Der Tag vor der Schulschließung aus meiner Sicht

Ich war in einer großen Schule in Niedersachsen.

Schulinterne Lehrerfortbildung für über 100 Pädagog*innen.

Mein Workshop, den ich für knapp 20 Lehrer*innen hielt, hieß „Beziehungsorientierte Elterngespräche“.

Ich war erkältet und hustete etwas, was sich im Zug schon etwas komisch anfühlte. Waren doch die Zeitungen voll von Covid-19. Meine Kollegin kam aus Berlin und sie stieg in den ICE in Hannover, in dem ich schon seit Nürnberg saß.

Keine Umarmung, kein Händeschütteln.

Unsere Stimmung war gut, wir freuten uns darauf das „Beziehungslernen“ in eine weitere Schule zu bringen.

Gleichzeitig lag auf uns ein schwerer Mantel der Unsicherheit.

Viele Fragen gingen mir durch den Kopf

Würden zukünftige Weiterbildungen abgesagt?

War es verantwortungsvoll durch ganz Deutschland zu fahren und mit vielen Menschen im Zug zu sitzen, die vielleicht Skifahren waren und aus den betroffenen Gebieten einen stillen Begleiter, den Virus bei sich hatten?

War meine Erkältung wirklich eine einfache Erkältung, oder hatte ich selbst diese neue Gefahr in mir?

Ich war ja nirgendwo, wo ich mich hätte anstecken können, aber konnte ich mir dessen sicher sein?

Was bedeutete verantwortungsvolles Verhalten?

Wie sah verantwortungsvolles Verhalten aus, war mein Verhalten das Gegenteil?

Es schien sich etwas Großes anzukündigen, was schwer fassbar war, das spürten wir. Eine schleichende Bedrohung, die mit jeder Horrornachricht aus Italien näher an Deutschland ran kam.

Würde es uns persönlich betreffen? Vielleicht sogar unser Leben einschränken und/oder verändern? Der Gedanke, so absurd er mir an diesem Tag vorkam, sollte schneller zur greifbaren Realität werden, als ich mir das in diesem Moment im ICE noch vorstellen konnte.

Am nächsten Tag stand also die „Einführung ins Beziehungslernen“ für über 100 Lehrer*innen an und auch einige Schüler*innen waren an diesem Tag freiwillig in die Schule gekommen.

Die Arbeit mit dieser relativ großen Menschengruppe war herausfordernd und spannnend. Die Jugendlichen waren voll dabei und äußerten ihre Meinung sehr reflektiert. Ein Junge sagte: „Ich brauche zu meinen Lehrern eine vertrauensvolle Beziehung, dann kann ich gut lernen.“

Die Schüler*innen bereicherten die Diskussion

Wow, hier haben wir es, die Jugendlichen wissen oft doch mehr, als wir denken..

Nach dem Mittagessen leitete ich dann den Workshop „Beziehungsorientierte Elterngespräche“. Es waren nur Erwachsene da, klar das Thema war für die Kinder nicht so interessant.

Mein Workshop „Beziehungsorientierte Elterngespräche“

Ich mag das Thema Elterngespräche, weil die Pädagog*innen viele Erkenntnisse haben.

Sie nehmen die Sichtweise der Eltern ein, beschäftigen sich mit ihren eigenen Erwartungen und Bedürfnissen und vergleichen diese mit denen der Eltern. Die Gespräche werden sofort besser durch meine Arbeit, denn eine empathischere und verständnisvollere Grundhaltung der Pädagogi*innen wird anbahnt und die Lehrer*innen übernehmen die Verantwortung für die Gestaltung der Gesprächsatmosphäre. Das ist eine fruchtbare Grundlage für eine Zusammenarbeit, die offen und respektvoll ist und der guten Begleitung des Kindes oder des Jugendlichen dient und ihn ins Zentrum der Aufmerksamkeit rückt.

Sätze, die uns zur Beziehung führen

Die ersten beiden Stunden arbeiteten wir konzentriert und produktiv. Es herrschte eine gute Atmosphäre und ein offenes Miteinander.

Die Stimmung änderte sich von jetzt auf gleich

Dann in der Pause veränderte sich die Stimmung plötzlich radikal. Die Luft knisterte und war mit einer Spannung aufgeladen, die ich mit allen meinen Sinnen spürte: Eine Lehrerin hatte eine Pressemitteilung am Handy gelesen, in der die Presse Schulschließungen für Niedersachsen ankündigte. Die Meldung war inoffiziell und reißerisch und eigentlich nicht mehr als Tratsch im öffentlichen Raum.

Doch war etwas dran?

Die Lehrerin las vor: Die Landesregierung bereite eine landesweite Schulschließung vor, es gäbe noch keine offizielle Pressemitteilung, aber aus sicherer Quelle….

Ein Lehrer machte einen Witz darüber, was er alles tun würde, wenn er eine Woche keine Schüler hätte. Eine Kollegin antwortete: „Dann hängen wir einfach noch ein paar Tage Weiterbildung dran, nörig hätten wir es ja.“

Das Lachen der Kolleg*innen war nervös und spiegelte die unsichere Stimmung wider.

Was war da los?

Stellte sich unser Leben gerade auf den Kopf? Was konnten wir tun, um uns vorzubereiten?

Es legte sich ein bedrückendes Gefühl auf die Gruppe.

Ich hörte mich selbst, wie ich in lockerem Ton zu einer weiteren Tasse Kaffee einlud und das Kekstablett rum gab. Eigentlich war die Pausenzeit bereits vorbei. Konnte ich einfach zum normalen Weitermachen ermuntern, oder war das gerade unpassend. Während ich mich das noch fragte, kam eine Mitarbeiterin der Schulleitung in den Raum geplatzt. Am Ende der Workshopphase würden wir uns nun doch noch kurz im Plenum treffen.

Die Klärung der Verantwortung führte zum Thema zurück

Die Schulleiterin wolle etwas sagen zum Thema Schulschließung.

Gut, die Verantwortung und der nächste Schritt waren nun klar.

Das war für mich eine gute Gelegenheit zum Thema zurückzukehren.

Wie erleben Sie die Elterngespräche?

Die Konzentration vom Beginn erreichen wir nicht mehr. Dennoch gelang es mir und der Gruppe gemeinsam, uns in der verbleibenden Zeit auf die positiven Beispiele der resonanten Elterngespräche zu konzentrieren und die Zeit produktiv zu verbringen.

Das anschließende Treffen mit der Schulleiterin war kurz.

Sie konnte nichts sagen, machte aber klar wie die Informationswege laufen würden, wenn tatsächlich offizielle Infos der Landesregierung vorliegen würden.

Klar war, dass sie offizielle Anordnungen erwartete. Die Schulschließung wurde wieder ein kleines Stück realer.

Nach einer unruhigen Nacht, trat ich am nächsten Tag die Heimreise an.

Jetzt war mir klar, dass das erst mal meine letzte Zugfahrt sein würde, ich hielt Abstand am Gleis. Der ICE war so leer, dass es kein Problem war einen Platz für mich alleine zu finden. Anders sah das im Nahverkehr zwischen Nürnberg und Erlangen aus. Jeder Platz war besetzt, ich blieb mit meinem Koffer bei der Tür stehen.

Die geplante Fahrt zu einer Schule in Baden-Württemberg am nächsten Tag, sage ich gleich aus dem Zug heraus ab. Hier hatte ich bereits meine Definition von Verantwortung gefunden.

Zu Hause angekommen fand ich das Einkaufen etwas beunruhigend. So leere Regale hatte ich noch nie gesehen.

Generell arbeite ich ja sowieso meistensim Homeoffice und online. So dass ich meine Umstellung auf die neue Situation #stayhome recht sanft war.

Meine Coachings mit Schulleiter*innen

Bei meinen Coachings mit den Schulleitern änderten sich die Inhalte natürlich hin zum Krisenmanagement und zum Finden der eigenen Position in dieser neuen Herausforderung.

Ein neuer Denk-Raum wird nötig

Mein Ansatz ist es durch Fragen zu unterstützen und den Denk-Raum zu eröffnen:

Wie kann ich als Schulleiter*in meine Verantwortung definieren?

Wie kann ich eine Minimumlinie ziehen, wie oft ein Kind etwas von seinem Lehrer hört: ist der persönliche Kontakt einmal in der Woche ausreichend?

Wir kennen unsere Schüler*innen so gut, wir wollen individuelle Begleitung auch im Homeschooling hinbekommen. Wie können wir das machen?

Was sagt der Elternbeirat, haben wir gemeinsam gute Ideen, die zu uns passen?

Haben wir Familien in prekären Sitautionen an unserer Schule, die wir besonders unterstützen sollten?

Kreativität und ungewöhnliche Ideen fern von den gewohnten Kommunikationsstrukturen sind hier gefragt und ich helfe gerne beim Suchen und Finden neuer Wege.

Der erste Schritt ist es außerhalb der gewohnten Denkstruktur zu sein, denn Schule hat sich jetzt neu zu erfinden.

eine ganz neue Situation

Dazu werde ich in meinem nächsten Blogpost etwas sagen.

Schließen möchte ich diesen Artikel mit einem Zitat aus dem Rahmenlehrplan des Landes Berlin/Brandenburg.

Es passt zu gut:

„In dem Maße, in dem sich die Welt verändert, in der wir leben, verändert sich auch die Sicht darauf, was und wie Schülerinnen und Schüler lernen sollen, damit sie ihren Weg gehen können.“

Sandra Scheeres (Bildungssenatorin Berlin) im Vorwort der RLP Berlin/Brandenburg

In diesem Sinn, lasst uns Veränderung leben und mit ihr in Bewegung bleiben, das führt zu Resilienz und Zukunftfähigkeit.

Herzlich Sandra Schumacher

Wunder. Fliegen. Weiter.

Wie ich mir Klarheit über die Schulleitung verschafft habe 🚀

Affirmationen bilden neue neuronale Verbindungen im Gehirn

12 Affirmationen für Schulleiter*innen

Ich möchte dich dazu einladen dir jeden Morgen 5 Minuten Zeit zu nehmen und diese 5 Minuten nur mit förderlichen Gedanken zu verbringen.

Als ich als Schulleiterin dieses Ritual fest in meine Morgenroutine eingebaut habe, ist meine Klarheit enorm gestiegen.

Meine Effektivität als Schulleeitung hat einen großen Sprung nach vorne gemacht. 🚀

Was sich vorher schwer angefühlt hat, wurde leichter. 🎈

Neue neuronale Verknüpfungen durch Affirmationen
Neue neuronale Verknüpfungen durch Affirmationen!

In nur 5 Minuten täglich!

Warum? Weil wir 70 0000 Gedanken im Durchschnitt täglich denken und viele davon nicht bewusst positiv, sondern unbewusst negativ ausfallen.

Das ist zum Beispiel der Fall, wenn du dir Sorgen machst, du dich innerlich maßregelst, weil du etwas vergessen oder übersehen hast oder du dich ärgerst.

Gerade wenn du (wie ich) sehr verantwortungsvoll bist und manchmal dazu neigst hart mit dir selbst umzugehen, sind diese 5 Minuten für dich goldrichtig und super wertvoll!

Richte dich also jeden Morgen bewusst auf Erfolg aus!

Fokussiere dich auf das Positive.

Richte dich darauf aus, dass du das Beste für dich und dein Umfeld erwartest, dass du das Beste wert bist!

Du wirst schon nach wenigen Tagen merken, dass dein Leben bewusster und leichter wird.

Affirmationen zeigen dir den Weg!

Dass du das in dein Leben einlädtst, was du durch deine Affirmationen visualisierst.

Schenke dir selbst diese 5 Minuten – lies die folgenden Affirmationen, schreibe sie auf (ein kleines Notizbuch oder Tgaebuch ist dafür optimal, oder mein Wunder- Fliegen- Weiter- Büchlein, das meine Coachees von mir bekommen) oder sage sie vor dich hin.

Egal was du wählst, wichtig ist, dass du es in voller Konzentration tust.

Fühle die Wahrheit der Affirmation mit jeder Zelle deines Körpers.

Ganz bewusst.

Genieße das Prickeln, das sich dabei in deinem Körper einstellt. Es stellt sich vielleicht nicht sofort ein, blieb also dran, es braucht etwas Übung.

Folgende 12 Affirmationen habe ich für dich erstellt:

1. Ich plane meine Tagesaufgaben klar und gut. 🎯

2. Ich treffe gute Entscheidungen. 👍

3. Mein Team unterstützt sich gegenseitig mit all seiner Kraft. 🤝

4. Ich bin eine kraftvolle Führungspersönlichkeit. 💪

5. Die Eltern an meiner Schule unterstützen unsere Arbeit voll Vertrauen.👥

6. Jeder Mensch in meinem Umfeld gibt sein Bestes. 💃🏻 🕺

7. Die Meinungen der Kinder und Jugendlichen an meiner Schule sind wichtig. 💡

8. Ich nehme meine Verantwortung ernst und mein Alltag darf sich leicht anfühlen. 🏖

9. Ich spüre den ganzen Tag über, dass ich von den Menschen um mich rum Unterstützung erfahre. 🚀

10. Meine Intuition ist mein Kompass. 🧭

11. Ich erreiche meine Ziele ganz spielerisch. 🎲

12. Ich bin von wunderbaren Menschen umgeben. 🤸🏻‍♂️

Und, wie fühlt sich das an? Gut, passend oder fehlt noch etwas?

Erstelle dir im zweiten Schritt doch weitere Affirmationen, die dir in deiner momentanen Arbeitssituation noch besser helfen. Wenn du die Wirkung einer Affirmation noch verstärken möchtest, drucke sie dir aus und hänge sie an einen Ort, den du täglich oft besuchst (Toilette?) oder richte sie dir als Handyhintergrund ein.

Und denk daran, neue Gewohnheiten brauchen im Durchschnitt 33 Tage, bis sie sich fest in unser Leben verankert haben.

Und wenn du Unterstützung brauchst, melde dich unbedingt bei mir, denn du musst es nicht alleine schaffen.

Deine

Sandra Schumacher

Wunder- Fliegen- Weiter.

Hat dir der Impuls geholfen, hast du eine Anregung oder möchtest du von dir erzählen, schreibe mir gerne: kontakt@sandra-schumacher.de

Literaturtipp:

Ein Superbuch zum Thema Morgenroutine, das ich uneingeschränkt empfehlen kann: Hal Elrod: Miracle Morning