7 Journaling-Impulse, um dich als Schulleitung zu einer Leitungspersönlichkeit zu entwickeln – Schritt für Schritt

Was ist Journaling?

Beim Journaling geht es darum, die eigene Entwicklung durch das Schreiben zu begleiten, oder man könnte auch sagen, sich schreibend zu entwickeln.

Gerade wenn du Führungsverantwortung hast, kann das Journaling deine Wahrnehmung schärfen und deine Führungsqualität erhöhen.

Mit Journaling zur Führungspersönlichkeit werden

Am ehesten kommt es dem Tagebuchschreiben nahe. Es gibt aber wesentliche Unterschiede. Der Unterschied zum Tagebuchschreiben ist, dass es beim Journaling darum geht, den Fokus auf die positiven Dinge zu legen und die innere Entwicklung in den Fokus zu nehmen, statt sich auf äußere Geschehnisse zu konzentrieren.

Und tatsächlich kann ich von mir sagen, dass ich schon als Kind sehr gerne meine Erlebnisse aufgeschrieben habe und diese Gewohnheit weiterentwickelt habe zu freiem Journaling und auch zu einem bewussten Entwicklungs-Journaling, die du es in meinem Buch „Mach dir die Schulleitung, wie sie dir gefällt“, findest.

Beide Arten des Journalings haben ihr Berechtigung und wenn dir ein Buch mit ganz leeren Seiten etwas Angst macht, emfehle ich dir, mit dem Journaling anhand konkreter Themen und Fragen zu beginnen.

Egal ob du dir selbst Fragen überlegst, oder anhand meiner Fragen das Journaling ausprobierst, oder beides kombinierst, die 7 Impulse wirken kraftvoll.

Ich selbst führe heute immer und täglich ein Journal und ich nehme es auch überall mit hin. Es ist Teil meiner Morgen- und Abendroutine. Es lenkt durch Fragen, die ich regelmäßig ändere, meinen Fokus auf das Positive in meinem Leben und darauf, was ich erreicht habe. Darauf gehe ich bei den 7 Impulsen genauer ein. Und ich liebe Bücher, die Journaling-Fragen integrieren, weil ich durch die Beschäftigung mit den Fragen die Themen einfach so viel tiefer mit mir verbinde.

Was brauchst du für das Journaling?

Zuerst einmal brauchst du die Lust, dich selbst zu reflektieren, um dich besser kennenzulernen.

Das Journaling schafft einen Raum für den Dialog mit dir selbst.

Journaling ermöglicht dir, dich bewusster wahrzunehmen und dieses bewusstere Wahrnehmen führt dazu, dass sich die Qualität der Fragen, die du dir selbst stellst, erhöht.

Das macht dich empfänglicher für die bewusstere Wahrnehmung der Menschen um dich herum. Und das steigert die Qualität deines Führungshandelns.

Stell es dir vor, wie einen Stein, den du in einen See mit spiegelglatter Oberfläche wirfst. Der Stein ist schnell verschwunden, doch es bleiben die Kreise, die das Wasser zieht.

So wie ein Stein im Wasser, zieht das Journaling seine Kreise und verändert dein ganzes Leben

Wie bei dem Stein, geht es beim Journaling nicht um das Schreiben an sich, sondern es ist ein Anstoß für positive Gedanken und für eine bewusste Verbindung und Haltung dir selbst gegenüber.

Vielleicht hast du schon einmal einen Menschen erlebt, der sich sehr klar ausdrückte. Du hattest den Eindruck, er oder sie weiß genau, was sie will. Du warst fasziniert und begeistert von dieser Ausstrahlung, die eine natürliche Autorität beinhaltete, die dir angenehm war. Du hattest sehr schnell das Gefühl, diesem Menschen vertrauen zu können.

Diese Ausstrahlung kannst du durch das Journaling erwerben.

Für das Journaling brauchst du nicht viel. Es genügt ein schönes Notizbuch und ein Stift mit dem du gerne schreibst.

In meinem Buch „Ich mach mir die Schulleitung, wie sie mir gefällt“ endet jedes Kapitel mit Fragen, die das Thema vertiefen und persönlich zu dir in Beziehung setzen. Es sind Journal-Impulse. Du beschäftigst dich anhand dieser Fragen persönlich mit deinem Standpunkt zum Thema des jeweiligen Kapitels.

Und das ist so richtig intensiv und macht Spaß.

Um dir die Beantwortung dieser Fragen zu erleichtern, habe ich ein Entwicklungs-Journal erstellt mit über 30 Seiten, das du zum Buch dazubekommst.

Natürlich kannst du auch einfach ein Buch mit leeren Seiten nehmen, wenn dir das angenehmer ist.

Beim Journaling fokussierst du dich bewusst auf deine Gedanken und Gefühle und nimmst deine persönliche Sichtweise und dein persönliches Empfinden in den Blick. Davon ausgehend möchte ich dir folgende 7 Impulse geben:

7 Impulse warum Journaling einfach gut für dich ist:

1. Du nimmst auch die kleinen Schritte wahr

Oft setzen wir uns, gerade beruflich Ziele, doch die kleinen Schritte, die kleinen Erfolge merken wir gar nicht. Kaum ist ein Ziel erreicht, kommt das nächste dran und unbemerkt reihen sich unsere Erfolge aneinander, ohne wertgeschätzt zu werden.

Das Journaling hilft durch die regelmäßige Reflexion deines (Führungs-) Handelns, dass du Deine ERFOLGE, auch die kleinen anerkennst.

2. Du wirst achtsamer

Journaling wirkt entschleunigend und das führt dich eher in dein eigenes Tempo. Vielen Menschen an Schule geht es so, dass sie das Gefühl haben im Schweinsgalopp unterwegs zu sein. Doch das laugt uns aus und führt auch zu keinen nachhaltig guten Ergebnissen. Journaling nimmt Tempo raus und nimmt den Spruch ernst „Wer es eilig hat, soll einen Umweg gehen.“

3. Deine Lebensqualität erhöht sich

Du lernst, dir selbst gute Fragen zu stellen und gute Fragen erhöhen die komplette Qualität deines Lebens! Es stimmt, ich habe es selbst ausprobiert. Es geht weniger, um gute Antworten im Leben, es geht mehr um gute Fragen. Und wie bei allen Themen, werden wir besser, wenn wir Zeit investieren und das Schöne ist: Journaling ist so richtig schöne, ruhige und angenehme Zeit. Du bist alleine mit dir selbst. Das ist wertvoll und hat echte Qualität.

4. Du nutzt die Kraft der Dankbarkeit

Wenn du dankbar bist für die kleinen und großen Dinge in deinem Leben, für deine eigene Entwicklung und auch für den leckeren Apfel, den du gerade gegessen hast, dann shiftest du deine Enrgie vom Mangel in die Fülle.

Das wirkt nicht nur auf dich, sondern auf dein ganzes Umfeld. Es steckt sozusagen an. Probiere es aus!

Ich erlebe es jeden Tag, dass Energie ansteckt

Schulleiter*innen, die bei mir Coaching machen, sagen immer wieder am Ende unseres Treffens, dass sie mit wesentlich mehr Energie gehen, als sie gekommen sind, obwohl wir ja intensiv an ihren Themen gearbeitet haben. Ich erlebe es jeden Tag, dass Energie ansteckt.

5. Du stellst dir positive Fragen

Du kennst es sicher, genauso wie ich, du stehst vor einem Problem und denkst über eine Lösung nach und du siehst überall nur Bäume. Nähere dich deinem Problem doch mal mit Fragen und das geht im Journaling so wunderbar und besonders gut eignet sich die „5-Mal-Warum-Methode“ aus dem Design Thinking. Wenn du also das Problem kurz aufschreibst, fragst du dich immer wieder „warum“. Das lässt dich tief in das Thema einsteigen und die Lösung wird greifbar.

6. Du setzt deine kreative Energie frei

Eine Übung mag ich besonders gerne, sie kommt auch in meinem Entwicklungs-Journal vor. Es ist die Übung 5 und es geht dabei darum, dass du dir einen Timer stellen kannst, zum Beispiel über 10 Minuten und zu einem Thema, das dich gerade beschäftigst, alles in dein Journal schreiben kannst, was dir einfällt. Wichtig ist, dass du dabei richtig in den Schreib-Flow kommst und nicht aufhörst zu schreiben. Wenn du also nicht mehr weißt, was du schreiben sollst, schreibst du, ich weiß gerade nicht, was ich schreiben soll. Dann fällt dir sicher gleich ein neuer Aspekt ein. Nutze dieses kreative Tool, es macht Spaß. Und regelmäßig angewendet, wird es immer leichter damit zu erstaunlich unerwarteten Aspekten zu kommen.

7. Setze dir eine starke Intention für den Tag

Eine Intention ist eine Absichtserklärung, sie fokussiert deine Aufmerksamkeit.

Kennst du den Satz „Energy flows where your fokus goes.“ Wo der Fokus liegt, da fließt die Energie.“

Die Impulsfrage ist: „Worauf möchte ich mich heute fokussieren?“

Folgende Beispiele sollen dir als Anregung dienen, worauf du deinen Fokus ausrichten kannst:

Setze dir eine starke Intention für den Tag

Gestalte dir die Atmosphäre beim Journaling so angenehm wie möglich. Mache dir einen Tee und setze dich an deinen Lieblingsplatz. Gönne dir die Ruhe und du wirst staunen, wie sich dein Erleben intensiviert.

Und denke daran, jeden Tag bekommst du ein kleines neues Leben geschenkt. Wenn du diesen neu geschenkten Tag dafür benutzt, ihn zu deinem Lieblingstag zu machen, wirst du dein Lieblingsleben führen.

Und das Journaling kann dabei ein Unterstützungs-Edelstein sein, der deinem „Lebens-Wasser“ Tiefe und Klarheit gibt.

Ich wünsche dir ganz viel Freude dabei!

Deine Sandra

Wunder. Fliegen. Weiter.

Was dir auch noch gefallen könnte:

Die Ausbildung zur souveränen Führungsperson an Schulen

Ich mach mir die Schulleitung, wie sie mir gefällt.

Mein zweites Buch: Schulleitung – Die 7 Räume der Führung

Coaching für Schulleiter*innen und für die, die es werden wollen

Mein aktuelles Lieblingsprojekt ♥️

Was ein Seerosenteich mit der Führung einer Schule zu tun hat

Jetzt im Sommer bin ich oft draußen in der Natur.

Ich mag Wasser. Teiche und Seen oder Tümpel.

Seerosen faszinieren mich besonders, haben sie doch die Fähigkeit auf dem Wasser zu liegen und trotzdem trocken zu sein, oder das Wasser abperlen zu lassen.

Die Klarheit, die in der Anordnung in der Natur zu sehen ist, berührt mich.

Sie ist mein Vorbild, wenn ich die Führungsthemen für die Schulleitungen, die ich begleite strukturiere.

Die Natur als Vorbild für unsere Ordnung und Struktur in der Führung

Auch wir Menschen profitieren von Ordnung und Klarheit: In welche Richtung setze ich meine energievollen Schritte, warum genau da hin und Schritt für Schritt komme ich weiter. 👣

Wenn die Richtung nicht geklärt ist, kommt es oft zu Richtungsänderungen und diese führen zu Frust.

Die Energie verpufft.

Das zu verhindern gelingt auf verschiedene Arten und Weisen.

Eine Art und Weise ist es, sich über die eigenen Ethischen Werte klar zu werden.

Dann kann man sich als Führungsteam austauschen über die persönlichen Werte, die das eigene Handeln bestimmen und in einem zweiten Schritt die Ethischen Werte für die Gemeinschaft/ die Einrichtung gemeinsam festlegen.

Damit ist ein Nordstern* gesetzt und so viel Klarheit geschaffen.

Der Prozess selbst erschafft Klarheit, doch auch das Ergebnis:

Die gemeinsamen Ethischen Werte können auf der Webseite veröffentlicht werden, beim Infoabend bilden sie die Grundlage und den Rahmen für die Präsentation der Schule und bei Vorstellungsgesprächen liegen sie schön grafisch dargestellt auf dem Tisch. Oder sogar noch besser: Sie finden schon ihren Platz in der Stellenausschreibung.

Dieser Nordstern bietet Orientierung und Richtung und schafft Klarheit und Ziel. Wenn Menschen zusammen eine Schule gründen oder betreiben, wirken die Ethischen Werte eh.

Ob bewusst oder unbewusst, sie sind am Start und aktiv.

Und gerade die Werte, die ganz tief in eurer Schulkultur verwurzelt sind, sind am aktivsten und kannst du dir das vorstellen, oft unbewusst.

Die Werte, die euch am meisten prägen und euer Handeln steuern, sind euch nicht bewusst.

Und wenn man darüber nachdenkt, ist das gar nicht so verwunderlich. Denn diese Werte fallen euch leicht, sie sind für euch selbstverständlich, einfach vorhanden.

Und doch ist es sehr wertvoll, diese zu kennen. Denn was ich kenne, kann ich schützen und bewahren.

Und lohnt es sich nicht die eigenen wichtigsten Werte zu schützen und zu bewahren?

Ich begleite Schulen als Coaching und Beraterin und wenn du mich fragst, was jede einzelne dieser Schulen/ Gemeinschaften grundlegend ausmacht, kann ich das bei jeder Schule, die ich als Coach und Beraterin begleite, sagen.

Spätestens nach dem ersten Monat der Zusammenarbeit.

Ich möchte ein Beispiel erzählen.

Ich begleite einen Montessori-Campus mit meinem Konzept der 7 Räume der Führung und das Leitungsteam ist wöchentlich mit mir im Coaching als Gruppe.

An einem Donnerstag treffen wir uns wieder und Thema unserer 1,5 Stunden ist es, die Ethischen Werte des Campus zu beleuchten.

Meine Coachingmethode führt zügig zu Klarheit und Ergebnissen.

„Uns ist Transparenz wichtig und Frieden als montessorisches Grundprinzip“, sagt die Schulleiterin der Grundstufe. „Leidenschaft und Menschlichkeit“, ergänzt die Kinderhausleitung. Die Gesamtleitung sagt: „Und Entwicklung.“ Darauf hin sagt die kaufmännische Leitung: „Andersartigkeit und Agilität.“ Und „Qualität“, sagt der technische Leiter. „Oder besser Qualitätsanspruch“, schaltet sich die Grundschulleiterin wieder ein.

Ich höre zu und staune, wie das Werte-Pingpong zu Klarheit führt und merke, dass mir ein ganz essentieller Wert dieser Menschensgemeinschaft komplett fehlt.

Ein Wert, den ich mit diesem Montessori-Campus so sehr verbinde, dass es ein blinder Fleck des Schulleitungsteams zu sein scheint, dass sie ihn gar nicht in ihrem Bewusstsein haben.

Als eine Gesprächspause auftritt, sage ich: „Darf ich euch mal auf einen Wert hinweisen, der euch so durchdringt, wie ich das noch nie erlebt habe, bei einer anderen Einrichtung?“

Ich habe mit diesem Satz die Aufmerksamkeit der Gruppe und fahre fort: „Es gibt aus meiner Sicht einen Wert, der bei euch über allem steht und ihr habt ihn noch nicht genannt. Ich möchte, dass ihr ihn als Schatz betrachtet, der einen hohen Wert für euch hat und den wir jetzt in euer Bewusstsein heben. Ich meine den Wert „Gemeinschaft“.

Im ersten Moment herrscht Stille. Keine unangenehme Stille, eher eine andächtige Stille.

Die Stille, die wir brauchen, damit die Dinge an ihren Platz fallen dürfen.

„Ja, das stimmt. Natürlich“, die Campusleiterin findet als Erste Worte.

Ein wirklich magischer Moment.

Der verbindende Wert der Gemeinschaft nährt diesen Campus schon lange und ab jetzt nährt er diesen Campus bewusst.

Spürst du und nimmt du wahr, dass das ein entscheidender Unterschied ist?

Erst wenn ein Wert bewusst ist, können wir ihn aktiv steuernd einsetzen, ihn schützen und in Gänze nutzen.

Jetzt kann die Campusleiterin die Schuljahresabschlussrede in Klarheit ohne lange vor dem leeren Blatt zu grübeln, verfassen. Sie nimmt die Werte als Grundstruktur für die Reflexion des Schuljahres, auf die sich das Leitungsteam am Ende des Coaching-Treffens geeinigt hat:

Frieden, Leidenschaft und Qualität sind die drei wichtigsten Werte ihrer Gemeinschaft 😃.

Den Wert der Gemeinschaft sehen sie im Friedenswert inkludiert, denn Frieden kann es nur in einer Gemeinschaft geben, die auf Akzeptanz und Menschlichkeit fußt.

Für mich ist genau das das Spannende. Es geht nicht darum Recht zu haben oder den eigenen Blickwinkel durchzudrücken.

Es geht um den achtsamen Prozess und um ein Ergebnis, das keinen Widerstand erzeugt, sondern den Blick auf das Gemeinsame eint.

Und ich bin stolz meinen Teil zu diesem Prozess beitragen zu können.

Dieser Raum der Führung Ethische Werte schließt die 7 Räume der Führung ab und setzt eine Klammer über alle.

Hast du mit deinem Leitungsteam schon die sieben Räume der Führung thematisiert?

Ich unterstütze euch gerne bei der Implementierung. Melde dich hier und wir machen zeitnah ein Erstgespräch aus. Oder noch einfach schreibe mir hier: kontakt@sandra-schumacher.de

Ich freue mich auf dich und auf euch.

Sandra Schumacher

Wunder. Fliegen. Weiter.

Der Führungsraum Ethische Werte ist das Kronenchakra und steht für die Verbindung mit der Umgebung.

Nordstern*: Der Polarstern, oder auch Nordstern oder Stella Polaris, gab Seefahrern und Reisenden seit jeher Orientierung, weil er beständig seine Position am nächtlichen Firmament beibehält und so verlässlich die Himmelsrichtung Norden markiert. Auch in Dir leuchtet ein Polarstern, der Dir den Weg zu innerer Stabilität weist und Dir in die Selbstermächtigung und innere Führung verhilft. Deine Ethischen Werte sind Teil dieses Nordsterns.

Der Elefant und der Holzpflock und was die 7 Räume der Führung damit zu tun haben

Stell dir einen kleinen Babyelefanten vor.
Er ist an einem Holzpflock mit einem Seil angebunden.

Der Holzplock und das Seil sind stabil genug, dass der Babyelefant nicht genug Kraft hat, um sich zu befreien.
Immer wieder versucht der Babyelefant sich loszureißen, denn er sehnt sich nach der Freiheit.

Er möchte die Welt erkunden und dort hingehen, wo sein Rüssel ihn hinführt.
Doch der kleine Babyelefant ist nicht kräftig genug. Frustriert ergibt er sich in sein Schicksal.
Er weiß, dass er niemals frei sein wird.
Die Zeit vergeht. Tage, Wochen, Monate.
Unser Babyelefant wird größer. Er wächst heran. Seinen Wunsch nach Freiheit hat er vergessen. Er lebt in einem Radius von 2 Metern um seinen Holzpflock herum.
Eines Tages kommt ein Rabe angeflogen und fragt den Elefanten: „Warum ziehst du diesen winzigen Holzpflock denn nicht aus der Erde und erforschst die Savanne?“ Der Elefant schaut mit trüben Augen auf. Mutlos seufzt er: „Ich bin nicht kräftig genug und warum sollte ich das tun, ich kann doch eh nichts erreichen. Als Babyelefant hatte ich den Wunsch nach Freiheit. Doch heute bin ich klüger. Das bringt eh nichts. Es ist sehr viel besser und sicherer hier an meinem Holzpflock zu bleiben. Hier kenne ich mich wenigstens aus.“

Der Babyelefant wird an seinen Holzpflock angebunden.

In der Nacht kann unser Elefant nicht schlafen.

Die Frage des Raben spuckt ihm durch den Kopf.

Warum gibt er sich mit diesem Leben zufrieden?

Er hatte doch einmal Träume.

Er denkt: „Ich wollte die Savanne erkunden und Abenteuer erleben und neugierig auf das Leben sein. Jeden Tag ein Stück mehr. Stattdessen verbringe ich meine wertvolle Lebenszeit auf diesem staubigen Grund, angebunden an einen Holzpflock und angewiesen auf Menschen, die mich füttern. Ich bin doch ein wunderbares Lebewesen und darf vom Leben das Allerbeste erwarten. Ich beginne mich zu erinnern, wer ich wirklich sein kann. Ich beginne mich zu erinnern, wer ich tatsächlich bin. Ich bin ein Tier der Wildnis, das freie Luft einatmen muss, statt Staub. Ich kann etwas erreichen im Leben, ich kann etwas erleben und anderen Elefanten dann davon berichten. Damit sie lernen und auch die Freiheit schätzen und atmen. Doch dazu muss ich mich befreien von diesem Holzpflock. Und zwar JETZT, solange ich daran glaube, dass der Rabe Recht hat und mich der Mut noch nicht verlassen hat.“

Mühsam steht der Elefant auf und lehnt sich mit seiner ganzen Kraft gegen das Seil. Das Seil spannt sich und der Elefant lehnt sich weiter dagegen. Weiter und weiter baut er Spannung auf das Seil auf und… völlig leicht und mühelos gleitet der Holzpflock aus der Erde.

Nun leuchten die Augen des Elefanten voller Überraschung und Lebensfreude.

Er trabt zielbewusst in die Savanne davon.

Das Seil mit dem Holzpflock schüttelt er einfach ab. Achtlos, wie eine lästige Fliege. Denn jetzt ist er in seiner Kraft, er nimmt Fokus auf seinen Weg.

Voller Würde.

Unaufhaltsam.

Klar und geerdet.

Mit einer unumstößlichen Zuversicht und einem großen Vertrauen in seine eigene Stärke.

Und er wird seinen Weg gehen, seine Abenteuer erleben und weiter lernen. Davon bin ich überzeugt. Der Rabe hat etwas berührt, was er eigentlich tief in sich die ganze Zeit gewusst hat: „Das kann nicht alles sein. Da gibt es noch mehr.“

Und das ist so eine klare Verbindung zu meinem Coachingprogramm für Schulleiter:innen und solche, die es werden möchten:

Es gibt noch so viel mehr, wenn du erst mal deine innere Autonomie gefunden hast.

Möchtest du in deine Authentizität kommen, dich selbst besser kennen und dir vertrauen lernen.

Falsche Verbindungen und hindernde Glaubenssätze erkennen und lösen, sodass störende Denkmuster durch neue ersetzen?

Dann bist du richtig bei den 7 Räumen der Führung. Hier geht es zum Coachingprogramm, nächster Start im September 2022.

Bis dahin lies das Buch Schulleitung: Die 7 Räume der Führung. Das Ich entfalten, um mit dem Du umgehen zu können

und melde dich zu meinem Newsletter „Der montäglichen Energiespritze in die (Schul-)Woche“ an.


Gegen welchen Holzpflock in deinem Leben könntest DU dich heute mal lehnen?

Auf ein abenteuerliches Leben, indem du dir erlaubst zu Leuchten.

Und diese Geschichte kannst du gut auch verwenden für eine Teamsitzung.

Mit der Frage: „Wo lassen wir uns gerade festbinden, was nicht mehr passt zu unserem heutigen Entwicklungsstand?


Deine Sandra

Neu im Job als Schulleiter*in, so war es bei mir

Als ich die Schulleitung einer privaten Montessori-Schule übernahm, war ich noch recht neu an der Schule.

Ich hatte ein Jahr vorher als Klassenlehrerin einer Primarstufenlerngruppe dort begonnen. Vorher hatte ich mein Montessori-Diplom gemacht und bereits an vier verschiedenen sonderpädagogischen Einrichtungen gearbeitet. Eine Weiterbildung zur Schulleiterin begann ich zeitgleich mit dem Job.

Kinder stark werden lassen, ist mir wichtig

Ich fühlte mich eigentlich recht gut vorbereitet, da ich es gewohnt war, in neue Aufgaben einzufinden. In meinem ersten Jahr an der Montessori-Schule hatte ich außerdem eine intensive und gute Qualitätsmanagement-Fortbildung des Landesverbandes Bayern besucht und das gab mir eine gewisse Grundlage, meinte ich.

Die Fülle von Aufgaben traf mich unvorbereitet

Worauf ich nicht vorbereitet war, war die Fülle der Aufgaben, die ich als Schulleiterin hatte. Es war unvorstellbar und sie kamen ungefiltert, ob wichtig oder dringend, geplant oder akut auf mich zu. Ich fühlte mich wie ein Autist, der nicht filtern kann und ungeschützt dem Strom der Reize gegenübersteht und ich glaube, so war es auch zu Beginn. Ich hatte keinen inneren Schutz, keine Methode oder ein Organisationstool, um die Aufgaben anzugehen.

Ich hatte so viele Themen zu bewältigen, dass die Zeit zur Priorisierung fehlte. Das klingt als wäre ich schlecht organisiert, was nicht der Fall ist.

Dank des „Eisenhower-Prinzips“ lernte ich langsam und nach und nach zwischen wichtigen und dringenden Aufgaben zu unterscheiden und priorisierte meine Aufgaben konsequent. Mit den Kategorien wichtig und dringend kam ich sehr gut klar. Immer wieder vernachlässigte ich aber dieses System und fiel in meine alte Haltung zurück, „first come first serve“. Das waren dann Tage und Wochen, die mich sehr forderten. Ich hatte ja die ersten Jahre keine Konrektorin und machte praktisch zwei Jobs gleichzeitig.

Spontanität – eine große Herausforderung

Herausfordernd war es auch, nach erstellten Plan, diesen jederzeit beiseite zu legen, da spontane Aufgaben meine Aufmerksamkeit erforderlich machten. Und das war im Alltag des Schultages viele Male täglich nötig, vor allem zu Beginn. Ich bin ein sehr flexibler, offener und zugewandter Mensch. Dennoch brachte mich das immer wieder an meine Grenzen, da das Eindenken in eine Aufgabe sehr lange dauert, das rausreißen hingegen ganz schnell geht. Wahrscheinlich kam ich in Wahrheit deshalb an meine Grenzen, weil ich offn war und also auch alle Aufgaben erst mal annahm. Das „Nein-Sagen“ lernte ich erst mit der Zeit.

So kam ich nach kurzer Zeit zu dem Satz: „Schulleitung ist, einen Plan zu machen, der gut ist und dann wieder einen Plan zu machen, der gut ist, nachdem du das Spontane bearbeitet hast“.

Woran lag es, dass die Kollegen, Eltern, Schüler, die Verwaltung und alle, die ihre wertvolle Zeit großzügig einsetzten, um als ein Rädchen im Uhrwerk unserer Montessori-Schule das große Ganze am Laufen zu halten, so oft die Zeit und Aufmerksamkeit der Schulleiterin benötigten?

Es lag, denke ich daran, dass wir ein großes Team waren, das aus insgesamt (Grundschullehrer, Mittelschullehrer, Realschullehrer, Gymnasiallehrer, Sonderpädagogen, Erzieher, Sozialpädagogen, Diplompädagogen, Heilpädagogen, Kinderpfleger), wir verschiedene Montessori-Ausbildungen im Haus hatten, die Fach- und Methodenkompetenz und die Berufserfahrung sehr verschieden ausgeprägt war und außerdem die Schule so schnell gewachsen war. Das multiprofessionelle Arbeiten war recht neu und wir hatten alle noch nicht so ganz. unseren Platz. gefunden.

Der Schulleitungswechsel bedeutete Stress für alle

Dass ich als Schulleiter*in neu war, war ein großer Unsicherheitsfaktor. Eine unsichere Situation für uns alle.

Und ich ließ es zu

Mein Selbstverständnis war, dass ich hilfreich sein wollte für meine Kolleg*innen. Und zwar möglichst sofort, wenn sie meine Hilfe brauchten. Mein Tür war immer offen.

Ein Anspruch, den ich an mich selbst stellte.

Und dieser Anspruch half mir in der planvollen Bearbeitung meiner Aufgaben natürlich nicht.

Doch betrachtete ich diese Unterbrechungen ebenfalls als meine Aufgabe und nicht als eine Störung. Er half mir also sehr, um bei meinem Team zu sein und mich für sie einzusetzen und für sie stark zu machen.

Während ich diese Worte schreibe, denke ich, dass das eine schönes und ehrenvolles Leitungsverständnis ist.

Dennoch weiß ich heute, dass es nur wenige Dinge gibt, die wirklich sofort geklärt werden müssen.

Mein Team lernte nach und nach die Bedürfnisse aufzuschieben oder einfach selbst zu lösen. Dem ersten Impuls sich Hilfe zu holen gibt man sehr leicht nach, das kenne ich selbst. Es ist mehr eine Frage der Gewohnheit.

Was mir wichtig war: der Kontakt zu meinen Kolleg*innen

Ich wollte den menschlichen Kontakt. Das war mir einfach wichtig und das war auch okay.

Später lernte ich andere Wege und die sofortige Beantwortung der Fragen fand neue Wege.

Das war der verantwortungsvollere Weg, denn ich brachte mein Zeit nun tatsächlich zur Bearbeitung der Schulleitungsaufgaben auf.

Als Schulleiterin gab ich Sicherheit

Eine sehr wichtige Aufgabe war es und das verstand ich erst sehr viel später, Sicherheit zu geben und in unsicheren Situationen eine Richtschnur und ein Ruhepol zu sein.

Es war sehr spannend, was passierte, als ich in meinem zweiten Schulleitungsjahr einen Unfall hatte und 6 Wochen krank geschrieben war.

Es kam zu richtig viel Unruhe in der Schule. Nicht sofort, mehr schleichend und nach und nach. Das äußerte sich durch vermehrte Konflikte zwischen den Kindern, durch eine erhöhte Anzahl an Beschwerden von Eltern und an einem Freitagnachmittag hatten wir eine richtige Krise

Die Krise kam am Freitagnachmittag und schockierte uns

Heute kann ich darüber schmunzeln, aber damals war es eine sehr schwierige Situation und wir konnten sie bis heute nicht klären.

Was war passiert? Als der Hausmeister am Freitagnachmittag durch die Schule ging, um zu sehen, ob alle Fenster zu sind, bemerkte er an einer Wand ein besonderes Kunstwerk.

Es war ein mit Edding aufgemalter Penis. Oh Schreck!

Er hielt inne, verblüfft und schockiert.

Als er nach einem lange andauernden Schockmoment den Blick hob, sah er wenige Meter entfernt auf dem Fußboden einen zweiten, kleineren. Der nächste war an der Tür zum Musikzimmer zu finden.

Insgesamt waren es über 40 „Kunstwerke“, die in der ganzen Schule verteilt waren und sogar auf der Straße davor noch ein besonders großes.

Das war eine massive Sachbeschädigung und wir riefen eine Krisensitzung ein.

Ich kam aus meiner Krankheit heraus dazu.

Es war uns nicht möglich zu ermitteln, aus wessen Feder die Kunstwerke stammten. Nun war klar, dass wir es mit einer besonderen Situation zu tun hatten.

Wichtig war uns, deutlich dazu mit den Kindern und Jugendlichen zu sprechen, sie auch anzuhören, uns also als Gemeinschaft zu überlegen, wie wir mit der Situation umgehen wollten und wie wir darüber reden wollten.

Unser sehr fähige Hausmeister entfernte alle 40 Kunstwerke.

Heimlich nenne ich ihn seit diesem Freitag den „Tatortreiniger“.

Gemeinschaft stärken

Mehrere Schüler*innenversammlungen stärkten unsere Gemeinschaft und vermittelten Sicherheit. Wir sprachen offen mit Eltern und Kindern. was passiert war und überlegten gemeinsam, wie wir das Vertrauen in unsere Gemeinschaft wieder aufbauen könnten. Unser Ziel war, eine starke Gemeinschaft zu sein, die gemeinsam nach vorne blickt.

Leitung und Sicherheit gehören zusammen

Und wir lernten alle, dass ich als Schulleiterin einen großen Teil der Sicherheit in der Schule vermittle. Wenn ich länger krank bin, hinterlässt das Spuren. In unserem Fall ganz besondere Kunstwerke, auf die jede Schule lieber verzichtet. Oder?

Sandra Schumacher

Wunder. Fliegen. Weiter.

Wie ich mir Klarheit über die Schulleitung verschafft habe 🚀

12 Affirmationen für Schulleiter*innen

Ich möchte dich dazu einladen dir jeden Morgen 5 Minuten Zeit zu nehmen und diese 5 Minuten nur mit förderlichen Gedanken zu verbringen.

Als ich als Schulleiterin dieses Ritual fest in meine Morgenroutine eingebaut habe, ist meine Klarheit enorm gestiegen.

Meine Effektivität als Schulleeitung hat einen großen Sprung nach vorne gemacht. 🚀

Was sich vorher schwer angefühlt hat, wurde leichter. 🎈

Neue neuronale Verknüpfungen durch Affirmationen
Neue neuronale Verknüpfungen durch Affirmationen!

In nur 5 Minuten täglich!

Warum? Weil wir 70 0000 Gedanken im Durchschnitt täglich denken und viele davon nicht bewusst positiv, sondern unbewusst negativ ausfallen.

Das ist zum Beispiel der Fall, wenn du dir Sorgen machst, du dich innerlich maßregelst, weil du etwas vergessen oder übersehen hast oder du dich ärgerst.

Gerade wenn du (wie ich) sehr verantwortungsvoll bist und manchmal dazu neigst hart mit dir selbst umzugehen, sind diese 5 Minuten für dich goldrichtig und super wertvoll!

Richte dich also jeden Morgen bewusst auf Erfolg aus!

Fokussiere dich auf das Positive.

Richte dich darauf aus, dass du das Beste für dich und dein Umfeld erwartest, dass du das Beste wert bist!

Du wirst schon nach wenigen Tagen merken, dass dein Leben bewusster und leichter wird.

Affirmationen zeigen dir den Weg!

Dass du das in dein Leben einlädtst, was du durch deine Affirmationen visualisierst.

Schenke dir selbst diese 5 Minuten – lies die folgenden Affirmationen, schreibe sie auf (ein kleines Notizbuch oder Tgaebuch ist dafür optimal, oder mein Wunder- Fliegen- Weiter- Büchlein, das meine Coachees von mir bekommen) oder sage sie vor dich hin.

Egal was du wählst, wichtig ist, dass du es in voller Konzentration tust.

Fühle die Wahrheit der Affirmation mit jeder Zelle deines Körpers.

Ganz bewusst.

Genieße das Prickeln, das sich dabei in deinem Körper einstellt. Es stellt sich vielleicht nicht sofort ein, blieb also dran, es braucht etwas Übung.

Folgende 12 Affirmationen habe ich für dich erstellt:

1. Ich plane meine Tagesaufgaben klar und gut. 🎯

2. Ich treffe gute Entscheidungen. 👍

3. Mein Team unterstützt sich gegenseitig mit all seiner Kraft. 🤝

4. Ich bin eine kraftvolle Führungspersönlichkeit. 💪

5. Die Eltern an meiner Schule unterstützen unsere Arbeit voll Vertrauen.👥

6. Jeder Mensch in meinem Umfeld gibt sein Bestes. 💃🏻 🕺

7. Die Meinungen der Kinder und Jugendlichen an meiner Schule sind wichtig. 💡

8. Ich nehme meine Verantwortung ernst und mein Alltag darf sich leicht anfühlen. 🏖

9. Ich spüre den ganzen Tag über, dass ich von den Menschen um mich rum Unterstützung erfahre. 🚀

10. Meine Intuition ist mein Kompass. 🧭

11. Ich erreiche meine Ziele ganz spielerisch. 🎲

12. Ich bin von wunderbaren Menschen umgeben. 🤸🏻‍♂️

Und, wie fühlt sich das an? Gut, passend oder fehlt noch etwas?

Erstelle dir im zweiten Schritt doch weitere Affirmationen, die dir in deiner momentanen Arbeitssituation noch besser helfen. Wenn du die Wirkung einer Affirmation noch verstärken möchtest, drucke sie dir aus und hänge sie an einen Ort, den du täglich oft besuchst (Toilette?) oder richte sie dir als Handyhintergrund ein.

Und denk daran, neue Gewohnheiten brauchen im Durchschnitt 33 Tage, bis sie sich fest in unser Leben verankert haben.

Und wenn du Unterstützung brauchst, melde dich unbedingt bei mir, denn du musst es nicht alleine schaffen.

Deine

Sandra Schumacher

Wunder- Fliegen- Weiter.

Hat dir der Impuls geholfen, hast du eine Anregung oder möchtest du von dir erzählen, schreibe mir gerne: kontakt@sandra-schumacher.de

Literaturtipp:

Ein Superbuch zum Thema Morgenroutine, das ich uneingeschränkt empfehlen kann: Hal Elrod: Miracle Morning

Darf ich mir als Schulleiterin selbst freigeben?

Oder warum dauert Entwicklung machmal so lange?

Am 20. Dezember 2015 heiratete meine beste Freundin in Münster. Ich war zu dieser Zeit Schulleiterin in Erlangen, Bayern und sollte Trauzeugin sein.

Es war eines der wenigen Jahre, in dem Bayern als einziges Bundesland noch Schule bis direkt vor Weihnachten hatte.

Das höchste christliche Fest und ausgerechnet das traditionelle Bundesland Bayern lässt seine Familien und Lehrer bis direkt vor den Feiertagen in die Schule gehen.

Dieses Thema beschäftigte viele meiner Kollegen, mich nicht so sehr.

Was mich hingegen beschäftigte, war, dass ich auf keinen Fall als Schulleiterin einen Tag früher in die Weihnachtsferien gehen wollte.

Ich sah mich sehr stark in der Vorbildfunktion und sah mich in der Solidarität mit meinen Kollegen.

Ich nahm mir einen Tag Bedenkzeit. Es war schließlich meine beste Freundin, die ich sowieso viel zu selten traf und ich wusste, wie wichtig es ihr war, mich dabei zu haben.

Ich überlegte und hatte sehr schnell meine Entscheidung getroffen.

Dann rief ich meine Freundin an und teilte ihr schweren Herzens meine Entscheidung mit: Ich könne auf keinen Fall ihre Trauzeugin sein, weil in Bayern noch Schule war und es keine Möglichkeit für mich gäbe zu ihrer Hochzeit zu kommen.

Das ist mein Bewerbungsfoto für die Schulleitung

In den folgenden Jahren ermöglichte ich immer wieder Kollegen zu allen möglichen familiären oder privaten Ereignisse die Arbeit anders zu verteilen und auch mal früher in die Ferien zu gehen.

Das war mir sehr wichtig, denn ich bin der Überzeugung, dass die Motivation für die Arbeit dadurch, dass wir unser soziales Leben pflegen,wächst und die Freude an der Arbeit auch.

Das schultern wir als Kollegium auch gut, mal hilft der eine, mal der andere. Ein Netz der Unterstützung eben.

Warum habe ich das für mich nicht in Anspruch genommen?

Diese Frage war noch jahrelang in meinem Hinterkopf und heute acht Jahre später mache ich mich mal an einen Erklärungsversuch:

Ich war in diesem Jahr noch nicht in der Schulleiterrolle gut angekommen. Ich war innerlich noch unsicher.

Wäre ich souverän und sicher gewesen, hätte ich gehen können, den Kollegen vertrauen, dass sie diesen letzten Schultag gut meistern können und das Fest mit meinen Freunden genießen.

Ich hätte mir selbst erlauben können, dass ich es verdient habe und es okay ist.

Hätte ich mir selbst einen Rat geben können, in dieser Situation, hätte ich mir genau das geraten.

Was wieder zeigt, wie schlecht wir als unsere eigenen Berater sind. Oder sein können.

In den Osterferien danach, fuhr ich nach Münster und ging mit meiner Freundin Essen im Restaurant, indem die Hochzeit stattfand.

Noch Jahre danach tat es mir leid, dass ich nicht dabei war.

Ich habe mittlerweile gelernt freundlicher, offener und netter mit mir selbst zu sein.

Warum hat das so lange gedauert?

Sandra Schumacher