Wenn die Arbeit in der Schule mühsam wird, kann die Lösung ganz leicht sein, wenn man sie erkennt…

Hanna ist ehrenamtliche Vorständin in einer kleinen freien Montessori-Schule. Sie ist seit einem Jahr im Vorstand und liebt die Vision der Schule des Selbstbestimmten Lernens. Deshalb möchte sie sich engagieren. Hanna findet die Vorstandsarbeit einfach toll, denn sie lernt so viel über Strukturen und Prozesse, über Gremienarbeit und Kommunikation. Am Liebsten mag sie es, dass die Energie bei den Vorstandstreffen so hoch ist. Sie spürt richtig, wie die gemeinsamen Werte den Vorstand verbinden. Die gemeinsame Vision gute Schule der Potenzialenntfaltung zu machen verbindet die Vorstandsmitglieder miteinander.

Zwei von Hannas drei Kinder besuchen die freie Schule, das kleinste Kind besucht das Kinderhaus.

Regelmäßig trifft sich der Vorstand auch mit dem pädagogischen Team. Zum Austausch, zur Strategieplanung und um die Wirkungsmessung des Schulkonzeptes zu besprechen, die schon seit dem zweiten Jahr des Schulbetriebs in Kooperation mit einer externen Beratung fest zur Jahresplanung gehört.

Die Treffen mit den Pädagog*innen fühlen sich so ganz anders an, als die Treffen innerhalb des Vorstands.

Sie sind anstrengender, irgendwie ist immer etwas schwierig und allein schon einen gemeinsamen Termin zu finden dauert so lange, dass Hanna sich fragt, woran das eigentlich liegt.

Wollen die Pädagog*innen überhaupt mit dem Vorstand sprechen? Dieser Gedanke schleicht sich in Hannas Gedanken ein. Aber das wäre ja seltsam, denn es geht doch nur gemeinsam und schließlich ist der Vorstand ja auch der Arbeitgeber und hat alleine schon dadurch eine ganz wichtige Rolle in der Schule.

Eines Nachmittags blättert Hanna in der schön gestalteten Broschüre der Schule, die das Konzept für interessierte Pädagog*innen und Familien kurz zusammenfasst. Die neue Überarbeitung ist noch ganz druckfrisch und Hannas Augen bleiben an den folgenden Sätzen hängen:

Es gibt zwei grundlegende Wege, das Leben zu leben, entweder aus dem Gefühl von Angst und Mangel oder aus dem Vertrauen und der Fülle. Wir entscheiden uns für die Fülle und das Vertrauen.

Wir leben eine positive Gestaltungskultur und sorgen für unsere Bedürfnisse. Aus dieser Fülle der erfüllten Bedürfnisse heraus, gestalten wir eine blühende Gemeinschaft.

Die Eigenverantwortung jedes Einzelnen ist für uns zentral. Durch transparente und lösungsorientierte Kommunikation schaffen wir einen konstruktiven Lösungs- und Möglichkeitenraum.“

Auszug aus deem Schulkonzept

Hanna denkt an die Sätze, die die Pädagog*innen beim letzten gemeinsamen Treffen gesagt haben.

  • „… es ist alles so viel, wir sind erschöpft, wir fühlen uns den Anforderungen nicht gewachsen und der Krankenstand ist hoch.“
  • „…. jetzt müssen wir auch noch die beiden neuen Kolleginnen einarbeiten, seit wir unsere Strukturen verändert haben, wissen wir doch selbst nicht mehr richtig, wie wir was machen.“
  • „… die anstehende Projektwoche stellt uns organisatorisch vor große Herausforderungen, wir würden sie am liebsten absagen. Es ist alles zu viel!“

Was ist da los, denkt sie sich.

Da ist keine Fülle zu spüren.

Die Bedürfnisse der Pädagog*innen scheinen deutlich im Mangel zu sein.

Alles fühlt sich schwer für sie an.

Diese toxische Energie ist deutlich spürbar und passt so gar nicht zu den inspirierenden Worten im Konzept. Sie weiß selbst aus ihrem beruflichen Kontext, denn sie arbeitet bei einer großen Versicherung, dass dieser Zustand zu Erschöpfung, Krankheit und mittelfristig sogar zu Burnout führen kann. Sie kennt diese Situation aus der Presse bezogen auf Lehrer an der Regelschule. Doch auch an ihrer freien Schule, die ihr so am Herzen liegt, hat diese Negativspirale wohl die Pädagogen befallen. Oder was könnte sonst los sein? Was ist denn jetzt zu tun?

Hanna ruft die erste Vorständin an und erzählt ihr von ihrer Beobachtung. Der Vorstand setzt sich zusammen und überlegt, wie sie den Pädagog*innen helfen könnten. Ein Gespräch mit der Schulleiterin ist im ersten Schritt naheliegend, denn deren Einschätzung ist an dieser Stelle sehr sehr wertvoll und wichtig für den Vorstand. Gesagt, getan, man sitzt zusammen am Tisch und es gibt verschiedene und richtig leckere Bio-Schokoladen, um dem doch etwas schweren Gesprächsthema etwas mehr Leichtigkeit zu geben, beziehungsweise es etwas zu versüßen.

Manche Gespräche brauchen eine Versüßung.

Die Schulleiterin hat einen Kollegen aus dem erweiterten Schulleitungsteam mitgebracht und Hanna und die erste Vorständin machen das Gesprächs-Kleeblatt vollständig.

Da ich als Beraterin die Schule schon länger begleite, haben Vorstand und Schulleitung mich zu dem Gespräch dazu gebeten. Ich liebe die weiße Schokolade mit Kardamom besonders und freue mich auf den Austausch und darüber der Situation möglicherweise auf den Grund gehen zu können:

Auch die beiden leitenden Pädagogen haben bemerkt, dass das pädagogische Team und mittlerweile auch sie selbst, sehr gefordert, in Teilen auch überfordert sind.

„Wann hat das begonnen?“, fragt Hanna interessiert nach.

Laura, die Schulleiterin, denkt nach und kaut dabei auf einem Stück Ingwerschokolade. Sie sagt: „Ich denke, letztes Schuljahr, als wir die Mittagesbetreuung geschlossen haben und den Ganztagsbetrieb erweitert. Das ging so schnell, die Umsetzung hat das Team stark gefordert und wir haben auch unsere sonstigen Beteiligungsprozesse abgekürzt. Das hätten wir sonst zeitlich gar nicht geschafft.

Da wird Gisela, die erste Vorständin, sofort hellhörig. Sie lässt ihre Atemluft entweichen und schaut mich an. Das Geräusch hallt nach und die drei anderen Personen im Raum und ich, schauen Gisela voller gespannter Erwartung an. Sie sagt an mich gerichtet: „Sandra, kann es sein, dass wir es hier mit Widerstand zu tun haben?“

Wie interessant. Es hat etwas mit der Strukturentwicklung der Schule zu tun. Natürlich, das ist logisch. Ich hole Luft und erläutere:

Gekürzte Beteiligungsprozesse können Widerstand erzeugen.

Widerstand ist ein Anzeichen dafür, dass wichtige Bedürfnisse von Mitarbeitenden nicht beachtet und gesehen werden, wir könnten also sagen: Widerstand ist eine wichtige Informationsquelle. Sie ist eine besondere Sprache, die uns vermitteln will, dass da noch einmal nachgeprüft und nachjustiert werden muss. So können wir Widerstand sogar nutzen.

Mit Widerstand wollen uns Mitarbeitende etwas Wichtiges mitteilen. Wir könnten nun also auch behaupten: Widerstand ist eine ganz besondere und äußert wichtige Form der Kooperation. Widerstand eröffnet das Gespräch und bietet einen Lernanlass für alle Beteiligte.

Es gibt 5 Botschaften, die mit dem Widerstand verbunden sein können und oft ist der Widerstand den Mitarbeitern gar nicht so wirklich bewusst. Wie bei der Schule von der ich gerade erzähle. Dann wirkt er sogar stärker und direkter. Alle 5 Botschaften können auch kombiniert vorkommen. Der Verdacht, dass die Mitarbeiter*innen noch nicht in der neuen Situation so richtig angekommen sind, sondern sich im Widerstand befinden, klang in Verbindung damit, dass dass Phänomen des Überfordertsein mit der Strukturveränderung begann, sehr naheliegend.

Doch was ist Widerstand und wie entsteht er?

5 Botschaften des Widerstands

Die erste Botschaft ist Angst

Eine Botschaft, die durch Widerstand ausgedrückt wird, ist „Ich habe Angst.“ Mitarbeitende können uns durch Widerstand mitteilen, dass sie sich ängstigen, der neuen Situation nicht gewachsen zu sein oder einen Verlust zu erleiden.

In Veränderungsprozessen entstehen nicht selten neue Aufgaben, neue Rollen und Strukturen. Möglicherweise verliert der Mitarbeitende etwas durch die Veränderung.

In der Organisationsforschung wird beispielsweise beschrieben, dass Veränderungen einen Risikofaktor für Organisationen darstellen. Kein Wunder also, dass Ängste entstehen. Wir können also davon ausgehen, dass Angst so gut wie immer eine Rolle spielt.

Die zweite Botschaft ist Unzureichende Informationen

Diese Botschaft sagt „Ich verstehe es nicht.“ Widerstand kann darauf hinweisen, dass der anstehende Prozess noch nicht verstanden wurde. Vielleicht fehlen Informationen, es bestehen Uneindeutigkeiten oder dem Mitarbeitenden ist der Kosten-Nutzen-Faktor nicht klar.

Die dritte Botschaft ist Überforderung

Widerstand kann auch bedeuten „Ich schaffe es so nicht.“ Und diese Botschaft verweist darauf, dass die Belastung oder Beanspruchung zu hoch ist. Dass also Überforderung entsteht, weil es zum Beispiel nicht genügend Kapazitäten gibt, um die geplanten Veränderungen zu erproben und umzusetzen.

Die vierte Botschaft ist Kompetenzen

Die Botschaft kann aber auch sein: „Ich kann es nicht. Ich weiß nicht wie.“ Widerstand kann damit ausdrücken, dass noch Kompetenzen fehlen. Dass noch Fortbildungen, Erfahrungen oder Expertisen für den Veränderungsprozess benötigt werden. 

Die fünfte und letzte Botschaft ist Tempo

Und als letzter Punkt: Widerstand kann auch sagen: „Das geht mir zu schnell„. Denn nichts ist schwieriger, als die unterschiedlichen Tempi von Menschen, Strukturen und Prozessen in Organisationen in Einklang zu bringen. Widerstand kann uns ganz einfach zeigen, dass hier ein Tempo-Unterschied besteht. Und ja, ganz häufig ist es so, dass Veränderungen schneller geplant werden, als sie überhaupt umgesetzt und gelebt werden können.

In unserem Beispiel stellte sich heraus, dass ALLE Widerstands-Botschaften betroffen waren. Einigen Kolleg*innen ging es zu schnell, andere bekamen durch die Veränderung Angst , wieder andere hätten mehr Informationen gebraucht und fühlten sich nicht kompetent, um mit der Veränderung umzugehen und andere fühlten sich einfach überfordert. Die Botschaften waren gesendet worden, aber wurden nicht ernsthaft berücksichtigt und so war die Energielosigkeit, der hohe Krankheitsstand und das Gefühl „Es ist mir alles zu viel“, zu erklären.

Man kann es sich so vorstellen, als würde man einen Wagen ziehen, indem die Bremse festgestellt ist. Man braucht für alles so viel mehr Kraft, denn die Räder drehen sich nur ganz schwer.

Eine Methode zum Umgang mit Widerstand

All die Botschaften weisen auf Bedürfnisse der Mitarbeitenden hin. Auf das Bedürfnis nach Information, um Unklarheiten zu beseitigen. Auf das Bedürfnis nach mehr Kapazitäten, nach Verlangsamung oder nach Ausbau der Kompetenzen, um Veränderungen möglich zu machen. Den Menschen mit seinen Bedürfnissen in den Mittelpunkt zu stellen und von dort aus Veränderungensprozesse zu denken. Nun ist es wichtig den ganzen Menschen in der Organisation zu sehen. Seine Bedürfnisse ernst zu nehmen und Partizipation zu schaffen.

Wann immer die Möglichkeit für mich in der Rolle als Team- und Organisationsentwicklerin besteht, nehme ich diese emotionale Komponente in die Prozesse mit hinein. Und so lässt sich beispielsweise dabei vorgehen:

Anhand von 5 Fragen gelingt es mir, die Bedürfnisse der Mitarbeitenden ganz bewusst zu berücksichtigen. Es wird damit bereits präventiv über die Botschaften gesprochen, die sich sonst – ohne Berücksichtigung – im Nachgang durch Widerstand zeigen würden. Oder wie in unserem Beisspiel tatsächlich gezeigt haben.

Folgende Fragen nutze ich dabei:

  • Was ist mir noch unklar?
  • Welche Kapazitäten brauche ich?
  • Was brauche ich noch, um es schaffen zu können?
  • Welche Schritte in der Planung sind mir zu schnell?
  • Welche Angst spüre ich in mir? 

Die Fragen beziehen sich damit direkt auf die Bedürfnisse nach Kapazität, nach (Handlungs-)Sicherheit, nach Information und Klarheit, nach bestehender Selbstwirksamkeit durch das Vorhandensein der nötigen Kompetenzen und nach einem angemessenen Tempo. 

In der beschriebenen Schule war zwar die Strukturentwicklung schon einige Monate her, doch wir machen das Thema bei einem gemeinsamen Teamtag noch einmal auf und ich stellte als Beraterin die 5 Fragen.

Auch im Nachhinein gelang es die Widerstands-Botschaften aufzulösen. In einem einzigen Gespräch holten wir nach, was durch die fehlende Zeit bei der Strukturveränderung auf der Strecke geblieben war.

Das pädagogische Team bestätigte dann auch, dass die Arbeit wieder leichter wurde. Sie hatten nicht mehr das Gefühl, einen Stein den Berg hinausfzurollen. Es löste sich der innere Widerstand und das machte einen riesigen Unterschied.

Wie schön, oder?

Es lohnt sich so sehr, genau hinzuschauen und im Zweifel auch noch einmal einige Schritte zurückzugehen.

Und was sich auch lohnt, ist als Schulgemeinschaft in den verschiedenen Funktionen konstruktiv und professionell zusammenzuarbeiten.

Was wäre geschehen, hätte die Vorständein Hanna, nicht gemerkt, dass das pädagogische Team in so einer schlechten Energie ist? Hätte das Team es selbst bemerkt, oder die Schulleitung? Vielleich,t und super war, dass alle Hanna zugehört haben und sie mit ihren Gedanken ernst genommen wurde.

Für mich als Beraterin ist es ein richtiger Glücksmoment, wenn Wissen um Prozesse wie in diesem Beispiel zu einer Korrektur führen.

Beobachtest du in deinem Team, dass es schwer ist, dass die Zeit ständig fehlt, dass wichtige Dinge auf der Strecke bleiben?

Möchtest du, dass wir einmal gemeinsam schauen, was bei euch möglicherweise der darunterliegende Grund ist?

Oder hast du ein Thema in deiner Einrichtung, was dich beschäftigt, das dir in Kopf kam, beim Lesen meines Textes?

Dann gehen wir es zusammen an. Melde dich gerne bei mir, ich begleite Schulen deutschlandweit.

Schulen, die Wert legen auf Qualität und auf eine positive Entwicklungskultur.

Schulen, die den Dingen auf den Grund gehen möchten und denen es wichtig ist, ihr Konzept umzusetzen.

Tritt mit mir in Verbindung. Egal was dein Thema ist. Gemeinsam lösen wir es.

Ich freue ich mich darauf von Dir zu hören.

Der Weg beginnt mit dem ersten Schritt.

Herzlich,

Deine Sandra

Wunder. Fliegen. Weiter.

Schulleitung – funktionieren oder gestalten?

Meine eigene Geschichte als Schulleiterin handelt davon, dass ich als Gestalterin meinte zu starten, schnell zu einer Funktioniererin wurde und wie ich schmerzhaft (im wahrsten Sinne des Wortes) wieder zum Gestalten zurückfand.

Ja, der Weg war keine Fahrradkette, nee das geht anders.

Was war der Weg, was half mir und wo stehe ich heute?

Sagen kann ich, dass es sich um einen sehr persönlichen Entwicklungsprozess handelte.

Ich lernte mich selbst besser kennen, merkte worauf ich empfindlich reagiere, wo meine Stärken liegen, welche Schwächen gnadenlos zugriffen und welchen Preis ich zahlte, persönlich zahlte.

Denn ich ging in den ersten beiden Jahren meines Lebens als Schulleiterin immer wieder über meine eigenen Grenzen, bewältigte mehr, als mir gut tat und wunderte mich, dass es mir keiner dankte. Wie auch, es war ja meine eigene persönliche Entscheidung.

In meinem Prozess eine gute Schulleiterin zu werden, die für sich sorgt, spielt die EULE eine wichtige, ja entscheidende Rolle.

Welche Rolle sie spielt und warum ich es ohne sie nicht geschafft hätte?

Lies weiter, du erfährst es hier!

In meinem vorhergehenden Blogartikel schreibe ich über die VUKA-Welt in der privaten Schule.

Ich werbe darum zu akzeptieren, dass die Zusammenhänge komplex sind und wir es aus der Haltung der Akzeptanz heraus gut schaffen können, dieser Komplexität durch tragfähige und individuelle Entscheidungen zu begegnen.

Das behaupte ich nicht einfach so, sondern mein Fachwissen wird ergänzt durch meine Erfahrung.

Was nach den besagten zwei Jahren passierte, in denen ich zu viel tat und über meine Grenzen ging, erzählte ich in „meiner Geschichte„. Es geht um meinen Unfall, der mich von den Beinen holte. Danach leitete ich noch weitere sechs Jahre eine private Montessori-Schule.

Zuerst alleine, dann mit Konrektorin, schließlich im Team der erweiterten Schulleitung. Unsere Schule entwickelte sich in diesen Jahren von einer Halbtagsschule, mit verschiedenen Betreuungsmodellen, ohne Jahrgangsmischung ab der 8. Klasse, hin zu einer voll durchgemischten inklusiv arbeitenden Ganztagsschule.

Das Changemanagement lag zu großen Teilen auf meinen Schultern.

Ich lernte beim Laufen, ich machte Fehler, kommunizierte unklar, machte Schleifen und feierte Erfolge.

Am Ende war alles gut und die Schule konnte mit tragfähigen neuen Strukturen stabil in eine gesicherte Zukunft schauen. So gesichert, wie das in der VUKA-Welt nur geht.

Das ist die Kurzfassung.

Wenn dich die längere Fassung interessiert, kannst du meine persönliche Geschichte gerne hier lesen.

Was hat die EULE mit der Rolle der Schulleitung zu tun?

Die Eule ist ein Nachtvogel, er ist aktiv, wenn andere schlafen. Auch als Schulleiterin solltest du aktiv sein, und deine Antennen und Fühler auf Empfang ausrichten.

Warum?

Damit du nah an den Menschen bist, die dich brauchen, um frühzeitig Zeichen wahrzunehmen und Entscheidungen zu treffen.

Braucht es überhaupt eine Schulleitung?

Auch wenn eure Hierarchie flach ist, braucht es immer wieder dich, der du aus dieser Rolle heraus Entscheidungen trifft, die Kommunikationswege klärst und an das gemeinsam beschlossene Vorgehen erinnerst oder auch mal darauf bestehst.

Die Eule dreht außerdem ihren Kopf auf fast schon unnatürliche Art und Weise, sie hat einen unglaublich großen Wahrnehmungsradius. Das ist die Grundlage ihres Erfolges.

Sei als Schulleiter*in auch agil und aktiv.

Bewege deinen Kopf in jede Richtung.

Hinterfrage deine Perspektive, wechsle sie.

Denke dich in die Perspektive der Eltern ein, der Kolleg*innen, der Schüler*innen.

Frage sie nach ihrer Meinung, nach ihrer Blickrichtung. Danach was sie brauchen.

Mache es hier anders als die Eule.

Nutze deinen weiten Blickradius nicht, um deine Klauen in dein Opfer zu schlagen, sondern dafür, möglichst viele Informationen aufzusaugen, zu sammeln und neu zusammenzusetzen. Dann hast du eine gute und belastbare Grundlage für deine Führungsentscheidungen. Mache klar, wo du selbst entscheidest und wo eine partizipative Entscheidung möglich ist. Geht es also um das Mitspracherecht oder um das Mitentscheidungsrecht? Hier kannst du gar nicht deutlich genug sein.

Immer wieder werden diese beiden Begriffe falsch verstanden oder miteinander verwechselt.

Und jetzt zur E-U-L-E und also zu den Buchstaben ihres Namens:

Das E steht für ENTWICKLUNG

Um eine Leitungspersönlichkeit zu werden, gibt es keine Abkürzung. Du wachst nicht eines Morgens auf als Leitungspersönlichkeit, sondern du begibst dich auf den Weg und entwicklest dich Schritt für Schritt in diese Richtung

Wissen, Fähigkeiten, Fertigkeiten und Erfahrung sind meine Wegbegleiter und eine innere Haltung, die anerkennt, dass es gut ist zu fragen, um viel zu erfahren, um Dinge zu verstehen, um zu lernen und von den Perspektiven, Sichtweisen und Erfahrungen der Menschen um mich rum zu profitieren.

Auf diesem Weg lernst du dich selbst besser kennen.

Fehler, Umwege und Kritik/Feedback sind deine Lehrmeister.

ENTWICKLUNG ist ein ganz wichtiger und entscheidender Aspekt auf dem Weg zu einer guten Schulleitung

U steht für UNABHÄNGIGKEIT

als Schulleitung möchten viele Menschen etwas von dir, die Eltern, die KuK, der Vorstand, das Schulamt, die Politik usw.

Mir fiel es besonders schwer, am Anfang meiner Zeit als Schulleiterin, wenn der Schülersprecher im Sekretariat wartete, wenn ich aus der Mittagspause kam. Denn ich hatte ein Problem mit dem Nein-sagen. Später freute ich mich riesig darüber wenn Schüler*innen den Kontakt zu mir suchten. Es war eine Kraftquelle für mich, mit ihnen in Verbindung zu sein.

Zu meinem Abschied als Schulleiterin habe ich eine ganz tolle Karte bekommen von der Schülersprecherin, bekommen, die mir viel bedeutet.

Immer wieder lese ich sie, sie ist ein wichtiger „Kraftstein“ für mich geworden.

Sie erinnert mich daran, wo ich herkomme.

Zurück zur Unabhängigkeit.

Bleib unabhängig!

Wenn jemand etwas von dir will, kannst du selbst entscheiden, wie du mit der Bitte oder Anfrage umgehst. Nicht jede Anfrage musst du annehmen und du musst auch nicht auf jedes Problem eine Lösung haben. Geh in die Beziehung, freue dich einfach, wenn Menschen etwas von dir möchten. Nimm dir Zeit, versuche zu verstehen, worum es dem Gegenüber geht. Mehr musst du nicht tun. In 95 Prozent der Fälle bist du nicht diejenige, die die Lösung finden muss.

L steht für LICHT

Die Eule steht für Weisheit. Da dieser Vogel auch in der Dunkelheit sehen kann, wurde lange Zeit angenommen, dass er mit seinen Augen Licht erzeugen kann.

Dieses Licht, welches der Vogel aus sich selber schöpft, dringt durch die Augen wie durch Fenster nach außen. Da Weisheit ebenfalls mit Licht in Verbindung gebracht wird („das Licht der Weisheit“, welches der Weise aus sich selber schöpft, und die Umwelt ihm nicht geben kann), liegt die Übertragung auf die Eulenvögel nahe und dichtete ihr diese Eigenschaft an.

Für mich steht LICHT bezogen auf die Schulleitung für zwei Dinge:

1. Praxis ohne Theorie ist blind

2. Du musst nicht alles ändern, aber mach das Licht an.

Was meine ich damit?

Es ist okay zu tun was du tust, zu entscheiden was du entscheidest, aber mach es bewusst. Mach dir bewusst was dahintersteht an Theorien und Prozessen, z.B. wenn eure Teamarbeit nicht effizient ist. Du musst es nicht ändern, oder sofort ändern, aber erkenne es an, sei ehrlich und mach dir die darunterliegenden Prozesse bewusst.

Das zweite E steht für ERRUNGENSCHAFT

Erkenne an, was du leistest und sei stolz darauf.

Das klingt so banal und ist doch so grundlegend und wichtig.

Immer noch haben wir eine Stimme im Kopf, die uns sagt, dass wir nicht über unsere eigenen Erfolge reden sollen.

Eigenlob stinkt.

Ein schwedischer Schulleiter erzählte mir mal, dass die schwedische Kultur das nicht kennt und er das als typisch deutsch empfindet.

Und ist das so??? Stinkt Eigenlob wirklich, also ist es schlecht für uns als Sozialwesen, wenn wir uns selbst loben?

Oder ist es ein Glaubenssatz, der uns davon abhält unsere Erfolge das das zu nehmen, was sie sind?

Als Erfolge, die uns stolz machen und eine Kraftquelle sind?

Obwohl ich denke, dass es ein Glaubenssatz ist, fällt es sehr selbst schwer meine Erfolge überhaupt zu sehen.

Ja, so ist es. Ich sehe sie nicht, sie sind für mich selbstverständlich.

Hier habe ich einen blinden Fleck.

Es ist der pure Wahnsinn.

Wenn du hier auch Betroffene oder Betroffener bist, habe ich einen erprobten Rat für dich:

Führe ein Erfolgstagebuch!

Ein Erfolgstagebich ist ein Buch, in das du deine Erfolge schreibst, zu einer festen Tageszeit odereinmal in der Woche, zum Beispiel immer am Freitag.

Damit du eine Leitungspersönlichkeit wirst, die ihre Errungenschaften kennt und benennen kann.

Deine Erfolge sind die Trittsteine auf denen du gehst.

Eine Eule ist ein weiser und eleganter Vogel.

Eine Eule kann praktisch regungslos mit dem Hintergrund verschmelzen.

Eine Eule kann fast lautlos durch die Luft gleiten.

Ehrlicherweise muss ich sagen, dass ich das nie erreichen werde. Schon das Fliegen ist ein grundsätzliches Problem, da ich gar keine Flügel habe.

Andererseits geht es vielleicht doch, als Leitungspersönlichkeit kannst du von oben auf deine Schule schauen und sehen was da ist. Du kannst beobachten, lautlos wie die Eule und deine eigene Entwicklung sehen und die deines Teams.

Du kannst deine Unabhängigkeit wahren, das Licht anmachen und deine Errungenschaften feiern.

Mach es zusammen mit deinem Team!

Sei anders als die Eule, sei kein Einzelkämpfer.

Du schaffst das, woher ich das weiß?

Ich habe den Weg ausprobiert. Er trägt!

Und melde dich bei mir, wann immer du magst.

Genau für dich bin ich da, um dir Abkürzung und Räuberleiter zu sein.

Alles Liebe

Sandra Schumacher

Wunder. Fliegen. Weiter.

Ist die Schule eine VUKA-Welt? HILFE für die Schulleitung naht!

Unsere Welt ist VUKA, das hören wir immer wieder und ich selbst, als Schulleiterin einer Montessori-Schule habe es immer wieder gehört, auf Vorträgen, bei Fortbildungen, in Fachgesprächen mit Kolleg*innen und was dachte ich mir?

Na und?

Was hat das mit mir zu tun.

Vielleicht steckte hier noch ein Glaubenssatz in mir, der lauten könnte „Schule tickt anders“ oder „Ich muss nur gute Strukturen aufbauen, dann wird alles leichter“.

Zum ersten Satz muss ich sagen, nein, Schule tickt nicht anders, sondern viele Menschen, die im schulischen Kontext arbeiten, haben diesen Glaubenssatz und kommen damit durch. Das ist ein wesentlicher Unterschied. Und ich darf das sagen, weil ich selbst 20 Jahre als Teil des Systems Schule damit durchgekommen bin.

Und zum zweiten Satz möchte ich sagen: Ja, Strukturen geben Klarheit und sind deshalb sehr wichtig, genauso wie die Klärung von Verantwortungen. Sie sind aber die Basis, auf der man etwas Schönes bauen kann und haben keinen Selbstzweck.

Heute habe ich meine Glaubenssätze überwunden und ich bin absolut überzeugt davon, dass Schule VUKA ist. Wie sollte es auch anders sein, da sie ja Teil einer VUKA-Welt ist?

Und wovon ich noch überzeugt bin, ist dass ich gerne selbst als Schulleiterin diesen Artikel gelesen hätte, er hätte eine Abkürzung für mich sein können. Eine Räuberleiter hin zu einer früheren Akzeptanz der Komplexität dessen, was mich in meiner Schule, ja in allen meinen Schulen umgab.

Was ist nun VUKA?

Das V steht für Volatilität, das U steht für Ungewissheit, das K steht für Komplexität und das A steht für Ambiguität.

Volatilität bedeutet, dass sich unsere Welt sprunghaft verändert, von jetzt auf gleich, nicht langsam und stetig, sondern plötzlich und damit auch überraschend.

Die Veränderung kommt ungeplant, häufig und mit hoher Geschwindigkeit.

DAS Beispiel für eine sprunghafte Veränderung ist die Coronakrise. Plötzlich stellen sich die Bedingungen und Regeln, die bisher galten auf den Kopf, ein weiteres Beispiel die Flüchlingssituation.

Ungewissheit bedeutet, dass kein Mensch wirklich verlässliche Vorhersagen treffen kann, selbst nicht zu seinem eigenen Fachbereich.

Ein Beispiel aus dem schulischen Kontext ist der Lehrermangel. Plötzlich werden Quereinsteiger ohne jede pädagogische Ausbildung angeheuert. Ich finde durchaus,d ass die Quereinsteiger die Schule an vielen Stellen bereichern, wenn ich das vor einigen Jahren gehört hätte, dass es passieren wird, hätte ich abgewinkt und „ja, klar“ gesagt.

Die Ungewissheit führt zu Unsicherheit, noch ein U, das gerne mit der Ungewissheit in Verbindung gebracht wird.

Komplexität bedeutet, dass die Auswirkungen vorab nicht ausgerechnet oder konkret eingeschätzt werden können und auch die konkreten Ursachen oftmals unbekannt bleiben. Wenn wir vorschnell aus einem Ursache-Wirkungszusammenhang eine Kausalität ableiten, hilft uns das möglicherweise gegen die Unsicherheit, entspricht aber der Vielschichtigkeit des Zusammenhangs nicht. Ein Beispiel für eine komplexe Veränderung in Schule ist die Inklusion.

Ambiguität bedeutet dass die Welt, in der wir leben voller Widersprüchlichkeiten ist. Die Fähigkeit zur Ambiguitätstoleranz, also dem Akzeptieren von Widersprüchlichkeit ist eine wichtige Basisfähigkeit für Führungskräfte, also auch für Schulleiter*innen.

Ein Beispiel für Ambiguität ist auch wieder die Inklusion. Ich bin völlig davon überzeugt, dass alle Kinder das Recht haben sollten gemeinsam unterrichtet zu werden und dennoch habe ich erfahren, dass es manchen Kindern nicht gut geht an einer Regelschule und sie die Sondereinrichtung brauchen. Das ist eine Widersprüchlichkeit, die ich akzeptieren und in meine zukünftigen Überlegungen einplanen muss.

Wie kommen wir zu tragfähigen Entscheidungen, wenn unsere Welt so unsicher ist, so unüberblickbar und komplex?

Komplexität begegnet man durch komplexes Denken. Genauso wie wir für unsere Schüler*innen ein Umfeld gestalten, indem sie Selbständigkeit üben, um selbständig zu werden, lernen wir mit Komplexität umzugehen, indem wir in unsem komplexen Umfeld komplex denken lernen. Wenn wir warten, bis wir es können, sind wir im Stillstand und in der Sackgasse.

Der erste und sehr wichtige Schritt ist es, die Unsicherkeit und Komplexität zu akzeptieren.

Das ermöglicht so viel und ist so entscheidend.

Kannst du dir vorstellen, dass du im Regen tanzt, in so einem richtig starken Regen mit Wind und Windböen und du konzentrierst dich darauf nicht nass zu werden?

Wie aussichtsreich ist dieses Ziel wohl?

Selbst wenn es nach allen Regeln der Kunst nämlich SMART formuliert ist

Ähnlich aussichtslos ist es in unserer VUKA-Welt mit einfachen Lösungen, hierarchischen Strukturen oder fester Planung nicht nass zu werden.

Es funktioniert einfach nicht.

Also zuerst akzeptieren und dann lernen.

Lernen, wie man mit der Komplexität umgeht und das geht. Wie zeige ich dir gerne in meinem Coaching.

Schule ist volatil, ungewiss, komplex und ambivalent

Schule ist volatil, ungewiss, komplex und ambivalent, gerade Schule freier Träger sind komplexe Gebilde, die vielschichtig sind und um ein gutes und an vielen Stellen individuelles Rangehen ringt.

Wir suchen nach Lösungen, die der Komplexität der Situation der Familie, des Kindes, der Lerngeleiter*in oder dem Lernumfeld entspricht und verbringen viel Zeit damit nach individuellen Lösungen zu suchen. Und das ist gut so!

Weiter so, das ist richtig und wichtig.

Dieses Ziel entspricht in seiner Sinnhalfitgkeit in etw dem Ziel, sich sein Leben in Schule zu vereinfachen.
Im Regen tanzen, ohne nass zu werden!

Tanz im Regen und werde nass dabei!

Es macht Spaß im Regen zu tanzen und dabei nass zu werden.

Das Gespräch mit einer Schulleiterin einer freien Schule in Bayern gab übrigens den Ausschlag für mich diesen Blogpost zu schreiben:

Es ging in unserem Gespräch um das Thema „Inklusion“.

Ich habe eine inklusive Ganztagsschule aufgebaut, bin Sonderpädagogin und schrieb in meiner Montessori-Schule sechs Jahre lang die Anträge für die Schulbegleitungsbewilligungen. Ich kann also sagen, dass ich viel Erfahrung habe.

Als Schulleiterin und als Inklsuionsbeauftragte habe ich in den Jahren zusammengerechnet über 1000 Gespräche geführt. Jedes Gespräch endete mit tragfähigen individuellen Entscheidungen. Wissen und Erfahrung verbinden sich also in meiner Person.

Zurück zum Beratungsgespräch mit der besagten Schulleiterin:

Meine Gesprächspartnerin umriss mir ihre Frage. Es ging um die Vorbereitung eines Elterngesprächs zum Thema „Beratung zur weiteren Schullaufbahn des inklusiv beschulten Jugendlichen“.

Ich stellte fast 10 Minuten nur Fragen, Fragen, die mir helfen sollten, die konkrete Situation vor Ort und die individuelle Situation der Familie zu verstehen. Fragen, die gleichzeitig meine Gesprächspartnerin näher zu einem Vorgehen, zu den nächsten praktischen Schritten führen sollte.

Du magst sagen, na und? 10 Minuten, du warst wahnsinnig schnell.

Ja, vielleicht, aber darum geht es mir nicht.

Worum es mir geht ist, die Frage, die sich in meinem Kopf bildete und sie machte mich wirklich betroffen: „Wenn du mit deiner Erfahrung so viele Fragen brauchst, wie kann man diesen Prozess denn überblicken, wenn man gar nicht weiß, welche Fragen wichtig zu stellen sind, weil die Erfahrung noch fehlt?“

Und du merkst gleich, ich war in diesem Moment noch nicht bereit die VUKA-Welt zu akzeptieren. Eine Seite in mir kämpfte noch dagegen an.

Weil es ein Prozess ist, der niemals abgeschlossen ist.

Zu akzeptieren, dass es keine schnellen, einfachen Lösungen gibt, die gleichzeitig tragfähig und individuell sind, ist ein lebenslanger Prozess.

Und dieser Blogartikel ist Teil meines Akzeptanzprozesses.

Danke, dass du ihn gelesen hast und schreibe mir gerne, wenn du Lust auf Austausch hast oder ich dir helfen kann, zum Beispiel dabei zu tragfähigen Entscheidungen zu kommen. In Akzeptanz der Komplexität.

Dafür bin ich nämlich da.

Herzlich, Sandra Schumacher

Wunder- Fliegen- Weiter.

Wie ich mir Klarheit über die Schulleitung verschafft habe 🚀

12 Affirmationen für Schulleiter*innen

Ich möchte dich dazu einladen dir jeden Morgen 5 Minuten Zeit zu nehmen und diese 5 Minuten nur mit förderlichen Gedanken zu verbringen.

Als ich als Schulleiterin dieses Ritual fest in meine Morgenroutine eingebaut habe, ist meine Klarheit enorm gestiegen.

Meine Effektivität als Schulleeitung hat einen großen Sprung nach vorne gemacht. 🚀

Was sich vorher schwer angefühlt hat, wurde leichter. 🎈

Neue neuronale Verknüpfungen durch Affirmationen
Neue neuronale Verknüpfungen durch Affirmationen!

In nur 5 Minuten täglich!

Warum? Weil wir 70 0000 Gedanken im Durchschnitt täglich denken und viele davon nicht bewusst positiv, sondern unbewusst negativ ausfallen.

Das ist zum Beispiel der Fall, wenn du dir Sorgen machst, du dich innerlich maßregelst, weil du etwas vergessen oder übersehen hast oder du dich ärgerst.

Gerade wenn du (wie ich) sehr verantwortungsvoll bist und manchmal dazu neigst hart mit dir selbst umzugehen, sind diese 5 Minuten für dich goldrichtig und super wertvoll!

Richte dich also jeden Morgen bewusst auf Erfolg aus!

Fokussiere dich auf das Positive.

Richte dich darauf aus, dass du das Beste für dich und dein Umfeld erwartest, dass du das Beste wert bist!

Du wirst schon nach wenigen Tagen merken, dass dein Leben bewusster und leichter wird.

Affirmationen zeigen dir den Weg!

Dass du das in dein Leben einlädtst, was du durch deine Affirmationen visualisierst.

Schenke dir selbst diese 5 Minuten – lies die folgenden Affirmationen, schreibe sie auf (ein kleines Notizbuch oder Tgaebuch ist dafür optimal, oder mein Wunder- Fliegen- Weiter- Büchlein, das meine Coachees von mir bekommen) oder sage sie vor dich hin.

Egal was du wählst, wichtig ist, dass du es in voller Konzentration tust.

Fühle die Wahrheit der Affirmation mit jeder Zelle deines Körpers.

Ganz bewusst.

Genieße das Prickeln, das sich dabei in deinem Körper einstellt. Es stellt sich vielleicht nicht sofort ein, blieb also dran, es braucht etwas Übung.

Folgende 12 Affirmationen habe ich für dich erstellt:

1. Ich plane meine Tagesaufgaben klar und gut. 🎯

2. Ich treffe gute Entscheidungen. 👍

3. Mein Team unterstützt sich gegenseitig mit all seiner Kraft. 🤝

4. Ich bin eine kraftvolle Führungspersönlichkeit. 💪

5. Die Eltern an meiner Schule unterstützen unsere Arbeit voll Vertrauen.👥

6. Jeder Mensch in meinem Umfeld gibt sein Bestes. 💃🏻 🕺

7. Die Meinungen der Kinder und Jugendlichen an meiner Schule sind wichtig. 💡

8. Ich nehme meine Verantwortung ernst und mein Alltag darf sich leicht anfühlen. 🏖

9. Ich spüre den ganzen Tag über, dass ich von den Menschen um mich rum Unterstützung erfahre. 🚀

10. Meine Intuition ist mein Kompass. 🧭

11. Ich erreiche meine Ziele ganz spielerisch. 🎲

12. Ich bin von wunderbaren Menschen umgeben. 🤸🏻‍♂️

Und, wie fühlt sich das an? Gut, passend oder fehlt noch etwas?

Erstelle dir im zweiten Schritt doch weitere Affirmationen, die dir in deiner momentanen Arbeitssituation noch besser helfen. Wenn du die Wirkung einer Affirmation noch verstärken möchtest, drucke sie dir aus und hänge sie an einen Ort, den du täglich oft besuchst (Toilette?) oder richte sie dir als Handyhintergrund ein.

Und denk daran, neue Gewohnheiten brauchen im Durchschnitt 33 Tage, bis sie sich fest in unser Leben verankert haben.

Und wenn du Unterstützung brauchst, melde dich unbedingt bei mir, denn du musst es nicht alleine schaffen.

Deine

Sandra Schumacher

Wunder- Fliegen- Weiter.

Hat dir der Impuls geholfen, hast du eine Anregung oder möchtest du von dir erzählen, schreibe mir gerne: kontakt@sandra-schumacher.de

Literaturtipp:

Ein Superbuch zum Thema Morgenroutine, das ich uneingeschränkt empfehlen kann: Hal Elrod: Miracle Morning

Inklusion in der Schule – eine unverzichtbare Herausforderung

Was bedeutet Inklusion überhaupt genau und warum ist sie für die Schule unverzichtbar?

Ich habe als Schulleiterin eine inklusive Ganztagesschule aufgebaut und berichte in diesem Blogpost über meine Erfahrungen zur Inklusion.

Was ist Inklusion überhaupt?

Inklusion bedeutet, dass jeder Einzelne das Recht hat zur Gemeinschaft aller zugehören.

Es ist gut, normal und bereichernd verschieden zu sein.

Verschieden auszusehen, verschieden zu sprechen, verschiedenes zu können, verschiedenes zu mögen und sich unterschiedlich zu verhalten.

Inklusive Pädagogik

Inklusive Pädagogik ist ein pädagogischer Ansatz, dessen wesentliches Prinzip die Wertschätzung und Anerkennung von Diversität in Bildung und Erziehung ist.

Das Recht auf Inklusion

Und Inklusion ist ein Recht, das die UN-Behindertenrechtskonvention festgeschrieben hat. Deutschland hat diese Konvention unterschrieben und sich folglich dazu verpflichtet, behinderten Menschen Selbstbestimmung, Teilhabe und Gleichstellung zu gewähren.

Für die Schule bedeutet das, dass ein Kind mit Behinderung auf die allgemeine Schule gehen darf. Dass es durch die Behinderung nicht ausgeschlossen wird.

Dass alle Kinder zusammen lernen und die Diversität, das Verschiedensein die Normalität ist.

Wann ist es gelungen, dass alle Kinder zusammen leben und lernen?

Es ist gelungen, wenn die Neugierde den anderen kennen zu lernen, die Irritation über das Anderssein schlägt.

Es ist gelungen, wenn die Kinder sich freuen über die andere Sichtweise, weil sie die Bereicherung für ihr Leben spüren.

Es ist gelungen, wenn Kinder ihren Eltern erklären, was die Behinderung des neuen Kindes in der Lerngruppe ist, weil diese zu kennen zur Vorstellung des anderen dazugehört und zwar wertfrei.

Es ist gelungen, wenn Kinder sagen dürfen, dass sie die Behinderung doof finden.

Es ist gelungen, wenn wir dankbar für die Gemeinschaft sind und jeder wichtig ist.

Es ist gelungen, wenn nicht mehr die Behinderung, sondern der Mensch wichtig ist.

Es ist gelungen, wenn Eltern behinderter Kinder sich nicht wie Außerirdische fühlen, sondern genauso zur Schulgemeinschaft gehören, wie alle anderen auch.

Es ist gelungen, wenn die Freude des Zusammenseins die Angst vor dem „lernt mein Kind genug“ überflügelt.

Es ist gelungen, wenn uns die Behinderung gar nicht mehr auffällt, weil Verschiedensein tatsächlich normal für uns ist.

Grundlagen und Rahmenbedingungen

Damit diese Vision wahr wird, braucht es einige Grundlagen und Randbedingungen in der Schule.

Ich selbst habe eine inklusive Ganztagesschule, die nach den Prinzipien von Maria Montessori arbeitet aufgebaut und möchte erzählen, was mich diese Erfahrung gelehrt hat zum Thema Inklusion.

Eine Montessori-Schule muss nach meiner Meinung inklusiv arbeiten, das legt schon ihr Selbstverständnis fest.

„Der Weg, auf dem die Schwachen sich Stärken, ist der gleiche wie der, auf dem die Starken sich vervollkommnen.“

DAS Zitat von Dr Maria Montessori zum Thema Inklusion.

Zentrale Werte

Die Werte Akzeptanz, Wertschätzung, Respekt, Toleranz und Entwicklung sind zentral. Diese Werte sind die Grundlage für inklusive Pädagogik.

Die Pädagog*innen haben diese Werte verinnerlicht und leben nach ihnen. Oft sind sie der Grund, warum sie sich gegen die Arbeit an einer staatlichen Schule entschieden haben.

So viel zur Theorie.

Der Teamprozess

In der Praxis habe ich erlebt, dass es sehr wichtig ist einen Teamprozess zu gestalten, indem sich die Pädagog*innen bewusst dafür entscheiden den Weg der inklusiven Beschulung zu gehen.

Dieser Prozess der aktiven Umgestaltung einer Montessori-Schule in eine inklusive Montessori-Schule dauert, da er eine Teamentwicklung umfasst.

Es sollte sich ein stabiles Team bilden, das das Ziel der Inklusion mit vollem Herzen bejaht.

Erst dann kann die Schule sich inklusive Schule nennen.

Die Werte der inklusiven Pädagogik sind bei jedem einzelnen Teammitglied verinnerlicht und optimalerweise wird diese Arbeit als Bereicherung erlebt. An meiner Schule hat das ca. fünf Jahre gedauert.

Welche Grundsätze sind elementar für die inklusive Pädagogik?

Eine Montessori-Schule arbeitet ohne Noten und in der Altersmischung. Jedes Kind lernt auf dem Niveau, auf dem es gerade ist. Lernen passiert bewegungsorientiert und vom Konkreten zum Abstrakten.

Jeder einzelne dieser Punkte ist elementar für das Gelingen einer inklusiven Pädagogik.

Wenn wir davon ausgehen, dass jedes Kind bezogen auf Lerntempo, Lernzeitpunkt und Lernmaterial unterschiedliches brauchen, dann richten wir die Lernumgebung so ein, dass es viele verschiedene Angebote gibt. Das ist ganz selbstverständlich. Das kommt der inklusiven Pädagogik entgegen.

Vielleicht braucht ein Kind mit einer speziellen Behinderung, zum Beispiel einer Sehbehinderung weiteres Material, das auf die Bedürfnisse dieses Kindes zugeschnitten ist.

Bitte keine Sonderstellung

Doch die Grundhaltung, dass verschiedene Kinder verschiedenes Material brauchen, ist bereits vorhanden. Damit ist der Boden bereits vorbereitet und die „Sonderstellung“ des behinderten Kindes, von der wir ja nach und nach wegwollen, entsteht erst gar nicht. Das ist richtig gut und wichtig.

Spannend ist auch, dass das „spezielle Material“ im Alltag gerne von vielen Kindern benutzt wird und auch deren Lernen prima unterstützt.

Inklusion als echte Bereicherung!

Ohne das behinderte Kind wäre wir gar nicht auf diese Idee gekommen! Wie wunderbar! Wie bereichernd.

Ich habe auch erlebt, dass zum Beispiel die Gebärden, die für ein nichtsprechendes Kind an die Lerngruppenwände gehängt wurden von vielen Kindern hilfreich gefunden wurden und auch von ihnen benutzt wurden. Ganz losgelöst vom nichtsprechenden Kind hingen diese noch im Raum, als das Kind schon in einer höheren Lerngruppe war oder die Schule verlassen hatte.

Wie schafft man es aus einem pädagogischen Team ein inklusiv denkendes pädagogisches Team zu machen?

Digitalisierung in der Bildung oder das ist Lernen für mich

Es war Ende November und alle Kinder meiner Lerngruppe (ich arbeitete zu der Zeit als Klassenlehrerin einer 1.-4. Klasse gemischten Lerngruppe an der Montessori-Schule), die im September eingeschult wurden, lasen bereits. Alle, bis auf einen.
Eines Morgens erzählte ich eine Geschichte. Sehr begeistert erzählte ich sie, denn Begeisterung ist der Feenstaub beim Lernen, also das Zaubermittel.

Eine wahre Geschichte

Es war eine wahre Geschichte und sie handelte von einer Löwenfamilie und davon, wie diese ihre Aufgaben verteilten und was jeder zu tun hatte in der Löwengruppe. Ich verzichtete darauf den Löwen Namen zu geben oder sie sonst wie zu verniedlichen. Die Geschichte war eine begeistert und spannend erzählte Sachinformation zum Thema „Lebenswelt der Löwen“.

Eine Erkältung als Lernkatalysator

Dann war ich eine Woche krank. Mich hatte eine Erkältung erwischt, was leider leicht passiert, wenn man jeden Tag mit über 20 Kindern zusammen ist.
Als ich wieder da war, konnte der Junge lesen. Ich war sehr erfreut und fragte ihn:“ Was ist passiert? Das ging ja jetzt schnell.“ Er antwortete: „Ja, du warst ja krank.“ Ich schaute ihn verblüfft an, da ich überhaupt nicht verstand, was ich mit seinem Lesenlernen zu tun haben könnte, zumal ich ja nicht mal in der Schule war. Er meinte: „Ja, ich wollte ja wissen, wie das mit den Löwen genau ist und ich konnte dich nicht fragen, also habe ich lesen gelernt, ganz viel über Löwen gelesen und nächste Woche halte ich ein Referat dazu.“
Wow. Noch heute, viele Jahr danach, bekomme ich eine Gänsehaut, wenn ich seine Worte aufschreibe.
Es hat mich sehr berührt.

Was ist Lernmotivation?

Wie schnell und wie viel und wie gut ein Mensch lernen kann, wenn es nötig ist, um das Interesse, unsere stärkste Motivation zu befriedigen.
Meine Definition lautet: Lernen ist Motivation und Verbindung.

Und diesen Jungen musste man nicht mit einem Tablet oder einer tollen Lernoberfläche zum Lernen verlocken. Es war die Verbindung zum Thema in Kombination mit der Bindung zu mir, seiner Lehrerin, die ihn zum Lernen brachte. Er brauchte als Lernumgebung einen Raum voller Sachbücher. Wahrscheinlich hätte sogar ein gutes Buch ausgereicht.

Egal welches Lernmedium wir einsetzen, wir sollten uns fragen, ob es der Bindung und der Motivation dient. Wenn die Lernumgebung verschiedene Möglichkeiten bereit hält, um das Gleiche zu lernen, suchen sich die Kinder und Jugendlichen das Medium aus, mit dem sie am besten zurecht kommen.

Das kann ein Buch sein, ein Schülervortrag, ein Film, eine Zeitschrift, ein Bild, eine Lernsoftware, was auch immer. Abhängig vom Thema und vom Alter des Kindes, oder des Jugendlichen.

Und in der Abwechslung liegt der Reiz, das kann ich aus eigener Erfahrung sagen. Ich liebe Visualisierungen, die liebevoll gestaltet sind, lese gerne am Kindle, Sachbücher hingegen lieber auf Papier. Ich mag die technischen Möglichkeiten, wie Videokonferenzen genauso, wie webbasierte Präsentationen.

Und ein persönliches Treffen und Ideenentwickeln auf einer Flipchart ist ebenfalls toll.

Was meinst du dazu? Ich staune über das Spektrum, das uns zur Verfügung steht und ich möchte alles nutzen, auch und gerade wenn ich Schulen unterstütze.

Sandra Schumacher

Wunder. Fliegen. Weiter.