Schulleitung – funktionieren oder gestalten?

Schulleiterin sein

Meine eigene Geschichte als Schulleiterin handelt davon, dass ich als Gestalterin meinte zu starten, schnell zu einer Funktioniererin wurde und wie ich schmerzhaft (im wahrsten Sinne des Wortes) wieder zum Gestalten zurückfand.

Ja, der Weg war keine Fahrradkette, nee das geht anders.

Was war der Weg, was half mir und wo stehe ich heute?

Sagen kann ich, dass es sich um einen sehr persönlichen Entwicklungsprozess handelte.

Ich lernte mich selbst besser kennen, merkte worauf ich empfindlich reagiere, wo meine Stärken liegen, welche Schwächen gnadenlos zugriffen und welchen Preis ich zahlte, persönlich zahlte.

Denn ich ging in den ersten beiden Jahren meines Lebens als Schulleiterin immer wieder über meine eigenen Grenzen, bewältigte mehr, als mir gut tat und wunderte mich, dass es mir keiner dankte. Wie auch, es war ja meine eigene persönliche Entscheidung.

In meinem Prozess eine gute Schulleiterin zu werden, die für sich sorgt, spielt die EULE eine wichtige, ja entscheidende Rolle.

Welche Rolle sie spielt und warum ich es ohne sie nicht geschafft hätte?

Lies weiter, du erfährst es hier!

In meinem vorhergehenden Blogartikel schreibe ich über die VUKA-Welt in der privaten Schule.

Ich werbe darum zu akzeptieren, dass die Zusammenhänge komplex sind und wir es aus der Haltung der Akzeptanz heraus gut schaffen können, dieser Komplexität durch tragfähige und individuelle Entscheidungen zu begegnen.

Das behaupte ich nicht einfach so, sondern mein Fachwissen wird ergänzt durch meine Erfahrung.

Was nach den besagten zwei Jahren passierte, in denen ich zu viel tat und über meine Grenzen ging, erzählte ich in „meiner Geschichte„. Es geht um meinen Unfall, der mich von den Beinen holte. Danach leitete ich noch weitere sechs Jahre eine private Montessori-Schule.

Zuerst alleine, dann mit Konrektorin, schließlich im Team der erweiterten Schulleitung. Unsere Schule entwickelte sich in diesen Jahren von einer Halbtagsschule, mit verschiedenen Betreuungsmodellen, ohne Jahrgangsmischung ab der 8. Klasse, hin zu einer voll durchgemischten inklusiv arbeitenden Ganztagsschule.

Das Changemanagement lag zu großen Teilen auf meinen Schultern.

Ich lernte beim Laufen, ich machte Fehler, kommunizierte unklar, machte Schleifen und feierte Erfolge.

Am Ende war alles gut und die Schule konnte mit tragfähigen neuen Strukturen stabil in eine gesicherte Zukunft schauen. So gesichert, wie das in der VUKA-Welt nur geht.

Das ist die Kurzfassung.

Wenn dich die längere Fassung interessiert, kannst du meine persönliche Geschichte gerne hier lesen.

Was hat die EULE mit der Rolle der Schulleitung zu tun?

Die Eule ist ein Nachtvogel, er ist aktiv, wenn andere schlafen. Auch als Schulleiterin solltest du aktiv sein, und deine Antennen und Fühler auf Empfang ausrichten.

Warum?

Damit du nah an den Menschen bist, die dich brauchen, um frühzeitig Zeichen wahrzunehmen und Entscheidungen zu treffen.

Braucht es überhaupt eine Schulleitung?

Auch wenn eure Hierarchie flach ist, braucht es immer wieder dich, der du aus dieser Rolle heraus Entscheidungen trifft, die Kommunikationswege klärst und an das gemeinsam beschlossene Vorgehen erinnerst oder auch mal darauf bestehst.

Die Eule dreht außerdem ihren Kopf auf fast schon unnatürliche Art und Weise, sie hat einen unglaublich großen Wahrnehmungsradius. Das ist die Grundlage ihres Erfolges.

Sei als Schulleiter*in auch agil und aktiv.

Bewege deinen Kopf in jede Richtung.

Hinterfrage deine Perspektive, wechsle sie.

Denke dich in die Perspektive der Eltern ein, der Kolleg*innen, der Schüler*innen.

Frage sie nach ihrer Meinung, nach ihrer Blickrichtung. Danach was sie brauchen.

Mache es hier anders als die Eule.

Nutze deinen weiten Blickradius nicht, um deine Klauen in dein Opfer zu schlagen, sondern dafür, möglichst viele Informationen aufzusaugen, zu sammeln und neu zusammenzusetzen. Dann hast du eine gute und belastbare Grundlage für deine Führungsentscheidungen. Mache klar, wo du selbst entscheidest und wo eine partizipative Entscheidung möglich ist. Geht es also um das Mitspracherecht oder um das Mitentscheidungsrecht? Hier kannst du gar nicht deutlich genug sein.

Immer wieder werden diese beiden Begriffe falsch verstanden oder miteinander verwechselt.

Und jetzt zur E-U-L-E und also zu den Buchstaben ihres Namens:

Das E steht für ENTWICKLUNG

Um eine Leitungspersönlichkeit zu werden, gibt es keine Abkürzung. Du wachst nicht eines Morgens auf als Leitungspersönlichkeit, sondern du begibst dich auf den Weg und entwicklest dich Schritt für Schritt in diese Richtung

Wissen, Fähigkeiten, Fertigkeiten und Erfahrung sind meine Wegbegleiter und eine innere Haltung, die anerkennt, dass es gut ist zu fragen, um viel zu erfahren, um Dinge zu verstehen, um zu lernen und von den Perspektiven, Sichtweisen und Erfahrungen der Menschen um mich rum zu profitieren.

Auf diesem Weg lernst du dich selbst besser kennen.

Fehler, Umwege und Kritik/Feedback sind deine Lehrmeister.

ENTWICKLUNG ist ein ganz wichtiger und entscheidender Aspekt auf dem Weg zu einer guten Schulleitung

U steht für UNABHÄNGIGKEIT

als Schulleitung möchten viele Menschen etwas von dir, die Eltern, die KuK, der Vorstand, das Schulamt, die Politik usw.

Mir fiel es besonders schwer, am Anfang meiner Zeit als Schulleiterin, wenn der Schülersprecher im Sekretariat wartete, wenn ich aus der Mittagspause kam. Denn ich hatte ein Problem mit dem Nein-sagen. Später freute ich mich riesig darüber wenn Schüler*innen den Kontakt zu mir suchten. Es war eine Kraftquelle für mich, mit ihnen in Verbindung zu sein.

Zu meinem Abschied als Schulleiterin habe ich eine ganz tolle Karte bekommen von der Schülersprecherin, bekommen, die mir viel bedeutet.

Immer wieder lese ich sie, sie ist ein wichtiger „Kraftstein“ für mich geworden.

Sie erinnert mich daran, wo ich herkomme.

Zurück zur Unabhängigkeit.

Bleib unabhängig!

Wenn jemand etwas von dir will, kannst du selbst entscheiden, wie du mit der Bitte oder Anfrage umgehst. Nicht jede Anfrage musst du annehmen und du musst auch nicht auf jedes Problem eine Lösung haben. Geh in die Beziehung, freue dich einfach, wenn Menschen etwas von dir möchten. Nimm dir Zeit, versuche zu verstehen, worum es dem Gegenüber geht. Mehr musst du nicht tun. In 95 Prozent der Fälle bist du nicht diejenige, die die Lösung finden muss.

L steht für LICHT

Die Eule steht für Weisheit. Da dieser Vogel auch in der Dunkelheit sehen kann, wurde lange Zeit angenommen, dass er mit seinen Augen Licht erzeugen kann.

Dieses Licht, welches der Vogel aus sich selber schöpft, dringt durch die Augen wie durch Fenster nach außen. Da Weisheit ebenfalls mit Licht in Verbindung gebracht wird („das Licht der Weisheit“, welches der Weise aus sich selber schöpft, und die Umwelt ihm nicht geben kann), liegt die Übertragung auf die Eulenvögel nahe und dichtete ihr diese Eigenschaft an.

Für mich steht LICHT bezogen auf die Schulleitung für zwei Dinge:

1. Praxis ohne Theorie ist blind

2. Du musst nicht alles ändern, aber mach das Licht an.

Was meine ich damit?

Es ist okay zu tun was du tust, zu entscheiden was du entscheidest, aber mach es bewusst. Mach dir bewusst was dahintersteht an Theorien und Prozessen, z.B. wenn eure Teamarbeit nicht effizient ist. Du musst es nicht ändern, oder sofort ändern, aber erkenne es an, sei ehrlich und mach dir die darunterliegenden Prozesse bewusst.

Das zweite E steht für ERRUNGENSCHAFT

Erkenne an, was du leistest und sei stolz darauf.

Das klingt so banal und ist doch so grundlegend und wichtig.

Immer noch haben wir eine Stimme im Kopf, die uns sagt, dass wir nicht über unsere eigenen Erfolge reden sollen.

Eigenlob stinkt.

Ein schwedischer Schulleiter erzählte mir mal, dass die schwedische Kultur das nicht kennt und er das als typisch deutsch empfindet.

Und ist das so??? Stinkt Eigenlob wirklich, also ist es schlecht für uns als Sozialwesen, wenn wir uns selbst loben?

Oder ist es ein Glaubenssatz, der uns davon abhält unsere Erfolge das das zu nehmen, was sie sind?

Als Erfolge, die uns stolz machen und eine Kraftquelle sind?

Obwohl ich denke, dass es ein Glaubenssatz ist, fällt es sehr selbst schwer meine Erfolge überhaupt zu sehen.

Ja, so ist es. Ich sehe sie nicht, sie sind für mich selbstverständlich.

Hier habe ich einen blinden Fleck.

Es ist der pure Wahnsinn.

Wenn du hier auch Betroffene oder Betroffener bist, habe ich einen erprobten Rat für dich:

Führe ein Erfolgstagebuch!

Ein Erfolgstagebich ist ein Buch, in das du deine Erfolge schreibst, zu einer festen Tageszeit odereinmal in der Woche, zum Beispiel immer am Freitag.

Damit du eine Leitungspersönlichkeit wirst, die ihre Errungenschaften kennt und benennen kann.

Deine Erfolge sind die Trittsteine auf denen du gehst.

Eine Eule ist ein weiser und eleganter Vogel.

Eine Eule kann praktisch regungslos mit dem Hintergrund verschmelzen.

Eine Eule kann fast lautlos durch die Luft gleiten.

Ehrlicherweise muss ich sagen, dass ich das nie erreichen werde. Schon das Fliegen ist ein grundsätzliches Problem, da ich gar keine Flügel habe.

Andererseits geht es vielleicht doch, als Leitungspersönlichkeit kannst du von oben auf deine Schule schauen und sehen was da ist. Du kannst beobachten, lautlos wie die Eule und deine eigene Entwicklung sehen und die deines Teams.

Du kannst deine Unabhängigkeit wahren, das Licht anmachen und deine Errungenschaften feiern.

Mach es zusammen mit deinem Team!

Sei anders als die Eule, sei kein Einzelkämpfer.

Du schaffst das, woher ich das weiß?

Ich habe den Weg ausprobiert. Er trägt!

Und melde dich bei mir, wann immer du magst.

Genau für dich bin ich da, um dir Abkürzung und Räuberleiter zu sein.

Alles Liebe

Sandra Schumacher

Wunder. Fliegen. Weiter.

Wie ich mir Klarheit über die Schulleitung verschafft habe 🚀

Affirmationen bilden neue neuronale Verbindungen im Gehirn

12 Affirmationen für Schulleiter*innen

Ich möchte dich dazu einladen dir jeden Morgen 5 Minuten Zeit zu nehmen und diese 5 Minuten nur mit förderlichen Gedanken zu verbringen.

Als ich als Schulleiterin dieses Ritual fest in meine Morgenroutine eingebaut habe, ist meine Klarheit enorm gestiegen.

Meine Effektivität als Schulleeitung hat einen großen Sprung nach vorne gemacht. 🚀

Was sich vorher schwer angefühlt hat, wurde leichter. 🎈

Neue neuronale Verknüpfungen durch Affirmationen
Neue neuronale Verknüpfungen durch Affirmationen!

In nur 5 Minuten täglich!

Warum? Weil wir 70 0000 Gedanken im Durchschnitt täglich denken und viele davon nicht bewusst positiv, sondern unbewusst negativ ausfallen.

Das ist zum Beispiel der Fall, wenn du dir Sorgen machst, du dich innerlich maßregelst, weil du etwas vergessen oder übersehen hast oder du dich ärgerst.

Gerade wenn du (wie ich) sehr verantwortungsvoll bist und manchmal dazu neigst hart mit dir selbst umzugehen, sind diese 5 Minuten für dich goldrichtig und super wertvoll!

Richte dich also jeden Morgen bewusst auf Erfolg aus!

Fokussiere dich auf das Positive.

Richte dich darauf aus, dass du das Beste für dich und dein Umfeld erwartest, dass du das Beste wert bist!

Du wirst schon nach wenigen Tagen merken, dass dein Leben bewusster und leichter wird.

Affirmationen zeigen dir den Weg!

Dass du das in dein Leben einlädtst, was du durch deine Affirmationen visualisierst.

Schenke dir selbst diese 5 Minuten – lies die folgenden Affirmationen, schreibe sie auf (ein kleines Notizbuch oder Tgaebuch ist dafür optimal, oder mein Wunder- Fliegen- Weiter- Büchlein, das meine Coachees von mir bekommen) oder sage sie vor dich hin.

Egal was du wählst, wichtig ist, dass du es in voller Konzentration tust.

Fühle die Wahrheit der Affirmation mit jeder Zelle deines Körpers.

Ganz bewusst.

Genieße das Prickeln, das sich dabei in deinem Körper einstellt. Es stellt sich vielleicht nicht sofort ein, blieb also dran, es braucht etwas Übung.

Folgende 12 Affirmationen habe ich für dich erstellt:

1. Ich plane meine Tagesaufgaben klar und gut. 🎯

2. Ich treffe gute Entscheidungen. 👍

3. Mein Team unterstützt sich gegenseitig mit all seiner Kraft. 🤝

4. Ich bin eine kraftvolle Führungspersönlichkeit. 💪

5. Die Eltern an meiner Schule unterstützen unsere Arbeit voll Vertrauen.👥

6. Jeder Mensch in meinem Umfeld gibt sein Bestes. 💃🏻 🕺

7. Die Meinungen der Kinder und Jugendlichen an meiner Schule sind wichtig. 💡

8. Ich nehme meine Verantwortung ernst und mein Alltag darf sich leicht anfühlen. 🏖

9. Ich spüre den ganzen Tag über, dass ich von den Menschen um mich rum Unterstützung erfahre. 🚀

10. Meine Intuition ist mein Kompass. 🧭

11. Ich erreiche meine Ziele ganz spielerisch. 🎲

12. Ich bin von wunderbaren Menschen umgeben. 🤸🏻‍♂️

Und, wie fühlt sich das an? Gut, passend oder fehlt noch etwas?

Erstelle dir im zweiten Schritt doch weitere Affirmationen, die dir in deiner momentanen Arbeitssituation noch besser helfen. Wenn du die Wirkung einer Affirmation noch verstärken möchtest, drucke sie dir aus und hänge sie an einen Ort, den du täglich oft besuchst (Toilette?) oder richte sie dir als Handyhintergrund ein.

Und denk daran, neue Gewohnheiten brauchen im Durchschnitt 33 Tage, bis sie sich fest in unser Leben verankert haben.

Und wenn du Unterstützung brauchst, melde dich unbedingt bei mir, denn du musst es nicht alleine schaffen.

Deine

Sandra Schumacher

Wunder- Fliegen- Weiter.

Hat dir der Impuls geholfen, hast du eine Anregung oder möchtest du von dir erzählen, schreibe mir gerne: kontakt@sandra-schumacher.de

Literaturtipp:

Ein Superbuch zum Thema Morgenroutine, das ich uneingeschränkt empfehlen kann: Hal Elrod: Miracle Morning

Wie wird eine Menschenansammlung zu einem Team?

In Schule zusammen stark

Wie kann es gelingen, dass ein pädagogisches Team, das aus verschiedenen Berufsgruppen besteht, am gleichen Strang zieht?

#Teambildung

Man sollte zuerst einmal ein schönes Miteinander haben, man lacht miteinander, freut sich füreinander hilft sich gegenseitig und nimmt einfach an der Person des anderen Anteil.

Dann ist es wichtig für die selben Dinge zu brennen. Die Dynamik im Team sollte die gleiche innere Haltung, den gleichen Spirit haben. Das ist in einer Montessorischule die Orientierung an den Montessori-Grundsätzen, in einer freien Schule oft die gemeinsame Überzeugung soziokratische Elemente in der Schule zu leben. Jede Schule hat meiner Erfahrung nach etwas besonderes, oder sogar einzigartiges an sich. Ob im pädagogischen Konzept, oder entstanden im Wachstum der Organisation ist nicht so entscheidend. Entscheidend ist es, dass man sich das Besondere bewusst macht und es lebt und pflegt.

Als dritten und letzten Punkt, sollten Pädagog*innen an einer Schule sich gegenseitig unterstützen. Über die jeweiligen Professionen hinweg.

Also egal, ob Lehrer*innen mit 2. Staatsexamen, Quereinsteiger oder Sozialpädagogin, Schulbegleiter mit Erzieherausbildung oder ganz ohne pädagogische Ausbildung, alle verstehen sich als EIN zusammengehörendes TEAM, nehmen sich Zeit füreinander, hören sich zu, helfen einander und sprechen sich gegenseitig Mut zu (nicht zu verwechseln mit einer Jammeratmosphäre, die es an Schule auch gibt).

Dann gelingt es die Energie auf das Wesentliche zu fokussieren.

Schule ist ein guter Lernort, es herrscht Zufriedenheit und Leichtigkeit.

Alle ziehen am gleichen Strang und der Konsenz steht im Mittelpunkt.

Wie kann ein Schulleiter/eine Schulleiterin das Team bei wichtigen Themen gut mitnehmen, ohne an Wirkung zu verlieren?

Es ist immer wichtig als Leitung zu entscheiden, welche Themen als nächstes zu bearbeiten sind. Gleichzeitig möchte man die Motivation der Mitarbeiter nicht dämpfen, indem man ihnen etwas überstülpt, an dessen Entstehung sie nicht beteiligt waren.

Dazu ist es wichtig in einem frühen Stadium alle zu informieren, dass dieses Thema als nächstes bearbeitet wird.

Bei dieser transparenten Kommunikation werden sich alle freuen, wenn sie erst einbezogen werden, wenn die Grundlinien erarbeitet sind. Das ist ein professionelles Vorgehen und leuchtet allen ein. Wichtig ist es, klar zu formulieren was das Ziel des Themas ist und wenn das noch nicht klar formuliert werden kann, zu sagen, dass die Zielformulierung noch entstehen wird.

Dann sollte ein ungefährer Zeitplan umrissen werden.

So können die Mitarbeiter eine gute Vorstellung entwickeln, fühlen sich informiert und abgeholt und sind vielleicht sogar gespannt auf die Mitarbeit am Projekt, wenn die Zeit reif ist. Eine Protokollkultur hilft später sich zu erinnern, was gesagt wurde. Hier sollte die Schulleitung darauf achten, dass der Protokolleintrag gut verständlich und vollständig ist.

Bei einer recht großen Schule würde es sich anbieten mit einer Kerngruppe oder Lenkungsgruppe zu arbeiten. In der die Themen der Schulentwicklung diskutiert und abgewogen werden, bevor sie allen vorgestellt werden. Das unterstützt die Verankerung von Neuerungen oder Verbesserungen in der ganzen Institution.

Sandra Schumacher

Wunder. Fliegen. Weiter.

Wenn du als Schulleiterin deine „Teamsitzungen effizient gestalten“ möchtest, melde dich gelich zum Online-Workshop an!

Literaturtipps:

Interessiert dich das Thema? Ich habe zahlreiche Bücher gelesen, die zusammen mit meiner Erfahrung und Reflektion die Grundlage für diesen Blogpost bilden. Die beiden wesentlichen nenne ich dir gerne:

Joachim Bauer, „Lob der Schule“ und „Schule braucht Beziehung“ von Elisabeth und Helle Jensen.

Die Schulleitung – ein Lebenswendepunkt

Ein Wendepunkt hat immer zwei Seiten. Eine Seite beendet etwas, schließt einen Lebensabschnitt ab und die andere Seite beginnt etwas, läutet einen neuen Lebensabschnitt ein.

Nicht mehr Teil des Kollegiums, autsch das tut richtig weh

Was ist ein Lebenswendepunkt?

Möchtest du die Dynamik des Lebenspunktes an dem du gerade stehst besser verstehen? Ein vollständigeres Bild von dir und deiner Lebenssituation bekommen? Darin verbirgt sich  die Chance ein zufriedener Mensch zu werden. Dein  Leben bewussterzu steuern und besser einzuschätzen, wo du gerade stehst.
Lebenswendepunkte haben zwei Seiten

Das ist ein Punkt in deinem Leben, an denen sich dein Leben positiv verändert. Du hast etwas grundlegend neu verstanden, dich geöffnet für eine neue Herausforderung oder einen mutigen Schritt gewagt.

Dein Leben lässt sich einteilen in den Abschnitt vor diesem Wendepunkt und nach diesem Wendepunkt.

Unser Leben hat mehrere dieser Wendepunkte. Wir erleben sie nicht immer bewusst, wenn du aber auf dein bisheriges Leben zurückblickst findest du sie. Sie unterteilen dein Leben ganz deutlich in verschiedene Abschnitte.

Die Übernahme einer Position als Schulleiter*in ist auf jeden Fall ein Lebenswendepunkt

Warum?

Du stößt auf neue Aufgaben und Herausforderungen. Du entwickelst neue Fähigkeiten und Blickwinkel. Du lebst eine neue Rolle. Die Menschen behandeln dich anders, manche Menschen sehen sogar deinen Wert als gestiegen an.

Durch viele, viele kleine und große Entscheidungen positionierst du dich, was für eine Schulleitung du sein willst.

Wofür du stehen willst, was die Menschen hinter deinem Rücken über dich sagen sollen (und nicht nur positives, das kaufst du mit der Rolle natürlich auch ein, das ist ein Gesamtpaket. In diesem Gesamtpaket bekommst du auch massive Kritiker*innen mitgeliefert, aber dazu an anderer Stelle mehr, dieses Thema ist ein eigener Blogpost wert).

Du triffst vielleicht auch Entscheidungen von denen du befürchtest, dass sich dein Bild im eigenen Spiegel verändern wird. Entscheidungen, die nicht gut sind, weil die Situation keine gute Entscheidung ermöglicht.

All diese Prozesse verändern dich, lassen dich reifen und wachsen.

Warum sind Lebenswendepunkte wichtig?

Jetzt fragst du dich vielleicht, wofür es wichtig ist, dich mit den Wendepunkten in deinem Leben zu beschäftigen?

Es hilft dir, dich selbst und deine Entwicklung besser zu verstehen. Du kannst durch das bewusste Wahrnehmen deiner Wendepunkte, diese auch besser einordnen und ihre genaue Bedeutung für deine Persönlichkeitsentwicklung wahrnehmen. Du verstehst die Dynamik des Lebenspunktes an dem du gerade stehst besser.

Wenn es dir gelingt ein vollständigeres Bild von dir und deiner Lebenssituation zu bekommen, dann hast du die Chance ein zufriedener Mensch zu werden. Du steuerst dein Leben bewusster und kannst einschätzen wo du gerade stehst.

Ein Wendepunkt hat immer zwei Seiten.

Eine Seite beendet etwas, schließt einen Lebensabschnitt ab und die andere Seite beginnt etwas, läutet einen neuen Lebensabschnitt ein.

Ich möchte das an einem Beispiel verdeutlichen:

Das Beispiel Karen

Ich erläutere es am Beispiel von Karen.

Karen war Ende 30, als sie sich dazu entschloss, sich auf die Stelle als Schulleiterin zu bewerben. Sie war bereits kommisarische Schulleitung für ein Jahr, als sie sich fest für die Stelle bewarb.

Sie war als Lehrerin angesehen und beliebt. Ihre Beziehung zu den Jugendlichen war ein Vorbild für ihre Kollegen und regelmäßig fragten Kollegen sie, wenn sie fachlich nicht weiterkamen. Karen hatte für alle ein offenes Ohr, war im Kollegium beliebt und eine sehr kompetente Lehrerin. Es war eine gute Voraussetzung, um Schulleiterin zu werden. Sie genoss also die Akzeptanz und den Respekt des gesamten pädagogischen Teams.

Das Bewerbungsverfahren war transparent und offen und als sie den Job bekam, freute sie sich sehr auf die neue Aufgabe, da sie der Meinung war, dass sie ziemlich gut wusste, was auf sie zukam und sich den Aufgaben komplett gewachsen fühlte.

Nach ein paar Monaten merkte sie, dass die Gespräche erstarben im Lehrerzimmer, wenn sie es betrat. Die Kolleg*innen behandelten sie anders. Sie gehörte nicht mehr dazu, sie gehörte jetzt zur Leitung. Das traf Karen. Sie fühlte sich nicht mehr wohl in der Leitungsrolle, schlief schlecht und begann an der Richtigkeit ihrer Entscheidung die Schulleitung zu übernehmen, zu zweifeln. Da kam sie zu mir. Wir betrachteten den Lebenswendepunkt „Übernahme der Schulleitung“ von allen Seiten. Für Karen war es der nächste logische Schritt, der sich gut an ihre Entwicklung als Lehrerin anschloss. Sie hatte sich bewusst dafür entschieden und fühlte sich gut vorbereitet. Das Jahr als kommisarische Schulleitung hatte ihrem Selbstbewusstsein gut getan.

Sie nannte diese Seite des Wendepunktes „Schulleitung mein logischer nächster Schritt“, der griffige Name, den sie wählte war, „Weiterentwicklung“.

Leben ist wachsen.

Die andere Seite war für sie, das ihr der kollegiale Austausch, die Gemeinschaft mit den Kolleg*innen unglaublich wichtig war. Sie hatte jahrelang daraus ihre Kraft gezogen und sich nach den Ferien auf die Kinder gefreut, aber fast noch mehr auf die Kolleg*innen. Nun hatte sie das Gefühl, dass das zu Ende war. Es machte sie traurig. Andererseits verstand sie auch, dass es nichts persönliches war, sondern, dass sie als Schulleiterin eine andere Funktion hatte und es wichtig war, dass sie mit der Distanz, die die Kollegen zu brauchen scheinten, souverän umging.

Es ging für sie um die Akzeptanz der Schulleitungsrolle als eigenes Selbstverständnis und sie nannte diese Seite „Rollengestaltung“. Nun war klar, dass sie sich nicht als Opfer der Einstellungen der Kolleg*innen sehen würde, sondern dass sie tatsächlich ein ganz eigenes authentisches Selbst- und Rollenverständnis kreieren wollte.

Dafür nahmen wir uns einige Zeit im Coaching. Ich möchte den Prozess hier nicht vollständig darstellen, nur den Teil, den die Arbeit mit dem Lebenswendepunkt betrifft.

Karen überlegte sich Sätze, die mit „Ich, Karen bin als Schulleiterin…“ und kreiierte sich damit ein ganz eigenes Rollenverständnis. Bezogen auf die Zugehörigkeit zum pädagogischen Team überlegte sie sich, dass sie akzeptieren würde, dass sie nicht mehr so dazu gehörte, wie das als Lehrerin der Fall war. Doch sie wollte nicht ganz auf dieses Zugehörigkeitsgefühlt verzichten und überlegte weiter, wie könnte ihr das gelingen?

Der Lebenswendepunkt Schulleiterin werden

Nach einigen Tagen des Nachdenkens, kam sie auf eine smarte und einfache Idee: Warum nehme ich es nicht selbst in die Hand und schaffe diese Gemeinschaft. Und das tat sie.

Sie kochte einmal im Monat Freitagmittags in der Schulküche Spagetti für die Kollegen. Mit diesem zwanglosen Essen wollte sie das Wochenende einläuten. Sie lud die Kolleg*innen dazu ein und diese freuten sich riesig über diese Wertschätzung ihrer Chefin und kamen sehr gerne. Karen konnte bei diesen Essen ihr Bedürfnis der Zugehörigkeit erfüllen.

Karens Zufriedenheit mit ihrer Rolle wuchs wieder.

Bald übernahmen die Kollegen abwechselnd das Kochen am Freitag und verwöhnten ihre Führungskraft und sich selbst mit diesen geselligen Essen. Die Anerkennung und die Akzeptanz trug Karen auch in schwierigen Zeiten. Es war ihr gelungen, ihren Lebenswendepunkt positiv zu gestalten.

Hätte sie das nicht aktiv gemacht, hätte es sein können, dass sie begonnen hätte ihre Entscheidung Schulleiterin zu werden zu hinterfragen oder zu bereuen. Dieser Prozess hatte ja sogar schon begonnen. Wäre er weitergegangen, hätte das leicht zu Unzufriedenheit und Zweifel geführt. Möglicherweise hätte sie und ich viel Energie darauf verwendet, sich zu fragen, ob eine Entscheidung richtig war.

Durch die bewusste Gestaltung der Lebenswendepunkte vermeidest du das.

Der Effekt auf die insgesamte Lebenszufriedenheit lohnt sich.

Das Beispiel von Karen zeigt das, wie ich finde sehr deutlich.

Stehst du gerade vor einem Lebenswendepunkt?

Ich hoffe es für dich, denn sie sind das Salz in der Lebenssuppe!

Sandra Schumacher

Wunder. Fliegen. Weiter.

Darf ich mir als Schulleiterin selbst freigeben?

Schulleitung sein

Oder warum dauert Entwicklung machmal so lange?

Am 20. Dezember 2015 heiratete meine beste Freundin in Münster. Ich war zu dieser Zeit Schulleiterin in Erlangen, Bayern und sollte Trauzeugin sein.

Es war eines der wenigen Jahre, in dem Bayern als einziges Bundesland noch Schule bis direkt vor Weihnachten hatte.

Das höchste christliche Fest und ausgerechnet das traditionelle Bundesland Bayern lässt seine Familien und Lehrer bis direkt vor den Feiertagen in die Schule gehen.

Dieses Thema beschäftigte viele meiner Kollegen, mich nicht so sehr.

Was mich hingegen beschäftigte, war, dass ich auf keinen Fall als Schulleiterin einen Tag früher in die Weihnachtsferien gehen wollte.

Ich sah mich sehr stark in der Vorbildfunktion und sah mich in der Solidarität mit meinen Kollegen.

Ich nahm mir einen Tag Bedenkzeit. Es war schließlich meine beste Freundin, die ich sowieso viel zu selten traf und ich wusste, wie wichtig es ihr war, mich dabei zu haben.

Ich überlegte und hatte sehr schnell meine Entscheidung getroffen.

Dann rief ich meine Freundin an und teilte ihr schweren Herzens meine Entscheidung mit: Ich könne auf keinen Fall ihre Trauzeugin sein, weil in Bayern noch Schule war und es keine Möglichkeit für mich gäbe zu ihrer Hochzeit zu kommen.

Das ist mein Bewerbungsfoto für die Schulleitung

In den folgenden Jahren ermöglichte ich immer wieder Kollegen zu allen möglichen familiären oder privaten Ereignisse die Arbeit anders zu verteilen und auch mal früher in die Ferien zu gehen.

Das war mir sehr wichtig, denn ich bin der Überzeugung, dass die Motivation für die Arbeit dadurch, dass wir unser soziales Leben pflegen,wächst und die Freude an der Arbeit auch.

Das schultern wir als Kollegium auch gut, mal hilft der eine, mal der andere. Ein Netz der Unterstützung eben.

Warum habe ich das für mich nicht in Anspruch genommen?

Diese Frage war noch jahrelang in meinem Hinterkopf und heute acht Jahre später mache ich mich mal an einen Erklärungsversuch:

Ich war in diesem Jahr noch nicht in der Schulleiterrolle gut angekommen. Ich war innerlich noch unsicher.

Wäre ich souverän und sicher gewesen, hätte ich gehen können, den Kollegen vertrauen, dass sie diesen letzten Schultag gut meistern können und das Fest mit meinen Freunden genießen.

Ich hätte mir selbst erlauben können, dass ich es verdient habe und es okay ist.

Hätte ich mir selbst einen Rat geben können, in dieser Situation, hätte ich mir genau das geraten.

Was wieder zeigt, wie schlecht wir als unsere eigenen Berater sind. Oder sein können.

In den Osterferien danach, fuhr ich nach Münster und ging mit meiner Freundin Essen im Restaurant, indem die Hochzeit stattfand.

Noch Jahre danach tat es mir leid, dass ich nicht dabei war.

Ich habe mittlerweile gelernt freundlicher, offener und netter mit mir selbst zu sein.

Warum hat das so lange gedauert?

Sandra Schumacher

Digitalisierung in der Bildung oder das ist Lernen für mich

Eigenständig Lernen - eine wahre Geschichte

Es war Ende November und alle Kinder meiner Lerngruppe (ich arbeitete zu der Zeit als Klassenlehrerin einer 1.-4. Klasse gemischten Lerngruppe an der Montessori-Schule), die im September eingeschult wurden, lasen bereits. Alle, bis auf einen.
Eines Morgens erzählte ich eine Geschichte. Sehr begeistert erzählte ich sie, denn Begeisterung ist der Feenstaub beim Lernen, also das Zaubermittel.

Eine wahre Geschichte

Es war eine wahre Geschichte und sie handelte von einer Löwenfamilie und davon, wie diese ihre Aufgaben verteilten und was jeder zu tun hatte in der Löwengruppe. Ich verzichtete darauf den Löwen Namen zu geben oder sie sonst wie zu verniedlichen. Die Geschichte war eine begeistert und spannend erzählte Sachinformation zum Thema „Lebenswelt der Löwen“.

Eine Erkältung als Lernkatalysator

Dann war ich eine Woche krank. Mich hatte eine Erkältung erwischt, was leider leicht passiert, wenn man jeden Tag mit über 20 Kindern zusammen ist.
Als ich wieder da war, konnte der Junge lesen. Ich war sehr erfreut und fragte ihn:“ Was ist passiert? Das ging ja jetzt schnell.“ Er antwortete: „Ja, du warst ja krank.“ Ich schaute ihn verblüfft an, da ich überhaupt nicht verstand, was ich mit seinem Lesenlernen zu tun haben könnte, zumal ich ja nicht mal in der Schule war. Er meinte: „Ja, ich wollte ja wissen, wie das mit den Löwen genau ist und ich konnte dich nicht fragen, also habe ich lesen gelernt, ganz viel über Löwen gelesen und nächste Woche halte ich ein Referat dazu.“
Wow. Noch heute, viele Jahr danach, bekomme ich eine Gänsehaut, wenn ich seine Worte aufschreibe.
Es hat mich sehr berührt.

Was ist Lernmotivation?

Wie schnell und wie viel und wie gut ein Mensch lernen kann, wenn es nötig ist, um das Interesse, unsere stärkste Motivation zu befriedigen.
Meine Definition lautet: Lernen ist Motivation und Verbindung.

Und diesen Jungen musste man nicht mit einem Tablet oder einer tollen Lernoberfläche zum Lernen verlocken. Es war die Verbindung zum Thema in Kombination mit der Bindung zu mir, seiner Lehrerin, die ihn zum Lernen brachte. Er brauchte als Lernumgebung einen Raum voller Sachbücher. Wahrscheinlich hätte sogar ein gutes Buch ausgereicht.

Egal welches Lernmedium wir einsetzen, wir sollten uns fragen, ob es der Bindung und der Motivation dient. Wenn die Lernumgebung verschiedene Möglichkeiten bereit hält, um das Gleiche zu lernen, suchen sich die Kinder und Jugendlichen das Medium aus, mit dem sie am besten zurecht kommen.

Das kann ein Buch sein, ein Schülervortrag, ein Film, eine Zeitschrift, ein Bild, eine Lernsoftware, was auch immer. Abhängig vom Thema und vom Alter des Kindes, oder des Jugendlichen.

Und in der Abwechslung liegt der Reiz, das kann ich aus eigener Erfahrung sagen. Ich liebe Visualisierungen, die liebevoll gestaltet sind, lese gerne am Kindle, Sachbücher hingegen lieber auf Papier. Ich mag die technischen Möglichkeiten, wie Videokonferenzen genauso, wie webbasierte Präsentationen.

Und ein persönliches Treffen und Ideenentwickeln auf einer Flipchart ist ebenfalls toll.

Was meinst du dazu? Ich staune über das Spektrum, das uns zur Verfügung steht und ich möchte alles nutzen, auch und gerade wenn ich Schulen unterstütze.

Sandra Schumacher

Wunder. Fliegen. Weiter.

Wunderbare Elterngespräche – ein grundsätzliches Umdenken ist nötig

Was braucht ein beziehungsorientiertes Elterngespräch?

Elterngespräche als sicherer Ort

🎈Lasst uns die Elterngespräche zu einem sicheren Ort machen, an dem weder Lehrer noch Eltern auf alles eine Antwort wissen müssen, sondern wo wir gemeinsam Lösungen kreieren.

Wenn das unser Ziel ist, dann ist ein Gespräch dann erfolgreich, wenn es ein Moment gelingender Beziehung ist.

Ein Moment gelingender Beziehung

Und diesen Moment spürt man.

Folgende vier Tipps helfen enorm:

Bedenke im Gespräch immer die vier Seiten einer Nachricht (Sachebene, Beziehungsebene, Selbstauskunft und Appell).
Die Berücksichtigung dieses Kommunikationsprinzips ist grundlegend wichtig.

Bedenke im Elterngespräch immer, dass die Eltern in die Schule kommen und sich also auf deinem Spielfeld befinden.
Verhalte dich wie ein Gastgeber, mach es deinen Gästen so angenehm wie möglich. Fühle dich verantwortlich für eine gute Atmosphäre. Gestalte einen „sicheren Platz“ an dem sich die Eltern öffnen können, sei auch selbst bereit dich zu öffnen und zwar zuerst.

Die Eltern haben dir ihr Wichtigstes auf der Welt anvertraut – ihr Kind, ihr ein und alles. Denke immer daran, wenn du sprichst.

Sorge für einen klaren Ablauf, beginne das Gespräch bewusst und beende das Gespräch bewusst. Kündige deine Themen an, lade die Eltern ein, ihre Themen gerne mit einzubringen.

Übernimm das Zeitmanagement.

Offene Gesprächskultur

Und ja es wird offen über alles gesprochen, auch über Sorgen oder Wünsche und diese müssen nicht schwer und belastend sein, sie sind einfach da.

Unsere Gefühle sind wichtig und wertvoll, müssen aber nicht in positiv und negativ eingeteilt werden. Sie können in einer offenen Gesprächsatmosphäre einfach sein.

Daran erinnern sich die Gesprächspartner*innen gegenseitig.

Vision wird Realität

Wünschst du dir, dass diese Vision deine Realität wird?

Wünschst du dir, dass eine produktive Resonanz entsteht zwischen Schule und Elternhaus?

Wünschst du dir, dass du sicher sein kannst, dass die Eltern dir als Pädagog*in vertrauen?

Dass du dir sicher sein kannst, dass die Eltern wenn sie etwas von dir, deinem Unterricht oder deiner Kommunikation hören, sofort denken: „Da frage ich mal direkt nach, das kann so nicht stimmen“ oder dass sie denken „Die Lehrer*in meines Kindes weiß was sie tut, sie sieht mein Kind und weiß was es braucht. Ihre Entscheidungen sind fundiert, durchdacht und zum Besten meines Kindes?“

Gegenseitig voneinander das Beste erwarten und davon ausgehen, dass jeder an seiner Stelle das Beste für das Kind möchte und zwar das Allerbeste, das ist Bedingung und Folge solch einer offenen Begegnung.

Sandra Schumacher

Wunder. Fliegen. Weiter.

Teamsitzungen als Schulleitung vorbereiten – drei Fehler, die du niemals tun darfst!

Eine Schulleiterin plant die Teamsitzung

Ich habe als Schulleiterin sehr viele Teamsitzungen vorbereitet und habe dadurch selbst schmerzlich drei Fehler gemacht, vor denen ich dich in diesem Text unbedingt warnen möchte.

Fehler sind unsere Helfer, ja das stimmt, aber diese Fehler kannst du dir ersparen, denn die habe ich gemacht. Du musst sie also nicht wiederholen.

Jetzt geht es los:

Formalien sind uncool

Mein erster Fehler war, dass ich mir über die Formalien einer Teamsitzung keine Gedanken gemacht habe.

Ich habe mich richtig gut vorbereitet und dachte, dass wäre das wichtigste.

Tatsächlich war es dann so, dass ich in meinen ersten Teamsitzungen so abgelenkt war, dass ich meine gute Vorbereitung gar nicht wirklich umsetzen konnte.

Mir gingen folgende Gedanken durch den Kopf: „Mist, jetzt schreibt keiner Protokoll, das muss ich noch anleiern.“ oder „Ist eigentlich Klara Hase da, ich sehe sie gar nicht, wie kann das sein?“

Mit diesen Gedanken lenkte ich mich selbst vom Inhalt ab und störte den Fluss der Teamsitzung.

Also jetzt kommt mein wertvoller Tipp an dich, achte auf die Formalien.

Führe mindestens drei Grundformalien ein: Protokoll, Anwesenheitsliste, Ablauf.

Fokus auf die Inhalte

Dann können du und dein Team sich auf die Inhalte fokussieren. Das hilft enorm.

Du kannst die Formalien auch deligieren, damit dein Kopf freier ist.

Die Teamsitzung – voll bis zum Überquellen

Mein zweiter Fehler war, dass ich alles was mir wichtig war reingepackt habe, in die Teamsitzung. Ich wollte die Zeit der Kolleg*innen eben gut nutzen.

Das war aber keine gute Idee, denn die Kolleg*innen kommen aus dem Unterricht, sind müde und haben eine aktivierende und motivierende Teamsitzung verdient.

Eine achtsame Schulleitung achtet auf motivierende Teamsitzungen

Sie brauchen auch tatsächlich eine aktivierende und motivierende, um dich als achtsame Schulleitung wahrzunehmen.

Wie kann dir das gelingen?

Strukturiere die Teamsitzungen klar und nachvollziehbar. Visualisiere die Struktur und führe Ablaufpunkte ein, die immer gleich sind. Ritualisiere also den Ablauf und sorge damit für Sicherheit.

Ergänze die ritualisierten Punkte durch neue, spannende.

Ohne Feedback fehlt dir was

Nicht sofort nach Feedback zu fragen, war mein dritter Fehler. Ich gab wirklich mein Bestes, mein Allerbestes, um gute Teamsitzungen vorzubereiten.

Immer wieder war ich danach fix und fertig und hatte das Gefühl es den Kolleg*innen nicht recht machen zu können.

Da kam ich auf die Idee, eine Kolleg*in vor der Teamsitzung zu bitten, mir doch im direkten Anschluss Feedback zu geben, was gut und was nicht so gut gelaufen war.

Die kritischste Stimme gibt Feedback

Ich wählte dafür meine kritischste Stimme aus.

Die Kollegin, die immer wieder sehr kritische Anmerkungen während der Teamsitzung gemacht hatte. Und was soll ich sagen. Ab diesem Moment lief es viel, viel besser. Die Kollegin nahm ihre Aufgabe sehr ernst und gab mir fundiertes Feedback nach der Sitzung. Kein einziges Mal kritisierte sie mich sehr während der Sitzung. Die Teamsitzungen verliefen für mich ab diesem Moment deutlich entspannter und wesentlich angenehmer.

Ein Feedback unter vier Augen ist eben viel angenehmer und konstruktiver für alle.

Schreibe mir gerne von deinen Erfahrungen mit deinen Teamsitzungen.

Gerne reflektiere ich sie mit dir. Viel Freude bei der Umsetzung meiner Tipps.

Sandra Schumacher

Wunder- Fliegen- Weiter.

Schulentwicklung: Schule – ein lebendiges Wesen

Ich benutze gerne Metaphern, um komplexe Zusammenhänge durch Bilder klarer zu bekommen.
Heute möchte ich Schule mit einem Baum vergleichen.

Bäume spenden uns Ruhe und Sauerstoff.

Auch Schule sollte den Kindern und Jugendlichen und den Pädagoginnen und Pädagogen und den Familien insgesamt Ruhe zum wachsen, zur Entwicklung und die gute Luft zum Leben spenden.

Bäume sind der Inbegriff des Lebens und der Veränderung.

Je nach Jahreszeit sieht ein Baum komplett anders aus.

Er steht fest, immer an seinem Platz, er symbolisiert Beständigkeit und Standfestigkeit, Halt und Sicherheit und dennoch verändert er sich je nach Jahreszeit und je nachdem auf welche Umweltbedingungen er trifft. Die gleiche Baumart kann an verschiedenen Standorten ganz unterschiedlich gut gedeihen und damit auch sehr unterschiedlich aussehen.
Das hast du sicher schon einmal gesehen, der prächtige Baum mit unzähligen Blättern stark und gerade gewachsen. Mit wenigen, aber großen und formschönen Früchten oder der Baum am Waldrand, vom Wind schief geweht. Mit wenigen Blättern, dafür schief in sich, behauptet er sich neben seinen geraden Artgenossen, die ihm den Raum nehmen.
Ich finde Bäume schön, die auf ihre eigene Art und Weise gewachsen sind. Unser Weihnachtsbaum ist immer ein wenig schief und damit auch besonders. Das gefällt mir und finde ich eher bereichernd, als störend.

Schule als ein Booster-Wachstumsort

Was sind die guten Bedingungen für Schule, die sie gut gedeihen und wachsen lassen. Mit festen Wurzeln im Boden, einem stabilen dicken Stamm, vielen Ästen, saftig grünen Blättern, schönen schmackhaften Früchten und einer Krone, die einen herrlichen Abschluss eines wunderbaren Lebewesens bildet?

Eine Schule, die die Basis für ein selbstbestimmtes Leben für die nachwachsende Generation legt.

In Verantwortung für den Einzelnen, für die Gemeinschaft und für die Umwelt?

Die Baummetapher

Wenn Schule ein Baum ist, dann sind die Wurzeln das Leitbild und die Werte.

Die Erde ist das pädagogische Konzept.

Der Stamm, der alles zusammenhält ist das „Wir“- das Miteinander, die Gemeinschaft.

Die Äste, weit verzweigt, sind die Bindungen und Beziehungen aller miteinander. Diese Beziehungen zeigen sich im Klassenrat, Schülerrat, Schulrat, Leitungsteam, Pädagogenteam, in allen Gremien der Zusammenarbeit und in der Kommunikation.

Die Blätter sind die pädagogische Umsetzung. Zum Beispiel das freie Lernen, die Altersmischung, die Projektarbeit, das Forschen und die Darbietungen und Referate.

Die Früchte sind die „Highlights“, die Dinge auf die wir alle stolz sind und wo wir merken: Ja, hier wächst etwas Gutes heran, hier findet Entwicklung statt.

Die Baumkrone schließlich ist die friedliche Gesellschaft, die sich bildet, wenn die Kinder und Jugendlichen stark und selbstbestimmt aufwachsen, im Einklang mit sich und ihren Stärken.
Satt und genährt. Und die Baumkrone bildet sich auch aus den Erwachsenen, die mit der Schule in Verbindung stehen.

So kann Schule ein richtiger Booster-Wachstumsort sein.

Nicht alle Schulen sind stattliche, gleichmäßig gewachsene Bäume

Man sieht Schulen, die als Baum nicht gleichmäßig gewachsen sind, die einen dicken Stamm, aber verkümmerte Wurzeln haben, oder deren Früchte die Äste bis auf den Boden hängen lassen und deren Stamm diese Früchte gar nicht tragen kann. Warum ist das so?

Auf die Nachhaltigkeit und das gute Fundament kommt es an.

Ja ein lebendiges Wesen braucht so einiges, um gut zu gedeihen und in der Komplexität der Schule alles im Blick zu halten und die Organisationsentwicklung gut zu begleiten gelingt den wenigsten.

Woran zeigt sich konkret die unausbalancierte, planlose Entwicklung?

Spürbar ist es zum Beispiel am hohen Krankenstand der Pädagogen, am überdurchschnittlich hohen Personalwechsel. Immer wieder verlassen Familien aus Unzufriedenheit die Schule, auch mitten im Schuljahr. Die Schulleitung ist überarbeitet, hat zu viel zu tun. Die Pädagogen stöhnen über Überforderung und die Schulentwicklung staut sich.
So brennen motivierte idealistische Pädagogen aus. Das muss aber nicht sein! Und das soll auch nicht sein!

In vielen Schulen ist einiges gut entwickelt, die wenigstens sind in allen Entwicklungsbereichen richtig gut aufgestellt.

Die Investition von Zeit in die nachhaltige Entwicklung der Schule ist vielfach richtig eingesetzt.

Jede Zeiteinheit, die in die gute Fundierung der Schule investiert wird, lohnt sich auf lange Sicht vielfach. Wenn ein Teamtag dafür genutzt wird, ein Leitbild zu erarbeiten, sind die Wurzeln des Baumes sicher verankert. Wenn dieses Leitbild schriftlich fixiert wird, in der Schule aufgehängt wird, jedem neuen Mitarbeiter und auch den neuen Eltern gegeben wird und immer wieder darüber gesprochen wird, dann hat die Schule richtig gute Wurzeln, die auch bei Wind und Wetter, bei Konflikten und in Krisen sehr gut dasteht, weil sie vorbereitet ist.
Wenn die Werte klar sind und man sich auf einer gemeinsamen Grundlage bewegt, wächst das gegenseitige Verständnis und bei Neueinstellungen können gezielt Erwartungen formuliert werden.

Das macht im Alltag einen riesigen Unterschied.

Wenn Pädagogen und Leitung einen vollen Werkzeugkasten pädagogischen Wissens und pädagogischer Tools zur Verfügung haben, der gemeinsam immer wieder aktualisiert und erweitert wird, dann entsteht eine gemeinsame Ebene der Professionalisierung, Motivation und Leichtigkeit. Das Arbeiten wird klarer und ruhiger.
Wenn es einen Kommunikationsleitfaden gibt, der genau festlegt, wie, wer mit wem worüber spricht, dann erreicht man Klarheit, Synergien und nimmt auch kommunikativ schwächere Pädagogen (ja, die gibt es :)) an die Hand und schützt sie vor Überforderung.
Wenn die Struktur der Teamsitzungen, der Vor- und Nachbereitung gut geregelt ist, dann werden Besprechungen zu Motivationskicks.
Wenn die Aufgaben und Verantwortungen klar geregelt sind, bliebt genug Kraft übrig, um aktuelle Themen zu erledigen, um auf überraschendes entsprechend zu reagieren.

Selbstbewusst und klar wird der Stamm, das „Wir“ gestaltet und gelebt.

Neue Menschen sind leicht einzufügen und zahlreiche bunte Blätter wachsen am Baum. Denn diese brauchen die Grundlage des gemeinsamen Verständnisses, damit eine gute Entscheidungsgrundlage da ist, welche Blätter immer da sind und welche zusätzlich dazukommen dürfen.

Bäume machen komplizierte Dinge. Sie wandeln Kohlendioxid in Sauerstoff um und dafür brauchen wir sie dringend. Sie sind also wichtig für uns.
Auch Schule ist sehr wichtig für uns. Nach der Familie, die die Keimzelle der Gesellschaft ist und die wichtige Grundlage für das Lernen legt, schafft sie im Anschluss an den Kindergarten für viele Jahre ein Umfeld für das Kind und dann für den Jugendlichen, indem wachsen, sich verändern, dazulernen und sich als Persönlichkeit zeigen eine runde Ergänzung findet durch die Gemeinschaft.

Die Kinder und Jugendlichen fühlen sich als Teil einer Gemeinschaft, die sich wahrnimmt, die sich gegenseitig unterstützt und die ein Geben und Nehmen ist.

Auch die Pädagogen sind Teil dieser Gemeinschaft. Man fühlt sich miteinander wohl. Jeder ist wie er ist, wird in seiner Individualität akzeptiert und die Gemeinschaft gibt Halt, Heimat, den Ort eben, wo man hingehört.

Und die Eltern gehören natürlich ebenfalls dazu, zu diesem Wachstumsort, denn Elternschaft bedeutet Persönlichkeits-Wachstum und Familie findet in der Schule Ergänzung, Unterstützung und Gemeinschaft.

Beziehungsorientiert und in gegenseitiger Wertschätzung.

Dabei sollte Schule immer wieder überlegen, wie der Boden zusammengesetzt werden sollte, damit jeder einzelne Mensch an der Schule sich authentisch in seiner Einzigartigkeit zeigen kann.

Schule sollte ein Booster-Wachstumsort sein.

Für die Kinder und Jugendlichen und genauso für die Pädagogen und Eltern.
Und so einen Ort ist zu gestalten, kann so richtig Spaß machen.
Bindungsorientierte Pädagogik, freies Lernen, klare Mitbestimmungs- und Gestaltungsräume für ALLE und eine altersentsprechende, inklusive, jahrgangsgemischte Pädagogik mit kompetenzorientierten, individualisierten Feedbackformaten.
Das könnte ein passender Rahmen sein.
Damit Schule die Basis legen kann für ein selbstbestimmtes Leben.

Ist das nicht eine richtig tolle Vision, in die es sich lohnt zu investieren?
Ich finde ja.

Sandra Schumacher
Wunder. Fliegen. Weiter.

Echte Montessori-Freiarbeit, so funktioniert sie

Im Zimmer der jahrgangsgemischten Lerngruppe (1-4) von der ich heute erzählen will, herrscht konzentrierte Ruhe. 22 Kinder arbeiten am Boden, auf dem großen roten runden Teppich in der Raummitte, auf einer Bank am Fenster und an Tischen.

Wie beschreibt man diese besondere Atmosphäre? Wie fängt man die energiegeladene Konzentration ein?

Ich versuche es mal durch die genaue Beschreibung:

Ganz vertieft und konzentriert sind die Kinder bei der Arbeit mit verschiedenen Materialien an unterschiedlichen Themen und vielfältigen Aufgaben.
Zwei kleine Jungs rechnen mit blauen, grünen und roten Perlen und schreiben ihre Lösungen mit Farbstiften der gleichen Farbe auf.
Drei verschieden alte Mädchen sitzen an einem Tisch: Abwechselnd liest ein Mädchen einen Satz von einer Karte ab und die anderen beiden antworten. Es geht um den Lebensraum von Steppentieren.
Eine gemischte Gruppe Mädchen und Jungs verschiedenen Alters ist gerade mit geometrischen Körpern in den Nebenraum gegangen: Durch die Glastüre sehe ich, dass sie die blauen Holzkörper sortieren und sich dabei angeregt diskutierend unterhalten.
Drei Kinder sitzen für sich alleine. Zwei schreiben einen Text ab. Ein Kind hält Notizblätter in der Hand, auf denen Text und bunte Bilder zu sehen sind und murmelt frei sprechend vor sich hin. Es übt einen Vortrag, den es am Ende der Freiarbeit vor einer großen Kindergruppe halten wird.
Eine Lernbegleiterin sitzt mit sechs Kindern an einem Tisch im hinteren Raumdrittel. Sie gießt verschiedenfarbiges Wasser in große und kleine Glasgefäße. Eine Waage, ein Thermometer, eine große Schale mit Eiswürfel und ein Wasserkocher stehen bereit und es geht wohl um die Dichte des Wassers.

Eine weitere Lernbegleiterin sitzt am Teppich neben zwei Jungen, die Modelle mit verschiedenen Gesteinsformen befühlen.
Es klappert und brummt. Es murmelt und tönt. Es blättert und plätschert.

Sieht so eine typische Freiarbeitssequenz aus? Ja! Und es fasziniert mich, wie entspannt und gleichzeitig konzentriert die Atmosphäre im Raum ist. Wie viel das Auge entdecken kann und wie strukturiert dennoch das Gesamtszenario wirkt. Fast mühelos scheint diese Konzentration entstanden zu sein und das Zusammenspiel der verschiedenen Aktivitäten nebeneinander, scheint ergänzt durch ein übergreifendes, ineinander verzahntes Miteinander.

Der runde Teppich, der in Montessori-Schulen in jedem Zimmer zu finden ist, ist wohl das Erkennungsmerkmal dieser Reformpädagogik und auch das reichhaltige Arbeitsmaterial, das in den zahlreichen Regalen an drei Wänden des Raumes zu finden ist, fällt auf. Es ist vorwiegend aus unbehandeltem Holz und wirkt sehr klar, strukturiert und ansprechend auf den Betrachter.

Insgesamt strahlt der Raum eine gemütliche Atmosphäre aus. Strukturiert und reichhaltig. Man merkt, dass hier Arbeit im Prozess aufbewahrt wird. In einer Zimmerecke stehen zum Beispiel zusammengerollte Plakatrollen in einem umfunktionierten Papierkorb. Auf einem Regalbrett stehen Petrischälchen mit verschieden farbigen Flüssigkeiten, die auf den nächsten Arbeitsschritt warten.
Mich erinnert der Raum an ein Labor, das zu vielfältigen Forschungsaktivitäten einlädt und dieser Eindruck wird verstärkt durch die verschiedenen Tätigkeiten, die zu beobachten sind.

So reichhaltig und vielfältig kann Lernen sein!

Konkret, abstrakt, praktisch, theoretisch, kompliziert und ganz einfach.

Verschieden, einfach so wie jedes dieser Kinder, die man auch Schüler nennt. Hier fällt mir ein Zitat von Gerald Hüther ein, dem bekannten deutschen Neurowissenschaftler, der das gehirngerechte Lernen zu seinem Thema gemacht hat: „Kinder agieren wie Kinder, nicht wie Schüler.“

Und das nimmt die Montessori-Pädagogik ernst. Sie schafft eine forschende Lernatmosphäre, in der das Kind auf seinem jeweiligen Interessens- und Wissensstand forschend lernen kann. Einfach super, weil absolut gehirngerecht. Das Kind ist Kind, so einfach ist es, wenn es darum geht „die angeborene Lust am Entdecken und am gemeinsamen Gestalten“ (Zitat Gerald Hüther) zu bewahren und als Ausgangspunkt für ein nachhaltiges und qualitativ hochwertiges Lernen zu nehmen. Dieses Prinzip hat Maria Montessori als fortschrittliche Naturwissenschaftlerin bereits vor 100 Jahren erkannt und die heutige Aktualität ist offensichtlich. Absolut stärkenorientiert und voll Vertrauen in die kreative und machtvolle Gestaltungskraft des Kindes! Die Montessori-Pädagogik nimmt die kindlichen Ideen und Fragen ernst und begleitet die Kinder respektvoll zu selbst gefundenen Antworten.

Viele Erwachsene, denen ich von der Montessori-Pädagogik erzähle, sagen: „Hätte ich nur selbst so entdeckend lernen können, dann wären mir viele Zusammenhänge klar geworden.“
Ja, das finde ich auch.

Sandra Schumacher
Wunder- Fliegen. Weiter.