wir uns sicher fühlen können wir Ankommen, können wir lernen, können wir authentisch sein. Die Haltung ist dabei eine coachende, die das Gegenüber empowert: „Du schaffst das und ich erinnere dich daran, dass du schon konkret dieses und dieses geschafft hast (positive Referenzmomente, die Sicherheit geben). Dann machst du einen Mutschritt und wir feiern das. Das führt mich zum letzten Erfolgsschlüssel:

Schlüssel 7 Erfolge feiern

Unser Gehirn ist in seiner Entwicklung noch nicht so ganz in der digitalen modernen Welt angekommen. Es sitzt immer noch in der Höhle und fürchtet sich, dass der Säbelzahntiger um die Ecke kommt. Das zu verstehen ist wichtig, um uns besser zu verstehen. Unser Verhalten, unsere Reaktionen, unsere Ängste.

Aufgrund seiner Entwicklungsgeschichte is unser Gehirn sehr gut gewappnet, um in Sekundenbruchteilen in den Fight-, Flight- und Freezemodus fallen und auch schnell wieder daraus auftauchen. Damit verbunden merkt es sich negative, gefährliche Situationen siebenmal stärker, als positive. Einfach weil es wichtiger ist, sich Gefahren zu merken. Zum einen funktioniert so die Berichterstattung und wir haben den Eindruck, dass alles immer schlechter wird, obwohl es uns so gut geht, wie noch nie. Das führt also dazu, dass wir uns selbst negativer einschätzen und unsere Situation negativer einschätzen, als sie tatsächlich ist. Deshalb ist ein wichtiger Erfolgsfaktor, dass wir uns unsere Erfolge bewusst machen, sie richtiggehend feiern. Erfolge zu feiern stärkt die Gemeinschaft, hebt das Selbstbewusstsein und erhöht die Wahrscheinlichkeit weiterer Erfolge.

Eine hohe soziale Verbindung erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass auch die fachliche Qualität hoch ist um 25 Prozent!

Deshalb möchte ich als Abschluss dieses Blogposts einige außergewöhnliche Ideen aufzählen, wie ihr diese soziale Verbindung unterstützen könnt, damit ihr:

– mehr Freude miteinander habt

– der Erfolg eurer Schule wächst

  dafür gesorgt ist, dass die Menschen sich kümmern

– die Kund:innen sich verlieben in euer Projekt

– eurer Team glücklicher ist

Und die Menschen zu euch kommen und länger bleiben.

Damit bei euch eine zu euch passende außergewöhnliche Kultur wächst.

Außergewöhnliche Ideen, um die soziale Verbindung zu stärken:

  • Jede:r Mitarbeitende:r bekommt pro Jahr ein Buch geschenkt (diese Idee habe ich aus dem Buch „The Big Five For Life“ von John Strelecky).
  • Wenn jemand Geburtstag hat, feiert eine „Love Week“ und die Kolleg:innen überlegen sich lustige Dinge, die zu dem jeweiligen Geburtstagskind passen, um es zu feiern und zu überraschen.
  • Macht einen Bad Taste Tag und macht euch zuammen zum Affen, das verbindet:)
  • Feiert eine „Fuckup“ Night und erzählt euch gegenseitig, was so richtig überhaupt nicht geklappt hat und lernt gemeinsam daraus.
  • Schenkt euch gegenseitig eine „Warme Dusche“ und erzählt euch, was ihr aneinander wertschätzt.
  • Dichtet gemeinsam einen „Schul-Song“ und nutzt ihn als Motivations-Hymne.
  • ….. to be continued….

„Tue Gutes und sprich darüber!“, dieser Wahlspruch verbunden mit den vier Werten Authentizität, Empathie, Respekt und Verantwortung (nach Jesper Juul) sind ganz kurz und knapp die Kernaussagen, die ich mit diesem Blogpost weitergeben möchte.

Damit eure Schule qualitativ gut und sicher in die Zukunft blicken kann. Dazu ist es elementar, dass sie von Menschen geführt wird, die in ihre persönliche Weiterentwicklung investieren. Zum Beispiel durch deine Fachausbildung zur souveränen Führungsperson an Schulen, die ich sehr empfehlen kann. Diese im Bewerbungsgespräch anzubieten, kann DEN Unterschied machen.

Eure Sandra Schumacher

Was ein Seerosenteich mit der Führung einer Schule zu tun hat

Jetzt im Sommer bin ich oft draußen in der Natur.

Ich mag Wasser. Teiche und Seen oder Tümpel.

Seerosen faszinieren mich besonders, haben sie doch die Fähigkeit auf dem Wasser zu liegen und trotzdem trocken zu sein, oder das Wasser abperlen zu lassen.

Die Klarheit, die in der Anordnung in der Natur zu sehen ist, berührt mich.

Sie ist mein Vorbild, wenn ich die Führungsthemen für die Schulleitungen, die ich begleite strukturiere.

Die Natur als Vorbild für unsere Ordnung und Struktur in der Führung

Auch wir Menschen profitieren von Ordnung und Klarheit: In welche Richtung setze ich meine energievollen Schritte, warum genau da hin und Schritt für Schritt komme ich weiter. 👣

Wenn die Richtung nicht geklärt ist, kommt es oft zu Richtungsänderungen und diese führen zu Frust.

Die Energie verpufft.

Das zu verhindern gelingt auf verschiedene Arten und Weisen.

Eine Art und Weise ist es, sich über die eigenen Ethischen Werte klar zu werden.

Dann kann man sich als Führungsteam austauschen über die persönlichen Werte, die das eigene Handeln bestimmen und in einem zweiten Schritt die Ethischen Werte für die Gemeinschaft/ die Einrichtung gemeinsam festlegen.

Damit ist ein Nordstern* gesetzt und so viel Klarheit geschaffen.

Der Prozess selbst erschafft Klarheit, doch auch das Ergebnis:

Die gemeinsamen Ethischen Werte können auf der Webseite veröffentlicht werden, beim Infoabend bilden sie die Grundlage und den Rahmen für die Präsentation der Schule und bei Vorstellungsgesprächen liegen sie schön grafisch dargestellt auf dem Tisch. Oder sogar noch besser: Sie finden schon ihren Platz in der Stellenausschreibung.

Dieser Nordstern bietet Orientierung und Richtung und schafft Klarheit und Ziel. Wenn Menschen zusammen eine Schule gründen oder betreiben, wirken die Ethischen Werte eh.

Ob bewusst oder unbewusst, sie sind am Start und aktiv.

Und gerade die Werte, die ganz tief in eurer Schulkultur verwurzelt sind, sind am aktivsten und kannst du dir das vorstellen, oft unbewusst.

Die Werte, die euch am meisten prägen und euer Handeln steuern, sind euch nicht bewusst.

Und wenn man darüber nachdenkt, ist das gar nicht so verwunderlich. Denn diese Werte fallen euch leicht, sie sind für euch selbstverständlich, einfach vorhanden.

Und doch ist es sehr wertvoll, diese zu kennen. Denn was ich kenne, kann ich schützen und bewahren.

Und lohnt es sich nicht die eigenen wichtigsten Werte zu schützen und zu bewahren?

Ich begleite Schulen als Coaching und Beraterin und wenn du mich fragst, was jede einzelne dieser Schulen/ Gemeinschaften grundlegend ausmacht, kann ich das bei jeder Schule, die ich als Coach und Beraterin begleite, sagen.

Spätestens nach dem ersten Monat der Zusammenarbeit.

Ich möchte ein Beispiel erzählen.

Ich begleite einen Montessori-Campus mit meinem Konzept der 7 Räume der Führung und das Leitungsteam ist wöchentlich mit mir im Coaching als Gruppe.

An einem Donnerstag treffen wir uns wieder und Thema unserer 1,5 Stunden ist es, die Ethischen Werte des Campus zu beleuchten.

Meine Coachingmethode führt zügig zu Klarheit und Ergebnissen.

„Uns ist Transparenz wichtig und Frieden als montessorisches Grundprinzip“, sagt die Schulleiterin der Grundstufe. „Leidenschaft und Menschlichkeit“, ergänzt die Kinderhausleitung. Die Gesamtleitung sagt: „Und Entwicklung.“ Darauf hin sagt die kaufmännische Leitung: „Andersartigkeit und Agilität.“ Und „Qualität“, sagt der technische Leiter. „Oder besser Qualitätsanspruch“, schaltet sich die Grundschulleiterin wieder ein.

Ich höre zu und staune, wie das Werte-Pingpong zu Klarheit führt und merke, dass mir ein ganz essentieller Wert dieser Menschensgemeinschaft komplett fehlt.

Ein Wert, den ich mit diesem Montessori-Campus so sehr verbinde, dass es ein blinder Fleck des Schulleitungsteams zu sein scheint, dass sie ihn gar nicht in ihrem Bewusstsein haben.

Als eine Gesprächspause auftritt, sage ich: „Darf ich euch mal auf einen Wert hinweisen, der euch so durchdringt, wie ich das noch nie erlebt habe, bei einer anderen Einrichtung?“

Ich habe mit diesem Satz die Aufmerksamkeit der Gruppe und fahre fort: „Es gibt aus meiner Sicht einen Wert, der bei euch über allem steht und ihr habt ihn noch nicht genannt. Ich möchte, dass ihr ihn als Schatz betrachtet, der einen hohen Wert für euch hat und den wir jetzt in euer Bewusstsein heben. Ich meine den Wert „Gemeinschaft“.

Im ersten Moment herrscht Stille. Keine unangenehme Stille, eher eine andächtige Stille.

Die Stille, die wir brauchen, damit die Dinge an ihren Platz fallen dürfen.

„Ja, das stimmt. Natürlich“, die Campusleiterin findet als Erste Worte.

Ein wirklich magischer Moment.

Der verbindende Wert der Gemeinschaft nährt diesen Campus schon lange und ab jetzt nährt er diesen Campus bewusst.

Spürst du und nimmt du wahr, dass das ein entscheidender Unterschied ist?

Erst wenn ein Wert bewusst ist, können wir ihn aktiv steuernd einsetzen, ihn schützen und in Gänze nutzen.

Jetzt kann die Campusleiterin die Schuljahresabschlussrede in Klarheit ohne lange vor dem leeren Blatt zu grübeln, verfassen. Sie nimmt die Werte als Grundstruktur für die Reflexion des Schuljahres, auf die sich das Leitungsteam am Ende des Coaching-Treffens geeinigt hat:

Frieden, Leidenschaft und Qualität sind die drei wichtigsten Werte ihrer Gemeinschaft 😃.

Den Wert der Gemeinschaft sehen sie im Friedenswert inkludiert, denn Frieden kann es nur in einer Gemeinschaft geben, die auf Akzeptanz und Menschlichkeit fußt.

Für mich ist genau das das Spannende. Es geht nicht darum Recht zu haben oder den eigenen Blickwinkel durchzudrücken.

Es geht um den achtsamen Prozess und um ein Ergebnis, das keinen Widerstand erzeugt, sondern den Blick auf das Gemeinsame eint.

Und ich bin stolz meinen Teil zu diesem Prozess beitragen zu können.

Dieser Raum der Führung Ethische Werte schließt die 7 Räume der Führung ab und setzt eine Klammer über alle.

Hast du mit deinem Leitungsteam schon die sieben Räume der Führung thematisiert?

Ich unterstütze euch gerne bei der Implementierung. Melde dich hier und wir machen zeitnah ein Erstgespräch aus. Oder noch einfach schreibe mir hier: kontakt@sandra-schumacher.de

Ich freue mich auf dich und auf euch.

Sandra Schumacher

Wunder. Fliegen. Weiter.

Der Führungsraum Ethische Werte ist das Kronenchakra und steht für die Verbindung mit der Umgebung.

Nordstern*: Der Polarstern, oder auch Nordstern oder Stella Polaris, gab Seefahrern und Reisenden seit jeher Orientierung, weil er beständig seine Position am nächtlichen Firmament beibehält und so verlässlich die Himmelsrichtung Norden markiert. Auch in Dir leuchtet ein Polarstern, der Dir den Weg zu innerer Stabilität weist und Dir in die Selbstermächtigung und innere Führung verhilft. Deine Ethischen Werte sind Teil dieses Nordsterns.

Leben aus vollem Herzen – Die 7 Räume der Führung

Eine Schulleitung zu sein bedeutet etwas Großes zu wagen. Leben aus vollem Herzen schließt auch immer die eigene Verletzlichkeit mit ein.

Stell dir vor, du wärst eine klar entwickelte Führungspersönlichkeit, die gelassen und autonom ihre Führungsrolle gestaltet.

Die Führungsaufgabe ist eine abenteuerliche Entwicklungsaufgabe.

Leben ist Führung, wir führen alle.

Ob uns selbst, unsere Familie, unsere Klasse oder Lerngruppe oder Mitarbeitende in der Personalverantwortung.

In diesem Blogpost stelle ich dir die sieben Räume der Führung vor: die Standfestigkeit, die Leidenschaft, die Selbstkontrolle, die Liebe, die Kommunikation, das Wissen und die Ethik.

In meinem Buch „Schulleitung: Die 7 Räume der Führung„, herausgegeben im März 2022, kannst du dich intensiver mit den 7 Führungsräumen beschäftigen. Dadurch lernst du dich besser kennen, wirst ausgerichteter auf das, was dir wichtig ist und bildest deine Autonomie aus. Du kommst in der Führungsrolle an. Das führt zu mehr Gelassenheit. Und wenn du lieber in der Gruppe lernst, ist das Gruppencoachingprogramm „Die 7 Räume der Führung“ das Richtige für dich. Es beginnt wieder im September 2022.

Worum geht es bei den 7 Räumen der Führung?

Es geht darum in die Waage zu kommen, bezogen auf

Die 7 Räume der Führung

  1. Standfestigkeit

Als standfester Mensch stehst du mit beiden Beinen auf dem Boden, du weißt wofür du stehst und wofür auch nicht.

Du hast einen sicheren Anker in dir und wirkst nach außen so souverän, dass du zum Beispiel eine unausgereifte Meinung äußerst und damit eine Grundlage zur Verfügung stellst, gemeinsam eine tragfähige Meinung zu entwickeln.

Du kannst mit deinem Standpunkt flexibel umgehen. Wie ein Bambus, der sich nicht starr in den Wind stellt, sondern sich mit dem Wind mitbewegt.

Fest verankert und dennoch anpassungsfähig.

Standfestigkeit bedeutet die eigene Position gegebenenfalls aufzugeben, ohne die eigenen Wurzeln zu verlieren und die Meinung zu ändern ohne Unsicherheit und Chaos zu verbreiten.

Eine standfeste Führungsperson ist ein Vorbild im fehlerfreundlichen Voranschreiten.

Sie hat Angst und ist sich ihrer Verantwortung bewusst. Gerade deshalb ist sie verständnisvoll, empathisch und hält den Raum für die Unsicherheit und die Angst der Menschen um sie herum. In diesem Raum der Führung geht es um die Grundhaltung:

Was für eine Führungsperson willst du sein, was sagen die Menschen über dich?

2. Leidenschaft

Bei der Leidenschaft geht es darum, in Berührung zu kommen mit dir selbst und den eigenen Energien, Wünschen und Begeisterungen. Es geht darum, dich selbst zu spüren. Zu spüren, was du mit Begeisterung und Freude beitragen möchtest und dann danach zu handeln.

Mit der Welt um einen herum in Berührung zu kommen und dich von ihr berühren zu lassen.

Eine leidenschaftliche Führungsperson kommt mit den Menschen in Berührung. Sie lässt sich von ihren Gedanken, Empfindungen und Persönlichkeiten berühren. Sie motiviert und inspiriert, weil ihre eigene Berührung auch die Menschen um sie berührt.

Sie verbreitet Charisma.

Dabei steht nicht der Wunsch im Mittelpunkt, sich selbst in Szene zu setzen. Vielmehr wird das höhere Ziel in Szene gesetzt.

3. Selbstkontrolle

Die Selbstkontrolle ergänzt die Leidenschaft und erdet dich als Führungsperson. Auch in stressigen Situationen, wenn starker Druck auf dir lastet. Selbstkontrolle ist leicht, wenn ausreichend Ressourcen vorhanden sind, wie zum Beispiel Zeit. Der Prüfstein der Selbstkontrolle liegt in Situationen, in denen du unter Druck stehst, weil du sofort eine Entscheidung treffen musst oder dir die Zeit zur Reflexion fehlt. Als selbstkontrollierte Führungsperson kennst du dich, kennst deine empfindlichen Punkte und hast dich im Griff. Du lernst dich im Raum der Selbstkontrolle also besser kennen. Weil du dich kennst, reagierst du früh und effektiv. Du schreckst auch nicht vor ungewöhnlichen Aktionen zurück. Andere vor den Kopf zu stoßen, traust du dich, weil du weißt, dass es eben manchmal nicht anders geht. Du traust dir zu, mit diesen Situationen verantwortungsvoll umzugehen. Das macht dich frei und autonom. Andere Menschen nehmen sich dich als Vorbild.

4. Liebe

In der Liebe liegt Macht. Du handelst respekt- und kraftvoll. Dazu musst du dir selbst Liebe entgegenbringen, dich selbst akzeptieren als die Person, die du gerade bist, mit deinen Stärken und Schwächen. Wenn du das in der Tiefe tust, kannst du gelassen sein.

Dann kannst du deinen Mitmenschen entspannt und wohlwollend begegnen.

Es ist enorm wichtig, als Führungsperson deinen Mitarbeitenden ein kraftvolles „Ja“ entgegenbringen zu können.

Das ist machtvolle Führung.

5. Kommunikation

Im Raum der Kommunikation teilst du dich mit.

Du bist interaktiv, tauschst dich aus, entwickelst dich weiter, weil du von anderen Menschen lernst.

Nicht zuletzt durch die Reflexion, mit welcher Art der Kommunikation du Beziehung und Nähe und Vertrauen schaffst und wann dir das nicht gelingt.

Du lernst über Erfahrungen.

Dieser Führungsraum öffnet deine Sinne.

Du kommunizierst deine innere Haltung und erkennst die deiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Du stärkst deine Intuition und erkennst immer schneller und besser, mit welchem Menschen du es zu tun hast.

Das hilft dir enorm, deine Kommunikation an diesen Menschen und an die jeweilige Situation anzupassen.

Dein Repertoire vergrößert sich.

Außerdem öffnest du dich und zeigst dich durch deine Kommunikation (Selbstaussage):

Deine Worte, deine Gestik, dein Auftreten, dein Aussehen, deine Mimik, deine Körperhaltung, dein Blick, wann und ob und wie du Blickkontakt hältst und deine Schrittstärke und Körperspannung, alles das und noch so viel mehr kommuniziert.

Im Raum der Führung lernst du mehr Bewusstheit in deine Kommunikation zu legen.

6. Wissen

Wissen ist Macht und viele Führungspersonen halten Wissen zurück, um ihre Macht (Film: Musterbrecher1) zu stärken. Darum geht es aber im Führungsraum des Wissens nicht. Es geht vielmehr darum, Wissen zu teilen und zu nutzen und damit die Qualität und die Energie in der Institution zu stützen und hoch zu halten.

So stellst du das Wissen zur Verfügung, das die Menschen brauchen, um selbstverantwortlich ihre Arbeit zu verrichten. Das schafft Transparenz und dafür braucht es Raum und Zeit.

Es geht also um das Wissen, das du und deine Mitarbeitenden brauchen, um gute Arbeit zu machen, die nur durch fundierte Kenntnisse gelingen kann. Wo nur Routinearbeiten erledigt

werden und nicht gelernt, geforscht und reflektiert wird, entsteht Stillstand.

Dieser Raum des Wissens muss eingeplant werden. Raum und Zeit, um Wissen aufzunehmen, zu einer Tageszeit, an der wir aufnahmefähig sind, das ist ein wichtiger Schlüssel für nachhaltige Qualität und Freude.

Den Raum des Wissens gut aufzustellen, braucht freies und offenes Denken. Und das muss nicht immer zusätzlich zur Arbeit mit den Kindern gedacht werden, sondern vielmehr verbunden und integriert.

7. Ethische Werte

Der Raum der Ethischen Werte durchdringt alle Räume und rundet sie ab. Beim Schreiben über diesen Raum der Führung ist mir persönlich klar geworden, wie sehr meine Werte mein Handeln und meine Entscheidungen beeinflussen. In allen Lebensbereichen und natürlich auch im Job, wie könnte es anders sein?

Das war mir schon länger klar, doch nun konnte ich es richtig spüren

Und ich konnte auch die Momente meines Lebens spüren, als ich gegen meine eigene Ethik gehandelt habe.

In der Neuen Autorität ist das die ethisch-moralische Präsenz. Wenn wir nicht überzeugt sind von dem, was wir tun, können wir nicht präsent sein. Und das ist spürbar.

Und umgekehrt: Wenn wir es sind, wenn unser Tun und Handeln mit unseren Werten übereinstimmt, dann sind wir – bämm – so richtig da, so richtig präsent.

Auch das ist spürbar.

Wenn du dich mit den 7 Räumen der Führung auseinandergesetzt hast und sie mit deiner Persönlichkeit, deiner eigenen Geschichte und deinem tiefen Lebenszweck in Verbindung gebracht hast, bist du in deiner Führung angekommen.

Dann bist du eine wahrhaft starke Führungsperson, die sich verletzlich zeigt und ihr Leben aus vollem Herzen lebt.

Ich habe es schon so oft erleben dürfen bei den Menschen, die ich begleite.

Das ist ein Geschenk für mich und es wäre mir eine echte Ehre, auch dich begleiten zu dürfen.

Melde dich gerne und nimm mit mir Kontakt auf.

Herzlich, Sandra Schumacher

Der Elefant und der Holzpflock und was die 7 Räume der Führung damit zu tun haben

Stell dir einen kleinen Babyelefanten vor.
Er ist an einem Holzpflock mit einem Seil angebunden.

Der Holzplock und das Seil sind stabil genug, dass der Babyelefant nicht genug Kraft hat, um sich zu befreien.
Immer wieder versucht der Babyelefant sich loszureißen, denn er sehnt sich nach der Freiheit.

Er möchte die Welt erkunden und dort hingehen, wo sein Rüssel ihn hinführt.
Doch der kleine Babyelefant ist nicht kräftig genug. Frustriert ergibt er sich in sein Schicksal.
Er weiß, dass er niemals frei sein wird.
Die Zeit vergeht. Tage, Wochen, Monate.
Unser Babyelefant wird größer. Er wächst heran. Seinen Wunsch nach Freiheit hat er vergessen. Er lebt in einem Radius von 2 Metern um seinen Holzpflock herum.
Eines Tages kommt ein Rabe angeflogen und fragt den Elefanten: „Warum ziehst du diesen winzigen Holzpflock denn nicht aus der Erde und erforschst die Savanne?“ Der Elefant schaut mit trüben Augen auf. Mutlos seufzt er: „Ich bin nicht kräftig genug und warum sollte ich das tun, ich kann doch eh nichts erreichen. Als Babyelefant hatte ich den Wunsch nach Freiheit. Doch heute bin ich klüger. Das bringt eh nichts. Es ist sehr viel besser und sicherer hier an meinem Holzpflock zu bleiben. Hier kenne ich mich wenigstens aus.“

Der Babyelefant wird an seinen Holzpflock angebunden.

In der Nacht kann unser Elefant nicht schlafen.

Die Frage des Raben spuckt ihm durch den Kopf.

Warum gibt er sich mit diesem Leben zufrieden?

Er hatte doch einmal Träume.

Er denkt: „Ich wollte die Savanne erkunden und Abenteuer erleben und neugierig auf das Leben sein. Jeden Tag ein Stück mehr. Stattdessen verbringe ich meine wertvolle Lebenszeit auf diesem staubigen Grund, angebunden an einen Holzpflock und angewiesen auf Menschen, die mich füttern. Ich bin doch ein wunderbares Lebewesen und darf vom Leben das Allerbeste erwarten. Ich beginne mich zu erinnern, wer ich wirklich sein kann. Ich beginne mich zu erinnern, wer ich tatsächlich bin. Ich bin ein Tier der Wildnis, das freie Luft einatmen muss, statt Staub. Ich kann etwas erreichen im Leben, ich kann etwas erleben und anderen Elefanten dann davon berichten. Damit sie lernen und auch die Freiheit schätzen und atmen. Doch dazu muss ich mich befreien von diesem Holzpflock. Und zwar JETZT, solange ich daran glaube, dass der Rabe Recht hat und mich der Mut noch nicht verlassen hat.“

Mühsam steht der Elefant auf und lehnt sich mit seiner ganzen Kraft gegen das Seil. Das Seil spannt sich und der Elefant lehnt sich weiter dagegen. Weiter und weiter baut er Spannung auf das Seil auf und… völlig leicht und mühelos gleitet der Holzpflock aus der Erde.

Nun leuchten die Augen des Elefanten voller Überraschung und Lebensfreude.

Er trabt zielbewusst in die Savanne davon.

Das Seil mit dem Holzpflock schüttelt er einfach ab. Achtlos, wie eine lästige Fliege. Denn jetzt ist er in seiner Kraft, er nimmt Fokus auf seinen Weg.

Voller Würde.

Unaufhaltsam.

Klar und geerdet.

Mit einer unumstößlichen Zuversicht und einem großen Vertrauen in seine eigene Stärke.

Und er wird seinen Weg gehen, seine Abenteuer erleben und weiter lernen. Davon bin ich überzeugt. Der Rabe hat etwas berührt, was er eigentlich tief in sich die ganze Zeit gewusst hat: „Das kann nicht alles sein. Da gibt es noch mehr.“

Und das ist so eine klare Verbindung zu meinem Coachingprogramm für Schulleiter:innen und solche, die es werden möchten:

Es gibt noch so viel mehr, wenn du erst mal deine innere Autonomie gefunden hast.

Möchtest du in deine Authentizität kommen, dich selbst besser kennen und dir vertrauen lernen.

Falsche Verbindungen und hindernde Glaubenssätze erkennen und lösen, sodass störende Denkmuster durch neue ersetzen?

Dann bist du richtig bei den 7 Räumen der Führung. Hier geht es zum Coachingprogramm, nächster Start im September 2022.

Bis dahin lies das Buch Schulleitung: Die 7 Räume der Führung. Das Ich entfalten, um mit dem Du umgehen zu können

und melde dich zu meinem Newsletter „Der montäglichen Energiespritze in die (Schul-)Woche“ an.


Gegen welchen Holzpflock in deinem Leben könntest DU dich heute mal lehnen?

Auf ein abenteuerliches Leben, indem du dir erlaubst zu Leuchten.

Und diese Geschichte kannst du gut auch verwenden für eine Teamsitzung.

Mit der Frage: „Wo lassen wir uns gerade festbinden, was nicht mehr passt zu unserem heutigen Entwicklungsstand?


Deine Sandra

Meine persönliche Haltung zum Thema Frieden und Krieg

Und wie das was meinem neuen Buch „Schulleitung: Die 7 Räume der Führung“ und mit der Montessoripädagogik zusammenhängt

Ich bin Montessoripädagogin.

Das ist mir in den letzten Wochen wieder klar und ganz neu wichtig geworden.

Mein persönliches Warum ich tue, was ich tue ist, dass ich Kinder dabei unterstützen möchte ihre eigene, innere Stärke zu entwickeln.
Auch Erwachsene begleite ich dabei, das zu tun. Stark zu sein und kraftvoll in Führung zu gehen und für sich selbst, die eigenen Rolle, Aufgabe, Persönlichkeit, Ziele und so weiter einzustehen. Ohne starr zu sein, wie der Bambus im Wind, resilient und beweglich, gut verwurzelt.

Starke Menschen sind autonom und unabhängig.

Starke Menschen sind standfest und leidenschaftlich.

Starke Menschen lieben.
Sie zeigen ihre Schwächen und ihre Fehler ganz unaufgeregt, weil sie sich nicht beweisen müssen.
Als starker Mensch kenne ich meine Werte und handle nach ihnen.

Ich spreche aus dem Herzen und sorge dafür, dass ich informiert bin, mir Erfahrung aneigne und ich immer wieder Übungsfelder der persönlichen Entwicklung habe.

Alle meine Ziele entwickeln mich, die Menschen, die Welt.

Heute habe ich mein zweites Buch „Schulleitung: Die 7 Räume der Führung“ beendet.

Am Wochenende wird es veröffentlicht.
Sehr viele Stunden Arbeit habe ich investiert in dieses Buch.

Warum fange ich es nicht nur an, sondern beende es sogar, veröffentliche es und gehe mit meinen Gedanken in die Öffentlichkeit?

Weil diese Gedanken vielen Menschen die Möglichkeit geben sich zu entwickeln und die eigene Autonomie zu finden und zu leben. Das führt zu optimistischen und fähigen Schulleitungen und Schulen stabil und stark machen können. Das passiert nicht einfach so. Dafür müssen wir mit uns selbst in die Ausbildung gehen. Und diese Entwicklung führt zu mehr Frieden in der Welt. Davon bin ich von Herzen überzeugt.

Meine persönlichen Werte sind Liebe, Freiheit und Optimismus.
Alles was ich tue, richte ich nach meinen Werten aus.

Angst steht für Krieg, Liebe steht für Frieden

Zeitgleich mit der Beendigung meines Buches begann ein Krieg zwischen Russland und der Ukraine Europa zu erschüttern.

Das berührt mich und lässt mich innehalten und fühlen. Ich fühle Ohnmacht und Angst, Berührtheit und Liebe, Verbundenheit und Trennung und noch so viel mehr.

Diese Gefühle wecken Sehnsüchte und Wünsche in mir:

Ich möchte in einer Welt leben, in der das Bemühen nach den eigenen Werten zu leben selbstverständlicher wird, als ich es heute im Februar 2022 wahrnehme. In einer Welt, in der sich die Menschen ihrer Werte bewusst sind.
Ich möchte in einer Welt leben, die im Frieden lebt.
Im Frieden mit der Natur und dem Kosmos und im Frieden aller Lebewesen miteinander. Auch zwischen Schulleitungen und Mitarbeitenden, zwischen Vorständen und dem Team. Gerade da, denn das ist mein Puzzleteil, mein Lebensthema. Und es gibt noch viel zu tun, damit unsere Beziehungen friedvoll sind. Auch die Beziehung zu uns selbst.

Die Montessoripädagogik ist eine Friedenspädagogik.

Nur durch einen Weg kann es Frieden geben auf dieser Welt, durch Erziehung.
Der erste Schritt ist, dass Erwachsene und Kinder nicht im Kampf miteinander stehen.
Dazu habe ich die Aufgabe mich als Mensch weiterzuentwickeln.
Meine Persönlichkeit zu schärfen und zu klären.
Dazu gehört der Respekt dem Verschiedensein gegenüber.
Und die Aufgabe Inklusion zu ermöglichen.

ALLE gehören dazu.

Ich bemühe mich die beste Version meiner selbst zu sein. Da die Liebe einer meiner drei wichtigsten Werte ist, ist der Frieden sehr wichtig für mich.
Ich denke groß, setze mir Ziele und erreiche diese.
Die Vorbereitete Umgebung hat die Aufgabe die Möglichkeiten zu wecken, unsere Persönlichkeiten zu entwickeln.

Mein neues Buch gibt vielen Menschen die Möglichkeit sich zu entwickeln und die eigene Autonomie zu finden und zu leben. Das führt zu optimistischen und fähigen Schulleitungen, die Schule stabil und stark machen können. Das passiert nicht einfach so. Dafür müssen wir mit uns selbst in die Ausbildung gehen. Und das ist gut so, denn Leben ist lernen und das ist so wunderbar.

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Meine persönlichen Werte sind Liebe, Freiheit und Optimismus.
Alles was ich tue, richte ich nach meinen Werten aus. Auch in meinem Buch sind diese Werte lebendig.

Die Ethischen Werte sind ein eigener Raum der Führung, der siebte und letzte. Davor kommen die Standfestigkeit, die Leidenschaft, die Selbstkontrolle, die Liebe, die Kommunikation und das Wissen.

Jeder Raum hat im Buch ein eigenes Kapitel. Und anhand von 28 Übungen beschäftigst du dich intensiv und persönlich mit jedem einzelnen Raum. Dies tust du mit dem Ziel, ein Gefühl dafür zu bekommen, wo du bei diesem Führungsraum stehst: Ist er gut und stabil bei dir entwickelt, ist er noch schwach entwickelt, oder ist er vielleicht sogar zu stark entwickelt und führt dich das in ein Ungleichgewicht.

Und hier möchte ich jeden Raum der Führung kurz beschreiben:

Habe ich dein Interesse geweckt und möchtest du dich näher mit den 7 Räumen der Führung beschäftigen?

Dann freue ich mich sehr. Natürlich zu einen, weil das eine wertschätzende Anerkennung für meine Arbeit ist.

Doch ich freue mich mindestens genauso stark für dich, für dich persönlich, denn du wirst auf sehr vielen Ebenen davon profitieren. Das weiß ich sicher und ich bin gespannt auf welchen genau, erzähle mir gerne davon.

Doch was kann ich dir anbieten, um in das Thema „Die 7 Räume der Führung“ einzusteigen?

  1. Du kannst ein 1:1-Coaching machen (per Zoom; 14 tägig 1,5 Stunden)
  2. Du kannst ins Coachingprogramm in der Gruppe kommen
  3. Du kannst das Buch lesen und im Entwicklungsjournal die 28 Fragen beantworten

Was du auch wählst, du wirst davon profitieren, ich muss mich wiederholen.

Und hier findest du die Angebote im Detail:

Melde dich gleich per Email unter kontakt@sandra-schumacher.de und ich schicke dir mein Angebot
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Hier geht es zur Bestellung (direkt bei mir)

Ich danke dir, dass du bis hierher gelesen hast. Und natürlich noch mehr, wenn dich eines meiner Angebote so anspricht, dass du dabei bist ♥️.

Lass uns Frieden in die Welt bringen.

Bist du dabei? Ich freue mich drauf, wenn wir uns kennenlernen.

Herzlich, deine Sandra

Schulleitung – funktionieren oder gestalten?

Meine eigene Geschichte als Schulleiterin handelt davon, dass ich als Gestalterin meinte zu starten, schnell zu einer Funktioniererin wurde und wie ich schmerzhaft (im wahrsten Sinne des Wortes) wieder zum Gestalten zurückfand.

Ja, der Weg war keine Fahrradkette, nee das geht anders.

Was war der Weg, was half mir und wo stehe ich heute?

Sagen kann ich, dass es sich um einen sehr persönlichen Entwicklungsprozess handelte.

Ich lernte mich selbst besser kennen, merkte worauf ich empfindlich reagiere, wo meine Stärken liegen, welche Schwächen gnadenlos zugriffen und welchen Preis ich zahlte, persönlich zahlte.

Denn ich ging in den ersten beiden Jahren meines Lebens als Schulleiterin immer wieder über meine eigenen Grenzen, bewältigte mehr, als mir gut tat und wunderte mich, dass es mir keiner dankte. Wie auch, es war ja meine eigene persönliche Entscheidung.

In meinem Prozess eine gute Schulleiterin zu werden, die für sich sorgt, spielt die EULE eine wichtige, ja entscheidende Rolle.

Welche Rolle sie spielt und warum ich es ohne sie nicht geschafft hätte?

Lies weiter, du erfährst es hier!

In meinem vorhergehenden Blogartikel schreibe ich über die VUKA-Welt in der privaten Schule.

Ich werbe darum zu akzeptieren, dass die Zusammenhänge komplex sind und wir es aus der Haltung der Akzeptanz heraus gut schaffen können, dieser Komplexität durch tragfähige und individuelle Entscheidungen zu begegnen.

Das behaupte ich nicht einfach so, sondern mein Fachwissen wird ergänzt durch meine Erfahrung.

Was nach den besagten zwei Jahren passierte, in denen ich zu viel tat und über meine Grenzen ging, erzählte ich in „meiner Geschichte„. Es geht um meinen Unfall, der mich von den Beinen holte. Danach leitete ich noch weitere sechs Jahre eine private Montessori-Schule.

Zuerst alleine, dann mit Konrektorin, schließlich im Team der erweiterten Schulleitung. Unsere Schule entwickelte sich in diesen Jahren von einer Halbtagsschule, mit verschiedenen Betreuungsmodellen, ohne Jahrgangsmischung ab der 8. Klasse, hin zu einer voll durchgemischten inklusiv arbeitenden Ganztagsschule.

Das Changemanagement lag zu großen Teilen auf meinen Schultern.

Ich lernte beim Laufen, ich machte Fehler, kommunizierte unklar, machte Schleifen und feierte Erfolge.

Am Ende war alles gut und die Schule konnte mit tragfähigen neuen Strukturen stabil in eine gesicherte Zukunft schauen. So gesichert, wie das in der VUKA-Welt nur geht.

Das ist die Kurzfassung.

Wenn dich die längere Fassung interessiert, kannst du meine persönliche Geschichte gerne hier lesen.

Was hat die EULE mit der Rolle der Schulleitung zu tun?

Die Eule ist ein Nachtvogel, er ist aktiv, wenn andere schlafen. Auch als Schulleiterin solltest du aktiv sein, und deine Antennen und Fühler auf Empfang ausrichten.

Warum?

Damit du nah an den Menschen bist, die dich brauchen, um frühzeitig Zeichen wahrzunehmen und Entscheidungen zu treffen.

Braucht es überhaupt eine Schulleitung?

Auch wenn eure Hierarchie flach ist, braucht es immer wieder dich, der du aus dieser Rolle heraus Entscheidungen trifft, die Kommunikationswege klärst und an das gemeinsam beschlossene Vorgehen erinnerst oder auch mal darauf bestehst.

Die Eule dreht außerdem ihren Kopf auf fast schon unnatürliche Art und Weise, sie hat einen unglaublich großen Wahrnehmungsradius. Das ist die Grundlage ihres Erfolges.

Sei als Schulleiter*in auch agil und aktiv.

Bewege deinen Kopf in jede Richtung.

Hinterfrage deine Perspektive, wechsle sie.

Denke dich in die Perspektive der Eltern ein, der Kolleg*innen, der Schüler*innen.

Frage sie nach ihrer Meinung, nach ihrer Blickrichtung. Danach was sie brauchen.

Mache es hier anders als die Eule.

Nutze deinen weiten Blickradius nicht, um deine Klauen in dein Opfer zu schlagen, sondern dafür, möglichst viele Informationen aufzusaugen, zu sammeln und neu zusammenzusetzen. Dann hast du eine gute und belastbare Grundlage für deine Führungsentscheidungen. Mache klar, wo du selbst entscheidest und wo eine partizipative Entscheidung möglich ist. Geht es also um das Mitspracherecht oder um das Mitentscheidungsrecht? Hier kannst du gar nicht deutlich genug sein.

Immer wieder werden diese beiden Begriffe falsch verstanden oder miteinander verwechselt.

Und jetzt zur E-U-L-E und also zu den Buchstaben ihres Namens:

Das E steht für ENTWICKLUNG

Um eine Leitungspersönlichkeit zu werden, gibt es keine Abkürzung. Du wachst nicht eines Morgens auf als Leitungspersönlichkeit, sondern du begibst dich auf den Weg und entwicklest dich Schritt für Schritt in diese Richtung

Wissen, Fähigkeiten, Fertigkeiten und Erfahrung sind meine Wegbegleiter und eine innere Haltung, die anerkennt, dass es gut ist zu fragen, um viel zu erfahren, um Dinge zu verstehen, um zu lernen und von den Perspektiven, Sichtweisen und Erfahrungen der Menschen um mich rum zu profitieren.

Auf diesem Weg lernst du dich selbst besser kennen.

Fehler, Umwege und Kritik/Feedback sind deine Lehrmeister.

ENTWICKLUNG ist ein ganz wichtiger und entscheidender Aspekt auf dem Weg zu einer guten Schulleitung

U steht für UNABHÄNGIGKEIT

als Schulleitung möchten viele Menschen etwas von dir, die Eltern, die KuK, der Vorstand, das Schulamt, die Politik usw.

Mir fiel es besonders schwer, am Anfang meiner Zeit als Schulleiterin, wenn der Schülersprecher im Sekretariat wartete, wenn ich aus der Mittagspause kam. Denn ich hatte ein Problem mit dem Nein-sagen. Später freute ich mich riesig darüber wenn Schüler*innen den Kontakt zu mir suchten. Es war eine Kraftquelle für mich, mit ihnen in Verbindung zu sein.

Zu meinem Abschied als Schulleiterin habe ich eine ganz tolle Karte bekommen von der Schülersprecherin, bekommen, die mir viel bedeutet.

Immer wieder lese ich sie, sie ist ein wichtiger „Kraftstein“ für mich geworden.

Sie erinnert mich daran, wo ich herkomme.

Zurück zur Unabhängigkeit.

Bleib unabhängig!

Wenn jemand etwas von dir will, kannst du selbst entscheiden, wie du mit der Bitte oder Anfrage umgehst. Nicht jede Anfrage musst du annehmen und du musst auch nicht auf jedes Problem eine Lösung haben. Geh in die Beziehung, freue dich einfach, wenn Menschen etwas von dir möchten. Nimm dir Zeit, versuche zu verstehen, worum es dem Gegenüber geht. Mehr musst du nicht tun. In 95 Prozent der Fälle bist du nicht diejenige, die die Lösung finden muss.

L steht für LICHT

Die Eule steht für Weisheit. Da dieser Vogel auch in der Dunkelheit sehen kann, wurde lange Zeit angenommen, dass er mit seinen Augen Licht erzeugen kann.

Dieses Licht, welches der Vogel aus sich selber schöpft, dringt durch die Augen wie durch Fenster nach außen. Da Weisheit ebenfalls mit Licht in Verbindung gebracht wird („das Licht der Weisheit“, welches der Weise aus sich selber schöpft, und die Umwelt ihm nicht geben kann), liegt die Übertragung auf die Eulenvögel nahe und dichtete ihr diese Eigenschaft an.

Für mich steht LICHT bezogen auf die Schulleitung für zwei Dinge:

1. Praxis ohne Theorie ist blind

2. Du musst nicht alles ändern, aber mach das Licht an.

Was meine ich damit?

Es ist okay zu tun was du tust, zu entscheiden was du entscheidest, aber mach es bewusst. Mach dir bewusst was dahintersteht an Theorien und Prozessen, z.B. wenn eure Teamarbeit nicht effizient ist. Du musst es nicht ändern, oder sofort ändern, aber erkenne es an, sei ehrlich und mach dir die darunterliegenden Prozesse bewusst.

Das zweite E steht für ERRUNGENSCHAFT

Erkenne an, was du leistest und sei stolz darauf.

Das klingt so banal und ist doch so grundlegend und wichtig.

Immer noch haben wir eine Stimme im Kopf, die uns sagt, dass wir nicht über unsere eigenen Erfolge reden sollen.

Eigenlob stinkt.

Ein schwedischer Schulleiter erzählte mir mal, dass die schwedische Kultur das nicht kennt und er das als typisch deutsch empfindet.

Und ist das so??? Stinkt Eigenlob wirklich, also ist es schlecht für uns als Sozialwesen, wenn wir uns selbst loben?

Oder ist es ein Glaubenssatz, der uns davon abhält unsere Erfolge das das zu nehmen, was sie sind?

Als Erfolge, die uns stolz machen und eine Kraftquelle sind?

Obwohl ich denke, dass es ein Glaubenssatz ist, fällt es sehr selbst schwer meine Erfolge überhaupt zu sehen.

Ja, so ist es. Ich sehe sie nicht, sie sind für mich selbstverständlich.

Hier habe ich einen blinden Fleck.

Es ist der pure Wahnsinn.

Wenn du hier auch Betroffene oder Betroffener bist, habe ich einen erprobten Rat für dich:

Führe ein Erfolgstagebuch!

Ein Erfolgstagebich ist ein Buch, in das du deine Erfolge schreibst, zu einer festen Tageszeit odereinmal in der Woche, zum Beispiel immer am Freitag.

Damit du eine Leitungspersönlichkeit wirst, die ihre Errungenschaften kennt und benennen kann.

Deine Erfolge sind die Trittsteine auf denen du gehst.

Eine Eule ist ein weiser und eleganter Vogel.

Eine Eule kann praktisch regungslos mit dem Hintergrund verschmelzen.

Eine Eule kann fast lautlos durch die Luft gleiten.

Ehrlicherweise muss ich sagen, dass ich das nie erreichen werde. Schon das Fliegen ist ein grundsätzliches Problem, da ich gar keine Flügel habe.

Andererseits geht es vielleicht doch, als Leitungspersönlichkeit kannst du von oben auf deine Schule schauen und sehen was da ist. Du kannst beobachten, lautlos wie die Eule und deine eigene Entwicklung sehen und die deines Teams.

Du kannst deine Unabhängigkeit wahren, das Licht anmachen und deine Errungenschaften feiern.

Mach es zusammen mit deinem Team!

Sei anders als die Eule, sei kein Einzelkämpfer.

Du schaffst das, woher ich das weiß?

Ich habe den Weg ausprobiert. Er trägt!

Und melde dich bei mir, wann immer du magst.

Genau für dich bin ich da, um dir Abkürzung und Räuberleiter zu sein.

Alles Liebe

Sandra Schumacher

Wunder. Fliegen. Weiter.

Ist die Schule eine VUKA-Welt? HILFE für die Schulleitung naht!

Unsere Welt ist VUKA, das hören wir immer wieder und ich selbst, als Schulleiterin einer Montessori-Schule habe es immer wieder gehört, auf Vorträgen, bei Fortbildungen, in Fachgesprächen mit Kolleg*innen und was dachte ich mir?

Na und?

Was hat das mit mir zu tun.

Vielleicht steckte hier noch ein Glaubenssatz in mir, der lauten könnte „Schule tickt anders“ oder „Ich muss nur gute Strukturen aufbauen, dann wird alles leichter“.

Zum ersten Satz muss ich sagen, nein, Schule tickt nicht anders, sondern viele Menschen, die im schulischen Kontext arbeiten, haben diesen Glaubenssatz und kommen damit durch. Das ist ein wesentlicher Unterschied. Und ich darf das sagen, weil ich selbst 20 Jahre als Teil des Systems Schule damit durchgekommen bin.

Und zum zweiten Satz möchte ich sagen: Ja, Strukturen geben Klarheit und sind deshalb sehr wichtig, genauso wie die Klärung von Verantwortungen. Sie sind aber die Basis, auf der man etwas Schönes bauen kann und haben keinen Selbstzweck.

Heute habe ich meine Glaubenssätze überwunden und ich bin absolut überzeugt davon, dass Schule VUKA ist. Wie sollte es auch anders sein, da sie ja Teil einer VUKA-Welt ist?

Und wovon ich noch überzeugt bin, ist dass ich gerne selbst als Schulleiterin diesen Artikel gelesen hätte, er hätte eine Abkürzung für mich sein können. Eine Räuberleiter hin zu einer früheren Akzeptanz der Komplexität dessen, was mich in meiner Schule, ja in allen meinen Schulen umgab.

Was ist nun VUKA?

Das V steht für Volatilität, das U steht für Ungewissheit, das K steht für Komplexität und das A steht für Ambiguität.

Volatilität bedeutet, dass sich unsere Welt sprunghaft verändert, von jetzt auf gleich, nicht langsam und stetig, sondern plötzlich und damit auch überraschend.

Die Veränderung kommt ungeplant, häufig und mit hoher Geschwindigkeit.

DAS Beispiel für eine sprunghafte Veränderung ist die Coronakrise. Plötzlich stellen sich die Bedingungen und Regeln, die bisher galten auf den Kopf, ein weiteres Beispiel die Flüchlingssituation.

Ungewissheit bedeutet, dass kein Mensch wirklich verlässliche Vorhersagen treffen kann, selbst nicht zu seinem eigenen Fachbereich.

Ein Beispiel aus dem schulischen Kontext ist der Lehrermangel. Plötzlich werden Quereinsteiger ohne jede pädagogische Ausbildung angeheuert. Ich finde durchaus,d ass die Quereinsteiger die Schule an vielen Stellen bereichern, wenn ich das vor einigen Jahren gehört hätte, dass es passieren wird, hätte ich abgewinkt und „ja, klar“ gesagt.

Die Ungewissheit führt zu Unsicherheit, noch ein U, das gerne mit der Ungewissheit in Verbindung gebracht wird.

Komplexität bedeutet, dass die Auswirkungen vorab nicht ausgerechnet oder konkret eingeschätzt werden können und auch die konkreten Ursachen oftmals unbekannt bleiben. Wenn wir vorschnell aus einem Ursache-Wirkungszusammenhang eine Kausalität ableiten, hilft uns das möglicherweise gegen die Unsicherheit, entspricht aber der Vielschichtigkeit des Zusammenhangs nicht. Ein Beispiel für eine komplexe Veränderung in Schule ist die Inklusion.

Ambiguität bedeutet dass die Welt, in der wir leben voller Widersprüchlichkeiten ist. Die Fähigkeit zur Ambiguitätstoleranz, also dem Akzeptieren von Widersprüchlichkeit ist eine wichtige Basisfähigkeit für Führungskräfte, also auch für Schulleiter*innen.

Ein Beispiel für Ambiguität ist auch wieder die Inklusion. Ich bin völlig davon überzeugt, dass alle Kinder das Recht haben sollten gemeinsam unterrichtet zu werden und dennoch habe ich erfahren, dass es manchen Kindern nicht gut geht an einer Regelschule und sie die Sondereinrichtung brauchen. Das ist eine Widersprüchlichkeit, die ich akzeptieren und in meine zukünftigen Überlegungen einplanen muss.

Wie kommen wir zu tragfähigen Entscheidungen, wenn unsere Welt so unsicher ist, so unüberblickbar und komplex?

Komplexität begegnet man durch komplexes Denken. Genauso wie wir für unsere Schüler*innen ein Umfeld gestalten, indem sie Selbständigkeit üben, um selbständig zu werden, lernen wir mit Komplexität umzugehen, indem wir in unsem komplexen Umfeld komplex denken lernen. Wenn wir warten, bis wir es können, sind wir im Stillstand und in der Sackgasse.

Der erste und sehr wichtige Schritt ist es, die Unsicherkeit und Komplexität zu akzeptieren.

Das ermöglicht so viel und ist so entscheidend.

Kannst du dir vorstellen, dass du im Regen tanzt, in so einem richtig starken Regen mit Wind und Windböen und du konzentrierst dich darauf nicht nass zu werden?

Wie aussichtsreich ist dieses Ziel wohl?

Selbst wenn es nach allen Regeln der Kunst nämlich SMART formuliert ist

Ähnlich aussichtslos ist es in unserer VUKA-Welt mit einfachen Lösungen, hierarchischen Strukturen oder fester Planung nicht nass zu werden.

Es funktioniert einfach nicht.

Also zuerst akzeptieren und dann lernen.

Lernen, wie man mit der Komplexität umgeht und das geht. Wie zeige ich dir gerne in meinem Coaching.

Schule ist volatil, ungewiss, komplex und ambivalent

Schule ist volatil, ungewiss, komplex und ambivalent, gerade Schule freier Träger sind komplexe Gebilde, die vielschichtig sind und um ein gutes und an vielen Stellen individuelles Rangehen ringt.

Wir suchen nach Lösungen, die der Komplexität der Situation der Familie, des Kindes, der Lerngeleiter*in oder dem Lernumfeld entspricht und verbringen viel Zeit damit nach individuellen Lösungen zu suchen. Und das ist gut so!

Weiter so, das ist richtig und wichtig.

Dieses Ziel entspricht in seiner Sinnhalfitgkeit in etw dem Ziel, sich sein Leben in Schule zu vereinfachen.
Im Regen tanzen, ohne nass zu werden!

Tanz im Regen und werde nass dabei!

Es macht Spaß im Regen zu tanzen und dabei nass zu werden.

Das Gespräch mit einer Schulleiterin einer freien Schule in Bayern gab übrigens den Ausschlag für mich diesen Blogpost zu schreiben:

Es ging in unserem Gespräch um das Thema „Inklusion“.

Ich habe eine inklusive Ganztagsschule aufgebaut, bin Sonderpädagogin und schrieb in meiner Montessori-Schule sechs Jahre lang die Anträge für die Schulbegleitungsbewilligungen. Ich kann also sagen, dass ich viel Erfahrung habe.

Als Schulleiterin und als Inklsuionsbeauftragte habe ich in den Jahren zusammengerechnet über 1000 Gespräche geführt. Jedes Gespräch endete mit tragfähigen individuellen Entscheidungen. Wissen und Erfahrung verbinden sich also in meiner Person.

Zurück zum Beratungsgespräch mit der besagten Schulleiterin:

Meine Gesprächspartnerin umriss mir ihre Frage. Es ging um die Vorbereitung eines Elterngesprächs zum Thema „Beratung zur weiteren Schullaufbahn des inklusiv beschulten Jugendlichen“.

Ich stellte fast 10 Minuten nur Fragen, Fragen, die mir helfen sollten, die konkrete Situation vor Ort und die individuelle Situation der Familie zu verstehen. Fragen, die gleichzeitig meine Gesprächspartnerin näher zu einem Vorgehen, zu den nächsten praktischen Schritten führen sollte.

Du magst sagen, na und? 10 Minuten, du warst wahnsinnig schnell.

Ja, vielleicht, aber darum geht es mir nicht.

Worum es mir geht ist, die Frage, die sich in meinem Kopf bildete und sie machte mich wirklich betroffen: „Wenn du mit deiner Erfahrung so viele Fragen brauchst, wie kann man diesen Prozess denn überblicken, wenn man gar nicht weiß, welche Fragen wichtig zu stellen sind, weil die Erfahrung noch fehlt?“

Und du merkst gleich, ich war in diesem Moment noch nicht bereit die VUKA-Welt zu akzeptieren. Eine Seite in mir kämpfte noch dagegen an.

Weil es ein Prozess ist, der niemals abgeschlossen ist.

Zu akzeptieren, dass es keine schnellen, einfachen Lösungen gibt, die gleichzeitig tragfähig und individuell sind, ist ein lebenslanger Prozess.

Und dieser Blogartikel ist Teil meines Akzeptanzprozesses.

Danke, dass du ihn gelesen hast und schreibe mir gerne, wenn du Lust auf Austausch hast oder ich dir helfen kann, zum Beispiel dabei zu tragfähigen Entscheidungen zu kommen. In Akzeptanz der Komplexität.

Dafür bin ich nämlich da.

Herzlich, Sandra Schumacher

Wunder- Fliegen- Weiter.

Der Tag vor der Schulschließung aus meiner Sicht

Ich war in einer großen Schule in Niedersachsen.

Schulinterne Lehrerfortbildung für über 100 Pädagog*innen.

Mein Workshop, den ich für knapp 20 Lehrer*innen hielt, hieß „Beziehungsorientierte Elterngespräche“.

Ich war erkältet und hustete etwas, was sich im Zug schon etwas komisch anfühlte. Waren doch die Zeitungen voll von Covid-19. Meine Kollegin kam aus Berlin und sie stieg in den ICE in Hannover, in dem ich schon seit Nürnberg saß.

Keine Umarmung, kein Händeschütteln.

Unsere Stimmung war gut, wir freuten uns darauf das „Beziehungslernen“ in eine weitere Schule zu bringen.

Gleichzeitig lag auf uns ein schwerer Mantel der Unsicherheit.

Viele Fragen gingen mir durch den Kopf

Würden zukünftige Weiterbildungen abgesagt?

War es verantwortungsvoll durch ganz Deutschland zu fahren und mit vielen Menschen im Zug zu sitzen, die vielleicht Skifahren waren und aus den betroffenen Gebieten einen stillen Begleiter, den Virus bei sich hatten?

War meine Erkältung wirklich eine einfache Erkältung, oder hatte ich selbst diese neue Gefahr in mir?

Ich war ja nirgendwo, wo ich mich hätte anstecken können, aber konnte ich mir dessen sicher sein?

Was bedeutete verantwortungsvolles Verhalten?

Wie sah verantwortungsvolles Verhalten aus, war mein Verhalten das Gegenteil?

Es schien sich etwas Großes anzukündigen, was schwer fassbar war, das spürten wir. Eine schleichende Bedrohung, die mit jeder Horrornachricht aus Italien näher an Deutschland ran kam.

Würde es uns persönlich betreffen? Vielleicht sogar unser Leben einschränken und/oder verändern? Der Gedanke, so absurd er mir an diesem Tag vorkam, sollte schneller zur greifbaren Realität werden, als ich mir das in diesem Moment im ICE noch vorstellen konnte.

Am nächsten Tag stand also die „Einführung ins Beziehungslernen“ für über 100 Lehrer*innen an und auch einige Schüler*innen waren an diesem Tag freiwillig in die Schule gekommen.

Die Arbeit mit dieser relativ großen Menschengruppe war herausfordernd und spannnend. Die Jugendlichen waren voll dabei und äußerten ihre Meinung sehr reflektiert. Ein Junge sagte: „Ich brauche zu meinen Lehrern eine vertrauensvolle Beziehung, dann kann ich gut lernen.“

Die Schüler*innen bereicherten die Diskussion

Wow, hier haben wir es, die Jugendlichen wissen oft doch mehr, als wir denken..

Nach dem Mittagessen leitete ich dann den Workshop „Beziehungsorientierte Elterngespräche“. Es waren nur Erwachsene da, klar das Thema war für die Kinder nicht so interessant.

Mein Workshop „Beziehungsorientierte Elterngespräche“

Ich mag das Thema Elterngespräche, weil die Pädagog*innen viele Erkenntnisse haben.

Sie nehmen die Sichtweise der Eltern ein, beschäftigen sich mit ihren eigenen Erwartungen und Bedürfnissen und vergleichen diese mit denen der Eltern. Die Gespräche werden sofort besser durch meine Arbeit, denn eine empathischere und verständnisvollere Grundhaltung der Pädagogi*innen wird anbahnt und die Lehrer*innen übernehmen die Verantwortung für die Gestaltung der Gesprächsatmosphäre. Das ist eine fruchtbare Grundlage für eine Zusammenarbeit, die offen und respektvoll ist und der guten Begleitung des Kindes oder des Jugendlichen dient und ihn ins Zentrum der Aufmerksamkeit rückt.

Sätze, die uns zur Beziehung führen

Die ersten beiden Stunden arbeiteten wir konzentriert und produktiv. Es herrschte eine gute Atmosphäre und ein offenes Miteinander.

Die Stimmung änderte sich von jetzt auf gleich

Dann in der Pause veränderte sich die Stimmung plötzlich radikal. Die Luft knisterte und war mit einer Spannung aufgeladen, die ich mit allen meinen Sinnen spürte: Eine Lehrerin hatte eine Pressemitteilung am Handy gelesen, in der die Presse Schulschließungen für Niedersachsen ankündigte. Die Meldung war inoffiziell und reißerisch und eigentlich nicht mehr als Tratsch im öffentlichen Raum.

Doch war etwas dran?

Die Lehrerin las vor: Die Landesregierung bereite eine landesweite Schulschließung vor, es gäbe noch keine offizielle Pressemitteilung, aber aus sicherer Quelle….

Ein Lehrer machte einen Witz darüber, was er alles tun würde, wenn er eine Woche keine Schüler hätte. Eine Kollegin antwortete: „Dann hängen wir einfach noch ein paar Tage Weiterbildung dran, nörig hätten wir es ja.“

Das Lachen der Kolleg*innen war nervös und spiegelte die unsichere Stimmung wider.

Was war da los?

Stellte sich unser Leben gerade auf den Kopf? Was konnten wir tun, um uns vorzubereiten?

Es legte sich ein bedrückendes Gefühl auf die Gruppe.

Ich hörte mich selbst, wie ich in lockerem Ton zu einer weiteren Tasse Kaffee einlud und das Kekstablett rum gab. Eigentlich war die Pausenzeit bereits vorbei. Konnte ich einfach zum normalen Weitermachen ermuntern, oder war das gerade unpassend. Während ich mich das noch fragte, kam eine Mitarbeiterin der Schulleitung in den Raum geplatzt. Am Ende der Workshopphase würden wir uns nun doch noch kurz im Plenum treffen.

Die Klärung der Verantwortung führte zum Thema zurück

Die Schulleiterin wolle etwas sagen zum Thema Schulschließung.

Gut, die Verantwortung und der nächste Schritt waren nun klar.

Das war für mich eine gute Gelegenheit zum Thema zurückzukehren.

Wie erleben Sie die Elterngespräche?

Die Konzentration vom Beginn erreichen wir nicht mehr. Dennoch gelang es mir und der Gruppe gemeinsam, uns in der verbleibenden Zeit auf die positiven Beispiele der resonanten Elterngespräche zu konzentrieren und die Zeit produktiv zu verbringen.

Das anschließende Treffen mit der Schulleiterin war kurz.

Sie konnte nichts sagen, machte aber klar wie die Informationswege laufen würden, wenn tatsächlich offizielle Infos der Landesregierung vorliegen würden.

Klar war, dass sie offizielle Anordnungen erwartete. Die Schulschließung wurde wieder ein kleines Stück realer.

Nach einer unruhigen Nacht, trat ich am nächsten Tag die Heimreise an.

Jetzt war mir klar, dass das erst mal meine letzte Zugfahrt sein würde, ich hielt Abstand am Gleis. Der ICE war so leer, dass es kein Problem war einen Platz für mich alleine zu finden. Anders sah das im Nahverkehr zwischen Nürnberg und Erlangen aus. Jeder Platz war besetzt, ich blieb mit meinem Koffer bei der Tür stehen.

Die geplante Fahrt zu einer Schule in Baden-Württemberg am nächsten Tag, sage ich gleich aus dem Zug heraus ab. Hier hatte ich bereits meine Definition von Verantwortung gefunden.

Zu Hause angekommen fand ich das Einkaufen etwas beunruhigend. So leere Regale hatte ich noch nie gesehen.

Generell arbeite ich ja sowieso meistensim Homeoffice und online. So dass ich meine Umstellung auf die neue Situation #stayhome recht sanft war.

Meine Coachings mit Schulleiter*innen

Bei meinen Coachings mit den Schulleitern änderten sich die Inhalte natürlich hin zum Krisenmanagement und zum Finden der eigenen Position in dieser neuen Herausforderung.

Ein neuer Denk-Raum wird nötig

Mein Ansatz ist es durch Fragen zu unterstützen und den Denk-Raum zu eröffnen:

Wie kann ich als Schulleiter*in meine Verantwortung definieren?

Wie kann ich eine Minimumlinie ziehen, wie oft ein Kind etwas von seinem Lehrer hört: ist der persönliche Kontakt einmal in der Woche ausreichend?

Wir kennen unsere Schüler*innen so gut, wir wollen individuelle Begleitung auch im Homeschooling hinbekommen. Wie können wir das machen?

Was sagt der Elternbeirat, haben wir gemeinsam gute Ideen, die zu uns passen?

Haben wir Familien in prekären Sitautionen an unserer Schule, die wir besonders unterstützen sollten?

Kreativität und ungewöhnliche Ideen fern von den gewohnten Kommunikationsstrukturen sind hier gefragt und ich helfe gerne beim Suchen und Finden neuer Wege.

Der erste Schritt ist es außerhalb der gewohnten Denkstruktur zu sein, denn Schule hat sich jetzt neu zu erfinden.

eine ganz neue Situation

Dazu werde ich in meinem nächsten Blogpost etwas sagen.

Schließen möchte ich diesen Artikel mit einem Zitat aus dem Rahmenlehrplan des Landes Berlin/Brandenburg.

Es passt zu gut:

„In dem Maße, in dem sich die Welt verändert, in der wir leben, verändert sich auch die Sicht darauf, was und wie Schülerinnen und Schüler lernen sollen, damit sie ihren Weg gehen können.“

Sandra Scheeres (Bildungssenatorin Berlin) im Vorwort der RLP Berlin/Brandenburg

In diesem Sinn, lasst uns Veränderung leben und mit ihr in Bewegung bleiben, das führt zu Resilienz und Zukunftfähigkeit.

Herzlich Sandra Schumacher

Wunder. Fliegen. Weiter.