Meine Geschichte

Es war im September 2013. Das neue Schuljahr hatte gerade begonnen, das zweite das ich als Schulleiterin einer freie Montessori-Schule mit über 300 Schülern begann und zwar ohne Konrektorin. Ich stand mächtig unter Druck, denn ich sollte die Richtung vorgeben, Sicherheit geben und Verantwortung übernehmen.

Die Kollegen stellten mir Fragen, die Schulaufsicht wollte Entscheidungen und die Eltern und Schüler suchten Klarheit und Rat. Ich sollte entscheiden was richtig und was falsch war.

Das war einfach zu viel. Ich arbeitete sehr hart, versuchte allen zu entsprechen und verlor immer mehr die Verbindung zu mir selbst und zu meiner inneren Stärke. Ich fühlte mich gehetzt, gestresst, hörte auf zu Schlafen und auch mein Privatleben verschlechterte sich. Ich vergaß was mein Partner und meine Kinder mir erzählten, hörte nicht richtig zu und wollte einfach nur noch meine Ruhe. Zieht nicht so an mir, war das Gefühl, das mein Leben bestimmte. Ich verlor die Verbindung zu meinem Umfeld, meinen liebsten Menschen. War ich alleine, musste ich alles alleine schaffen? Das Leben fühlte sich schwer an, wie eine Wanderung, die immer nur bergauf geht und ich war alleine unterwegs. Das stimmte natürlich nicht, aber so fühlte ich es in meinem Inneren.

Dann rutschte ich aus und brach mir das rechte Handgelenk. Splitterbruch. Auf dem Weg in den OP, voller Schmerzen und vom Unfall traumarisiert dachte ich: „Gott sein Dank, muss ich das schwierige Elterngespräch morgen nicht führen.“ So weit war es gekommen!

In der Zeit, die ich krank geschrieben war, dachte ich intensiv nach. Was war passiert und wie konnte ich die verfahrene Situation lösen? Ich merkte, dass die Lösung in mir war und ich einen Weg finden konnte eine gute Schulleiterin zu sein und zwar ohne eine Rolle zu spielen, ohne Getriebene zu sein. Ich wollte gestalten, nicht funktionieren. Und meine Mitarbeiter sollten zufrieden sein, die Schüler gut lernen und die Eltern uns vertrauen. Ich wollte eine Schulleiterin sein, die fest in sich selbst verankert ist, die weiß was sie will und das auf ihre eigene, ganz persönliche Art und Weise umsetzt. Und die die Menschen um sich rum wahrnimmt, sich als Teil eines Ganzen versteht. Die es nicht alleine schaffen muss.

Eine gute Schulleiterin verbreitet keine Angst.

Eine gute Schulleiterin ist keine Maschine.

Eine gute Schulleiterin ist authentisch und respektvoll. Sie hat Humor und eine eigene Autorität und ja, die muss nicht laut daherkommen. Diese persönliche Autorität kann leise und sanft sein, beharrlich und pädagogisch. Sie ist ein gutes Vorbild, weil sie zuerst für sich selbst sorgt. Und weil sie ihre Rolle nutzt, um Verbindungen zu schaffen.

Respekt durch Authentizität war meine Lösung und ich schaffte es, all das umzusetzen:

Meine Schule steht klar in ihrem pädagogischen Konzept, ist ein begehrter Arbeitsplatz für die verschiedensten Pädagogen, hat einen super Ruf in der Öffentlichkeit unserer Stadt und die Warteliste für die Schüleraufnahme ist lang.

Mir ist es ein tiefes persönliches Anliegen dass die Kinder an freien Schulen zu starken Menschen heranwachsen. Dazu brauchen sie starke Schulleiter und Pädagogen, die sich selbst ernst nehmen und Gestalter sind. Menschen, die in Beziehung stehen mit sich und den Menschen um sich. Die sich als Teil eines großen Ganzen verstehen.

Ich möchte meine Erfahrung und mein Wissen an so viele Menschen, wie möglich weitergeben.

Was hat das mit dir zu tun? Wenn ich es geschafft habe, kannst du das auch! Du weißt nur noch nicht genau, wie du es machen sollst. Du bist super, stehst jeden Tag in deiner schwierigen Rolle und wenn du dich durch meine Geschichte angesprochen fühlst, habe ich eine sehr gute Nachricht: Ich bin deine Mentorin, bin für dich da und finde mit dir gemeinsam deinen Weg, denn die Lösung ist in dir. Verschwende keine Zeit, geh deinen nächsten Schritt.