Darf ich mir als Schulleiterin selbst freigeben?

Oder warum dauert Entwicklung machmal so lange?

Am 20. Dezember 2015 heiratete meine beste Freundin in Münster. Ich war zu dieser Zeit Schulleiterin in Erlangen, Bayern und sollte Trauzeugin sein.

Es war eines der wenigen Jahre, in dem Bayern als einziges Bundesland noch Schule bis direkt vor Weihnachten hatte.

Das höchste christliche Fest und ausgerechnet das traditionelle Bundesland Bayern lässt seine Familien und Lehrer bis direkt vor den Feiertagen in die Schule gehen.

Dieses Thema beschäftigte viele meiner Kollegen, mich nicht so sehr.

Was mich hingegen beschäftigte, war, dass ich auf keinen Fall als Schulleiterin einen Tag früher in die Weihnachtsferien gehen wollte.

Ich sah mich sehr stark in der Vorbildfunktion und sah mich in der Solidarität mit meinen Kollegen.

Ich nahm mir einen Tag Bedenkzeit. Es war schließlich meine beste Freundin, die ich sowieso viel zu selten traf und ich wusste, wie wichtig es ihr war, mich dabei zu haben.

Ich überlegte und hatte sehr schnell meine Entscheidung getroffen.

Dann rief ich meine Freundin an und teilte ihr schweren Herzens meine Entscheidung mit: Ich könne auf keinen Fall ihre Trauzeugin sein, weil in Bayern noch Schule war und es keine Möglichkeit für mich gäbe zu ihrer Hochzeit zu kommen.

Das ist mein Bewerbungsfoto für die Schulleitung

In den folgenden Jahren ermöglichte ich immer wieder Kollegen zu allen möglichen familiären oder privaten Ereignisse die Arbeit anders zu verteilen und auch mal früher in die Ferien zu gehen.

Das war mir sehr wichtig, denn ich bin der Überzeugung, dass die Motivation für die Arbeit dadurch, dass wir unser soziales Leben pflegen,wächst und die Freude an der Arbeit auch.

Das schultern wir als Kollegium auch gut, mal hilft der eine, mal der andere. Ein Netz der Unterstützung eben.

Warum habe ich das für mich nicht in Anspruch genommen?

Diese Frage war noch jahrelang in meinem Hinterkopf und heute acht Jahre später mache ich mich mal an einen Erklärungsversuch:

Ich war in diesem Jahr noch nicht in der Schulleiterrolle gut angekommen. Ich war innerlich noch unsicher.

Wäre ich souverän und sicher gewesen, hätte ich gehen können, den Kollegen vertrauen, dass sie diesen letzten Schultag gut meistern können und das Fest mit meinen Freunden genießen.

Ich hätte mir selbst erlauben können, dass ich es verdient habe und es okay ist.

Hätte ich mir selbst einen Rat geben können, in dieser Situation, hätte ich mir genau das geraten.

Was wieder zeigt, wie schlecht wir als unsere eigenen Berater sind. Oder sein können.

In den Osterferien danach, fuhr ich nach Münster und ging mit meiner Freundin Essen im Restaurant, indem die Hochzeit stattfand.

Noch Jahre danach tat es mir leid, dass ich nicht dabei war.

Ich habe mittlerweile gelernt freundlicher, offener und netter mit mir selbst zu sein.

Warum hat das so lange gedauert?

Sandra Schumacher

Digitalisierung in der Bildung oder das ist Lernen für mich

Es war Ende November und alle Kinder meiner Lerngruppe (ich arbeitete zu der Zeit als Klassenlehrerin einer 1.-4. Klasse gemischten Lerngruppe an der Montessori-Schule), die im September eingeschult wurden, lasen bereits. Alle, bis auf einen.
Eines Morgens erzählte ich eine Geschichte. Sehr begeistert erzählte ich sie, denn Begeisterung ist der Feenstaub beim Lernen, also das Zaubermittel.

Eine wahre Geschichte

Es war eine wahre Geschichte und sie handelte von einer Löwenfamilie und davon, wie diese ihre Aufgaben verteilten und was jeder zu tun hatte in der Löwengruppe. Ich verzichtete darauf den Löwen Namen zu geben oder sie sonst wie zu verniedlichen. Die Geschichte war eine begeistert und spannend erzählte Sachinformation zum Thema „Lebenswelt der Löwen“.

Eine Erkältung als Lernkatalysator

Dann war ich eine Woche krank. Mich hatte eine Erkältung erwischt, was leider leicht passiert, wenn man jeden Tag mit über 20 Kindern zusammen ist.
Als ich wieder da war, konnte der Junge lesen. Ich war sehr erfreut und fragte ihn:“ Was ist passiert? Das ging ja jetzt schnell.“ Er antwortete: „Ja, du warst ja krank.“ Ich schaute ihn verblüfft an, da ich überhaupt nicht verstand, was ich mit seinem Lesenlernen zu tun haben könnte, zumal ich ja nicht mal in der Schule war. Er meinte: „Ja, ich wollte ja wissen, wie das mit den Löwen genau ist und ich konnte dich nicht fragen, also habe ich lesen gelernt, ganz viel über Löwen gelesen und nächste Woche halte ich ein Referat dazu.“
Wow. Noch heute, viele Jahr danach, bekomme ich eine Gänsehaut, wenn ich seine Worte aufschreibe.
Es hat mich sehr berührt.

Was ist Lernmotivation?

Wie schnell und wie viel und wie gut ein Mensch lernen kann, wenn es nötig ist, um das Interesse, unsere stärkste Motivation zu befriedigen.
Meine Definition lautet: Lernen ist Motivation und Verbindung.

Und diesen Jungen musste man nicht mit einem Tablet oder einer tollen Lernoberfläche zum Lernen verlocken. Es war die Verbindung zum Thema in Kombination mit der Bindung zu mir, seiner Lehrerin, die ihn zum Lernen brachte. Er brauchte als Lernumgebung einen Raum voller Sachbücher. Wahrscheinlich hätte sogar ein gutes Buch ausgereicht.

Egal welches Lernmedium wir einsetzen, wir sollten uns fragen, ob es der Bindung und der Motivation dient. Wenn die Lernumgebung verschiedene Möglichkeiten bereit hält, um das Gleiche zu lernen, suchen sich die Kinder und Jugendlichen das Medium aus, mit dem sie am besten zurecht kommen.

Das kann ein Buch sein, ein Schülervortrag, ein Film, eine Zeitschrift, ein Bild, eine Lernsoftware, was auch immer. Abhängig vom Thema und vom Alter des Kindes, oder des Jugendlichen.

Und in der Abwechslung liegt der Reiz, das kann ich aus eigener Erfahrung sagen. Ich liebe Visualisierungen, die liebevoll gestaltet sind, lese gerne am Kindle, Sachbücher hingegen lieber auf Papier. Ich mag die technischen Möglichkeiten, wie Videokonferenzen genauso, wie webbasierte Präsentationen.

Und ein persönliches Treffen und Ideenentwickeln auf einer Flipchart ist ebenfalls toll.

Was meinst du dazu? Ich staune über das Spektrum, das uns zur Verfügung steht und ich möchte alles nutzen, auch und gerade wenn ich Schulen unterstütze.

Sandra Schumacher

Wunder. Fliegen. Weiter.

Wunderbare Elterngespräche – ein grundsätzliches Umdenken ist nötig

Was braucht ein beziehungsorientiertes Elterngespräch?

Elterngespräche als sicherer Ort

🎈Lasst uns die Elterngespräche zu einem sicheren Ort machen, an dem weder Lehrer noch Eltern auf alles eine Antwort wissen müssen, sondern wo wir gemeinsam Lösungen kreieren.

Wenn das unser Ziel ist, dann ist ein Gespräch dann erfolgreich, wenn es ein Moment gelingender Beziehung ist.

Ein Moment gelingender Beziehung

Und diesen Moment spürt man.

Folgende vier Tipps helfen enorm:

Bedenke im Gespräch immer die vier Seiten einer Nachricht (Sachebene, Beziehungsebene, Selbstauskunft und Appell).
Die Berücksichtigung dieses Kommunikationsprinzips ist grundlegend wichtig.

Bedenke im Elterngespräch immer, dass die Eltern in die Schule kommen und sich also auf deinem Spielfeld befinden.
Verhalte dich wie ein Gastgeber, mach es deinen Gästen so angenehm wie möglich. Fühle dich verantwortlich für eine gute Atmosphäre. Gestalte einen „sicheren Platz“ an dem sich die Eltern öffnen können, sei auch selbst bereit dich zu öffnen und zwar zuerst.

Die Eltern haben dir ihr Wichtigstes auf der Welt anvertraut – ihr Kind, ihr ein und alles. Denke immer daran, wenn du sprichst.

Sorge für einen klaren Ablauf, beginne das Gespräch bewusst und beende das Gespräch bewusst. Kündige deine Themen an, lade die Eltern ein, ihre Themen gerne mit einzubringen.

Übernimm das Zeitmanagement.

Offene Gesprächskultur

Und ja es wird offen über alles gesprochen, auch über Sorgen oder Wünsche und diese müssen nicht schwer und belastend sein, sie sind einfach da.

Unsere Gefühle sind wichtig und wertvoll, müssen aber nicht in positiv und negativ eingeteilt werden. Sie können in einer offenen Gesprächsatmosphäre einfach sein.

Daran erinnern sich die Gesprächspartner*innen gegenseitig.

Vision wird Realität

Wünschst du dir, dass diese Vision deine Realität wird?

Wünschst du dir, dass eine produktive Resonanz entsteht zwischen Schule und Elternhaus?

Wünschst du dir, dass du sicher sein kannst, dass die Eltern dir als Pädagog*in vertrauen?

Dass du dir sicher sein kannst, dass die Eltern wenn sie etwas von dir, deinem Unterricht oder deiner Kommunikation hören, sofort denken: „Da frage ich mal direkt nach, das kann so nicht stimmen“ oder dass sie denken „Die Lehrer*in meines Kindes weiß was sie tut, sie sieht mein Kind und weiß was es braucht. Ihre Entscheidungen sind fundiert, durchdacht und zum Besten meines Kindes?“

Gegenseitig voneinander das Beste erwarten und davon ausgehen, dass jeder an seiner Stelle das Beste für das Kind möchte und zwar das Allerbeste, das ist Bedingung und Folge solch einer offenen Begegnung.

Sandra Schumacher

Wunder. Fliegen. Weiter.

Echte Montessori-Freiarbeit, so funktioniert sie

Im Zimmer der jahrgangsgemischten Lerngruppe (1-4) von der ich heute erzählen will, herrscht konzentrierte Ruhe. 22 Kinder arbeiten am Boden, auf dem großen roten runden Teppich in der Raummitte, auf einer Bank am Fenster und an Tischen.

Wie beschreibt man diese besondere Atmosphäre? Wie fängt man die energiegeladene Konzentration ein?

Ich versuche es mal durch die genaue Beschreibung:

Ganz vertieft und konzentriert sind die Kinder bei der Arbeit mit verschiedenen Materialien an unterschiedlichen Themen und vielfältigen Aufgaben.
Zwei kleine Jungs rechnen mit blauen, grünen und roten Perlen und schreiben ihre Lösungen mit Farbstiften der gleichen Farbe auf.
Drei verschieden alte Mädchen sitzen an einem Tisch: Abwechselnd liest ein Mädchen einen Satz von einer Karte ab und die anderen beiden antworten. Es geht um den Lebensraum von Steppentieren.
Eine gemischte Gruppe Mädchen und Jungs verschiedenen Alters ist gerade mit geometrischen Körpern in den Nebenraum gegangen: Durch die Glastüre sehe ich, dass sie die blauen Holzkörper sortieren und sich dabei angeregt diskutierend unterhalten.
Drei Kinder sitzen für sich alleine. Zwei schreiben einen Text ab. Ein Kind hält Notizblätter in der Hand, auf denen Text und bunte Bilder zu sehen sind und murmelt frei sprechend vor sich hin. Es übt einen Vortrag, den es am Ende der Freiarbeit vor einer großen Kindergruppe halten wird.
Eine Lernbegleiterin sitzt mit sechs Kindern an einem Tisch im hinteren Raumdrittel. Sie gießt verschiedenfarbiges Wasser in große und kleine Glasgefäße. Eine Waage, ein Thermometer, eine große Schale mit Eiswürfel und ein Wasserkocher stehen bereit und es geht wohl um die Dichte des Wassers.

Eine weitere Lernbegleiterin sitzt am Teppich neben zwei Jungen, die Modelle mit verschiedenen Gesteinsformen befühlen.
Es klappert und brummt. Es murmelt und tönt. Es blättert und plätschert.

Sieht so eine typische Freiarbeitssequenz aus? Ja! Und es fasziniert mich, wie entspannt und gleichzeitig konzentriert die Atmosphäre im Raum ist. Wie viel das Auge entdecken kann und wie strukturiert dennoch das Gesamtszenario wirkt. Fast mühelos scheint diese Konzentration entstanden zu sein und das Zusammenspiel der verschiedenen Aktivitäten nebeneinander, scheint ergänzt durch ein übergreifendes, ineinander verzahntes Miteinander.

Der runde Teppich, der in Montessori-Schulen in jedem Zimmer zu finden ist, ist wohl das Erkennungsmerkmal dieser Reformpädagogik und auch das reichhaltige Arbeitsmaterial, das in den zahlreichen Regalen an drei Wänden des Raumes zu finden ist, fällt auf. Es ist vorwiegend aus unbehandeltem Holz und wirkt sehr klar, strukturiert und ansprechend auf den Betrachter.

Insgesamt strahlt der Raum eine gemütliche Atmosphäre aus. Strukturiert und reichhaltig. Man merkt, dass hier Arbeit im Prozess aufbewahrt wird. In einer Zimmerecke stehen zum Beispiel zusammengerollte Plakatrollen in einem umfunktionierten Papierkorb. Auf einem Regalbrett stehen Petrischälchen mit verschieden farbigen Flüssigkeiten, die auf den nächsten Arbeitsschritt warten.
Mich erinnert der Raum an ein Labor, das zu vielfältigen Forschungsaktivitäten einlädt und dieser Eindruck wird verstärkt durch die verschiedenen Tätigkeiten, die zu beobachten sind.

So reichhaltig und vielfältig kann Lernen sein!

Konkret, abstrakt, praktisch, theoretisch, kompliziert und ganz einfach.

Verschieden, einfach so wie jedes dieser Kinder, die man auch Schüler nennt. Hier fällt mir ein Zitat von Gerald Hüther ein, dem bekannten deutschen Neurowissenschaftler, der das gehirngerechte Lernen zu seinem Thema gemacht hat: „Kinder agieren wie Kinder, nicht wie Schüler.“

Und das nimmt die Montessori-Pädagogik ernst. Sie schafft eine forschende Lernatmosphäre, in der das Kind auf seinem jeweiligen Interessens- und Wissensstand forschend lernen kann. Einfach super, weil absolut gehirngerecht. Das Kind ist Kind, so einfach ist es, wenn es darum geht „die angeborene Lust am Entdecken und am gemeinsamen Gestalten“ (Zitat Gerald Hüther) zu bewahren und als Ausgangspunkt für ein nachhaltiges und qualitativ hochwertiges Lernen zu nehmen. Dieses Prinzip hat Maria Montessori als fortschrittliche Naturwissenschaftlerin bereits vor 100 Jahren erkannt und die heutige Aktualität ist offensichtlich. Absolut stärkenorientiert und voll Vertrauen in die kreative und machtvolle Gestaltungskraft des Kindes! Die Montessori-Pädagogik nimmt die kindlichen Ideen und Fragen ernst und begleitet die Kinder respektvoll zu selbst gefundenen Antworten.

Viele Erwachsene, denen ich von der Montessori-Pädagogik erzähle, sagen: „Hätte ich nur selbst so entdeckend lernen können, dann wären mir viele Zusammenhänge klar geworden.“
Ja, das finde ich auch.

Sandra Schumacher
Wunder- Fliegen. Weiter.

Ist Schulleitung was für mich?

Machst du dir Gedanken über deine persönliche Weiterentwicklung?

Überlegst du dir dich auf eine Schulleiterposition zu bewerben, oder auf eine Stelle in der erweiterten Schulleitung?

Dann fragst du dich vielleicht Folgendes:

Habe ich Führungsqualitäten?

Bin ich geeignet für einen Leitungsjob?

Bringe ich die entscheidenden Fähigkeiten und Voraussetzungen mit?

Erkennt man das gleich und wenn ja woran? Was denken die Kollegen darüber, würden Sie mich in einer Führungsrolle akzeptieren und unterstützen?

Wenn du diese Gedanken machst, ist folgende Information für dich wichtig:

Führungsqualitäten kannst du lernen und du kannst dich heute für sie entscheiden.

Das klingt zu einfach, um wahr zu sein?

Ja und nein, denn sich auf die einfachen Dinge zu konzentrieren und konsequent an ihnen festzuhalten, das schaffen die Besten. Leichter scheint es manchmal zu sein, es sich kompliziert zu machen, also bleibe konsequent dabei!

Ich sage es noch einmal, deine Entscheidung für eine Führungsrolle ist entscheidend. Und damit entscheidest du dich dafür dich zu verändern, nämlich Neues dazuzulernen und dein Mindset zu entwickeln. Das sollte dir klar sein. Das gehört zum Gesamtpaket!

Und dann geht es einfach um die Aneignung von Eigenschaften:

Folgende acht Eigenschaften sind für eine gute Führungspersönlichkeit entscheidend. Wenn du dir diese aneignest, hast du die besten Chancen eine wirklich erfolgreiche Führungspersönlichkeit zu werden. Deine Mitarbeiter werden dich respektieren und dir freundlich begegnen, denn sie fühlen deine Engagement für die Sache und deine tiefe Verbundenheit mit Ihnen.

1. Stelle die richtigen Fragen

Konzentriere dich darauf die richtigen Fragen zu stellen und suche die Antworten überall in und um dich herum. Sauge die Erfahrung anderer in dich auf und nutze sie für dich, statt selbst zu warten bis du die Antworten kennst.

Fragen stellen

2.  Sei bereit Fehler zu machen

Mutiges Vorangehen ist wichtig, damit du als Führungskraft wahrgenommen und respektiert wirst. Probiere Dinge aus, sei bereit Neuland zu betreten und finde heraus was funktioniert, indem du immer wieder aufmerksam deinen Kurs anpasst.

Werde also sichtbar, mach dich angreifbar und zeige Stärke, aber auch Schwäche.

Mache jeden Fehler genau ein Mal und lerne daraus.

3. Schaffe Transparenz

Kenn deine Werte und dein Warum und sprich ununterbrochen darüber. Dann das schafft Transparenz und deine Entscheidungen werden klar und konsequent wahrgenommen, weil sie es sind!

4. Sei empathisch und ein guter Zuhörer

Als Führungskraft hören dir alle zu. Das bedingt die Rolle. Aber eine gute Führungskraft ist ebenfalls ein guter Zuhörer und verarbeitet genau was sie hört. Das schafft ein wertschätzendes Klima und gibt deinen Mitarbeitern das Gefühl Gesehen zu werden. Fühle dich dabei in das Gegenüber ein und höre aktiv zu. Gewöhne dir also Sätze, wie folgende an: „Habe ich das richtig verstanden, dir ist….wichtig? Stimmt es, dass du…brauchst? Fühlst du dich im Moment…, habe ich das richtig wahrgenommen?

5. Sprich Irritationen sofort an

Wenn dich das Verhalten deiner Kollegen, Eltern, des Vorstand oder von Kindern und Jugendlichen irritiert, weil du es als abweichend wahrnimmst von dem, was ihr für euch als gut und richtig vereinbart habt, dann sprich möglichst sofort darüber und teile deine Wahrnehmung respektvoll und gleichwürdig mit. Dabei hilft es dir vielleicht, dir passende Sätze zurechtzulegen, wie zum Beispiel: „ Ich verstehe deine wütende Reaktion nicht, wir sind hier geduldig und respektvoll miteinander. Ich nehme dich gerade anders wahr. Bitte verändere das, oder „Es fällt mir gerade schwer deine Meinung nachzuvollziehen. Bitte gib mir dazu die Zeit, die ich brauche. Lass und morgen in Ruhe darüber sprechen.“

6. Hilf anderen, wo du kannst

Lege dir eine unterstützende Grundhaltung zu. Sei hilfsbereit und offen für die Fragen und Probleme deiner Mitarbeiter. Sehe diese Beratungsgespräche, ob zwischen Tür und Angel am Morgen, in der Pause im Lehrerzimmer oder mit Termin und geplanter Zeit in deinem Schulleiterzimmer als deine Kernaufgabe an, die du gerne und mit Zuneigung machst.

7. Priorisiere klar und SMART und sei jederzeit bereit Aktuellem den Vorrang zu geben,

lege einen klaren Rahmen fest, der deinen Mitarbeitern in deinem Sinne zur Entscheidung führt, womit sie dich sofort stören müssen, was sie jederzeit selbst regeln können und worüber ihr eine kurze Information benötigt

8. Schaffe eine Wissens- und Lernkultur

Sauge Wissen auf, sehe dich selbst als wahrer Wissensschwamm. Lies alles was dir zu Bildung und Schule, zu Pädagogik und Lernen in die Hände fällt. Bilde dir deine eigene Meinung. Setze das Gelesene in Beziehung zueinander und zu den Zielen deiner Schule.

Rede wo du nur kannst über aktuelle pädagogische Entwicklungen, über fachliche Gedanken, die dich gerade beschäftigen und rege das Diskutieren an.

Sammle Themen, über die deine Kollegen wenig Wissen haben, bringe sie in eine Reihenfolge der Wichtigkeit und präsentiere sie in gut verarbeitbaren Portionen oder lade kompetente Gastredner ein.

Was noch hilft:

Humor: Eine gute Prise Selbstironie, sich selbst nicht so ernst zu nehmen hilft einfach.

Über den Tellerrand zu schauen: reisen und Reisende einladen.

Und wenn du Lust bekommen hast, eine konkrete Transformation deiner Selbst anzugehen, weil das einfach absolut cool ist und so viel Sinn macht, dann hilft es, Kontakt zu mir auszunehmen!

Sandra Schumacher

Wunder. Fliegen. Weiter.

Spielen ist Flow

Spielen ist das Wasser in dem ein Kind schwimmt.

Es ist eine wunderbare Welt, ohne Termine, Zeitdruck oder Dinge, die noch zu erledigen sind.

Spielen bedeutet, sich mit Haut und Haaren in eine Tätigkeit reinfallen zu lassen.

In dieser sich völlig zu verlieren und sich gleichzeitig neu zu erfinden.

Wann warst du das letzte mal im Flow? Hast alles um dich vergessen: Raum, Zeit und die Wäsche?

Ich möchte mich nicht damit beschäftigen was Kindern fehlt, wenn sie diese Spielzeit nicht haben.

Ich möchte eine Aufforderung formulieren, die mir sehr wichtig ist: Liebe Väter und liebe Mütter, versteht Euch als die Hüter des Spiels Eurer Kinder. Schützt sie mit Eurem Leben vor Unterbrechung und einem abrupten Rausreißen aus ihrer Fantasiewelt. Wo ihr nur könnt! Lasst Essen kalt werden, oder verspätet euch bei Arztterminen, lasst die Schwiegermutter warten oder esst trockenes Brot, weil der Laden schon zu hat.

All diese Dinge sind wichtig, ja ich mag auch kein trockenes Brot, Pünktlichkeit ist mir wichtig und die Schwiegermutter macht mir Angst…

Es kostet viel die Blicke der Menschen um uns auszuhalten, die sagen: Da ist aber mal wieder jemand unorganisiert. Das ist alles sch___egal.

Wichtig ist allein folgendes:

Durch vertieftes Spielen

  • baut sich die Fantasie und die Kreativität eures Kindes auf
  • stärkt sich euer Kind selbst vor zukünftiger Ablenkung
  • ist euer Kind ganz bei sich
  • baut sich das Selbstwertgefühl eures Kindes auf
  • erhöht sich die Resilienz eures Kindes
  • wird die Hirnreifung unterstützt
  • erholt sich euer Kind von äußeren Reizen

Beobachtet euer Kind bezogen auf sein Spiel und lernt so viel darüber, wie ihr könnt: Wann gelingt Vertiefung wann nicht? Welche Umgebung unterstützt das Spielen im Flow? Wann gelingt es nicht?

Zu welchem Zweck?

Damit Ihr euch eine Minute für euch stehlen könnt, für einen Kaffee in Ruhe oder für ein Kapitel in eurem Lieblingsbuch, während euer Kind die wichtigste Aufgabe der Kindheit erfüllt: SPIELEN.

Vielleicht gelingt es euch dann in dieser Zeit ebenfalls in den Flow zu kommen:)

Ich wünsche Euch einen tollen Spiel-Tag.

Sandra Schumacher

Wunder. Fliegen. Weiter.

Ich setze mich gerne zwischen spielende Kinder, wenn ich Pause mache. Warum? Weil ich finde, dass sie eine magische Ausstrahlung haben und ich diese in mich aufsaugen möchte.

Montessori ist rund

Der rote Teppich im Raum der Montessori-Schule ist rund.

Mehrmals täglich trifft sich die Lerngruppe mit den Lerngleitern um diesen Teppich. Hier findet der Klassenrat statt, die Freiarbeitsbesprechung, die Feedbackrunde, der Austausch zum Plan der Woche, der Tagesabschluss. Einfach alle Gespräche. Gespräch sind Austausch und Gemeinschaft.

Welche Bedeutung hat der Kreis?

Der Kreis ist ein altes Symbol für inneren Schutz und Geborgenheit. Im Kreis sieht man sich. Jeder ist gleich weit von der Mitte entfernt. Der Kreis ist also auch ein Symbol für die Gleichwertigkeit jedes Einzelnen. Der Kreis lehrt uns in unsere Mitte zu kommen und dort unsere wahre Stärke zu finden. Der Kreis bildet eine Abgrenzung nach außen. Im Kreis sind wir sicher.

Montessori ist rund, weil der Kreis uns akzeptiert, wie wir sind und uns die Stärke der Gemeinschaft fühlen lässt.

Montessori ist rund. Und stark.

Und wenn wir uns unserer eigenen Stärke sicher sind, werden wir ruhig und gelassen und müssen nicht darum kämpfen gesehen zu werden. Es tritt eine tiefe Ruhe ein, die uns den nächsten Schritt gehen lässt: zum „Du“. Wir Menschen sind echte Gemeinschaftswesen. Das „Du“ ergänzt das „Ich“. Wir können begreifen was uns ausmacht, was uns einzigartig macht, in den Augen des Anderen. Und wir finden Bedeutung, indem das Gegenüber uns Bedeutung und Wichtigkeit gibt. Wenn ein anderer Mensch gerne Zeit mit uns verbringt, ist das das Beste, was uns passieren kann.

Es ist ein unbezahlbares, unkäufliches Geschenk. Ein wertvoller Schatz.

Und vom „Ich“ und dem „Du“ fehlt nur noch ein kleiner, aber wichtiger Schritt zum „Wir“.

Dem Gefühl Dazuzugehören zu einer Gemeinschaft, zu einer Gruppe, die verbunden ist. Und mit dieser Gruppe gemeinsam etwas zu tun, etwas zu bewirken.

Hier sind Rituale, als wiederkehrende Gemeinschaftsaktionen unglaublich wertvoll.

Sie stiften Sinn und geben Halt.

Gerade wenn aus Kindern Jugendliche werden, nimmt die Bedeutung der Wiederholung zu.

All das symbolisiert der Kreis. Und er steht auch für das Leben an sich. Für das große Ganze, das alles zusammenhält.

Wenn Schule sich darauf besinnt, macht sie Sinn!

Sandra Schumacher

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Ein Freilerner will auf die Montessori-Schule

Es war mitten im Schuljahr 2018/19, kurz nach den Weihnachtsferien. Ich saß in meinem Schulleiterbüro und las meine Emails. Eine Email erregte meine Aufmerksamkeit. Eine Mutter schrieb, dass ihr Sohn (8. Jahrgangsstufe), der seit zwei Jahren Freilerner sei, sich dafür interessiert unsere Schule zu besuchen und ob sie vorbeikommen könnten. Mein erster Gedanke war, Freilerner wie interessant – in der Pubertät ganz für sich alleine zu lernen, stellte ich mir nicht so einfach vor und jetzt will er in die Schule zurück. Warum? Zwei Tage später kamen Mutter und Sohn zu uns zum Gespräch. Ich hatte eine Klassenlehrerin aus der Jugendstufe dazu gebeten. Zu ihr in die Lerngruppe würde der Junge gehen. Und er hatte bereits einen Tag von 8-16 Uhr miterlebt. Eigentlich nahmen wir so mitten im Schuljahr gar keine neuen Jugendlichen auf, aber auch die Lehrerin war meiner Meinung, das klang spannend und könnte uns bereichern. Er kam aus eigenem Antrieb und das fanden wir als Montessori-Pädagoginnen gut.

Im Gespräch wurde sehr schnell klar, dass der Junge sehr interessiert war. Er hatte sich gut vorbereitet und wusste alles über unser pädagogisches Konzept, was man der Homepage entnehmen konnte. Dazu hatte er viele Fragen. Er war offen und neugierig. Den Tag in der Schule fand er einfach prima. Er freute sich schon auf die Große Arbeit, die er sofort beginnen würde und hatte auch schon Themenideen. Die Mutter meinte, sie sehe sich in der Aufgabe der Unterstützerin. Genauso wie sie den Sohn vor zwei Jahren unterstützt hätte, als die Schule ihm nicht mehr gut tat und sie dringend einen Ausstieg brauchten, genauso würde die ihn jetzt unterstützen. Und dann stellte ich die Frage, die mich so dringend beschäftigte: „Warum möchtest du denn deine Freiheit aufgeben und in unsere Montessori-Schule kommen?“ Die Antwort war ganz schlicht: „Weil ich mit anderen Jugendlichen zusammen sein möchte, das ist mir das wichtigste.“

Die Lehrerin und ich waren sehr gut gelaunt nach dem Gespräch und freuten uns richtig über das Erlebte. Der Junge war ab diesem Tag Teil unserer Schulgemeinschaft und in der nächsten Ausgabe der Schülerzeitung konnte ich einen Artikel von ihm lesen, wie positiv sich sein Leben entwickelt hat, seit er unsere Schule besucht.

Sandra Schumacher

Wunder. Fliegen. Weiter.