Teamphasen, so verstehst du welches Führungsverhalten dein pädagogisches Team JETZT braucht

Und 6 Fallen, in die du als Schulleiter*in auf keinen Fall tappen solltest…

Kennst du das?

💥 Du bereitest eine Teamsitzung so richtig gut vor, aufwendig gestaltete Plakate laden zum konstruktiven Austausch ein, aber dein pädagogisches Team diskutiert, ob das Vorgehen passend ist.

💥 Du nimmst deinen Mitarbeiter*innen ab, was du nur kannst, aber du hast das Gefühl, es reicht trotzdem nicht.

💥 Egal welche klitzekleine Aufgabe du delegierst, dein pädagogisches Team jammert und ist überfordert.

💥 Du fühlst dich wie ein Prellbock, egal was du tust, du kannst es nicht richtig machen?

Dann kann es daran liegen, dass dir nicht bewusst ist, in welcher Teamphase dein pädagogisches Team gerade steckt?

Jedes Team durchläuft diese Phasen, das ist ganz normal und beginnt auch wieder von vorne, wenn sich die Teamzusammensetzung ändert.

In diesem Blogpost stelle ich die vier Teamphasen so praktisch vor, dass du sie sicher und leicht erkennen kannst.

Im zweiten Teil beleuchte ich das Führungsverhalten das in der jeweiligen Teamphase die Menschen unterstützt. Auch hier findest du praktische Beispiele, die dich als Schulleitung unterstützen.

Die vier Teamphasen

Folgende Phasen durchläuft jedes Team:

Phase 1: Die Formingphase

Das ist die Phase des Kennenlernens. „Man zeigt sich von der besten Seite, wie beim ersten Date.“

Vielleicht kennst du diese Stimmung von den ersten Tagen und Wochen im neuen Schuljahr. Es herrscht so eine richtig positive Aufbruchsstimmung. Die Kolleg*innen lernen sich gegenseitig kennen, sind offen und neugierig.

Diese Phase ist geprägt vom Austausch. Man erzählt sich die persönliche berufliche Biografie und was man alles schon erlebt hat. Bezogen auf die gemeinsame Arbeit hat man noch keine gemeinsame Vorstellung, noch keine gemeinsamen Abläufe. Die Aufgabe der Besprechungen besteht darin, Strukturen zu erarbeiten und sich kleine Teilziele zu setzen, die für jeden machbar sind. Organisatorisches Themen und die Grundsätze der gemeinsamen Arbeit sind vorherrschende Themen. Jede*r zeigt sich von der besten Seite und der Wunsch nach Zugehörigkeit ist groß. Insgesamt zeigen sich alle motiviert, die Arbeit läuft aber noch nicht und das Team kann noch nicht performen, ist noch nicht arbeitsfähig. Es ist das Ankommen. Vereinfacht gesagt mögen in dieser Phase alle einander, man ist neugierig und gespannt aufeinander.

In dieser Phase die Positivität zu nutzen und eine gemeinsame Richtung, ein gemeinsames „Segelsetzen“ zu initiieren, halte ich für sehr sinnvoll. An diese gemeinsame Richtung kann später angeknüpft werden. Wichtig ist es, nur kleine Schritte zu planen und diese gut vorzustrukturieren.

Konkrete Maßnahmen, die ich in dieser Phase empfehle, um das Team gut zu flankieren und es möglichst sicher zum späteren Performen, der konstruktiven Zusammenarbeit zu führen:

  • Begegnungs- und Austauschzeiten aktiv einplanen
  • über bereits Erreichtes sprechen
  • über die aktuellen Schritte sprechen
  • über die geplanten nächsten Schritte sprechen
  • Austausch über die individuellen und über die gemeinsamen Werte
  • verbindende Werte der Zusammenarbeit festlegen

Phase 2: Die Stormingphase

In dieser Phase, der Name sagt es schon, stürmt es. Die Phase des gegenseitigen Kennenlernens verändert sich und die Teammitglieder*innen beginnen Gruppen zu bilden. Die Harmonie ist vorbei die bisherigen Strukturen werden hinterfragt und teilweise beginnt man nun sich voneinander zu distanzieren. Das Streben nach eigenen Handlungsmöglichkeiten steht im Vordergrund. Die eigene Rolle wird ausgetestet und definiert. Plötzlich findet man seine Kollegen oder Kolleginnen nicht mehr so nett. Es bilden sich Kleingruppen. Diese orientieren sich an Gemeinsamkeiten. Auch und besonders die Leitung wird abgelehnt, oder kritisiert. Einfach weil sie die Leitungsrolle hat. Die Ablehnung richtet sich nicht an die Person, sondern an die Rolle. Das Konfliktpotenzial ist insgesamt hoch. Es ist eine Phase voller Unruhe. Alle scheinen unterwegs zu sein und ihren Platz zu suchen. In dieser Phase kann ein Kollegium hängen bleiben. Hier ist es wichtig als Schulleitung klar und standfest in der Führungsrolle zu stehen.

Phase 3: Die Normingphase

Jetzt wird es wieder ruhiger.

Die einzelnen Mitarbeiter*innen entwickeln klare Rollenprofile und organisieren ihre Aufgabengebiete. Die Regeln des gegenseitigen Umgangs sind erneut Thema und werden klarer formuliert. Jetzt ist es and der Zeit gemeinsame Ziele zu erarbeiten und die Umsetzung zu planen. Die Zusammenarbeit beginnt tragfähig zu werden.

Phase 4: Die Performingphase

Wie der Name schon sagt, wird in dieser Phase performt.

Bei den Mitarbeiter*innen stellt sich ein Gefühl der Sicherheit, bezogen auf ihre Position und auf die Bewältigung der Aufgaben ein. Nun können sie sich individuell entfalten, ihre eigenen Stärken und Erfahrungen in die Teamarbeit einbringen und die Leistung des Teams damit steigern und erweitern. Es bildet sich ein Wir-Gefühl aus. Der Identifikationsprozess führt dazu, dass gemeinsame Ziele formuliert und erreicht werden und diese Zielerreichung erhöht wiederum die Identifikation mit der Gruppe. Der Fokus und die Energie der Gruppe richtet sich auf die konstruktive Zusammenarbeit.

Wenn du als Schulleiterin, Schulleiter oder Vorstand diese Teamphasen (nach Tuckmann) kennst, kannst du sie als analytisches Beobachtungstool nutzen.

Du kannst das Verhalten deiner Mitarbeiter*innen den einzelnen Teamphasen zuordnen und das hilft dir auf zweierlei Ebenen:

1. Um das Verhalten als normal zu begreifen. Das verhindert, dass du genervt davon bist, oder es sogar persönlich nimmst. Gerade in der Stormingphase. Du gehst mit dem Verhalten analytisch und professionell um und hälst dadurch eine gewisse Distanz. Du weißt, dass jede Phase vorübergeht und das pädagogische Team sich hin zu einem funktionierenden Team entwickeln kann und entwickeln wird.

2. Du kannst deine Mitarbeiter*innen dabei unterstützen, die Teamphasen schneller zu durchlaufen und zügig ins performen zu kommen. Keine Teamphase kann übersprungen werden, doch durch bewusstes und gezieltes Führungshandeln unterstützt du dein Team durch die Phasen gut durchzukommen und das Wir-Gefühl stellt sich schneller und nachhaltiger ein.

Als ich Schulleiterin war, kannte ich diese Teamphasen leider noch nicht. Ich habe mein Bestes gegeben, um eine gute Schulleiterin zu sein, meine Mitarbeiter*innen zu sehen, ihnen zuzuhören und zu sie zu verstehen, so gut ich das eben konnte. Ich strengte mich richtig an, eine gute und verständnisvolle Schulleiterin zu sein.

Meine Mitarbeiter*innen nörgelten dennoch, wo nahm ich es wahr und ich hatte das Gefühl, dass ich nichts richtig machen konnte. Es war sehr schwierig konstruktiv mit meinem Team zu arbeiten. Heute weiß ich, dass mein Team in der Stormingphase war. Für mich fühlte es sich so an, als ob es gegen mich persönlich ginge und ich fühlte mich immer wieder angegriffen.

Das Gefühl, es meinem Team nicht recht machen zu können, war für mich sehr unangenehm.

Ich wünschte mir, dass wir Hand in Hand arbeiten könnten und endlich gemeinsam zielorientiert ins konstruktive Arbeiten kämen.

An manchen Tagen war ich richtig frustriert und auch ein bisschen persönlich beleidigt.

Ich hatte nicht gelernt, dass dieser Prozess normal und wichtig war. Dieses Wissen hätte mir so einiges erspart. Mir wäre klar gewesen, was ich tun kann. Es verlängerte den Prozess, dass ich ihn nicht bewusst leitete. Intuitiv tat ich irgendwann das Richtige, wurde immer klarer in meinen Erwartungen und zeigte mich als standfeste Führungsperson, die das Storming aushielt und erarbeitete nach und nach die fehlenden Strukturen. Ich begann mein eigenes Befinden wichtiger zu nehmen und achtete mehr darauf, dass es mir selbst gut ging. Damit legte ich die Grundlage für mehr Bewusstheit de Wohlempfindens aller.

Was ist die gute Seite, an dieser persönlichen Erfahrung?

Die meisten Schulleiter*innen mit denen ich arbeite, haben Teams in der Stormingphase. Da ich genau weiß, wie es ist so ein Team zu leiten und diese schwierige Phase auszuhalten, erkenne ich das sofort und meine Unterstützung ist punktgenau:

Zuerst geht es darum, die Schulleitung aufzubauen. Es muss der Führungsperson gut gehen, dann kann sie gut für ihr Team da sein. Zwei Aspekte sind hierbei essentiell: Erstens, die Situation als herausfordernd anzuerkennen und zweitens der Führungsperson zu helfen, das Verhalten der Mitarbeitenden nicht persönlich zu nehmen. Das habe ich ja am eigenen Erleben lernen dürfen und dieses lernen ist tiefer, als wenn ich aus Büchern lernen. Es ist sehr wertvoll, es selbst erlebt zu haben.

Doch woran liegt es, dass so viele pädagogische Teams in der Stormingphase hängen?

Es liegt am Personalmangel, am Personalwechsel, an fehlenden Strukturen und leider auch an fehlender oder falscher Führung. Wenn du zum Beispiel ein Team übernimmst, das bereits schlechte Führungserfahrungen gemacht hat, kann das Storming heftig sein.

Was kannst du also tun, um deine Mitarbeitenden möglichst optimal zu begleiten und sie möglichst schnell in die 4. Phase, also der Phase in der konstruktive, befriedigende Zusammenarbeit möglich wird zu führen?

Das richtige Führungsverhalten hängt ab davon, in welcher Phase das Team ist:

Gehen wir die Phasen also noch einmal durch und schauen wir uns an, in welcher Phase welches Führungsverhalten passend und wichtig ist:

🌱 In der Formingphase ist deine Rolle sehr aktiv und präsent. Es ist hier wichtig jeden Einzelnen zu beobachten und durch Aktionen in Form von Gruppenarbeiten oder gemeinsamem Austausch oder Gruppenbildungstools zusammen zu führen, damit sie sich kennenlernen können.

Du setzt folgende Werkzeuge ein: Aktives Zuhören und eine klare Definition der Aufgabengebiete.

Was bedeutet das konkret? Du begleitest und moderierst in dieser Phase dein Team, fragst nach, ob Arbeitsabläufe klar sind, hörst aktiv zu und bist für jeden präsent und ansprechbar. Das gibt Sicherheit und Ausrichtung und führt deine Mitarbeiter*innen zügig in die 2. Phase.

🌱 In der Stormingphase bist du so richtig herausgefordert, denn du musst der Fels in der Brandung sein. Das Team braucht einen „Prellbock“, an dem es sich abarbeiten kann und das bist meistens DU. Und vergiss nicht: All das Meckern und Fordern gilt NICHT DIR PERSÖNLICH, sondern Deiner Rolle als Führungskraft.

Hier bin ich oft für meine Coachees da und tröste und fange auf. Das ist meine Aufgabe als Coach und Beraterin.

Dein Team ist nämlich unsicher und braucht Strukturen, Regeln und Klarheit.

Je sicherer du bist und je klarer, desto schneller habt ihr diese nervenaufreibende Phase hinter euch gebracht.
Wenn Du jedoch unsicher bist, werdet ihr sehr lange in der Stormingphase verweilen und Dein Alltag ist sehr anstrengend.

Also sei selbstbewusst, stell Dich zum „Abarbeiten“ zur Verfügung (nochmal: es ist ja nicht gegen Dich persönlich!), gib Raum und Zeit für Gespräche, gib kleine Impulse, denn mehr geht in dieser Phase noch nicht und schaffe klare Rahmenbedingungen.

Gemeinsam können wir diese individuell für dich erarbeiten.

Du möchtest ein neues Projekt auf die Straße zu bringen, einige Aufgaben delegieren oder du möchtest, dass deine Mitarbeiter*innen mehr Eigenverantwortung zeigen?

Das wird in der Stormingphase nicht funktionieren! Also lass es, es verlängert nur das Stroming und erhöht den Frust auf allen Seiten.

Aber hole dir doch Unterstützung. Es gibt sicher noch andere Mitarbeiter*innen, die auch Felsen in der Brandung sein können. Damit meine ich zum Beispiel Menschen, die schon lange an der Schule sind, die Abläufe gut kennen und eine ruhige und stabilisierende Art haben. Diese können ebenfalls Sicherheit geben und wie ein Leuchtturm die neuen Mitarbeiter*innen durch den Teamprozess, wie durch einen dichten Nebel führen und sofort merken, wenn sie sich zurückziehen können, weil nun die Abläufe und die Strukturen im Prinzip bekannt sind.

Folgende Idee finde ich absolut sinnvoll:

Stelle doch am Schuljahrsbeginn, wenn neue Mitarbeiter*innen zum Team dazukommen, diesen jeweils einen Mentor/ eine Mentorin zur Seite. Oder stelle in Kleingruppen mehrere neue Mitarbeiter*innen mit ein bis zwei Mentor*innen in Kleinteams zusammen. Die Mentoren kennen die Organisation und die Strukturen und können viele Fragen beantworten. Gegebenenfalls können sie auch an die Leitung verweisen, wenn sie keine Antwort auf eine Frage haben. Aber viele Fragen werden sie beantworten können. Das wirkt für dich als Schulleitung entlastend und erhöht die Verantwortung der Mentor*innen (das kann dazu führen, dass diese ihren Job motivierter und befriedigender erleben).

Diese Maßnahme stabilisiert und kann ebenfalls die Stormingphase für alle verkürzen.

🌱 Wenn Dein Team dann in die Normingphase kommt, kannst Du Dich langsam zurückziehen und delegieren, denn Dein Team ist jetzt in der Lage eigenverantwortlich zu arbeiten. Trotzdem ist es wichtig nah an den Mitarbeitenden dran zu bleiben und sie regelmäßig zu fragen, wie es ihnen geht und ob sie Fragen oder besondere Herausforderungen haben.

Das motiviert sie, denn es ist ein wichtiges Grundbedürfnis, dass die eigene Arbeit gesehen und anerkannt wird.

Und immer wieder auch Loslassen und Vertrauen. Deine Grundhaltung ist hier: „Ihr schafft das. Ich bin da, wenn es hakt und unterstütze euch.“

🌱 Und wenn Dein Team performt, dann kannst Du Dich voll auf andere Aufgaben konzentrieren, denn dein Team arbeitet ziel- und lösungsorientiert. Du kannst neue Projekte anstoßen, Aufgaben delegieren und die Ideen werden nur so fließen.

Denk daran, dass das Wir- Gefühl dennoch kein Selbstläufer ist. Plane immer wieder Klärungs- und Teambildungsprozesse ein. Das können ganz kurze Phasen sein, die aber wichtig sind, um die gemeinsame Kultur zu festigen.

Und nun komme ich in diesem Zusammenhang zu 5 Fallen, die du unbedingt meiden solltest, damit dein pädagogisches Team in die Arbeit kommt.

Es kommt in der Praxis immer wieder vor, dass die Leitung das pädagogische Team unbewusst behindert.

Das klingt widersinnig?

Ja, das ist es auch und trotzdem kann ich aus meiner praktischen Erfahrung berichten, dass es vorkommt.

Folgende 6 Fallen solltest du als Schulleiter*in unbedingt vermeiden, damit dein Team in die Arbeit kommt :

1. #Widersprüche

Die Schulleitung sendet Botschaften aus, die sich widersprechen. Auf der einen Seite fordert sie zum Beispiel Eigenständigkeit ein und auf der anderen Seite kontrolliert sie und möchte bei jeder Kleinigkeit gefragt werden. Den Mitarbeitenden erscheint das ohne Konzept, sie wissen nicht woran sie sind.

Sei transparent!

Mache als Schulleiter*in also genau klar, wo die Entscheidungskompetenz der Mitarbeiter liegt und wann du gefragt oder informiert werden möchtest. Nur dann wirst du ein selbständiges Team bekommen!

2. #Gebrauchtwerden

Die Schulleitung hält es nicht aus, wenn sie nicht mehr vom Team gebraucht wird und dadurch kommt das Team nie aus der Stormingphase heraus. Das ist definitiv der falsche Weg und zeugt von einem Mangel an Selbstbewusstsein!

Hab den Mut, klar und konsequent zu führen, denn das braucht dein Team, um arbeiten zu können!

3.#FehlendeStrukturen

Die Strukturen sind unklar und/oder gar nicht vorhanden.

Schaffe klare Strukturen, damit die Organisation des Alltags nur so viel Zeit einnimmt, wie im Minimum nötig ist. Nutze die gewonnene Zeit für die Teamentwicklung und die Schulentwicklung.

Das motiviert und schafft Teamgeist und Zufriedenheit! Seid stolz auf das Erreichte, indem ihr zum Beispiel Best-Practise-Formate regelmäßig (ritualisiert) in eure Teamsitzungen integriert und lebt die Fehlerfreundlichkeit, indem ihr offen eure Fragen, euer Nichtwissen und eure Verfehlungen beleuchtet und voneinander und miteinander lernt und wachst. Sorge als Schulleitung dafür, dass das Zusammensein angenehm und leicht ist und nicht durch ständiges Organisieren verstopft. Zusammen zu lachen ist dabei so wichtig!

4. #Unzuverlässigkeit

Eine weitere Falle ist es, wenn die Schulleitung keine klare Linie hat, sondern unsicher rumprobiert und damit nicht offen umgeht, sondern die souveräne Leitung spielt, ohne diese Rolle ausfüllen zu können. Dann wirkt die Leitung unzuverlässig und verliert den Respekt und die Verlässlichkeit. Das pädagogische Team beginnt für sich selbst zu Lösungen zu kommen und umgeht die Leitung, wo es nur möglich ist. Das ist sehr tragisch und kann zu einem sehr unguten intransparenten ja zerrütteten Arbeitsklima führen. Sei zuverlässig! Sorge dafür, dass man weiß, woran man bei dir ist.

5. #FehlendeQualitätsmaßstäbe

Es ist wichtig klar zu machen, wo die Erwartungen an die Mitarbeitenden liegen. Was ist das Minimum, das jeder an Qualität leisten muss? Was ist die Aufgabe des pädagogischen Teams? Unterstützt man sich gegenseitig zu besserer Qualität zu kommen oder beäugt man sich, damit ja keiner mehr macht als der andere.

Sorge für ein leistungsorientiertes Arbeitsklima, das von Wertschätzung und gegenseitiger Unterstützung und Rücksichtsnahme geprägt ist. Sorge dafür, dass TEAM für Teil Einer Ausgezeichneten Mannschaft steht!

Ja, dazu gehört auch Fehlerfreundlichkeit, natürlich.

6. #Bemuttern

Und jetzt fällt mir tatsächlich noch ein 6. Punkt ein, den ich selbst in einer sehr großen Schule erlebt habe. Die Schulleiterin war kurz vor der Pensionierung und ihr fehlte es nicht an Erfahrung, sollte man meinen. Ich lernte in diesem Gespräch, dass die Anzahl der Jahre absolut nicht entscheidend sind. Wenn du immer wieder das Gleiche machst, lernst du nicht genug dazu.

Diese 6. Falle ist besonders schwierig zu umgehen, diese Falle kommt nämlich sehr nett, umsorgend und entlastend daher. Ich meine die Falle, dass man als Leitung sehr verständnisvoll, sehr weich und fürsorglich ist und damit den Mitarbeitenden nicht ermöglicht über sich selbst hinauszuwachsen und sie in Umselbständigkeit hält. Diese Schulleiterin verstand alles, entschuldigte alles, sprang ein, wo sie konnte und übernahm alles, was niemand machen wollte. Ihr Team war ständig überfordert von allem Möglichen und traute sich selbst nichts zu. Weil ihre Schulleiterin ihnen nämlich auch nichts zutraute. Also die 6. Falle ist die (Über-) Fürsorglichkeit.

Trau deinem Team das zu, was die Mitarbeitenden sich selbst noch nicht zutrauen, ermutige, fordere und fordere auch heraus. Dann lernt und wachst ihr gemeinsam! Und eure Komfortzone wird größer und eure Resilienz als Team wächst. Das macht Spaß und motiviert.

Praxis ist ohne Theorie blind,

sagte schon Immanuel Kant und meine persönlichen Erfahrungen decken sich mit dieser Erkenntnis.

Es hängt ganz elementar von Dir und Deine selbstbewussten Führungskompetenz ab, ob Dein Team ins Arbeiten kommt.

Und dafür lohnt es sich, sich mit den vier Teamphasen zu beschäftigen. Ich sage also im Namen deines Team ganz herzlich DANKE, dass du bis hierher gelesen hast!

Man kann jede Erfahrung selbst machen, ich gebe dir die Abkürzung, damit du schneller ans Ziel einer persönlichen Leitung deiner Schule kommst! Dafür stehe ich!

Und wenn du merkst, dass dir meine Impulse helfen, du dir aber noch mehr Unterstützung bezogen auf deine persönliche Situation wünschst, dann nutze eine der folgenden Möglichkeiten:

☀️ Melde dich zur Ausbildung zur souveränen Führungsperson an Schulen an.

☀️ Oder nimm mein 1:1-Coaching in Anspruch. Hier kannst du ein kostenloses Erstgespräch (30 Minuten) buchen.

☀️ Bestelle mein E-Buch Ich mach mir die Schulleitung, wie sie mir gefällt:

So viele Tipps und. Erfahrungen von und für Schulleiter*innen

Ich freue mich darauf, mit dir zu sprechen.

Glaub an Dich und Deine Stärken und sei stolz darauf!

Alles Liebe für Dich,

Deine Sandra

Wunder. Fliegen. Weiter.

Bewerbungsgespräche, die eine fundierte Entscheidung von beiden Seiten ermöglichen mit dem Test „Sind wir als Schule zukunftssicher?“

Stell dir vor, du führst ein Bewerbungsgespräch und es macht richtig Spaß.

Es fühlt sich mehr wie ein lockeres Treffen unter Freunden an und geht auch in die Tiefe. Ihr lernt euch kennen auf einer Ebene, die eine vertrauensvolle Basis legt, die eine erste Begegnung unter vielen weiteren Begegnungen ist. Ihr lacht miteinander und teilt eure Visionen, Träume und Wünsche.

Und wenn ihr dann zusammenarbeitet, trägt euch diese erste Begegnung, weil ihr bereits Vertrauen aufgebaut habt.

Das Bewerbungsgespräch lässt euch eine bewusste Entscheidung füreinander treffen.

Und es ist der „First Cut“ . Ich erinnere mich an alle meine Bewerbungsgespräche, auch wenn schon Jahre vergangen sind. Dieser „First Cut“ lässt uns besonders aufmerksam die Atmosphäre schnuppern. Natürlich spricht man auch über Zahlen, Daten, Fakten. Doch was dieses Gespräch so richtig tragend macht, ist, wenn die spätere Arbeitsatmosphäre fühl- und erlebbar ist. Wenn sich alle wohl-, gesehen- und wertgeschätzt fühlen.

Das muss natürlich authentisch geschehen, es darf keine „Show“ sein.

Dann findet ihr die Menschen, die so richtig passen zu euch. Die richtigen Mitarbeitenden, die dann auch bleiben, nicht weil sie es müssen, sondern weil sie es wollen. Diesen Magneten kann ein Bewerbungsgespräch aktivieren. Wenn du diese Fähigkeit lernen möchtest und dich zu einer souveränen Führungsperson an Schulen entwickeln möchtest, lege ich dir meine Fachausbildung ans Herz.

All diese Impulse führen zu einer Kultur, die euch resilient und stark macht. Das führt auch zu wirtschaftlicher Sicherheit.

Um all diese Aspekte (im oberen Bild) geht es in diesem Blogpost. Damit du sicher und mit Freude in dein nächstes Bewerbungsgespräch gehen kannst.

Möglichst selbstbewusst, möglichst klar in der Überzeugung, dass ihr „kein bitter Brot zu verkaufen habt“, sondern, dass ihr etwas anbietet, was so richtig gut und wertvoll ist.

Das ist in der momentanen Situation nicht selbstverständlich. Immer mehr Schulen sprechen davon, dass sie keine Auswahl hätten und die Menschen, die sich bewerben auch nehmen müssen. Doch das führt dann zu massiven Folgeproblemen. Fluktuation, Qualitätseinbußen und letztendlich ist der Personalwechsel auch teuer.

Ein paar Fakten: Die Stellen in Schule werde immer mehr (im Schuljahr 2022/23 öffnen so viele freie Schulen, wie noch nie zuvor) und die Bewerber:innen in allen pädagogischen Feldern werden immer knapper. Das betrifft alle Schularten und auch die privaten Schulen mit besonderem Konzept stehen vor dieser Herausforderung. Doch es gibt Licht am Ende des Tunnels. Lies also weiter, ich komme noch auf viele Impulse, die euch in dieser Situation helfen. Doch das Thema Personal ist kein Sprint, sondern ein Marathon. Es ist also wichtig das Thema nicht kurz-, sondern mittel- und langfristig zu betrachten.

Und eines ist klar: So sehr es aufgrund dieser Zahlen der Personalknappheit verständlich scheint, sich Sorgen zu machen, so wenig helfen sie.

Egal ob ihr durch die Angst unsicher und nervös seid, oder es dem Bewerber, der Bewerberin „recht machen“ wollt. Das ist kein guter Weg.

Vor allem nicht wenn sich ein guter Bewerber, eine gute Bewerberin beworben hat und ihr nun das Bewerbungsgespräch führen wollt, braucht ihr Gelassenheit.

Ich bin deutschlandweit in Schulen unterwegs und stelle immer wieder fest, dass es Schulen gibt, die Menschen leicht anziehen und solche, die keine Bewerber:innen finden. Woran liegt das? Was unterscheidet diese beiden Extremkategorien? Tatsählich haben es manche Schulen in Städten leichter, als Schulen auf dem platten Land. Doch auch hier gibt es Ausnahmen. Ich habe einmal meine wichtigsten Erkenntnisse als Handlungs-Impulse aufgeschrieben:

Schulen, die Mitarbeitende finden, statt sie nur zu suchen:

Mache den Test „Sind wir als Schule zukunftssicher?“

Kreuze an was auf euch zutrifft:

arbeiten möglichst mit einer Universität oder einer Ausbildungsstelle für Pädagog:innen zusammen.

bieten Praktikums- und Hospitationsplätze an.

haben einen klaren Webauftritt und investieren Zeit und Geld in Öffentlichkeitsarbeit, die abhebt vom Durchschnitt (so viele Bewerbungsanzeigen fühlen sich schon mal gelesen an…).

halten regelmäßige Fachvorträge und ermöglichen so ein unverbindliches Vor-Upchecken.

haben andere gute Pädagog:innen und ziehen damit weitere Menschen an, die gut sind in dem was sie tun.

bieten gute Arbeitsbedingungen, bezogen auf das Gehalt, die Ausstattung mit Materialien und bezogen auf die Flexibilität der Arbeitszeit (flexible Urlaubstage außerhalb der Ferien, Sabbatical, längere Fortbildungen, auch im Ausland), sind familienfreundlich.

sehen ihre Mitarbeitende als Botschaftler:innen, die die Schule nach Außen präsentieren und arbeiten aktiv an deren Zufriedenheit (siehe die anderen Punkte dieser Liste).

haben eine pädagogische Qualität, die klar benannt wird und trennen sich auch von Mitarbeitenden, die zu wenig Qualität bieten oder die nicht reinpassen.

haben eine ausgebildete Schulleitung, die auf sich selbst achtet und eine gute Umgebung gestaltet, die die Gesundheit und das Wohlbefinden aller im Blick hat).

unterscheiden klar zwischen Mitarbeitenden, die nicht wollen und die nicht können und führen Interventionsgespräche mit der ersten Gruppe und Unterstützungsgespräche mit der zweiten Gruppe.

entwickeln ihre Mitarbeitende und führen regelmäßig Personalgespräche (auch mit der Schulleitung).

sind kritisch bei Bewerber:innen und führen werteorientierte aussagekräftige Bewerbungsgespräche.

Wie viele Kreuze hast du gemacht?

Unsere Kreuzanzahl.

Auswertung

10-12 Kreuze

Das kann sich sehen lassen. Ihr könnt selbstbewusst und stolz ins nächste Bewerbungsgespräch gehen und ganz authentisch über eure Einrichtung und über eure Arbeitsbedingungen sprechen. Bleibt dran und verbessert weiter ganz gezielt eure Strukturen und Rahmenbedingungen. Sucht auch aktiv nach Gelegenheiten des Netzwerkens, damit sich das Wissen, dass es euch gibt verbreitet. Geht hier voller Mut ran und sprecht über eure Erfolge und über eure nächsten Schritte. Vielleicht ladet ihr einmal die Community zu einem Fachtreffen mit Hospitation bei euch ein? Das wäre jetzt der richtige Zeitpunkt. Ihr seid Vorbildmaterial.

6-9 Kreuze

Ihr habe schon einiges, was ihr anbietet, doch das reicht nicht, um mit eurer Schule zukunftssicher in See zu starten. Seht euch genau an, was ihr schon habt und seid stolz darauf. Schaut nun auch mutig hin, was noch fehlt und plant die nächsten Schritte. Jetzt sofort. Die nächsten 48 Stunden sind entscheidend, um wirklich etwas zu verändern. Schreibt sofort eine Email und ladet zu einem Treffen an einem konkreten Termin ein, um die Ergebnisse zu besprechen und konkrete Schritte zu planen. Legt fest: Wer kümmert sich bis wann worum genau. Macht also konkrete Managementschritte. Viel Erfolg bei der Umsetzung. Und lasst euch gerne durch meine Fachausbildung unterstützen.

unter 6 Kreuze

Ihr seid noch absolut nicht zukunftssicher. Jetzt spuckt in die Hände und legt los. Es ist keine Zeit mehr, das aufzuschieben. Als zukunftsfähiger Arbeitgeber braucht ihr einen fundierten Managementplan. Beginnt sofort damit. Wenn ihr innerhalb der nächsten 48 Stunden ins Handeln kommt, erhöht das eure Erfolgsaussichten enorm. Nehmt also sofort den Stift, das Telefon oder die Tastatur in die Hand und geht es an. Gerne könnt ihr euch auch bei mir melden, wenn ihr Unterstützung bei der Projektplanung braucht.

Herzlichen Glückwunsch, dass ihr, egal bei welchem Ergebnis den Test gemacht habt. Damit habt ihr Mut bewiesen und euer Projekt ehrlich beurteilt bezogen auf die Zukunftssicherheit. Der erste Schritt ist getan!

Zurück zu den Bewerbungsgesprächen

Die Anforderungen an Bewerbungsgespräche haben sich verändert. Es ist vielmehr ein gegenseitiges Vorstellen, als eine Bewerbung, die von der Gunst des Arbeitgebers oder der Arbeitgeberin abhängt. Es geht darum, die Zeit und Energie und damit auch das Geld zu sparen, das es kostet, Mitarbeitende auszutauschen. Und en Schaden zu vermeiden, den eine nicht passende:r Mitarbeitende:r für die Schule bedeutet.

Schule ist heute mehr denn je ein Ort der Begegnung und der Verbindung. Der wichtigste pädagogische Faktor ist die Persönlichkeit. Die Konstanz von Menschen an einer Schule erhöht also die pädagogische Qualität und die Beziehungsqualität. Jeder Wechsel muss gut begründet und überlegt sein, denn ein konstanter Personalstab ist ein Qualitätsmerkmal.

Wie kann man ein lockeres und authentisches Bewerbungsgespräch führen?

Ich habe mir einmal einen einfachen Aufhänger überlegt, der recht universell einsetzbar ist und mir persönlich Spaß machen würde. Sowohl als Bewerberin, als auch als potentielle Arbeitgeberin.

Ein Werkzeug, um lockere und authentische Bewerbungsgespräche zu führen

Vier Hauptaspekte suchen wir in der Arbeit: Wachsen, Erfüllung, Zugehörigkeit und einen Beitrag leisten

(Quelle: A Revolutionary’s Guide To Change The Consciousness Of Work, Vishen Lakhiani).

Schreibt diese vier Aspekte auf ein Papier und legt zehn Münzen daneben.

Wie verteilt ihr nun diese Münzen?

Reihum könnt ihr die Münzen nun nehmen und auf ein Feld in einem der Quadranten legen.

Der Bewerber, oder die Bewerberin kann erzählen, welche Erfahrungen sie oder er machen möchte, welche beruflichen Schritte sie oder er gehen möchte, welche Entwicklungsmöglichkeiten sie oder er sucht oder welchen Beitrag sie oder er leisten möchte.

Die recht abstrakten Begriffe werden konkret, mit Beispielen lebendig und greifbar.

Du oder ihr, als zukünftige Arbeitgeber:innen könnt anhand der vier Quadranten eure Entstehung, euer Konzept oder eure persönliche Entwicklung beschreiben. Ihr könnt gezielte Fragen stellen und erzählen welche Erfahrungen ihr bisher mit Mitarbeitenden gemacht habt. Je transparenter und authentischer, desto besser. Es geht um eine möglichst realistische Darstellung, die zeigt wer ihr seid und wer ihr nicht seid.

Spielerisch ans Vorstellungsgespräch rangehen? Ja, auf jeden Fall!

Könntest du dir vorstellen, dieses Werkzeug einzusetzen? Ich habe es schon ausprobiert und fand es ganz cool. Ich persönlich mag spielerische Ansätze sehr gerne und finde es auch gut, wenn etwas in der Mitte liegt, was man gemeinsam anschauen kann, auch wenn es so was einfaches ist, wie ein Quadrat mit vier Feldern.

Ich habe auch folgendes ausprobiert : Lasst uns mal die zehn Münzen so auf den vier Feldern verteilen, dass die Felder, die im Job am Wichtigsten sind die meisten Münzen bekommen. Auch das hat mir persönlich Spaß gemacht und führte zu spannendem Austausch.

In meinem bisherigen Leben habe ich schon einige Bewerbungsgespräche als Bewerberin geführt. Ich habe mich proaktiv und reaktiv (sagt man das, wenn man sich auf eine ausgeschriebene Stelle bewirbt?) habe ich mich schon auf die verschiedensten Stellen (befristet, unbefristet, Teilzeit, Vollzeit, Leitung, Lehrerin…) beworben. Und meistens war das Gespräch recht formal. Mir wurden Fragen gestellt, dann konnte ich selbst Fragen stellen. Es ging mehr um den Austausch von Informationen. Sogar die persönlichen Fragen waren formell und kamen eher als Faktenfragen daher.

Zwei Fragen sind mir im Kopf geblieben: „Was sind deine persönlichen Stärken?“ „Was würdest du tun, wenn du ins Klassenzimmer kommst und ein Kind mit einer großen Schere in der Hand am Fenster steht?“.

Ich kann dir bis heute nicht sagen, was die persönlichen Stärken der Menschen sind, die mir diese Fragen gestellt haben und ich weiß auch nicht, wie sie reagiert hätten auf das Kind mit der Schere. Leider kam es mir nicht in den Sinn zurück zu fragen. Was viel über meine damalige Auffassung von Bewerbungsgesprächen sagt. Eigentlich schade…und doch frage mich auch, ob ich die Stelle dann bekommen hätte.

Heute sehe ich das anders. Heute bin ich irritiert, wenn Bewerber:innen das Gespräch nicht mit gestalten, wenn sie in einer abwartenden Haltung sind, oder eine Rolle zu spielen scheinen. Und es kommt auch immer seltener vor. Die Bewerber:innen kommen mit vorbereiteten Fragen, haben das Konzept gelesen, die Webseite studiert und fragen gezielt nach.

Als Schulleiterin führte ich sehr viele Bewerbungsgespräche und ich habe zwei Situationen noch gut in Erinnerung:

Zwei konkrete Erfahrungen aus der Praxis

„Mein Hauptziel war es mit euch zu lachen.“

Das sagte eine neue Mitarbeitende bei unserem ersten Onboardingtreffen über das Bewerbungsgespräch. Zum Glück haben wir bestanden:)

„Ihr seid in der näheren Auswahl.“

Das sagte eine Bewerberin am Ende des Gesprächs. Dann rief sie mich eine Woche später an und sagte ganz offen, dass wir die zweite Wahl seien und sie zu uns kommen würde, da die erste Wahl einen anderen Bewerber bevorzugt habe. Das ist Transparenz und die mag ich…

Bewerbungsgespräche sind ein sich gegenseitiges Vorstellen. Das sollte unbedingt auch den Mitarbeitenden bewusst sein, die die Bewerber:innen als Hospitant:innen in ihrem Unterricht haben oder den Schüler:innen, die die Hausführung machen. Es geht um mehr, als nur ein Beantworten von fachlichen Fragen. es geht um das Gefühl „Wir sind neugierig aufeinander.“

Das war noch nicht immer so… Als ich Berufsanfängerin war musste ich mich noch beweisen…und ja das spielt auch heute noch eine Rolle, doch eben gegenseitig und ganzheitlicher. Allein eine fachlich spannende Umgebung reicht nicht mehr aus. Das persönliche Miteinander und die Qualität der persönlichen Unterstützung, des Gesehen- und Gefördertwerdens gemeinsam mit der Verbindung untereinander ist gleichwertig wichtig.

Man kann schon sagen, dass wenn ihr richtig gute Leute haben möchtet, dass dann die fachliche Eignung der zweite Punkte ist und die passende Haltung, die Kultur, das Konzept überzeugen muss. Denn die Bewerber:innen können ja überall hin und suchen sich aktiv für sie passende Stellen aus und die müssen etwas zu bieten haben. Da sind wir wieder bei den vier Aspekten: Wachsen, Erfüllung, Gesehen werden, einen Beitrag leisten. Die meist genannten Ziele, die ein Job erfüllen soll, wenn man Menschen fragt.

Heute macht es Sinn im Bewerbungsgespräch so persönlich wie möglich zu sein und das Miteinander erlebbar zu machen:

Das Bewerbungsgespräch als kulturlebend gestalten

Wie könnt ihr eure Kultur im Bewerbungsgespräch leben, statt über sie zu sprechen?

Seid neugierig auf das Gegenüber und fragt tiefer nach zu dem, was erzählt wird. Arbeitet unterschiedliche Vorstellungen heraus und lasst sie stehen oder sagt deutlich, dass ihr das als Bereicherung seht, als etwas wünschenswertes. Erzählt selbst von euren Fehler, von Herausforderungen, die noch zu bewältigen sind. Fragt nach, ob das Gegenüber daran Interesse hat und was er oder sie beitragen will.

Mit Neugierde und Respekt werden die Ausführungen des Bewerbers durch achtsames Nachfragen vertieft.

Damit zeigt ihr, dass ihr eine fehlerfreundliche und diverse Kultur verfolgt, ohne darüber reden zu müssen. Das sind nämlich schnell Lippenbekenntnisse und gehen unter. Sicher fallen euch noch mehr Beispiele ein, wie ihr im Bewerbungsgespräch zeigen könnt, welche Vorstellungen ihr von der Zusammenarbeit habe, was eure ganz individuelle, besondere Kultur ausmacht und für welche Werte ihr steht.

Die Mischung, die es so nur ein einiges Mal gibt, die besonders und für die es sich auch lohnt den Ort zu wechseln und umzuziehen oder an einem Punkt Abstriche zu machen. Weil ihr als Gruppe, als Einrichtung genau das seid einzigartig und besonders!

Es ist so viel kraftvoller es einfach zu machen, statt die Kultur lediglich zu beschreiben.

Zurück zum Münzspiel: Dieses schafft eine lockere Atmosphäre, weil das Legen der Münzen etwas Spielerisches hat. Das Erklären der Spielregeln kann das erste gemeinsame Lachen bedeuten. Überlegt ruhig gemeinsam, wie ihr es spielen wollt.

Ihr schaut während des Spiels auf ein Blatt auf dem Tisch, auf das, was ihr bewirken wollt, was außerhalb eurer Person liegt und dennoch in Reichweite.

Führung im Vorstellungsgespräch: Zeigen, statt darüber sprechen!

Wie zeigt sich eine gute Führung nun im Vorstellungsgespräch? Führung (Leadership) bedeutet einen Rahmen zu schaffen, in dem Menschen sich begegnen können, als das was sie sind: einzigartige, brilliante Wesen, die manchmal daran erinnert werden müssen, dass sie einzigartig und brilliant sind. Führung bedeutet, Menschen mit der passenden Haltung einzustellen und die Fähigkeiten dann bei der neuen Mitarbeitenden zu entwickeln.

Haltung schlägt also Fähigkeit.

Im optimalen Falle ist die Fähigkeit sogar gar kein Thema, weil sie einfach da ist. Auch in diesem Fall dürft, sollt, ja müsst ihr die Haltung höher bewerten und wenn diese nicht passt, passt der Bewerber, passt die Bewerberin nicht.

Und egal an welchem Punkt ihr zusammen kommt. Es sollte immer die individuelle Weiterentwicklung mitgedacht werden.

Man kann Fortbildungen planen und gemeinsam machen, man kann Fortbildungen in der Arbeitszeit ermöglichen und man kann Fortbildungen finanziell unterstützen.

Bilde die Leute gut genug aus, damit sie gehen können, und behandele sie gut genug, damit sie nicht gehen wollen.“ Richard Brenson

Und natürlich ist nicht nur das Bewerbungsgespräch kulturprägend. Die Kultur, also das WIE ihr zusammenarbeitet möchtet, ist genauso entscheidend. Das stell ich euch jetzt anhand von sieben Impulsen vor, die dich zum Nachdenken und Nachmachen anregen können, ja sollen:

Mit den folgenden sieben Schlüssel (nach Vishen Lakhiani), gelingt es, im Kontext Schule eine Kultur zu gestalten, die die Grundlage der langfristige Zufriedenheit bei den Mitarbeitenden bereits im Bewerbungsgespräch legt.

Schlüssel 1 Das Ich

Es geht um das „Warum“. Was ist dein Beitrag?

Nelson Mandela nennt Erziehung die wichtigste Waffe, um die Welt zu verändern. Maria Montessori erzieht zum Frieden. Das sind so kraftvolle, zukunftsweisende „Warums“, die uns ganz persönlich und individuell einen Sinn in unser Tun, ja in unser Sein legen lassen. Mein persönliches „Warum“ ich tue was ich tue ist „Menschen daran zu erinnern, dass sie stark sind, sowohl Kinder, als auch Erwachsene. Alle meine Entscheidungen überprüfe ich darauf: Machen sie mich selbst stark? Stärkt diese Entscheidung meine Arbeit und macht andere Menschen stärker, erinnert sie an ihre Stärke oder schaffe ich so ein Umfeld, das Stärke sichtbar macht oder trainiert? Was ist dein persönlicher Sinn? Sprichst du schon authentisch darüber?

Dieser persönliche Sinn bleibt nicht privat, nicht isoliert, sondern verbindet uns mit einer Sache und miteinander und das führt mich zum zweiten Schlüssel, dem „Du“.

Schlüssel 2 Das Du

Arbeit in Schule ist immer auf das Gegenüber ausgerichtet. Es ist eine soziale Arbeit. Die Haltung ist eine Dienende. Und dienen kann ich dann, wenn ich kraftvoll gefüllt bin und es mir so richtig gut geht (siehe Führungsraum der Selbstkontrolle). Dieser Schlüssel setzt bei der Liebe an, der Liebe einen Raum vorzubereiten und zu halten, der dem Gegenüber dient.

Vergleiche dazu auch die Untersuchung von Ed Diener, Martin E.P. Seligman Studie (2002), die folgendes Ergebnis hatte: „Die Stärke unserer sozialen Verbindungen macht uns glücklich.“

Schlüssel 3 Das Wir

Stell dir vor, eure Schule/Einrichtung/Firma würde es Tausendmal, oder sogar eine Millionenmal geben. In jeder Stadt auf der Welt oder in eurer Stadt in jeder einzelnen Straße. Suche dir eine Vision aus, die dich so richtig erfüllt. Und beantworte dann folgende Frage: Was wäre jetzt anders? Was wäre jetzt besser? Welchen Mehrwert bringt ihr in die Welt?

Diesen Mehrwert, sollten alle kennen, die bei euch arbeiten, die mit euch zu tun haben und zwar so, dass sie ein warmes, angenehm kribbeliges Gefühl in der Magengegend bekommen, wenn sie nur daran denken. Denk an die Übung mit den Münzen. Was ist euer Beitrag?

Schlüssel 4 Ethische Werte

Die eigenen Werte zu kennen führt zu Authentizität und Qualität.

Es beschleunigt die Entscheidungen und führt uns zu mehr Klarheit und Leichtigkeit. Wie findet man die eigenen Werte? Durch den vergangenen Schmerz. Was soll anders und besser sein?

Meine drei Hauptwerte sind Optimismus, Liebe und Freude. Wenn ich sie hierhin schreibe wärmt das mein Herz und ich habe eine ganz klare Entscheidungsmatrix. Das vereinfacht mein Leben und hilft mir den Fokus zu halten.

Schlüssel 5 Optimismus

Eine klare positive Grundhaltung ist essentiell. In meinen Büchern beschreibe ich die „Ich bin OK-du bist OK“-Haltung ausführlich. Dieser Schlüssel nutzt den Ripple-Effekt. Der Ripple-Effekt lässt sich als Kettenreaktion betiteln. Er bezeichnet das exponentielle Wachstum von etwas, das letztlich eine Welle von Ereignissen auslöst. Dieses Etwas kann vieles sein, beispielsweise unser Verhalten. Vereinfacht kann man sagen, dass wenn wir positiv auf andere Menschen zugehen, das die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass uns auch positiv begegnet wird. Unser Verhalten überträgt sich also auf die Menschen in unserer Umgebung. Diesen Effekt zu nutzen bringt eine Positivität in die Welt, die Kreise zieht und wiederum weitere Menschen ansteckt. Es ist eine positive Spirale, die wie ein Magnet wirkt: „Hier will ich sein, hier meinen es die Menschen gut.“

Schlüssel 6 Die vorbereitete Umgebung

Eine sichere Atmosphäre, ein sicheres Umfeld zu gestalten und den Raum für Unsicherheiten und Ängste zu halten, ist eine wichtige Führungsaufgabe. Diese sollte jede und jeder nach dem eigenen Vermögen authentisch einsetzen: die Schulleitung, die Lernbegleiter:innen oder Lehrer:innen, aber auch die Schüler:innen und Eltern. Erst wenn wir uns sicher fühlen können wir Ankommen, können wir lernen, können wir authentisch sein. Die Haltung ist dabei eine coachende, die das Gegenüber empowert: „Du schaffst das und ich erinnere dich daran, dass du schon konkret dieses und dieses geschafft hast (positive Referenzmomente, die Sicherheit geben). Dann machst du einen Mutschritt und wir feiern das. Das führt mich zum letzten Erfolgsschlüssel:

Schlüssel 7 Erfolge feiern

Unser Gehirn ist in seiner Entwicklung noch nicht so ganz in der digitalen modernen Welt angekommen. Es sitzt immer noch in der Höhle und fürchtet sich, dass der Säbelzahntiger um die Ecke kommt. Das zu verstehen ist wichtig, um uns besser zu verstehen. Unser Verhalten, unsere Reaktionen, unsere Ängste.

Aufgrund seiner Entwicklungsgeschichte is unser Gehirn sehr gut gewappnet, um in Sekundenbruchteilen in den Fight-, Flight- und Freezemodus fallen und auch schnell wieder daraus auftauchen. Damit verbunden merkt es sich negative, gefährliche Situationen siebenmal stärker, als positive. Einfach weil es wichtiger ist, sich Gefahren zu merken. Zum einen funktioniert so die Berichterstattung und wir haben den Eindruck, dass alles immer schlechter wird, obwohl es uns so gut geht, wie noch nie. Das führt also dazu, dass wir uns selbst negativer einschätzen und unsere Situation negativer einschätzen, als sie tatsächlich ist. Deshalb ist ein wichtiger Erfolgsfaktor, dass wir uns unsere Erfolge bewusst machen, sie richtiggehend feiern. Erfolge zu feiern stärkt die Gemeinschaft, hebt das Selbstbewusstsein und erhöht die Wahrscheinlichkeit weiterer Erfolge.

Eine hohe soziale Verbindung erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass auch die fachliche Qualität hoch ist um 25 Prozent!

Deshalb möchte ich als Abschluss dieses Blogposts einige außergewöhnliche Ideen aufzählen, wie ihr diese soziale Verbindung unterstützen könnt, damit ihr:

– mehr Freude miteinander habt

– der Erfolg eurer Schule wächst

  dafür gesorgt ist, dass die Menschen sich kümmern

– die Kund:innen sich verlieben in euer Projekt

– eurer Team glücklicher ist

Und die Menschen zu euch kommen und länger bleiben.

Damit bei euch eine zu euch passende außergewöhnliche Kultur wächst.

Außergewöhnliche Ideen, um die soziale Verbindung zu stärken:

  • Jede:r Mitarbeitende:r bekommt pro Jahr ein Buch geschenkt (diese Idee habe ich aus dem Buch „The Big Five For Life“ von John Strelecky).
  • Wenn jemand Geburtstag hat, feiert eine „Love Week“ und die Kolleg:innen überlegen sich lustige Dinge, die zu dem jeweiligen Geburtstagskind passen, um es zu feiern und zu überraschen.
  • Macht einen Bad Taste Tag und macht euch zuammen zum Affen, das verbindet:)
  • Feiert eine „Fuckup“ Night und erzählt euch gegenseitig, was so richtig überhaupt nicht geklappt hat und lernt gemeinsam daraus.
  • Schenkt euch gegenseitig eine „Warme Dusche“ und erzählt euch, was ihr aneinander wertschätzt.
  • Dichtet gemeinsam einen „Schul-Song“ und nutzt ihn als Motivations-Hymne.
  • ….. to be continued….

„Tue Gutes und sprich darüber!“, dieser Wahlspruch verbunden mit den vier Werten Authentizität, Empathie, Respekt und Verantwortung (nach Jesper Juul) sind ganz kurz und knapp die Kernaussagen, die ich mit diesem Blogpost weitergeben möchte.

Damit eure Schule qualitativ gut und sicher in die Zukunft blicken kann. Dazu ist es elementar, dass sie von Menschen geführt wird, die in ihre persönliche Weiterentwicklung investieren. Zum Beispiel durch deine Fachausbildung zur souveränen Führungsperson an Schulen, die ich sehr empfehlen kann. Diese im Bewerbungsgespräch anzubieten, kann DEN Unterschied machen.

Eure Sandra Schumacher

Schulentwicklung: Schule – ein lebendiges Wesen

Ich benutze gerne Metaphern, um komplexe Zusammenhänge durch Bilder klarer zu bekommen.
Heute möchte ich Schule mit einem Baum vergleichen.

Bäume spenden uns Ruhe und Sauerstoff.

Auch Schule sollte den Kindern und Jugendlichen und den Pädagoginnen und Pädagogen und den Familien insgesamt Ruhe zum wachsen, zur Entwicklung und die gute Luft zum Leben spenden.

Bäume sind der Inbegriff des Lebens und der Veränderung.

Je nach Jahreszeit sieht ein Baum komplett anders aus.

Er steht fest, immer an seinem Platz, er symbolisiert Beständigkeit und Standfestigkeit, Halt und Sicherheit und dennoch verändert er sich je nach Jahreszeit und je nachdem auf welche Umweltbedingungen er trifft. Die gleiche Baumart kann an verschiedenen Standorten ganz unterschiedlich gut gedeihen und damit auch sehr unterschiedlich aussehen.
Das hast du sicher schon einmal gesehen, der prächtige Baum mit unzähligen Blättern stark und gerade gewachsen. Mit wenigen, aber großen und formschönen Früchten oder der Baum am Waldrand, vom Wind schief geweht. Mit wenigen Blättern, dafür schief in sich, behauptet er sich neben seinen geraden Artgenossen, die ihm den Raum nehmen.
Ich finde Bäume schön, die auf ihre eigene Art und Weise gewachsen sind. Unser Weihnachtsbaum ist immer ein wenig schief und damit auch besonders. Das gefällt mir und finde ich eher bereichernd, als störend.

Schule als ein Booster-Wachstumsort

Was sind die guten Bedingungen für Schule, die sie gut gedeihen und wachsen lassen. Mit festen Wurzeln im Boden, einem stabilen dicken Stamm, vielen Ästen, saftig grünen Blättern, schönen schmackhaften Früchten und einer Krone, die einen herrlichen Abschluss eines wunderbaren Lebewesens bildet?

Eine Schule, die die Basis für ein selbstbestimmtes Leben für die nachwachsende Generation legt.

In Verantwortung für den Einzelnen, für die Gemeinschaft und für die Umwelt?

Die Baummetapher

Wenn Schule ein Baum ist, dann sind die Wurzeln das Leitbild und die Werte.

Die Erde ist das pädagogische Konzept.

Der Stamm, der alles zusammenhält ist das „Wir“- das Miteinander, die Gemeinschaft.

Die Äste, weit verzweigt, sind die Bindungen und Beziehungen aller miteinander. Diese Beziehungen zeigen sich im Klassenrat, Schülerrat, Schulrat, Leitungsteam, Pädagogenteam, in allen Gremien der Zusammenarbeit und in der Kommunikation.

Die Blätter sind die pädagogische Umsetzung. Zum Beispiel das freie Lernen, die Altersmischung, die Projektarbeit, das Forschen und die Darbietungen und Referate.

Die Früchte sind die „Highlights“, die Dinge auf die wir alle stolz sind und wo wir merken: Ja, hier wächst etwas Gutes heran, hier findet Entwicklung statt.

Die Baumkrone schließlich ist die friedliche Gesellschaft, die sich bildet, wenn die Kinder und Jugendlichen stark und selbstbestimmt aufwachsen, im Einklang mit sich und ihren Stärken.
Satt und genährt. Und die Baumkrone bildet sich auch aus den Erwachsenen, die mit der Schule in Verbindung stehen.

So kann Schule ein richtiger Booster-Wachstumsort sein.

Nicht alle Schulen sind stattliche, gleichmäßig gewachsene Bäume

Man sieht Schulen, die als Baum nicht gleichmäßig gewachsen sind, die einen dicken Stamm, aber verkümmerte Wurzeln haben, oder deren Früchte die Äste bis auf den Boden hängen lassen und deren Stamm diese Früchte gar nicht tragen kann. Warum ist das so?

Auf die Nachhaltigkeit und das gute Fundament kommt es an.

Ja ein lebendiges Wesen braucht so einiges, um gut zu gedeihen und in der Komplexität der Schule alles im Blick zu halten und die Organisationsentwicklung gut zu begleiten gelingt den wenigsten.

Woran zeigt sich konkret die unausbalancierte, planlose Entwicklung?

Spürbar ist es zum Beispiel am hohen Krankenstand der Pädagogen, am überdurchschnittlich hohen Personalwechsel. Immer wieder verlassen Familien aus Unzufriedenheit die Schule, auch mitten im Schuljahr. Die Schulleitung ist überarbeitet, hat zu viel zu tun. Die Pädagogen stöhnen über Überforderung und die Schulentwicklung staut sich.
So brennen motivierte idealistische Pädagogen aus. Das muss aber nicht sein! Und das soll auch nicht sein!

In vielen Schulen ist einiges gut entwickelt, die wenigstens sind in allen Entwicklungsbereichen richtig gut aufgestellt.

Die Investition von Zeit in die nachhaltige Entwicklung der Schule ist vielfach richtig eingesetzt.

Jede Zeiteinheit, die in die gute Fundierung der Schule investiert wird, lohnt sich auf lange Sicht vielfach. Wenn ein Teamtag dafür genutzt wird, ein Leitbild zu erarbeiten, sind die Wurzeln des Baumes sicher verankert. Wenn dieses Leitbild schriftlich fixiert wird, in der Schule aufgehängt wird, jedem neuen Mitarbeiter und auch den neuen Eltern gegeben wird und immer wieder darüber gesprochen wird, dann hat die Schule richtig gute Wurzeln, die auch bei Wind und Wetter, bei Konflikten und in Krisen sehr gut dasteht, weil sie vorbereitet ist.
Wenn die Werte klar sind und man sich auf einer gemeinsamen Grundlage bewegt, wächst das gegenseitige Verständnis und bei Neueinstellungen können gezielt Erwartungen formuliert werden.

Das macht im Alltag einen riesigen Unterschied.

Wenn Pädagogen und Leitung einen vollen Werkzeugkasten pädagogischen Wissens und pädagogischer Tools zur Verfügung haben, der gemeinsam immer wieder aktualisiert und erweitert wird, dann entsteht eine gemeinsame Ebene der Professionalisierung, Motivation und Leichtigkeit. Das Arbeiten wird klarer und ruhiger.
Wenn es einen Kommunikationsleitfaden gibt, der genau festlegt, wie, wer mit wem worüber spricht, dann erreicht man Klarheit, Synergien und nimmt auch kommunikativ schwächere Pädagogen (ja, die gibt es :)) an die Hand und schützt sie vor Überforderung.
Wenn die Struktur der Teamsitzungen, der Vor- und Nachbereitung gut geregelt ist, dann werden Besprechungen zu Motivationskicks.
Wenn die Aufgaben und Verantwortungen klar geregelt sind, bliebt genug Kraft übrig, um aktuelle Themen zu erledigen, um auf überraschendes entsprechend zu reagieren.

Selbstbewusst und klar wird der Stamm, das „Wir“ gestaltet und gelebt.

Neue Menschen sind leicht einzufügen und zahlreiche bunte Blätter wachsen am Baum. Denn diese brauchen die Grundlage des gemeinsamen Verständnisses, damit eine gute Entscheidungsgrundlage da ist, welche Blätter immer da sind und welche zusätzlich dazukommen dürfen.

Bäume machen komplizierte Dinge. Sie wandeln Kohlendioxid in Sauerstoff um und dafür brauchen wir sie dringend. Sie sind also wichtig für uns.
Auch Schule ist sehr wichtig für uns. Nach der Familie, die die Keimzelle der Gesellschaft ist und die wichtige Grundlage für das Lernen legt, schafft sie im Anschluss an den Kindergarten für viele Jahre ein Umfeld für das Kind und dann für den Jugendlichen, indem wachsen, sich verändern, dazulernen und sich als Persönlichkeit zeigen eine runde Ergänzung findet durch die Gemeinschaft.

Die Kinder und Jugendlichen fühlen sich als Teil einer Gemeinschaft, die sich wahrnimmt, die sich gegenseitig unterstützt und die ein Geben und Nehmen ist.

Auch die Pädagogen sind Teil dieser Gemeinschaft. Man fühlt sich miteinander wohl. Jeder ist wie er ist, wird in seiner Individualität akzeptiert und die Gemeinschaft gibt Halt, Heimat, den Ort eben, wo man hingehört.

Und die Eltern gehören natürlich ebenfalls dazu, zu diesem Wachstumsort, denn Elternschaft bedeutet Persönlichkeits-Wachstum und Familie findet in der Schule Ergänzung, Unterstützung und Gemeinschaft.

Beziehungsorientiert und in gegenseitiger Wertschätzung.

Dabei sollte Schule immer wieder überlegen, wie der Boden zusammengesetzt werden sollte, damit jeder einzelne Mensch an der Schule sich authentisch in seiner Einzigartigkeit zeigen kann.

Schule sollte ein Booster-Wachstumsort sein.

Für die Kinder und Jugendlichen und genauso für die Pädagogen und Eltern.
Und so einen Ort ist zu gestalten, kann so richtig Spaß machen.
Bindungsorientierte Pädagogik, freies Lernen, klare Mitbestimmungs- und Gestaltungsräume für ALLE und eine altersentsprechende, inklusive, jahrgangsgemischte Pädagogik mit kompetenzorientierten, individualisierten Feedbackformaten.
Das könnte ein passender Rahmen sein.
Damit Schule die Basis legen kann für ein selbstbestimmtes Leben.

Ist das nicht eine richtig tolle Vision, in die es sich lohnt zu investieren?
Ich finde ja.

Sandra Schumacher
Wunder. Fliegen. Weiter.